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Armin Nassehi: 1964

 
       
   

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1964 (2014)
Kursbuch 178, Juni
Hamburg: Murmann Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Der Jahrgang 1964 wird 50 Jahre alt. Dahinter verbergen sich 1,3 Millionen Menschen. Es ist der geburtenstärkste Jahrgang in Deutschland, den es je gab. Die Babyboomer kommen in die Jahre, sie haben technologische und gesellschaftliche Umbrüche erlebt wie keine Generation vor ihnen. Zum runden Geburtstag wird eine Zwischenbilanz gezogen. Deshalb schreiben in diesem Kursbuch überwiegend 1964 Geborene. Sie fragen sich, was sie geleistet haben, welches Zwischenfazit sie ziehen und wohin es sie treibt? So entsteht ein Kaleidoskop von 64er-Selbstbeschreibungen in einer turbulenten Gesellschaft. Daneben blicken bekannte Publizisten und Wissenschaftler auf den berühmtesten Jahrgang der Republik: Von Johano Strasser über Ulf Poschardt bis zu Ursula Pasero und Karl Bruckmaier."

     
 
       
   

Beitrag von single-generation.de zum Thema

Die Babyboomer: Begrifflichkeiten und ihre Bedeutung für die Beurteilung des demografischen Wandels am Beispiel der öffentlichen Debatte

 
       
   

Beiträge des Sammelbands

NASSEHI, Armin - Editorial
KAUBE, Jürgen - Brief eines Lesers (8)
OTTE, Max - Ganz passabel (Intermezzo 1)
FELIXBERGER, Peter - Kind, Korn und Kachelofen
RAUCHHAUPT, Ulf von - Generation Star Trek (Intermezzo 2)
NASSEHI, Armin - Die erste digitale Generation
SIMSEK, Ömer - Fremde Eltern – fremde Welt (Intermezzo 3)
STRASSER, Johano - Wir bleiben im Gespräch. Meine Tochter wird 50!
HAFEZ, Kai - Wir Profiteure! (Intermezzo 4)
HOHL, Franziska - Ausgeburt der Ohnmacht. Bilanz einer Tochter
KOEDERITZ, Martina - Macher einer neuen Zeit (Intermezzo 5)
POSCHARDT, Ulf - Der lange Marsch in die Normalität. Welcome im Normcore
LINDNER, Erik Lindner - Das dicke Ende kommt noch (Intermezzo 6)
BRUCKMAIER, Karl - When I’m 1964
KLOEPFER, Inge Kloepfer - Wer sind wir Babyboomer-Frauen? (Intermezzo 7)
WILLEKE, Stefan - Wir haben uns treiben lassen. Der fröhliche Materialismus der Vierundsechziger
FORST, Rainer - Die Unwahrscheinlichen (Intermezzo 8)
PASERO, Ursula - Die vielen. Inspektionen zu Sex und Gender
KLOTZKI, Peter - Die fetten Jahre sind vorbei (Intermezzo 9)
MERKEL, Rainer - Zeige deine Wunde. Die Generation der Angst
LEPSIUS, Oliver - Generation Establishment (Intermezzo 10)

 
       
   

Der Jahrgang 1964 in der Debatte

TUMA, Thomas (2004): Generation XY ungelöst.
Der Jahrgang 1964 ist der bevölkerungsreichste, den Deutschland je erlebt hat. Aber wo sind all die nun 40-Jährigen in Politik, Wirtschaft oder Kultur? Pflegen die Babyboomer die alte Abneigung gegen die 68er - oder leiden sie an Zukunftsängsten? Eine Spurensuche,
in: Spiegel Nr.14 v. 29.03.

Warum darf TUMA im Spiegel schreiben? Sein Jahrgangsporträt entspricht genau jenem Bild, das die selbstgefällige, spiegellesende Elite von sich hat. TUMA beschreibt seinen Jahrgang als einen mit "Lust auf Leistung", dazu noch nett und nach Anerkennung kämpfend (also außengeleitet im Sinne von David RIESMAN). Als solch toller Jahrgang muss man sich natürlich abgrenzen zum Rest der Gesellschaft:

"Vor uns 64ern glucken die Besitzstandswahrer, Reförmchen-Macher und Nicht-alt-werden-wollenden-Finca-Besitzer, die uns Schuldenberge, ein bizarres Steuersystem, kaputte Schulen und absurde Rentenforderungen hinterlassen. Nach uns kommen gleich die Pisa-geschüttelten Selbstbefindlichkeits-Videoten."

