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Franz Walter: Die ziellose Republik

 
       
     
       
     
       
   

Franz Walter in seiner eigenen Schreibe

 
   

WALTER, Franz (2005): Zu viele Vetomächte.
Dieses Land verlangt nach Aufbruch und Konsens zugleich: Also bedarf es einer großen Koalition,
in: Süddeutsche Zeitung v. 20.07.

WALTER, Franz (2005): Ende einer Ära. Die Generation der 68er geht in den politischen Ruhestand.
Es spricht viel dafür, dass in diesen Monaten in Deutschland eine kulturelle und politische Ära zu Ende geht. Die Generation der "1968er" tritt ab, für die SPD sah es schon besser aus. Die jüngsten Entwicklungen in der politischen Landschaft, insbesondere die Gründung einer neuen Linkspartei, könnten jedoch die Möglichkeit eröffnen, eine neue Rolle zu übernehmen - vielleicht als Partner in einer großen Koalition,
in: Universitas, August

WALTER, Franz (2005): Machiavellistisches Meisterstück.
Mit einer Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP könnte Gerhard Schröder Kanzler bleiben,
in: Welt v. 11.08.

WALTER, Franz (2005): Aus dem Abseits.
Lafontaines und Gysis "Appell an das Volk",
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.08.

WALTER, Franz (2005): Böses Blut.
Schwarz-Rot. Die letzte Chance? Ja,
in: TAZ v. 01.09.

WALTER, Franz (2005): Die unverstandenen Wähler.
Die Schwäche der CDU liegt in dem Unvermögen dieser bürgerlichen Partei begründet, die Sorgen und Interessen ihrer neu erschlossenen, proletarischen Klientel zu verstehen,
in: TAZ v. 08.09.

WALTER, Franz (2005): Die Ampel leuchtet.
Chance für Machiavellisten: Schröder darf dranbleiben, die FDP wieder ran, die Grünen dürfen das Schlimmste verhüten,
in: TAZ v. 14.09.

WALTER, Franz (2005): Die neue Ungleichzeitigkeit.
Nach der Wahl: Wie Deutschland zerfällt,
in: Süddeutsche Zeitung v. 20.09.

WALTER, Franz (2005): Geteilte deutsche Wirklichkeit.
Die Wirklichkeit verlangt Reformen, sagt das neuliberale Lager seit langem gebieterisch - und erst recht seit der Wahl. Doch was soll das für eine Wirklichkeit sein, in der es zu Sozialabbau keine Alternative gibt? Ein Kampfbegriff, denn die Wirklichkeit sieht anders aus
in: TAZ v. 27.09.

WALTER, Franz (2005): La Ola und Bürokratie.
Die Kirchen im postindividualistischen Zeitalter,
in: Süddeutsche Zeitung v. 31.10.

WALTER, Franz (2005): Im Würgegriff der Mitte.
Die Grünen spielen kaum noch eine Rolle, weder parlamentarisch noch öffentlich. Trotzdem sind ihre Perspektiven nicht schlecht - wenn die Partei auf ihre Stärken setzt,
in: TAZ v. 13.12.

Nach Meinung von Franz WALTER sind die Grünen längst keine Gegenkulturrebellen mehr, sondern bürgerlicher als jede andere Partei:

"Die Grünen sind zumindest soziologisch in ihre Herkunftsgruppe zurückgekehrt. Keine Partei ist bürgerlicher als sie. Ihre Anhänger verdienen in Deutschland das meiste Geld; ihre Wähler verfügen über die höchsten Bildungsabschlüsse; ihre Sympathisanten urlauben häufiger und reisen weiter als alle anderen. Die Grünen sind die Partei der Beamten und Angestellten im höheren öffentlichen Dienst, der Empfänger von BA 1-, A 15- und C 3-Gehältern. Zugleich ist der Anteil von Unternehmern in ihrer Wählerschaft im Laufe der letzten Jahre signifikant angewachsen. Bei den Europawahlen 2004 belegten die Grünen in der Gruppe der Selbstständigen den zweiten Platz, hinter der Union. Dagegen schneidet keine Bundestagspartei in den Quartieren der Arbeiter und Arbeitslosen so schlecht ab wie die Postmaterialisten."

