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Paul B. Baltes: Das Potenzial der neuen Alten

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1939 in Saarlouis geboren
    • Studium der Psychologie
    • 1996 Mitherausgeber von "Die Berliner Altersstudie"
    • Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung
    • 2006 gestorben
 
       
     
       
   

Nachrufe zum Tod von Paul B. Baltes

 
   
  • SCHWÄGERL, Christian (2006): Hochleistungen jenseits der Rente.
    Er war der Doyen der deutschen Alterungsforschung: Zum Tod von Paul B. Baltes,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 09.11.
  • Neu:
    BERG, Lilo (2006): An der Grenze des Alters.
    Zum Tod des Psychologen Paul B. Baltes, der von Berlin aus die internationale Alternsforschung bereichert hat,
    in: Berliner Zeitung v. 10.11.
 
       
   

Paul B. Baltes in seiner eigenen Schreibe

 
   
  • BALTES, Paul B. (2002): Altern hat Zukunft.
    Unsere Gesellschaft kommt in die Jahre, frönt aber dem Jugendkult. Und verpasst eine Chance,
    in: Die ZEIT Nr.14 v. 27.03.
    • Inhalt:
      Der Entwicklungspsychologe BALTES plädiert für eine Gesellschaft aller Lebensalter, in der die Alten nicht nur als "Alterslast" erscheinen, sondern als Chance für Fortschritt und Innovation wahrgenommen werden.
  • BALTES, Paul B. (2004): Ein demokratischer Königsweg.
    Ein Vorschlag zur Elite-Debatte: Universitäten sollten einen Bonus für erfolgreich eingeworbene Fördermittel bekommen,
    in: Die ZEIT Nr.10 v. 26.02.
  • BALTES, Paul B. (2004): Der Generationenkrieg kann ohne mich stattfinden.
    Wir sind alle junge und alt zugleich: Warum die Deutschen ihre Einstellung zum Alter radikal verändern müssen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.05.
    • Inhalt:
      Der Berliner Entwicklungspsychologe Paul B. BALTES sieht in den "alten Alten" das ungelöste Problem der der Zukunft:

            
        "wenn wir Alters- und gerontologische Wissenschaftspolitik vor allem als Lebensverlängerungsprojekt verstehen. Dann würde aus dem Methusalem-Komplott eine Methusalem-Anstalt. Das ungelöste Problem der Zukunft ist der Umgang mit der Hochaltrigkeit, also der Zeit ab dem achtzigsten Lebensjahr."
            
        Eine "altershomogene Politik" ist nach BALTES zum Scheitern verurteilt.
            
        Im Gegensatz zu den Generationenkriegern à la Reimer GRONEMEYER sieht BALTES die Psychologie der Generationen auf Harmonie angelegt:
            
        "Im Gegensatz zu anderen Konflikten, wie etwa dem zwischen Schwarz und Weiß oder Reich und Arm, sind wir alle gleichzeitig jung und alt. Die Jugend denkt im Vorausgriff an ihr eigenes Alter und an ihre Eltern, ebenso die Alten im Rückblick an ihre Jugend und deren Auswirkungen auf das Altwerden. Dieses gleichzeitige Jung und Alt harmonisiert und verbindet. Zum anderen denken viele ältere Menschen intensiv an die nachfolgenden Generationen, und sie sind bereit, durch Bescheidung zu deren Wohlfahrt beizutragen. »Alt für Jung« ist bei vielen Älteren ein leicht zu aktivierendes Motto. Bei guter Aufklärung, bei guter politisch-gesellschaftlicher Führung werden sich die Alten im Interesse der Jugend bescheiden."
            
        Zu dieser Sicht von BALTES passen Erkenntnisse einer Netzwerksoziologie, die Singles als Teil der Familie begreift, statt einem Interessengegensatz à la Singles contra Familien aufzusitzen.
            
