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Franz Walter: Baustelle Deutschland

 
       
     
       
     
       
   

Franz Walter in seiner eigenen Schreibe

 
   
  • WALTER, Franz (2007): Lebenslang auf der Baustelle.
    Der Staat ist per se kurzsichtig. Will er die Zukunft planen, wird das zum Problem. Denn die Verantwortung für notwendige Paradigmenwechsel bürdet er seinen Bürgern auf,
    in: TAZ v. 23.11.
  • WALTER, Franz (2008): Chancenschlacht mit Scheitergarantie.
    Die beste Schule, viele Sprachen, schnelle Karriere: Die SPD debattiert auf ihrem Zukunftskongress über Bildungschancen, die für alle gelten und jedem nutzen sollen. Doch die Formel geht nicht auf - das Angebot der unbegrenzten Möglichkeiten überfordert einen Teil der Gesellschaft,
    in: Spiegel Online v. 30.05.
  • WALTER, Franz (2008): Chance als Scheitern.
    Das Zukunftsmodell der SPD ist die Chancengesellschaft. In ihr verstehen sich die Akteure als individuelle Jäger nach der Beute des sozialen Aufstiegs. Solidarität - das war einmal,
    in: TAZ v. 31.05.
    • Anmerkungen:
      Der Politikwissenschaftler Franz WALTER zeichnet ein Horrorszenario des Individualisierungsterrors, das sich als Chancengesellschaft versteht:

                  "Hellsichtig hat das bereits 1958 der britische Soziologe Michael Young in seinem satirischen Utopia-Buch »The Rise of Meritocracy« vorweggenommen. Es beschreibt die Entwicklung zur kompletten Chancengesellschaft vom fiktiven Endpunkt des Jahres 2034 her. Sein Ausgangsort ist die alte Gesellschaft ungleicher Chancen, in welcher der soziale Rang durch Herkunft, nicht durch Intelligenz und Leistung determiniert ist.
                  (...).
      Die zurückgelassenen Unterschichten stehen fortan allein, ohne ihre frühere Führungsintelligenz. Sie sind im neu konstituierten meritokratischen System verdientermaßen abgehängt, sind die Dummen und Trottel der Leistungsgesellschaft. Da die neue Gesellschaft aber von ihrer ganzen Logik her Nutzlosigkeit nicht dulden darf, haben sich die unteren Schichten in »Home Help Corps« einzugliedern, um durch Serviceleistungen den erfolgreichen Chancennutzern zu Diensten zu sein."

                  Die "Home Help Corps" ähneln den Niedriglöhnern des servicebasierten Wohlfahrtsstaats, das den Kern des Konzeptes von Gösta ESPING-ANDERSEN ausmacht. Das Konzept gilt fortschrittlichen Sozialdemokraten und auch vielen Grünen als Nonplusultra. Der Politikwissenschaftler Stephan LESSENICH hat dieses Konzept in seinem Beitrag Ökonomismus zum Wohlfühlen. Gösta Esping-Andersen und die neue Architektur des Sozialstaats (Prokla 136, 2004) entzaubert und die versteckte Agenda dieser Klassen- und Genderpolitik aufgezeigt.
                  Bereits in früheren Beiträgen hat Franz WALTER die Politik der sozialen Aufsteiger kritisiert, denn:
                  "Die Kluft zwischen den Klassen wächst, denn auch die Aufsteiger der neuen soziale Elite streben danach, die Erblichkeit ihres hart erkämpften Vorrangs wieder einzuführen, um die eigenen Kinder vor dem Konkurrenzdruck zu schützen."
  • SEIBEL, Andrea & Ulrich CLAUß (2008): "Die hören nicht mehr zu".
    Die Sozialdemokraten sind schlecht gelaunte Opfer des eigenen Erfolgs geworden, weil Aufsteiger sie nicht mehr brauchen, sagt der Göttinger Parteienforscher Franz Walter. Der CDU attestiert er heitere Aufgeschlossenheit gegenüber modernen Lebenskonzepten,
    in: Welt v. 09.07.
  • BOLLMANN, Ralph (2008): "Der SPD fehlt ein Richtungsstreit".
    Der Politologe Franz Walter hält das Gerede über linke und rechte Sozialdemokraten für absurd. Die Parteiflügel liegen im Clinch, gerade weil es inhaltliche Differenzen nicht mehr gibt. Der Fall Clement führt das einmal mehr vor Augen,
    in: TAZ v. 09.08.
  • LOHRE, Matthias (2008): "Steinmeier wird durch die Hölle gehen".
    Der Parteienforscher Franz Walter sieht schwere Zeiten auf den gekürten Kanzlerkandidaten zukommen. Aber er könnte ein Held werden,
    in: TAZ v. 08.09.
 
       
   

Baustelle Deutschland (2008).
Politik ohne Lagerbindung
Frankfurt a/M: Suhrkamp

 
   
 
 

Klappentext

"Schwarz-Gelb-Grün? Rot-Rot-Grün? Die politische Farbenlehre Deutschlands ist in Bewegung geraten, die »Westausdehnung« der Linken stellt die größte Veränderung der Parteienlandschaft seit 25 Jahren dar. Hinter den Pfeilen in den Graphiken der Meinungsforscher verbergen sich jedoch langfristige Trends: Traditionelle Milieus, auf die die Parteien über 50 Jahre lang zählen konnten, erodieren. Franz Walter zeichnet diese sozialen, demographischen und kulturellen Verschiebungen nach und analysiert die Situation der fünf im Bundestag vertretenen Parteien. Sein Buch bietet einen Wegweiser durch die Baustellen der bundesdeutschen Politik."

 
 
 
       
     
     
   

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Update: 20. September 2008
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