In der Profillosigkeit einer Mitte-Partei sieht Franz WALTER die größte Gefahr für die Grünen. Er empfiehlt den Grünen deshalb die Partei der "kulturell Kreativen" zu werden, da dieser Typus auf dem Vormarsch sei:

"Dieser Typus ist nicht durch einfache Lösungen, leere Phrasen, parolige Versprechen zu beeindrucken. Dieser Typus schätzt vielmehr die Differenzierung, die Brillanz der Argumentation, die originelle Formulierung."

WALTER, Franz (2005): Paradoxien der Mehrebenendemokratie.
Die verspätete Große Koalition und die deutsche Gesellschaft,
in:
Vorgänge Nr.171/172. Die Zukunft der Linken, September/Dezember

WALTER, Franz (2006): Das Elend der deutschen Sozialwissenschaftler.
Die sektiererhaft vor sich hinwerkelnden Hochschulvertreter des Faches brauchen dringend einen Praxisschock,
in: Welt v. 14.01.

Franz WALTER, als Feuilletonpolitologe beschimpft, sieht gerade im politischen Essay das, was die Sozialwissenschaftler am dringendsten benötigen. Er schließt sich damit dem Feuilletonsoziologen Ulrich BECK an, der vor kurzem die Bedeutungslosigkeit der Soziologie beklagt hat:

"Die politischen Kontroversen der Republik finden ganz überwiegend ohne die nach C4 oder C3 bezahlten Sozialwissenschaftler statt. Es sind mittlerweile routinemäßig die immer gleichen vier oder fünf Sozialwissenschaftler, die in öffentliche Diskussionen eingreifen, die systematisch einordnen, historisch erläutern, normativ differenzieren, Deutungen präsentieren, Zusammenhänge herstellen, Schlüsselbegriffe formen."

WALTER, Franz (2006): Die Union zerbröselt.
Franz Walter ist Deutschlands bekanntester Parteienforscher. Er sieht die Christdemokraten in der Krise, weil ihnen der ideologische Kitt fehlt, die Mitte zu einigen,
in: Welt am Sonntag v. 02.07.

WALTER, Franz (2006): Bürgerlicher Orientierungsverlust.
Zerrissene Union,
in: Welt v. 13.07.

Der Göttinger Politikwissenschaftler Franz WALTER beschreibt den Niedergang der alten Mitte und seiner Partei. Sein Fazit:

"Das altbürgerliche Lager aus der langen Ära von Adenauer bis Kohl bricht auseinander. Eine Restauration des Alten werden wir nicht erleben. Neue bürgerliche Allianzen sind nicht ausgeschlossen. Für die CDU wäre dies ein neuer Abschnitt in der Parteigeschichte - und das Ende offen."

Im Buch Die Single-Lüge. Eine Kritik der Argumentationsmuster im Zeitalter der Demografiepolitik werden die von WALTER angedeuteten neuen bürgerlichen Allianzen in ihren Konsequenzen für Singles und Familien beleuchtet.

WALTER, Franz (2006): Zurück zur allgefälligen Volkspartei.
CDU und Sozialstaat,
in: Welt v. 31.01.

WALTER, Franz (2006): Die letzte Volkspartei leidet unter Verschleiß,
in: Spiegel Online v. 11.11.

Franz WALTER sieht in der SPD die letzte Volkspartei und in den kritischen Bildungseliten (9 % Bevölkerungsanteil) die nachwachsende Avantgarde, die Meinungen und Trends setzt und derzeit zwischen SPD, Grünen und Linkspartei oszilliert.

WALTER, Franz (2007): Troubadour gegen den Neoliberalismus.
Jürgen Rüttgers schwingt sich zum Ideologen des alten christdemokratischen Sozialmodells auf: In seiner Streitschrift zur Marktwirtschaft gibt der nordrhein-westfälische Regierungschef den Partisanen gegen den marktradikalen Zeitgeist - mit Anleihen bei Oskar Lafontaine,
in: Spiegel Online v. 10.09.