In dieser Aufzählung befindet sich - oh Zufall! - all das, was dem Spiegel schon immer ein Dorn im Auge war. TUMA kann es sich leisten, denn sein Jahrgang ist fast vollkommen unsichtbar geblieben. Ganze drei vorzeigbare Vorbilder hat er gefunden: Henry MASKE, Johannes B. KERNER und Ute VOGT.
Heinz BUDE muss dazu herhalten, um durch eine Außensicht diesem Jahrgangs-Schmarrn die nötige Autorität zu verleihen.
Der Sicht von Axel BÖRSCH-SUPAN, der in diesem Jahrgang einen "privilegierten" sieht, mag sich TUMA nicht anschließen. Vielleicht hätte es auch ein Blick in Martin SCHACHTs "ewige Zielgruppe" getan, um diesem Gejammer ein Ende zu setzen.
Den Trendforscher Peter WIPPERMANN zählt TUMA zu den 68ern, obgleich der 1949 geborene WIPPERMANN bereits zur Nach-68er Kohorte gehört.
Alt-68er hatten für diese Nachfolger nur den verachtenden Ausdruck vom "neuen Sozialisationstyp" übrig. Dieser Typus ist unter anderem durch den Kampf um Anerkennung (narzißtisch!) und sein "Nettsein" gekennzeichnet. Also hatte er außer der Leistungsorientierung bereits all jene Eigenschaften, die TUMA für seinen glorreichen Jahrgang beansprucht. TUMAs Jahrgangsporträt besticht durch ausgesprochene Unterlegenheitsgefühle und völlig fehlendes Selbstvertrauen. Für diese Opferperspektive hat TUMA auch die passenden Stichworte parat:

"Veränderte Rolle der Frauen, die uns erstmals auf dem Arbeitsmarkt richtig Konkurrenz machten, weniger Kinder, hohe Scheidungsraten, neue Familienmodelle".

Diese Sichtweise hat TUMA ausgerechnet von den gehassten (!) 68ern übernommen. Ulrich BECKs Individualisierungsthese beruht auf dieser Sicht, die das "Golden Age of Marriage" als nostalgische Folie benutzt. TUMA ist Sklave dieser implizit familienfundamentalistischen Sichtweise, die historisch gesehen völlig atypisch ist. In fast allen früheren Epochen war genau das, was TUMA als Manko beschreibt, die gelebte Realität, wenn auch nicht der bürgerlichen Spiegel-Norm entsprechend. TUMA unterscheidet nicht zwischen empirisch gemessenen Fakten und Idealen. Eine nicht bestandserhaltende Geburtenzahl ist bereits seit 1900 die Regel und nicht die Ausnahme. TUMAs Perspektive ist also historisch gesehen engstirnig und die Jahrgangsperspektive verdeckt die neuen Klassenkonflikte, die gerade am Aufbrechen sind. Übrigens war das noch nicht einmal eine Halbzeitbilanz (siehe SCHIRRMACHER), in vierzig Jahren darf dann TUMA wirklich Bilanz ziehen, dann könnte der Blick auf den Jahrgang völlig anders ausfallen...

ARNTZ, Jochen (2008): Mitten in der Mitte.
Jahrgang '64: Fast 1,4 Millionen Menschen gehören ihm an, nie wieder sind in Deutschland so viele Kinder zur Welt gekommen. Nun sind sie in einem Alter, von dem aus sie auf ein gutes Stück Leben zurückblicken, aber noch immer auch nach vorne. Besuche bei fünf 44-Jährigen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 29.12.

ZEIT-MAGAZIN-Titelgeschichte: Geboren 1964

HARTUNG, Manuel J. (2009): Unser Aufstand gegen die 64er.
Manuel Hartung, Jahrgang 1981, über den Zwist zwischen den 64er- und 80er-Generationen, die sich nicht kennen, sich strukturell aber sehr ähneln,
in: ZEIT-Magazin Nr.39 v. 17.09.

WILLEKE, Stefan (2009): Geboren 1964.
Sie sind der geburtenstärkste Jahrgang. Sie beherrschen das Land. Unser Autor ist einer von ihnen,
in: ZEIT-Magazin Nr.39 v. 17.09.

AMEND, Christoph (2009): Meine Nationalgalerie.
Wie Thomas Demand, der berühmteste deutsche Künstler des Jahrgangs 1964, auf sein Land blickt,
in: ZEIT-Magazin Nr.39 v. 17.09.

