"Wohnen
Alleinstehender ist die Zusammenfassung des
Schlußberichtes einer Untersuchung, die der
Bundesminister für Städtebau und Wohnungswesen in
Auftrag gegeben und gefördert hat mit dem Thema:
»Querschnittsuntersuchungen an Beispielen aus dem
Demonstrativbauprogramm über städtebauliche,
grundrißmäßige, gestalterische, stadt- und
wohnhygienische sowie medizinische und psychologische
Anforderungen an Wohnungen für Alleinstehende unter
Einschluß der für alleinstehende Frauen mit und ohne
Kind hinsichtlich Placierung, Dimensionierung und
Eingliederung in die städtebauliche Struktur sowie
hinsichtlich der wirtschaftlichen Voraussetzungen
u.a.m. für künftige Planungen auf diesem Gebiet« (BMSt-Nr.IB
- 70 41 48/29)"
Inhaltsverzeichnis
0 Einführung
0.1 Ziel der
Untersuchung und Eingrenzung des Arbeitsgebiets
0.2 Gewinnung des Untersuchungsmaterials
1 Demographische
Aspekte
1.1 Die Zunahme der
Einpersonenhaushalte
1.1.1 Entwicklung
von 1900 bis 1970
1.1.2 Vorausschätzung bis 1980
1.2 Anteil der
Einpersonenhaushalt und Verstädterungsgrad
1.2.1 Anteile der
Einpersonenhaushalte in den Gemeindegrößenklassen
1.2.2 Anteile der Einpersonenhaushalte in den Zonen
der Stadtregionen
1.3 Die
demographische Struktur der Alleinstehenden
1.3.1
Demographische Merkmale der Alleinstehenden
1.3.1.1
Alleinstehende Männer und Frauen
1.3.1.2 Altersgliederung der Alleinstehenden
1.3.1.3 Familienstandsgliederung der Alleinstehenden
1.3.2
Unverheiratete und Alleinstehende 1970
1.3.2.0
Demographische und nichtdemographische Faktoren
1.3.2.1 Die demographische Struktur der
Unverheirateten 1970
1.3.2.2 Die Alleinstehendenquoten der Unverheirateten
1970
1.3.2.3 Demographische Struktur der Unverheirateten
und Alleinstehenden 1970
1.3.3 Der Einfluß
demographischer und nichtdemographischer Faktoren auf
die Entwicklung der Zahl der Alleinstehenden von 1961
bis 1970
1.4 Demographische
Struktur der Alleinstehenden in ausgewählten
Stadtgebieten, Demonstrativbauvorhaben und
Sonderwohnformen
2 Wirtschaftliche
Aspekte - Beschäftigung, Einkommen und Verbrauch
3 Wohnverhältnisse
der Alleinstehenden in der BRD
3.0 Methodische
Vorbemerkung
3.1 Allgemeine Wohnverhältnisse
3.2 Rechtsform des Wohnens
3.3 Ausstattung und Größe der Wohnungen
3.4 Mietbelastung
3.5 Die wohnliche Versorgung der Alleinstehenden über
65 Jahren
3.6 Öffentliche Förderung in der wohnlichen Versorgung
3.7 Alleinstehende in ausgewählten Stadtgebieten und
Sonderwohnformen
4
Wohnungsmedizinische Aspekte des Wohnens von
Alleinstehenden
5 Psychologische
Aspekte
5.0 Zur
psychologischen Problematik eines generellen Konzepts
"Alleinstehende"
5.1 Die Bedeutung sozialer Beziehungen für den
Menschen
5.2 Nachbarschaft
5.3 Soziale Isolation
5.4 Psychologische Aspekte des sozialen Lebens
Alleinstehender
5.5 Bedingungen sozialer Integration
6 Anforderungen an
Wohnungen für Alleinstehende
6.1 Anforderungen
an Wohnungen nach den Grundsätzen für
Demonstrativbauvorhaben
6.2 Hausform
6.3 Wohnungsgröße
6.4 Küche
6.5 Belichtung und Belüftung von Küche und Bad
6.6 Sanitärbereich
6.7 Vorraum oder Flur und Abstellraum
