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Peter Marschalck: Bevölkerungsgeschichte Deutschlands

 
       
     
       
     
       
   

Peter Marschalck in seiner eigenen Schreibe

 
   
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Peter Marschalck im Gespräch

 
   
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Bevölkerungsgeschichte Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert (1984).
Neue Historische Bibliothek

Frankfurt a/M: edition suhrkamp

 
   
 
 

Klappentext

"Die letzten zwei Jahrhunderte in der Entwicklung der deutschen Bevölkerung zeichnen sich durch einen tiefgreifenden Wandel des generativen Verhaltens aus: Die Erhöhung der Lebenserwartung und der Rückgang der Kinderzahl haben zu Veränderungen der Altersstruktur in der Gesamtbevölkerung und der Größe und Zusammensetzung der Familien geführt. Im Verlauf dieses Prozesses, des demographischen Übergangs, lassen sich Phasen beschleunigten Bevölkerungswachstums mit Übervölkerung und Auswanderung von Perioden abnehmenden Zuwachses und schnellen wirtschaftlichen Ausbaus mit Wanderungen in die industriellen Zentren und zunehmender Verstädterung unterscheiden. Die jeweiligen tatsächlichen und - mehr noch - die befürchteten Folgen der Bevölkerungsentwicklung, etwa der Massenauswanderung des 19. Jahrhunderts, des Rückgangs der Kinderzahl zwischen 1870 und 1930, des Geburtenrückgangs seit der Mitte der 1960er Jahre oder der Einwanderung in die Bundesrepublik, haben wissenschaftliche und publizistische Reaktionen hervorgerufen, die wiederum Anlaß zu bevölkerungspolitischem Handeln geworden sind. Im vorliegenden Band werden - ausgehend von der Charakterisierung vorindustrieller Bevölkerung und der demographischen Folgen gewandelter sozialer Strukturen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts - diese Änderungen der generativen Struktur dargestellt und ihre Rückwirkungen auf Wachstum und Struktur der Bevölkerung im Zusammenhang mit den sie begleitenden sozioökonomischen Veränderungen und der zeitgenössischen Interpretation dieses Wandels beschrieben."

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Vorindustrielle Bevölkerung

1. Bevölkerungsweise und generative Struktur
2. Zur Bevölkerungsstruktur im 18. Jahrhundert

II. Sozialer Wandel und Bevölkerungswachstum 1815-1865

1. Bevölkerungswachstum und Übervölkerungskrise
2. Natürliche Bevölkerungsbewegung und generative Struktur

III. Demographischer Wandel 1: Der Sterblichkeitsrückgang 1865-1900

1. Die Entwicklung der generativen Struktur
2. Auswanderung, Binnenwanderung und Verstädterung

IV. Demographischer Wandel 2: Der Geburtenrückgang 1900-1930

1. Geburtenrückgang und Fruchtbarkeitsrückgang
2. Der soziale Kontext des Geburtenrückgangs
3. Bevölkerungsentwicklung 1900-1930

V. Bevölkerungswachstum und Bevölkerungspolitik 1930-1945

1. Bevölkerung und Arbeitsmarkt
2. Die nationalsozialistische Bevölkerungspolitik
3. Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen

VI. Die deutsche Bevölkerung in der Nachkriegszeit 1945-1965

1. Vertreibung, Umsiedlung und Wanderung
2. Die Bevölkerungsstruktur der beiden deutschen Staaten
3. Die natürliche Bevölkerungsbewegung

VII. Die Bevölkerung der Bundesrepublik seit 1965

1. Geburtenrückgang und Bevölkerungswachstum
2. Die Bundesrepublik als Einwanderungsland
3. Die Konsequenzen des demographischen Wandels - »Bevölkerungspolitik« und »Wanderungspolitik«

VIII. Die Bevölkerung der DDR seit 1965

Geburtenrückgang und Bevölkerungspolitik

IX. Der demographische Übergang in Deutschland

Bevölkerungsgeschichte und Bevölkerungswissenschaft

Glossar

 
 
 
       
   
  • Rezensionen

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  • Der demografische Wandel in der Debatte

    • GASCHKE, Susanne (2001): Gleichberechtigung allein ist nicht die Lösung.
      Sozialdemokraten und Union entdecken die Familienpolitik als Wahlkampfthema. Es wird auch höchste Zeit für neue Ideen,
      in: Die ZEIT Nr.48 v. 22.11.
      • Kommentar:
        "Die Geburtenrate ist von 2,02 Kindern pro Frau im Jahr 1970 auf 1,37 Kinder in den Neunzigern gesunken. Und die Gesellschaft fängt an zu ahnen, was das bedeutet", schreibt GASCHKE.
              
        Sie verschweigt aber, dass in den Jahren 1978 und 1979 die Geburtenrate bei 1,38 Kindern lag (aus: Peter MARSCHALCK "Bevölkerungsgeschichte Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert", 1984), Mitte der 80er Jahre sogar noch tiefer.
              