        Den Hauptgrund der gegenwärtigen "Fertilitätskrise" der 20 - 40-Jährigen sieht BALTES in einem so genannten "Lebensstau", d.h. der Überfrachtung der mittleren Lebensphase durch Mehrfachbelastung.
            
        Die Defizite des Alterns erfordern nach BALTES einen "gerontologischen Dienstleistungssektor", der zum künftigen Motor der Wirtschaft werden könnte.
  • BALTES, Paul B. (2004): Heiter scheitern.
    Sisyphos als moderner Erfolgsmensch: In jeder Lebensphase wälzen wir neue Steine – bis ins hohe Alter,
    in: Tagesspiegel v. 14.09.
    • Inhalt:
      Der Entwicklungspsychologe und Alternsforscher Paul B. BALTES sieht im traditionellen Sisyphos-Mythos ein Hindernis für ein angemessenes Altern:

            
        "Früher schien es so etwas wie den Zustand der Reife und Ruhe im Erwachsenenalter zu geben. Heute regiert eher das Gefühl der chronischen Unfertigkeit. (...).
      Unsere gesellschaftlichen Bilder des Lebensverlaufs sind ganz und gar nicht hilfreich bei dieser Erkundung der lebenslangen Entwicklung, wie es Sigrun-Heide Filipp und Anne-Kathrin Mayer in »Bilder des Alters« (Kohlhammer, 1999) zeigen. Vor allem die negativen Bilder und Vorstellungen vom Alter stehen einer aktiven Gestaltung im Wege. Wie soll hieraus ein Subjekt entstehen, dass mit der richtigen Mischung von Realitäts- und Möglichkeitssinn sein Leben entfaltet?
      Wir sind in Gefahr, ein gesellschaftliches Bild vom Lebenslauf zur Norm werden zu lassen, das Versagen statt Verzauberung zur Leitfigur erklärt. Die altgriechische Geschichte des Sisyphos würde zur dominierenden Mentalität, vor allem der zweiten Lebenshälfte.
      Permanente Frustration als antizipierte Lebensgeschichte? Sisyphos als Symbol der psychosozialen Grundarchitektur des Lebens?"

            
        Vor dem Hintergrund der modernen Entwicklungspsychologie der Lebensspanne versucht sich BALTES an einer Neudeutung des Sisyphos-Mythos.
  • BALTES, Paul B. (2005): Oma muss ran.
    Mit 50 an die Uni, mit 70 einen neuen Job – was so radikal klingt, löst nur einen Teil des Problems: Deutschland fehlen die Kinder – und ihre Ideen. Im Wettbewerb der Nationen droht uns eine Niederlage,
    in: Die ZEIT Nr.21 v. 19.05.
 
       
   

Paul B. Baltes im Gespräch

 
   
  • GEO (2002): Erfolgreiches Altern.
    Paul Baltes ist Entwicklungspsychologe und Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Er hat in den 1970er Jahren die Forschungsrichtung »Entwicklungspsychologie der Lebensspanne« mitbegründet und gehört zu den international führenden Köpfen der Alternsforschung,
    in: GEO Nr.8 Thema Lebenslauf-Forschung, August
 
       
   

Die Berliner Altersstudie (1996)
(herausgegeben zusammen mit Karl Ulrich Mayer)
Berlin: Akademie Verlag

 
   
 
 

Methode und Gegenstand der Berliner Altersstudie:

"Die Berliner Altersstudie ist eine multidisziplinäre Untersuchung alter Menschen im Alter von 70 bis über 100, die im ehemaligen Westteil Berlins leben. In der Hauptstudie (1990-1993) wurde eine Kernstichprobe (...) von 516 Personen in 14 Sitzungen hinsichtlich ihrer geistigen und körperlichen Gesundheit, ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit und psychischen Befindlichkeit sowie ihrer sozialen und ökonomischen Situation untersucht. Seitdem ist die Studie als Längsschnittstudie weitergeführt worden, indem überlebende Teilnehmer viermal nachuntersucht wurden"

 
 
 
       
     
     
     
   

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Update: 17. Oktober 2011
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