6.8 Trennung von Wohn- und Schlafbereich, Eßplatz
6.9 Loggien und Balkone
6.10 Anforderungen an den Standort
7 Planungshinweise
- Zusammenfassung
8 Alleinstehende
Mütter
8.0 Definition und
Abgrenzung
8.1 Demographische Aspekte
8.2 Die wirtschaftliche Situation der alleinstehenden
Mütter
8.3 Aspekte der wohnlichen Versorgung der
alleinstehenden Mütter
8.4 Medizinische Aspekte beim Bau von Wohnungen für
alleinstehende Mütter
8.5 Psychologische Aspekte des Wohnens alleinstehender
Mütter
8.6 Alleinstehende Mütter in den von SIN untersuchten
Stadtgebieten und Sonderwohnformen
8.7 Zusammenfassung und planerische Schlußfolgerungen
Zitate:
Definition
"Alleinstehende", Abgrenzungen und Defizite der
Haushaltsstatistik
"Die amtliche
Statistik erfaßt Alleinstehende global als Personen in
Einpersonenhaushalten.
Zwar lebt auch bei alleinstehenden Müttern - wie bei
den übrigen Alleinstehenden - kein Ehepartner im
Haushalt. Sie sind jedoch nicht im strengen Sinn
»allein«, weil sie mit ihrem Kind oder ihren Kindern
zusammenleben. Als alleinstehend im sozio-ökonomischen
Sinn können sie dann bezeichnet werden, wenn ihre
Kinder noch unmündig bzw. noch nicht erwerbstätig
sind. Mütter, die mit ihren erwachsenen erwerbstätigen
Kindern zusammenleben, werden demnach hier nicht als
alleinstehend betrachtet. Die amtliche Statistik
erfaßt die Haushalte alleinstehender Frauen mit
Kindern nicht als Einpersonenhaushalte. Die Analyse
ihrer Situation greift deshalb auf anderes Material
zurück als die Untersuchungen zur Situation der
Alleinstehenden im engeren Sinne.
Die Hinweise auf
Abgrenzungsschwierigkeiten mögen zugleich als Anregung
dazu dienen, künftig aussagefähiges Material
bereitszustellen. Vor allem wegen der zunehmenden
Bedeutung der Alleinstehenden ist es wünschenswert,
daß auch die amtliche Statistik stärker auf die
Belange der angesprochenen Gruppe und Teilgruppen
(...) eingeht." (S.12)
Wahrscheinlichste Entwicklung der Einpersonenhaushalte
bis 1980
"Nach der Annahme I
würde die Zahl der Einpersonenhaushalte bis 1975 auf 6
490 Tausend und bis 1980 auf 6 981 Tausend steigen.
Das bedeutet gegenüber 1970 (6 076 Tausend
Einpersonenhaushalte) eine Zunahme von 7 bzw. 15 %.
Der Anteil der Einpersonenhaushalte an allen
Privathaushalten (Mikrozensus 1970: 26,6 %) würde nach
dieser Annahme 1975 28,2 % und 1980 29,4 % betragen".
(S.19)
Wohnverhältnisse
der Personen, die einen Einpersonenhaushalt führen, im
Jahr 1968
"Während bei den
Eigentümer-Wohnparteien der Anteil der
Einpersonenhaushalte mit 11 % relativ klein ist, sind
fast ein Viertel, nämlich 23 %, von den
Mieter-Wohnparteien und mehr als drei Viertel, nämlich
77 %, der 952 000 Untermieterhaushalte Haushalte von
Alleinstehenden.
Bei den alleinlebenden Eigentümern dominieren die
Nichterwerbstätigen (...)." (S.86)
"Aussagen
qualitativer Art über die Unterscheidung nach
Wohnungen und Wohngelegenheiten können nicht gemacht
werden, da Wohngelegenheiten zum Teil in
Appartementhäusern liegen, die, vom Nichtvorhandensein
einer Küche oder Kochnische abgesehen, einen hohen
Wohnkomfort aufweisen können.