Jürgen Rüttgers - Die Marktwirtschaft muss sozial bleiben

Neu:
WALTER, Franz (2007): Schutzmacht der Neuen Mitte.
Die Renaissance des "demokratischen Sozialismus" im SPD-Programm kann neuerliche Enttäuschungswellen auslösen, wenn die Partei nun nicht wirklich nach links rückt,
in: TAZ v. 25.09.

WALTER kritisiert den programmatischen Etikettenschwindel, den die SPD zurzeit betreibt. Während die SPD längst zur

"Partei der Gewinner der ersten Bildungsreform, also die parlamentarische und gouvernementale Vertretung einer selbst geschaffenen »neuen Mitte«"

geworden ist. Dafür steht programmatisch Peer STEINBRÜCK ("Auf der Höhe der Zeit") und die Netzwerker der Generation Berlin:

"Die neuen Sozialdemokraten der Fasson Steinbrück und Steinmeier wollen nicht schützen und sichern, sondern aktivieren und modernisieren. Ihr Appell richtet sich daher zuvörderst an die Leistungsstarken in der Mitte der Gesellschaft, die sich fortwährend bilden, dadurch Chancen nutzen, beruflich vorankommen, nach oben strecken. Für den Rest - den »Bodensatz«, wie es in Modernisiererkreisen der SPD gern heißt - mag sich die Lafontainesche Linkspartei zuständig fühlen."

WALTER prophezeit der SPD, wenn sie am Etikettenschwindel "demokratischer Sozialismus" festhält, weitere Enttäuschungswellen, von denen nur die Linkspartei profitieren wird.

 
       
   

Die ziellose Republik (2006).
Gezeitenwechsel in Gesellschaft und Politik
Köln: Kiepenheuer & Witsch

 
   
     
 

Klappentext

"Deutschland steckt im Patt der Lager – und findet sich daher unter einer Regierung der Großen Koalition wieder. Die Unschärfe des Neuen im Wechsel irritiert, ängstigt und lähmt die Deutschen, auch ihre politische Führungsschicht. Hierin – und nicht so sehr in den ökonomischen Schwächen – liegen die Wurzeln der viel beklagten German Disease.

Kürzlich spendete der »Economist« reichlich Lob für die Erneuerung der deutschen Wirtschaft. Mehrere internationale Expertenkommissionen haben in den letzten Monaten Deutschland gar zum Musterknaben der ökonomischen Reform deklariert. Doch ist die Stimmung zwischen München und Kiel weiterhin düster. Pessimismus und Depression charakterisieren die kollektive Gemütsverfassung der Nation. Die Wahlbürger hadern mit Parteien und Regierung. Doch zugleich verbirgt sich hinter der Übellaunigkeit keine Alternative. Die Verdrossenheit tritt ziellos auf.

Auch der Ausgang der Bundestagswahl im September sandte kein eindeutiges Signal aus, in welche Richtung die Bürger die Politik bewegen wollten. Das Wahlresultat war weder ein Plebiszit für furiose Wettbewerbsreformen noch für robuste Sozialstaatlichkeit. Deutschland steckt im Patt der Lager – und findet sich daher unter einer Regierung der Großen Koalition wieder.

Von dieser Ziellosigkeit der Patt-Republik handeln die Essays in diesem Buch. Der Autor diagnostiziert einen schleichenden Wandel der Werte. Er beobachtet die mentalen Veränderungen in den klassischen sozialkulturellen Milieus der alten Bundesrepublik. Er konstatiert einen Gezeitenwechsel in Gesellschaft und Politik."

 
     
 
       
   

Rezensionen

RULFF, Dieter (2006): Aussichtslos.
Franz Walter malt Deutschlands Perspektive in düsteren Farben,
in: Frankfurter Rundschau v. 16.03.

Dieter RULFF bespricht den Essayband Die ziellose Republik des Göttinger Politikwissenschaftler Franz WALTER. Er bescheinigt ihm präzise Gegenwartsdiagnosen, vermisst aber Rezepte zur Überwindung der Krise.

 
   

Franz Walter im WWW

www.demokratie-goettingen.de/institut/prof-franz-walter

 
   

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Update: 20. April 2015