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Peter Sloterdijk : Zorn und Zeit

 
       
     
       
     
       
   

Peter Sloterdijk in seiner eigenen Schreibe

 
   
SLOTERDIJK, Peter (2006): Die Bevölkerungswaffe der Islamisten.
Hunderte Millionen junger Männer in der arabischen Welt besitzen nichts als ihren Zorn. Der radikale Islamismus ist deshalb die erste rachdurstige Ideologie der Weltgeschichte. Sie ist nur auf Zerstörung ausgelegt,
in: Cicero, August

Peter SLOTERDIJK sieht im Islam den Nachfolger des Kommunismus. Dazu präsentiert er drei Thesen, deren Dritte er ausführlich behandelt. Es handelt sich dabei um die These vom youth Bulge, die in Deutschland Gunnar HEINSOHN popularisiert hat und die spätestens durch Frank SCHIRRMACHER auch in der Mitte salonfähig geworden ist. Bei SLOTERDIJK verbindet sie sich zudem mit der modischen Vokabel vom "Subproletariat". Damit macht SLOTERDIJK seine Thesen auf zweifache Weise anschlussfähig an die westeuropäische Angstgesellschaft, die sich einerseits aus der Angst vor dem Aussterben und andererseits aus der Angst vor dem eigenen ökonomischen Untergang speist. Vom DeutschlandRadio gibt es ein Interview mit SLOTERDIJK zum Thema.

 
       
   

Peter Sloterdijk im Gespräch

 
   

MISIK, Robert (2006): "Unter einem helleren Himmel".
Warum LINKS nicht mehr geht:
Weltzustände, Lebensgefühle: Ein Gespräch mit Peter Sloterdijk über die Verwirrung als Produktivkraft, die verdichtete Welt des "Kapitalinnenraums", seine prägenden Jahre als Bhagwan-Jünger in Poona und was Linke und Banken gemeinsam haben,
in: TAZ v. 13.06.

"Das Versprechen des Wohlfahrtsstaats lautete: Arbeitslosigkeit bedeutet nicht Armut, sondern schlimmstenfalls das Absinken in ein Kleinbürgertum, unter zwar traurigen, aber nicht elenden Bedingungen. Seit klar ist, dass diese Garantie nicht mehr zu halten ist, wächst die Spannung. Doch fürs Erste versinken die inneren Ausgeschlossenen in Depression, für sie gibt es zur Stunde keine Sprache des Zorns, keine historische Perspektive, um von der Depression zum Stolz überzugehen", meint Peter SLOTERDIJK

SCHLESINGER, Katja (2006): Demografie als Waffe.
Philosoph Sloterdijk: Hohe Geburtenraten bringen radikalen Islamisten Zulauf,
in: DeutschlandRadio v. 31.07.

 
       
   

Zorn und Zeit (2006)
Frankfurt a/M: Suhrkamp

 
   
     
 

Klappentext

"Unverwechselbares Kennzeichen des Denkens und Schreibens von Peter Sloterdijk ist die Einbettung aktuellster Fragen in ihre lange Geschichte. Dadurch gelangt er zu Neubestimmungen der gegenwärtigen condition humaine, kann sie durch eine bisher unbekannte Perspektive sichtbar machen und unerwartete oder ungewollte Zusammenhänge nachweisen. In seinem neuen Essay geht er auf den Zorn ein, dessen Folgen sich als Kampf, Gewalt, Aggression äußern. Am Anfang des ersten Satzes der europäischen Überlieferung, die mit der Ilias beginnt, steht das Wort »Zorn«. Er gilt dort als unheilbringend – und wird deshalb hoch geschätzt, auch weil er Helden hervorbringt. Wie kommt es, daß Zorn schon relativ bald danach in der Polis nur in eng umgrenzten Situationen zugelassen wird? Wie kommt es in späteren kulturellen Traditionen zur Herausbildung des »heiligen Zorns« und damit zugleich eines ersten Begriffs von Gerechtigkeit? Wie ist eine kommunistische Weltbank des Zorns denkbar? Wie kam es dazu, daß die Gesellschaften mit Gerechtigkeit als Grundwert den Zorn in allen Kontexten ausgeschlossen haben? Und wie ist seiner Wiederkehr zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu begegnen? Peter Sloterdijk formuliert eine Antwort: »Große Politik geschieht allein im Modus von Balanceübungen. Die Balance üben heißt keinem notwendigen Kampf ausweichen, keinen überflüssigen provozieren. Es heißt auch, den Wettlauf mit der Umweltzerstörung und der allgemeinen Demoralisierung nicht verloren geben.«

