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Klappentext
"Im
Jahr 2006 gab die Friedrich-Ebert-Stiftung drei
Studien in Auftrag, die erkunden sollten, auf welche
Akzeptanz Reformen in der Gesellschaft stoßen und
welche Probleme sich bei dem Versuch ergeben haben,
sie den Menschen verständlich zu machen. In einer
quantitativen Studie wurden neun politische Milieus
auf der Basis von Werten und Einstellungen
ermittelt. Der Typus des »abgehängten Prekariats«
hat innerhalb kürzester Zeit eine vehemente
öffentliche Debatte entfacht.
Die Befunde machen deutlich, dass der
gesellschaftliche Wandel zahlreiche Aufgaben für die
Politik und die Parteien nach sich zieht. Sie
zeigen, dass die Bevölkerung über die Zukunft massiv
verunsichert ist, ebenso durch die Wahrnehmung
sozialer Verwerfungen. Ferner enthüllt das Ergebnis
ambivalente Einstellungen zur Reformpolitik und
einzelnen Maßnahmen sowie erhebliche
Kommunikationsprobleme zwischen Politik und
Gesellschaft. Die ermittelten Einstellungen zum
Staat und zur Politik stellen die politischen
Akteure vor große Herausforderungen, insbesondere
dann, wenn sie Vertrauen in Reformen, in ihre
Fähigkeiten zur Lösung von Problemen und eine an den
Bedürfnissen der Bürger orientierte politische
Kommunikationsform finden und schaffen wollen."
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Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung
2. Gesellschaft im Wandel
a) Modernisierung
b) Sozialer Wandel
c) Soziale Milieus
d) Wertewandel
e) Untersuchungskonzept
3. Gesellschaftliche Grundstimmung
a) Befunde der Repräsentativbefragung
b) Befunde der Gruppendiskussionen
4. Wertorientierungen
a) Befunde der Repräsentativbefragung
b) Befunde der Gruppendiskussionen
5. Politische Milieus
6. Beurteilung des Reformprozesses
a) Befunde der Repräsentativbefragung
b) Befunde der Gruppendiskussionen
7. Politische Kommunikation und Reformpolitik
a) Probleme der politischen Kommunikation
b) Erwartungen an die Reformkommunikation
c) Schlussfolgerungen für Reformkommunikation
8. Reformpolitik und Reformkommunikation -
Ergebnisse und Konsequenzen
a) Thema und Problemstellung
b) Anlage und Ergebnisse
c) Interpretation der Ergebnisse
d) Konsequenzen der Resultate
Zitate:
Das SINUS-Modell:
Das Volk kreist um die bürgerliche Mitte
"Das Heidelberger Sinus-Institut untersucht seit
1979 im Rahmen seiner Lebensweltforschung soziale
Milieus in (West-)Deutschland. Die aktuelle
»Landkarte« besteht aus einer Neun-Felder-Tafel.
(...).
In dieser Neun Felder Tafel sind insgesamt zehn
soziale Milieus räumlich verortet: Im Zentrum des
Bildes ist die »Bürgerliche Mitte« angesiedelt, die
übrigen neuen Milieus gruppieren sich gewissermaßen
um sie herum wie »Satelliten«. Die »Bürgerliche
Mitte« ist hinsichtlich ihrer sozialen Lage der
mittleren Mittelschicht, hinsichtlich ihrer
Grundorientierungen den auf Modernisierung
gerichteten Wertorientierungen zugeordnet. Würde man
eine Skala der Milieus bilden, dann stünden am
unteren Ende die »Traditionsverwurzelten«, die der
Unterschicht bzw. der unteren Mittelschicht
angehören und traditionellen Werten folgen, und am
oberen Ende befänden sich die »Modernen Performer«,
die meist der Oberschicht bzw. der oberen
Mittelschicht, teilweise aber auch der mittleren
Mittelschicht zuzurechnen sind und sich durch
unkonventionelle, experimentierfreudige
Orientierungen auszeichnen". (2007, S.17ff.)
Das Infratest-Modell: Die
Drei-Drittel-Gesellschaft
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Oberes Drittel |
Leistungsindividualisten
Etablierte Leistungsträger
Kritische Bildungseliten
Engagiertes Bürgertum |
45 % |
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Mittleres Drittel |
Zufriedene Aufsteiger
Bedrohte
Arbeitnehmermitte |
29 % |
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Unteres Drittel |
Selbstgenügsame Traditionalisten
Autoritätsorientierte Geringqualifizierte
Abgehängtes Prekariat |
26 % |
"Die Segmentierung der deutschen Gesellschaft
ist eine für die Ausprägung von Einstellungen und
Verhaltensdispositionen unumstößliche Tatsache."
(2007, S.68)
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HANSELMANN, Matthias (2006): "Nur Zuspitzung bringt politische
Diskussion in Gang".
Historiker Paul Nolte verteidigt Begriff "Neue Unterschicht",
in: DeutschlandRadio v. 18.10.
- Anmerkung:
Im aktuellen Sonderheft der Zeitschrift
Merkur hat der Historiker
Paul NOLTE in seinem Beitrag
Topographien der Klassengesellschaft
klar benannt, worum es Neokonservativen wie NOLTE bei dieser
Debatte um die neuen Unterschichten einzig und allein geht:
"Es geht,
vereinfacht gesagt, immer um zweierlei: um Schuldzuweisungen und
um Handlungsanleitungen."