        Der gravierendste Einschnitt erfolgte jedoch durch die Wiedervereinigung.
        Die Geburtenrate in den alten Bundesländern liegt weit höher als in den neuen Bundesländern, obgleich dort die Betreuungsangebote besser sind.

              
        Anfang der 90er Jahre fiel die Geburtenrate in den neuen Bundesländern sogar unter 1,0.
              
        Herwig BIRG schreibt in seinem neu erschienenen Buch "Die demographische Zeitenwende":
        "Die Zahl der Lebendgeborenen pro Frau betrug 1998 in den neuen Bundesländern 1,09, in den alten 1,41 und in Deutschland insgesamt 1,36."

              
        GASCHKE versucht mit ihrer Darstellung einen kontinuierlichen Geburtenrückgang seit 1970 zu konstruieren, obwohl das Geburtenniveau seit Ende der 70er Jahre mehr oder weniger konstant geblieben ist. Es handelt sich also um einen Versuch der zusätzlichen Dramatisierung.
    • Neu:
      GASCHKE, Susanne (2003): Wo sind die Kinder?
      Generationenvertrag. Im Land der Egoisten: Kein Nachwuchs, keine Rente,
      in: Die ZEIT v. 14.08.
      • Kommentar:
        Frau Susanne-Generation-Berlin-GASCHKE greift in den "Generationenkrieg" ein und verteidigt die 68er-Generation sowie deren Vorgänger:

              
           "Alle Deutschen, die 60 Jahre und älter sind – von der Generation der Achtundsechziger aufwärts –, haben beide Verpflichtungen eingehalten: Sie haben für die Eltern die Rente gezahlt, und sie haben sich bevölkerungspolitisch korrekt vermehrt."
              
           Dazu präsentiert sie auch noch eine Statistik, die dies beweisen soll:
              
           "1964 brachte eine Frau, statistisch gesehen, 2,54 Kinder zur Welt. Die Nettoreproduktionsrate lag bei 1,18 – das heißt, dass diese Eltern durch ihre Kinder mehr als ersetzt wurden."
              
           Es mag ja sein, dass mit Meinhard MIEGEL (1939) und Herwig BIRG (1939) prominente Verfechter einer Bevölkerungspolitik aus der 68er-Generation stammen und GASCHKE, deshalb die Grenze bei 60 Jahren ansetzen möchte. Der Beitrag dieser Generation zur Bestandserhaltung ist jedoch ein Märchen!
              
           Es mag in Vergessenheit geraten sein, denn Bevölkerungsgeschichte ist nicht das, was heutzutage debattiert wird, sondern sozialpolitische Demagogie beherrscht die Debatte. Deshalb findet man auch nur in einem Buch aus dem Jahr 1984 von Peter MARSCHALCK ("Bevölkerungsgeschichte Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert") einen Hinweis auf den Babyboom und dessen Zustandekommen:
              
           "Die um 1955 beginnende neue Phase in der Fruchtbarkeitsentwicklung der Bundesrepublik ist durch einen Anstieg der Gesamtfruchtbarkeit (von 2,13 auf 2,54 im Jahre 1964) und eine Verkürzung des Generationenabstandes um weitere zwei Jahre gekennzeichnet. Ihr wesentliches Merkmal dürfte aber eine Fruchtbarkeitswelle sein, die deutliche Vermehrung der Zahl der Geburten für die Jahrgänge 1926 - 1933 und der ebenso deutliche Rückgang der Fruchtbarkeit der Jahrgänge 1934 - 1941." (S.95).
              
           Demnach sind die 70- bis 77-Jährigen die letzte Generation, die ihren "bevölkerungspolitisch korrekten" Beitrag geleistet haben.
              
           Davon abgesehen unterscheidet GASCHKE nichts von ihrem Gegenspieler Philipp MIßFELDER,
        denn bei beiden mutiert die - wenn überhaupt "Schicksalsgemeinschaft" - Generation zu einem Gebilde, dem man eine Kollektivschuld anheften kann. Beide stilisieren sich als Ankläger von Altersgruppenkollektiven, als ob die Macht nicht bei den jeweils herrschenden Eliten liegt.

              
           Es mag ja einfach sein, Bindungslosigkeit, Hedonismus oder sonstige Motive unter dem sozialdemokratischen Kampfbegriff Individualisierung anzuprangern, statt die Änderung gesellschaftlicher Strukturen und Machtverhältnisse zu analysieren.
              
           Die Debatte um den Generationenvertrag verschleiert, dass es innerhalb jeder Generation Gewinner und Verlierer gibt und dass diese sich nicht auf Lebensstilgruppen - Singles hier und Familien dort - aufteilen wie das GASCHKE unterstellt.
 
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 14. August 2003
Update: 14. August 2003
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