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Gero Neugebauer: Politische Milieus in Deutschland

 
       
     
       
     
       
   

Gero Neugebauer in seiner eigenen Schreibe

 
       
   
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Gero Neugebauer im Gespräch

 
       
   
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Politische Milieus in Deutschland (2007).
Die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung

Bonn: J.H.W Dietz Nachf.

 
   
     
 

Klappentext

"Im Jahr 2006 gab die Friedrich-Ebert-Stiftung drei Studien in Auftrag, die erkunden sollten, auf welche Akzeptanz Reformen in der Gesellschaft stoßen und welche Probleme sich bei dem Versuch ergeben haben, sie den Menschen verständlich zu machen. In einer quantitativen Studie wurden neun politische Milieus auf der Basis von Werten und Einstellungen ermittelt. Der Typus des »abgehängten Prekariats« hat innerhalb kürzester Zeit eine vehemente öffentliche Debatte entfacht.

Die Befunde machen deutlich, dass der gesellschaftliche Wandel zahlreiche Aufgaben für die Politik und die Parteien nach sich zieht. Sie zeigen, dass die Bevölkerung über die Zukunft massiv verunsichert ist, ebenso durch die Wahrnehmung sozialer Verwerfungen. Ferner enthüllt das Ergebnis ambivalente Einstellungen zur Reformpolitik und einzelnen Maßnahmen sowie erhebliche Kommunikationsprobleme zwischen Politik und Gesellschaft. Die ermittelten Einstellungen zum Staat und zur Politik stellen die politischen Akteure vor große Herausforderungen, insbesondere dann, wenn sie Vertrauen in Reformen, in ihre Fähigkeiten zur Lösung von Problemen und eine an den Bedürfnissen der Bürger orientierte politische Kommunikationsform finden und schaffen wollen.
"

Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Gesellschaft im Wandel

a) Modernisierung
b) Sozialer Wandel
c) Soziale Milieus
d) Wertewandel
e) Untersuchungskonzept

3. Gesellschaftliche Grundstimmung

a) Befunde der Repräsentativbefragung
b) Befunde der Gruppendiskussionen

4. Wertorientierungen

a) Befunde der Repräsentativbefragung
b) Befunde der Gruppendiskussionen

5. Politische Milieus

6. Beurteilung des Reformprozesses

a) Befunde der Repräsentativbefragung
b) Befunde der Gruppendiskussionen

7. Politische Kommunikation und Reformpolitik

a) Probleme der politischen Kommunikation
b) Erwartungen an die Reformkommunikation
c) Schlussfolgerungen für Reformkommunikation

8. Reformpolitik und Reformkommunikation - Ergebnisse und Konsequenzen

a) Thema und Problemstellung
b) Anlage und Ergebnisse
c) Interpretation der Ergebnisse
d) Konsequenzen der Resultate

Zitate:

Das SINUS-Modell: Das Volk kreist um die bürgerliche Mitte

"Das Heidelberger Sinus-Institut untersucht seit 1979 im Rahmen seiner Lebensweltforschung soziale Milieus in (West-)Deutschland. Die aktuelle »Landkarte« besteht aus einer Neun-Felder-Tafel.
(...).
In dieser Neun Felder Tafel sind insgesamt zehn soziale Milieus räumlich verortet: Im Zentrum des Bildes ist die »Bürgerliche Mitte« angesiedelt, die übrigen neuen Milieus gruppieren sich gewissermaßen um sie herum wie »Satelliten«. Die »Bürgerliche Mitte« ist hinsichtlich ihrer sozialen Lage der mittleren Mittelschicht, hinsichtlich ihrer Grundorientierungen den auf Modernisierung gerichteten Wertorientierungen zugeordnet. Würde man eine Skala der Milieus bilden, dann stünden am unteren Ende die »Traditionsverwurzelten«, die der Unterschicht bzw. der unteren Mittelschicht angehören und traditionellen Werten folgen, und am oberen Ende befänden sich die »Modernen Performer«, die meist der Oberschicht bzw. der oberen Mittelschicht, teilweise aber auch der mittleren Mittelschicht zuzurechnen sind und sich durch unkonventionelle, experimentierfreudige Orientierungen auszeichnen". (2007, S.17ff.)