»Wer an der Forderung festhält, die Weltgeschichte müsse sich als das Weltgericht vollziehen, hat enttäuschende Zeiten vor sich. In jedem Fall würde man sich nach anderen Richtern umsehen müssen. Da man von Strafgerichten nichts Gutes zu erwarten hat, dürften es künftig allenfalls Schiedsgerichte sein.«"

     
 
       
   
  • Rezensionen

MELLER, Marius (2006): Thymós statt Thanatos.
Peter Sloterdijk: "Zorn und Zeit",
in: DeutschlandRadio v. 19.09.

MELLER, Marius (2006): Auf der Zornsparkasse.
Peter Sloterdijk beschreibt die Weltgeschichte als Wutgeschichte. Und zur Beruhigung fährt er Fahrrad,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.09.

SEZGIN, Hilal (2006): Erotik? Thymotik!
Der Philosoph Peter Sloterdijk entdeckt den Zorn als vergessene Triebkraft der Geschichte. Das ist anregend. Aber plausibel ist es nicht,
in: Literaturbeilage der Zeit Nr.40 v. 28.09.

Neu:
BISKY, Jens (2006): Entdecke, Bürger, den Zorn.
Achill trifft Fukuyama und wird misanthropisch: Peter Sloterdijks Stichworte zur Zeit,
in: Literaturbeilage der Süddeutschen Zeitung v. 04.10.

ENKE, Julia (2006): Wenn ganze Kulturen sich beleidigt fühlen.
Raus aus der Einschüchterung: Peter Sloterdijks gewaltig erzählte Analyse der Zornkollektive,
in: Literaturbeilage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung v. 04.10.

HEINRICHS, Hans-Jürgen (2006): Sammelt euren Zorn.
Peter Sloterdijk hält ein Plädoyer für politische Empörung auf Weltniveau,
in: Tagesspiegel v. 04.10.

 
   

Das Buch in der Debatte

CHARIM, Isolde (2006): Der Zorn lebt weiter.
Theorie und Technik: Dass die undogmatische Linke eigene Institutionen hervorgebracht hat, ist kein Altersdrama, sondern eine Chance,
in: TAZ v. 10.10.

Isolde CHARIM beschäftigt sich mit Peter SLOTERDIJKs neuem Buch Zorn und Zeit, in dem nach Meinung von CHARIM ein positiver Institutionenbegriff zu entdecken ist, der linke Selbstzweifel beseitigen könnte:

"Nicht durch seine allerorts besprochene Rehabilitierung der Zornregung, sondern durch seinen noch unzureichend gewürdigten positiven Institutionenbegriff. Dieser sieht vor, eine linke Institution, mithin also eine, die aus Rebellentum, Dissidenz und Aufbegehren hervorgegangen ist, als einen Produktionsort zu verstehen. An dessen Ausgangspunkt stehen Leidenschaften, die aus dem Unbehagen am Bestehenden resultieren, die hier einer prekären Verwandlung in ein kollektives Projekt unterzogen werden. Nur so werden individuelle Energien des Protests in ein überindividuelles und damit erst politisches Projekt verwandelt."

SCHOLZ, Leander (2007): Der Zorn über das Unrecht macht die Stimme heißer.
Mission: In seinem jüngsten Buch "Zorn und Zeit" aktualisiert Peter Sloterdijk Francis Fukuyamas These vom Ende der Geschichte auf seine eigene, ungenaue Art,
in: Freitag Nr.45 v. 09.11.

 
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 05. Oktober 2006
Update: 10. April 2015