NOLTEs
Position ist hier eindeutig. Er sucht die Schuld zu allererst bei
den Individuen selber (Fehlverhalten, Verantwortungslosigkeit) und
nicht in überindividuellen bzw. strukturellen, gesellschaftlich
verursachten Bedingungen. Nur dann sind Handlungsanleitungen
überhaupt sinnvoll.
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KÖNIG, Jens (2006): Eine arme Debatte.
Wie Medien und Politik aus einem urplötzlich entdeckten Skandal
ihren Nutzen ziehen wollen,
in: TAZ v. 18.10.
- Inhalt:
Jens KÖNIG sieht in einem BamS-Artikel vom
Wochenende den Ausgangspunkt der aktuellen Unterschichten-Debatte.
-
FÜLLER, Christian (2006): "Millionen, die in Armut wie gefangen
sind".
Der Begriff "Unterschicht" beschreibt die ausweglose Situation
von Armen zutreffend, sagt die Soziologin
Jutta Allmendinger,
in: TAZ v. 18.10.
- BOURDIEU, Pierre (2006): Prekariat
ist überall.
Zur Aktualität eines Begriffs,
in: Frankfurter Rundschau v. 18.10.
-
DATH, Dietmar (2006): Die Unvertretbaren,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.10.
- BUDE, Heinz (2006): Abhanden
gekommen.
Was ist los mit der Unterschicht? Die Debatte führt ins Zentrum
der deutschen Gesellschaft,
in: Süddeutsche Zeitung v. 18.10.
- Inhalt:
Heinz BUDE sieht im Begriff der sozialen Exklusion
eine Klammer, die die eigentliche Unterschicht ("Überflüssige",
"Ausgegrenzte") und die uneigentliche Unterschicht ("urbane
Penner",
"Generation Praktikum") in Form von "quer durch die
Gesellschaft laufenden Gefährdungslagen" zusammen denkt.
-
GROTE, Tom (2006): "Die Mittelschicht wird feindseliger gegenüber
schwachen Gruppen".
Sozialforscher Heitmeyer: Abstiegsängste verändern politische
Einstellungen,
in: DeutschlandRadio v. 19.10.
- THOMAS, Christian (2006): Einen
Begriff einbürgern.
Interview mit Sighard Neckel,
in: Frankfurter Rundschau v. 20.10.
- Inhalt:
Sighard NECKEL
erläutert u.a. den Unterschied der Begriffe "Unterschicht" und "Prekariat".
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MOHR, Reinhard (2006): "Das Gefühl abgehängt worden zu sein".
Hat Deutschland eine Unterschicht und darf man sie so nennen? Im
Interview mit SPIEGEL ONLINE erklärt der Hamburger Soziologe Heinz
Bude das tief verwurzelte Gefühl vieler Bürger, vom Wohlstand
abgehängt zu sein - obwohl es ihnen finanziell gar nicht schlecht
geht,
in: Spiegel Online v. 20.10.
-
KAMMAN, Matthias (2006): "Wir stellen völlig überzogene
Wissensansprüche".
Ein Gespräch mit dem Soziologen Heinz Bude über die neue
Unterschicht und über die Einfallslosigkeit der Konservativen,
in: Welt v. 21.10.
- MAKOWSKY, Arno (2006): Armut als
Sprengsatz.
Infratest-Chef Richard Hilmer über die Gefahren des sozialen
Abstiegs und die neue Klassengesellschaft
in: Süddeutsche Zeitung v. 21.10.
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FRANK, Stefan (2006): Selbst dran schuld.
Nicht etwa die SPD, die dazu beigetragen hat, dass es den Armen
noch schlechter geht, wird für die Verelendung verantwortlich
gemacht, sondern die Armen selbst. Dabei muss man nicht einmal
arbeitslos sein, um arm zu sein,
in: Jungle World Nr.43 v. 25.10.
- Anmerkungen:
Die Jungle-World hat dem Prekariat eine
Titelgeschichte gewidmet.
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RULFF, Dieter (2006): Warum das "abgehängte Prekariat" keinen
Anschluss findet.
Das Fortschrittsgefühl der postmodernen Gesellschaft hat der
Philosoph Peter Sloterdijk einmal als die Empfindung von Passanten
auf einer Rolltreppe beschrieben, auf der man automatisch voran
kommt. Es ist ein Fortschritt im Stillstand, der jedem seinen
Aufstieg garantiert und bei dem jedes individuelle Vorwärtsdrängeln,
das darüber hinaus geht, als eine Störung der gesellschaftlichen
Choreografie angesehen werden muss,
in: DeutschlandRadio v. 02.11.
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WEHLER,
Hans-Ulrich (2006): Verschämte Klassengesellschaft.
Unterschicht - darüber spricht man in Deutschland nur ungern.
Doch durch Verschweigen werden soziale Unterschiede nicht kleiner,
in: Die ZEIT Nr.48 v. 23.11.
- Infos zu:
Hans-Ulrich Wehler -
Autor der Vor-68er-Generation
- Neu:
KRAUß, Martin (2006): Der feine Unterschied.
Linksbündig: Prekariat oder Unterschicht: Die einen schauen arte,
die anderen 9live,'
in: Freitag Nr. 32 v. 24.11.
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