Das Infratest-Modell: Die Drei-Drittel-Gesellschaft

Oberes Drittel Leistungsindividualisten

Etablierte Leistungsträger

Kritische Bildungseliten

Engagiertes Bürgertum

45 %
Mittleres Drittel Zufriedene Aufsteiger

Bedrohte Arbeitnehmermitte

29 %
Unteres Drittel Selbstgenügsame Traditionalisten

Autoritätsorientierte Geringqualifizierte

Abgehängtes Prekariat

26 %

"Die Segmentierung der deutschen Gesellschaft ist eine für die Ausprägung von Einstellungen und Verhaltensdispositionen unumstößliche Tatsache." (2007, S.68)

 
     
 
       
   

Beiträge von single-generation.de zum Thema

Die Rückkehr der Klassengesellschaft - Oder der lange Abschied von den Individualisierungsverheißungen

Die Generation Golf als Träger eines Wertewandels?

 
       
   

Die Unterschicht in der Debatte

ULRICH, Bernd (2004): SPD und Unterschicht.
Viel fordern, wenig fördern,
in: Tagesspiegel v. 11.07.

KÜHNE, Hartmut (2004): Ramschläden neben Luxusgeschäften.
RM-Spezial: Horst Köhler
hat in seiner Antrittsrede gewarnt: Durch unser Land geht ein neuer Graben. Es gibt eine Unterschicht, um die sich Politiker kaum kümmern,
in: Rheinischer Merkur Nr.32 v. 05.08.

HEISE, Katrin (2005): Aus materieller wird "sozial-kulturelle Armut".
Interview mit Paul Nolte zur neuen Unterschicht in Deutschland,
in: DeutschlandRadio  v. 15.03.

FEDDERSEN, Jan (2005): Krieg dem Pöbel.
Ein Gespenst geht um in Deutschland - das Gespenst der Unterschicht. Die Mächte der alten Bürgerlichkeit und des Dünkels haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet, die "Zeit" und Harald Schmidt, Paul Nolte und die Montessori-Eltern,
in: TAZ v. 18.03.

WUTTKE, Gabi (2006): Bude: Ob Leistung zum Erfolg führt, ist unklar.
Soziologe über Lethargie und Demotivation in der deutschen Gesellschaft,
in: DeutschlandRadio v. 11.10.

HEINE, Matthias (2006): Das Proll-Problem.
Von der "Unterschicht" zu reden ist seit einiger Zeit wieder salonfähig, jetzt verwendet sogar der SPD-Vorsitzende diesen Begriff. Dabei geht es meist um die Frucht vor dem eigenen Abstieg,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 15.10.

Der Neokonservative Matthias HEINE verteidigt den Neokonservativen Paul NOLTE, der den Begriff der Unterschichten in die deutsche Feuilletondebatte eingebracht hatte, gegen seine Adepten, die seiner Meinung nach den Begriff zur Distinktion im Klassenkampf herabwürdigen.

KREISSL, Reinhard (2006): Wenn die Unterschicht zum Problem wird,
in: DeutschlandRadio v. 16.10.

MISIK, Robert (2006): Für jetzt und immer unten.
Wer ist eigentlich die "Unterschicht", die jetzt auch die Politik entdeckt? Über die Karriere eines soziologischen Begriffs, der die Benachteiligten dieser Gesellschaft nur stärker deklassiert,
in: TAZ v. 17.10.

HANSELMANN, Matthias (2006): "Nur Zuspitzung bringt politische Diskussion in Gang".
Historiker Paul Nolte verteidigt Begriff "Neue Unterschicht",
in: DeutschlandRadio v. 18.10.

Im aktuellen Sonderheft der Zeitschrift Merkur hat der Historiker Paul NOLTE in seinem Beitrag Topographien der Klassengesellschaft klar benannt, worum es Neokonservativen wie NOLTE bei dieser Debatte um die neuen Unterschichten einzig und allein geht:

"Es geht, vereinfacht gesagt, immer um zweierlei: um Schuldzuweisungen und um Handlungsanleitungen."

NOLTEs Position ist hier eindeutig. Er sucht die Schuld zu allererst bei den Individuen selber (Fehlverhalten, Verantwortungslosigkeit) und nicht in überindividuellen bzw. strukturellen, gesellschaftlich verursachten Bedingungen. Nur dann sind Handlungsanleitungen überhaupt sinnvoll.

KÖNIG, Jens (2006): Eine arme Debatte.
Wie Medien und Politik aus einem urplötzlich entdeckten Skandal ihren Nutzen ziehen wollen,
in: TAZ v. 18.10.

Jens KÖNIG sieht in einem BamS-Artikel vom Wochenende den Ausgangspunkt der aktuellen Unterschichten-Debatte.

FÜLLER, Christian (2006): "Millionen, die in Armut wie gefangen sind".
Der Begriff "Unterschicht" beschreibt die ausweglose Situation von Armen zutreffend, sagt die Soziologin Jutta Allmendinger,
in: TAZ v. 18.10.

