[ Verzeichnis der Single-Forscher/innen ] [ Single-Kultur ] [ News ] [ Homepage ]

 
       
   

Peter Borscheid: Die historische Entwicklung des Alleinlebens

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1989 Buch "Geschichte des Alters"
    • Direktor des Institut für interdisziplinäre Gerontologie und angewandte Sozialethik der Universität Marburg
    • Professor für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Universität Marburg
 
       
   

Peter Borscheid in seiner eigenen Schreibe

 
   

BORSCHEID, Peter (1983): Geld und Liebe.
Zu den Auswirkungen des Romantischen auf die Partnerwahl im 19. Jahrhundert.
In: Peter Borscheid & Hans J. Teuteberg (Hg.) Ehe, Liebe,Tod, Münster, S.112-134

BORSCHEID, Peter (1994): Von Jungfern, Hagestolzen und Singles.
Die historische Entwicklung des Alleinlebens.
In:
Gräbe, Sylvia (Hg.) Lebensform Einpersonenhaushalt.
Herausforderungen an Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, Frankfurt/New York: Campus, S.23-53 

 
       
   

Peter Borscheid im Gespräch

 
   

SEIBEL, Andrea (2007): Die Freiheit des Alters,
in:
Welt v. 14.07.

In der "staatstragenden" Serie Stars treffen ihre Geistesgrößen (Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung!) führt SEIBEL Prominenz und Wissenschaft zusammen. Prominenz verkörpert heute Hellmuth KARASEK, während Peter BORSCHEID die Altersforschung vertritt.

 
       
   

Von Jungfern, Hagestolzen und Singles (1994).
Die historische Entwicklung des Alleinlebens

 
   
     
 

Kapitel:

Die Familie als wirksamer Schutz

Die Hilflosigkeit der Alleinlebenden

Der Zwang zur Wiederheirat

Die Vermehrung der Witwenhaushalte

Die Auflösung der traditionellen Hausgemeinschaften

Der Zwang bürgerlicher Normen

Der "Take-Off" der Einpersonenhaushalte

Zitate:

Der Anstieg der Einpersonenhaushalte vom Kaiserreich bis in die 90er Jahre

"Während des Kaiserreichs hatte der Anteil der Einpersonenhaushalte lediglich zwischen 6 und 7 % geschwankt und war erst während des Dritten Reiches kurz vor dem Zweiten Weltkrieg auf 10 % gesprungen. Im Jahre 1950 hatte diese Haushaltsform in der Bundesrepublik Deutschland bereits einen Anteil von 19,4 % erreicht und konnte bis April 1991 ihr Gewicht nochmals deutlich steigern, so daß heute 33,6 % aller bundesdeutschen Privathaushalte Einpersonenhaushalte sind." (S.23)

"Neu sind vor allem zwei Phänomene: die Existenz von Einpersonenhaushalten jüngerer Singles sowie die hohe Zahl an Haushalten alleinlebender Witwen." (S.24f.)

Hinterbliebenenversorgung und Verbreitung alleinlebender Witwen

"Die Veränderungen setzten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein: zunächst kaum bemerkt, im 19. Jahrhundert immer augenscheinlicher.
(...).
Es waren nicht alle Witwen, die Probleme bereiteten; es war eine spezielle Gruppe. Während Bauern und Handwerker bei ihrem Tod ihren Hinterbliebenen einen Hof oder eine Werkstatt mitsamt Meisterstelle hinterließen, die den Witwen auf dem Heiratsmarkt einen bevorzugten Platz sicherten, ließen Staatsbeamte, Offiziere und auch protestantische Pfarrer oft nur »unbemittelte und hülflose Witwen« übrig (...).
Aus dieser Erfahrung heraus griffen Beamte, Offiziere und Pfarrer durch Gründung von Witwen- und Waisenkassen zur Selbsthilfe. (...).
Nach Mitte des 18. Jahrhunderts erlebten diese Kassen geradezu einen Gründungsboom und wurden in einzelnen Ländern für alle Beamten verbindlich. (...).
Seit Ende des 18. Jahrhunderts sind diese Beamten- und Pfarrwitwenkassen zudem zum Vorbild für andere Berufszweige geworden.
Parallel zu ihrer Verbreitung erhöhte sich seit Mitte des 18. Jahrhunderts die Zahl der Witwen und damit - wenn auch nur geringfügig - die Zahl der Einpersonenhaushalte." (S.33)

Der Wohnungsmarkt als Hemmnis für die Ausbreitung der Einpersonenhaushalte

"Erster Weltkrieg und Inflation haben den privaten Wohnungsmarkt, bis dahin fast alleiniger Träger des Wohnungsbaus, fast völlig zum Erliegen gebracht. Wo bereits für einen Großteil der Familien keine eigene Wohnung mehr zur Verfügung stand, mußten Einzelinteressen zurückstehen. Zudem haben in der Zwischenkriegszeit Architekten und Bauherren noch kaum Signale in Richtung Einpersonenhaushalt ausgesandt. Sie boten zwar vermehrt Kleinwohnungen an, aber kaum Einpersonen-Appartements. Aufgrund der sehr drückenden Wohnungsnot ging der Anteil der Einpersonenhaushalte sogar von 7,3 % im Jahre 1910 auf 6,7 % im Jahre 1925 und 6,5 % zwei Jahre später zurück, um sich dann bis 1933 aufgrund der regen Bautätigkeit in den »goldenen Jahren« von Weimar auf 8,4 % zu erhöhen."

Reichshauptstadt Berlin als frühe "Single"-Hauptstadt

"Als das Statistische Reichsamt im Jahre 1927 eine reichsweite Wohnungszählung durchführte, betrug der Anteil der von Ledigen bewohnten Einpersonenhaushalte in den Großstädten bereits 37,5 %, in Berlin sogar 41,2 %. Damit erreichte die Reichshauptstadt schon in der Zwischenkriegszeit  Werte, die in der Bundesrepublik in den 90er Jahren Gültigkeit hat. Rund 70 % dieser Ledigen-Haushalte entfielen auf Frauen." 

     
 
       
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
   
 
     
   
 
   
© 2002-2015
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 12. Oktober 2002
Update: 22. März 2015