DOLL, Nikolaus/EVERT, Hans/KAISER, Tobias (2010): Jahrgang 1964 - Geboren, um lange zu schaffen.
Nie gab es in der Bundesrepublik so viele Neugeborene wie 1964. Sie sind die Ersten, die bis 67 arbeiten sollen. Ein Regierungsbericht, der kommende Woche veröffentlicht wird, sagt: kein Problem. Die WamS hat sich in der Arbeitswelt der 64er umgeschaut,
in: Welt am Sonntag v. 14.11.

HAMBURGER ABENDBLATT-Thema: Jahrgang 1964.
Das Schicksal der Babyboomer

MISCHKE, Joachim (2011): Wir sind die meisten.
1964 ist der geburtenstärkste deutsche Jahrgang. Die Generation der Babyboomer prägt unsere Gesellschaft, darf aber auch erst mit 67 in Rente. Unser Autor ist einer von ihnen,
in: Hamburger Abendblatt v. 15.12.

FAS-Wirtschaft Special: Jahrgang 1964.
1,36 Millionen Babys wurden 1964 in Deutschland geboren, - so viele wie in keinem anderen Jahr. Es sind Kinder des Wirtschaftswunders. Dann kamen der Pillenknick und die Wirtschaftskrise. Und die Lust auf Kinder war dahin

KLOEPFER, Inge (2014): Ich bin ein echter Babyboomer.
Nie wurden in Deutschland mehr Kinder geboren als 1964. FAS-Autorin Inge Kloepfer ist eine davon. Sie erzählt vom Leben als Kind des Wirtschaftswunders, als Studentin einer Massenuniversität und als Mutter mit Karrierewunsch. Und warum früher ständig Willy Brandt im Fernsehen kam,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 05.01.

PETERSDORFF, Winand von (2014): "Bei Mädchen ist eh wurscht, was sie machen".
Regisseurin Caroline Link, geboren 1964, über eine sorglose Kindheit und den langen Weg zu "Jenseits der Stille",
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 05.01.

NIENHAUS, Lisa (2014): Wenn die Babyboomer in Rente gehen.
Der Jahrgang 1964 geht 2031 in Rente. Dann müssen wenige Junge auf einmal sehr viele Alte durchbringen. Schaffen die das? Oder droht Verarmung? Ein Ausflug in die Zukunft,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 05.01.

Lisa NIENHAUS versucht es nicht - wie früher üblich - mit der Holzhammer-Methode à la SCHIRRMACHER & Co, sondern auf die subtile Art. Sie fängt mit den beiden Demografie-Thrillern des ZDF Aufstand der Alten und Aufstand der Jungen an, nur um dann klarzustellen:

"Der Durchschnittsrentner kann sich in diesem Fall im Jahr 2031 acht Prozent weniger Konsumgüter leisten, als wenn die Alterspyramide so bliebe wie derzeit (...). Da es den Durchschnittsdeutschen aber nicht gibt, wird es Gewinner und Verlierer geben."

Und man könnte hinzufügen: Die FAS-Leser werden eher nicht zu den Verlierern gehören.

Aber man wäre nicht im Wirtschaftsteil der FAS, wenn nicht die üblichen Verdächtigen (Experten) zu Wort kommen würden, d.h. Axel BÖRSCH-SUPAN (der von der FAZ gerne als RÜRUP-Nachfolger gesehen worden wäre) und James VAUPEL, der nur mit durchschnittlichen Lebenserwartungen rechnet (gut für Besserverdienende, schlecht für Geringverdiener). Ihre Botschaft: Nur mit weiteren Rentenreformen können die FAS-lesenden Babyboomer ihre Renten steigern.

PRASCHL, Peter (2014): Happy Birthday, Babyboomer!
Der stärkste Jahrgang der deutschen Nachkriegsgeschichte wird fünfzig. Doch was haben die Kinder des Jahres 1964 geschafft, außer viele zu sein? Glückwunsch an eine unauffällige Generation,
in:
Welt am Sonntag v. 05.01.

BERLINGHOF, Harald (2014): Die 1964er: Ein starker Jahrgang.
1964 ist unschlagbar: So viele Deutsche wurden davor und danach nicht mehr geboren. Mehr als 1,3 Millionen Menschen kamen damals in beiden Teilen Deutschlands zur Welt. Die "64er" können siegessicher von sich behaupten: Wir sind die meisten! Aber was sind das eigentlich für Leute, diese Michaels und Sabines der Baby-Boomer-Generation?
in:
Rhein-Neckar-Zeitung v. 25.01.