BOURDIEU, Pierre (2006): Prekariat ist überall.
Zur Aktualität eines Begriffs,
in: Frankfurter Rundschau v. 18.10.

Die FR druckt einen Auszug aus einem Vortrag ab, den der französische Soziologe Pierre BOURDIEU im Dezember 1997 in Grenoble gehalten hat. Der Text findet sich im Buch Gegenfeuer. Wortmeldungen im Dienste des Widerstands gegen die neoliberale Invasion, UVK Verlagsgesellschaft, Konstanz 2004.

DATH, Dietmar (2006): Die Unvertretbaren,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.10.

BUDE, Heinz (2006): Abhanden gekommen.
Was ist los mit der Unterschicht? Die Debatte führt ins Zentrum der deutschen Gesellschaft,
in: Süddeutsche Zeitung v. 18.10.

Heinz BUDE sieht im Begriff der sozialen Exklusion eine Klammer, die die eigentliche Unterschicht ("Überflüssige", "Ausgegrenzte") und die uneigentliche Unterschicht ("urbane Penner", "Generation Praktikum") in Form von "quer durch die Gesellschaft laufenden Gefährdungslagen" zusammen denkt.
Heinz Bude - Das Problem der Exklusion

GROTE, Tom (2006): "Die Mittelschicht wird feindseliger gegenüber schwachen Gruppen".
Sozialforscher Heitmeyer: Abstiegsängste verändern politische Einstellungen,
in: DeutschlandRadio v. 19.10.

THOMAS, Christian (2006): Einen Begriff einbürgern.
Interview mit Sighard Neckel,
in: Frankfurter Rundschau v. 20.10.

Sighard NECKEL erläutert u.a. den Unterschied der Begriffe "Unterschicht" und "Prekariat".

MOHR, Reinhard (2006): "Das Gefühl abgehängt worden zu sein".
Hat Deutschland eine Unterschicht und darf man sie so nennen? Im Interview mit SPIEGEL ONLINE erklärt der Hamburger Soziologe Heinz Bude das tief verwurzelte Gefühl vieler Bürger, vom Wohlstand abgehängt zu sein - obwohl es ihnen finanziell gar nicht schlecht geht,
in: Spiegel Online v. 20.10.

KAMMAN, Matthias (2006): "Wir stellen völlig überzogene Wissensansprüche".
Ein Gespräch mit dem Soziologen Heinz Bude über die neue Unterschicht und über die Einfallslosigkeit der Konservativen,
in: Welt v. 21.10.

MAKOWSKY, Arno (2006): Armut als Sprengsatz.
Infratest-Chef Richard Hilmer über die Gefahren des sozialen Abstiegs und die neue Klassengesellschaft
in: Süddeutsche Zeitung v. 21.10.

FRANK, Stefan (2006): Selbst dran schuld.
Nicht etwa die SPD, die dazu beigetragen hat, dass es den Armen noch schlechter geht, wird für die Verelendung verantwortlich gemacht, sondern die Armen selbst. Dabei muss man nicht einmal arbeitslos sein, um arm zu sein,
in: Jungle World Nr.43  v. 25.10.

Die Jungle World hat dem Prekariat eine Titelgeschichte gewidmet.

RULFF, Dieter (2006): Warum das "abgehängte Prekariat" keinen Anschluss findet.
Das Fortschrittsgefühl der postmodernen Gesellschaft hat der Philosoph Peter Sloterdijk einmal als die Empfindung von Passanten auf einer Rolltreppe beschrieben, auf der man automatisch voran kommt. Es ist ein Fortschritt im Stillstand, der jedem seinen Aufstieg garantiert und bei dem jedes individuelle Vorwärtsdrängeln, das darüber hinaus geht, als eine Störung der gesellschaftlichen Choreografie angesehen werden muss,
in: DeutschlandRadio v. 02.11.

WEHLER, Hans-Ulrich (2006): Verschämte Klassengesellschaft.
Unterschicht - darüber spricht man in Deutschland nur ungern. Doch durch Verschweigen werden soziale Unterschiede nicht kleiner,
in: Die ZEIT Nr.48 v. 23.11.

Infos zu: Hans-Ulrich Wehler - Autor der Vor-68er-Generation

Neu:
KRAUß, Martin (2006): Der feine Unterschied.
Linksbündig: Prekariat oder Unterschicht: Die einen schauen arte, die anderen 9live,
in: Freitag Nr. 32 v. 24.11.

 
       
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 10. August 2007
Update: 07. März 2017