
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ausgangslage
2.1 Bildungssystem und
Bildungsbeteiligung im Zeitvergleich
2.2 Entwicklung der Eheschließungen, des Erstheiratsalters und
der nicht ehelichen Lebensgemeinschaften
2.3 Geburtenentwicklung
3. Die Bildungsexpansion:
beabsichtigte und unerwartete Folgen
3.1 Bildungsexpansion und der
Übergang zur ersten Ehe
3.2 Die Geburt des ersten Kindes
3.3 Hypothesen zur Rolle der Bildungsexpansion für die erste
Heirat und die Geburt des ersten Kindes
4. Daten und Methoden der
Längsschnittanalyse
5. Empirische
Längsschnittanalyse
5.1 Analyse der ersten
Eheschließung von Männern und Frauen
5.2 Fertilitätsanalyse von Frauen
6. Zusammenfassung
Probleme bei der
Schätzung der Kinderlosigkeit auf der Grundlage der
Geburtenstatistik und der Mikrozensusdaten
"Die
lebenslange Kinderlosigkeit auf der Grundlage der
Geburtenstatistik zu schätzen, ist vor allem deshalb
problematisch, weil erstens ausschließlich für bestehende Ehen
die Geborenen nach der Geburtenfolge erhoben werden. Die
Geburtenfolge für Geburten außerhalb von Ehen wird dagegen nicht
erfasst. Damit werden Frauen nicht berücksichtigt, die zum
ersten Mal ein Kind bekommen und nicht oder nicht mehr
verheiratet sind. Und zweitens werden Frauen nicht einbezogen,
die geschieden oder verwitwet sind und erneut heiraten. Somit
wird beispielsweise ein drittes Kind, das in einer zweiten Ehe
geboren wird, als erstes Kind in der bestehenden Ehe gezählt.
Dazu kommt noch, dass für die jüngeren Alterskohorten die
endgültige Kinderzahl noch nicht erreicht ist, da viele der
jungen Frauen aus biologischer Perspektive noch Kinder bekommen
können. Daher basiert das spätere generative Verhalten auf
Schätzungen und nicht auf tatsächlich ermittelten Zahlen. Mit
der Geburtenstatistik können ebenfalls keine
bildungsspezifischen Aussagen gemacht werden, da Informationen
über das Bildungsniveau fehlen.
Bei den Analysen mit Mikrozensusdaten über das spätere
generative Verhalten muss bedacht werden, dass keine Angaben zu
den von einer Frau geborenen Kindern abgefragt werden. Im
Mikrozensus gibt es ausschließlich Angaben über im Haushalt
lebende Kinder. Hinzu kommt, dass nicht zwischen leiblichen und
nicht leiblichen Kindern differenziert wird. Als kinderlos
werden also nicht nur tatsächlich kinderlose Frauen gerechnet,
sondern auch Frauen, deren Kinder den Haushalt schon verlassen
haben." (S.287)