STUTTGARTER ZEITUNG-Wochenendthema: Kinder, Kinder!
Nie war die Geburtenquote so hoch wie 1964. Für die Nachgeborenen ein Glück - und eine Hypothek

SCHIERMEYER, Matthias (2014): Wir Babyboomer.
Demografie: In keinem Jahr sind in Deutschland so viele Kinder auf die Welt gekommen wie 1964. Heute, fünfzig Jahre später, stützen sie - am Höhepunkt ihrer Arbeitskraft angelangt - mit anderen geburtenstarken Jahrgängen die Gesellschaft. Für die Nachgeborenen nicht unbedingt Grund zum Feiern,
in: Stuttgarter Zeitung v. 01.02.

HINRICHS, Wilfried (2014): Immer war alles schon voll.
Die Babyboomer-Generation: Die geburtenstarken Sechziger,
in:
Neue Osnabrücker Zeitung v. 03.02.

GERSTENBERG, Ralph (2014): Wir sind viele, wir sind angekommen und wir waren das Volk.
Jahrgang 1964: Eine politische (Auto-)Biografie der 64er,
in: DeutschlandRadio v. 17.02.

HATTING, André (2014) Pragmatische Zukunftsgestaltung.
Jahrgang 1964: Die Babyboomer feiern die Mitte ihres Lebens. Tilman Allert im Gespräch,
in: DeutschlandRadio v. 17.02.

WATTY, Christine (2014): "Sie werden einen hohen Generationenbeitrag leisten müssen".
50. Jubiläum: Der Sozialforscher Jürgen Schupp über die Generation Babyboomer,
in: DeutschlandRadio v. 18.02.

ECKHOLDT, Matthias (2014): Wenn Schriftsteller 50 werden.
Jahrgang 1964,
in: DeutschlandRadio v. 18.02.

Matthias ECKHOLDT porträtiert die 1964 geborenen Schriftsteller Thomas BRUSSIG, Michael LENTZ, Sherko FATAH,  Annett GRÖSCHNER und Raoul SCHROTT.

BILLIG, Susanne & Petra GEIST (2014): Jahrgang 1964.
Die Babyboomer und die demografische Forschung,
in: DeutschlandRadio v. 20.02.

ZEIT-Thema: In der Mitte des Lebens

LAU, Jörg (2014): Im Kuschelland.
Wir waren viele. Vielleicht gerade deshalb fühlten wir 64er uns in der alten Bundesrepublik so geborgen,
in: Die ZEIT Nr.10 v. 27.02.

In der Wohlfühl-ZEIT erzählt uns Jörg LAU von seiner Kuschelzeit in seiner konservativen Kleinbürgerfamilie und tischt uns Mythen über den Babyboom auf:

"Dass die Deutschen damals so viele Kinder zeugten, war ein Akt des trotzigen Weitermachens. Wir sind die Kinder jener Davongekommenen, die im Wirtschaftswunder die Erinnerung an Bomben, Massenmord und Vertreibung hinter sich lassen wollten."

Und natürlich darf da der Generationenkonflikt nicht fehlen:

"So viele wie uns brauchte niemand. Ich habe darauf mit Trotz reagiert, wie die meisten anderen aus meinem Jahrgang: (...) Aber irgendwie haben wir es fast alle zu etwas gebracht. Nicht zuletzt, um es den 68ern zu zeigen, die - selbst gerade frisch verbeamtet - uns nun als lästige »Akademikerschwemme« abqualifizierten, die ihre schöne linke Uni-Welt überflutete.
(...).
Dabei sind die 64er eigentlich gar keine richtige Generation, sondern nur ein besonders dicker, fetter Jahrgang. Doch, eine Gemeinsamkeit gibt es: Wir sind pragmatischer und hedonistischer als die Vorgänger-Generationen - und politischer als unsere Nachfolger aus der »Generation Golf«.

Am Schluss folgt das Geständnis:

"Nein, ich habe kein Heimweh nach der verlorenen Welt meiner Jugend (...). Wohl aber nach der rätselhaften Zuversicht, die in den siebziger Jahren wider alle Vernunft und Wahrscheinlichkeit wie Goldstaub über unserem Leben lag - und die der Grund dafür ist, dass wir so viele sind."

Dagegen wissen wir: Die Zuversicht war Mitte der 1970er Jahre zu Ende und der Geburtenrückgang hatte bereits Mitte der 1960er Jahre eingesetzt. Tatsächlich hatte der Babyboom nichts mit der beschriebenen Zuversicht zu tun, sondern mit Spätgebärenden, die die Geburten, die der Krieg verhindert hatte, nachholten und Müttern, die in der Nazi-Zeit sozialisiert wurden.