Nahezu vier
Fünftel (77 %) der Untermieter sind alleinlebende
Personen, in dieser Kategorie ist der größte Anteil
der Alleinstehenden zu finden. Bemerkenswert ist,
daß sich darunter relativ viele Arbeiter (30 %) und
Angestellte oder Beamte (26 %) befinden, während der
Anteil der Nichterwerbstätigen mit 42 % geringer ist
als in den anderen Kategorien. (S.87)
Das Wohnen in
Untermiete als Not- und Übergangslösung
"Will man nun die
Wohnverhältnisse nach einer der allgemeinen
Wertschätzung entsprechenden Rangfolge analysieren, so
erscheint der Status des Eigentümer am begehrtesten,
dann folgt das Mietverhältnis als Hauptmieter und
schließlich das Wohnen in Untermiete
In der Praxis ist -
wie auch die Gesamtzahl von 12,624 Millionen
Mieterhaushalten zeigt - die Wohnung im
Hauptmieterverhältnis das für die meisten am ehesten
zu realisierende Ziel. Das Wohnen in Untermiete kann
dagegen in vielen Fällen nur als Not- oder
Übergangslösung angesehen werden.
Legt man die
genannte Reihenfolge zugrunde, so zeigt sich eine
Benachteiligung der Alleinstehenden. Dem geringen
Anteil an Eigentümern steht ein sehr hoher Prozentsatz
Untermieter gegenüber."(S.87)
Untermietverhältnisse nach Alter und Geschlecht
"Interessant ist
die Aufgliederung nach Wohnverhältnis und Geschlecht
der 4,5 Millionen Einpersonenwohnparteien. Jeweils
etwa vier Fünftel der Mieter und Eigentümer unter den
Einpersonenwohnparteien sind Frauen, aber nur etwas
über 40 % der Untermieter. Daraus, und aus den
demographischen Ergebnissen, kann geschlossen werden,
daß die weiblichen Mieter und Eigentümer überwiegend
verwitwet oder geschieden und zum größten Teil älter
sind." (S.91)
"Der Hauptanteil
der alleinstehenden Untermieter ist bei den 25- bis
unter 45jährigen zu finden, während alleinstehende
Hauptmieter meist 65 Jahre alt und älter sind
(...)." (S.93)
Männer
dominieren 1968 das Wohnen in Untermietverhältnissen
"Im Verhältnis zur
Gesamtzahl der Alleinstehenden des jeweiligen
Geschlechts leben (...) erheblich mehr Männer als
Frauen in Untermiete (50 und 20 %). Diese Erscheinung
ist in jeder Altersgruppe zu beobachten.
Es wird durch diese
Aufschlüsselung offenbar, daß sich bei beiden
Geschlechtern Untermieter in der Hauptsache aus den
jüngeren Jahrgängen rekrutieren. Von den männlichen
Alleinstehenden im Alter bis 25 Jahren leben sogar 85
% in Untermiete, Frauen in diesem Alter lieben zwar
auch zum überwiegenden Teil unter der »Aufsicht« einer
Zimmerwirtin, ihr Anteil ist jedoch mit 75 % etwas
geringer (...).
(...).
Bei den
alleinstehenden Männern läßt sich die Beliebtheit der
Untermietverhältnisse (...) erklären mit der stärkeren
Orientierung zum Beruf bzw. zur Ausbildung hin,
verbunden mit einem geringeren aktiven Interesse an
der häuslichen Gestaltung und Versorgung. Die
Häuslichkeit verliert für sie auch insofern an
Bedeutung als ihre Aktivitäten überwiegend nach außen
gerichtet sind und sie sich im Durchschnitt weniger zu
Hause aufhalten als alleinstehende Frauen." (S. 93ff.)