RHEINISCHE POST-Thema: Die Babyboomer werden 50.
1964 - Deutschlands stärkster Jahrgang

KESSLER, Martin (2014): Die Macht der Babyboomer.
Die wichtigsten Posten in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur halten die 50- bis 65-Jährigen. In dieser Altersgruppe verbinden sich offenbar Dynamik und Erfahrung am besten. Die Generation 1964 ist dort angekommen,
in: Rheinische Post v. 05.04.

In diesem Jahr feiern die Medien reihum den Jahrgang 1964. Dieses Wochenende ist die Rheinische Post an der Reihe. Martin KESSLER, Martin BEWERUNGE, Wolfram GOERTZ, Lothar SCHRÖDER und der Politikwissenschaftler Ulrich von ALEMANN liefern die Mosaiksteinchen zum Porträt des prototypischen Babyboomer-Jahrgang, der vor allem durch Unscheinbarkeit hervorsticht, weswegen sich die Porträts auch alle mehr oder weniger ähneln.

KALS, Ursula (2014): Der große Wurf.
Die 1964 Geborenen werden dieses Jahr 50. Es ist der Babyboomer-Jahrgang, "Karnickeljahrgang" sagen manche abschätzig. Andere singen Loblieder auf die tüchtigen Vertreter in der Arbeitswelt. Aber was bitte ist an ihnen so besonders?,
in: faz.net v. 05.04.

Ursula KALS nimmt die Frauenzeitschriften zum Vorbild, indem sie die FAZ erst mal davon abgrenzt, um dann das Besondere des "Karnickeljahrgangs" hervorzuheben:

"Unbeachtet statt überbehütet, lässt sich manches entspannter angehen. Das sollten sich nicht nur Helikopter-Eltern klarmachen. Abgesehen davon: Karnickel sind sympathische Tiere."

PIELEN, Birgit (2014): Aufgepasst: Hier kommen die Babyboomer!
Schon im Kinderwagen war es eng: Wer zwischen 1964 und 1965 geboren wurde, der lernte schnell, Platz zu machen für die kleinen Geschwister. Die geburtenstarken Jahrgänge, die sogenannten Babyboomer, rückten früh zusammen. Das war die Normalität - und sollte es bleiben: in der Schulklasse, im Hörsaal, auf dem Arbeitsmarkt und irgendwann in der Rente. Doch was macht diese Generation aus, außer dass es sehr viele sind? Nach welchen Prinzipien gestalten die heute (fast) 50-Jährigen ihr Leben?
in: Rhein-Zeitung v. 12.04.

PIELEN, Birgit (2014): Historiker Paul Nolte: Legt euch doch lieber fest!
Paul Nolte, Jahrgang 1963, ist Historiker und Professor am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin. Mit den Babyboomern hat er sich in seinem Buch "Generation Reform" befasst. Er appelliert: "Legt euch doch lieber fest! Dann führt ihr ein Leben, das freier gestaltbar ist als ein Leben in Unsicherheit",
in: Rhein-Zeitung v. 12.04.

FREITAG-Wochenthema: Die Angepassten.
Sie sind sehr viele und denken nur an Wohlstand. Die Babyboomer werden fünfzig

RUPPS, Martin (2014): Generation Wohlstand.
Deutschland: Sie sind im Kern unpolitisch, vor allem auf ihre Sicherheit bedacht - und das stärkste Gefühl, zu dem sie fähig sind, ist Selbstmitleid. Zum 50. Geburtstag der Babyboomer,
in:
Freitag Nr.19 v. 08.05.

OHNEWALD, Michael (2014): Aufgewacht, ihr Babyboomer!
Der geburtenstärkste Jahrgang,
in:
Stuttgarter Zeitung Online v. 19.05.

MOLLNITZ, Martin (2014): Der stärkste deutsche Jahrgang wird fünfzig.
Baby-Boomer Ost: Der Jahrgang 1964 ist im Westen wie Osten Deutschlands der stärkste. Quantitativ, versteht sich. 1.357.304 Lebendgeborene. 2002 waren es nur halb soviel!
in:
Freitag Online v. 27.05.

BODE, Daniela (2014): 50 Jahre 1964: Ein Jahr von A bis Z.
Die Babyboomer lernen gerade laufen, die Beatles stürmen die Herzen der Mädchen und die Menschen haben es sich im Wohlstand des Wirtschaftswunders bequem gemacht: 1964 war ein besonderes Jahr. Heuer feiert es 50. "Jubiläum",
in:
Passauer Neue Presse v. 28.06.

ETTE, Andreas/DORBRITZ, Jürgen/SULAK, Harun (2014): Zunehmende ethnische Diversität: Die Babyboomer-Kohorte 1964 im sozialen Wandel der Bundesrepublik Deutschland.
Das Elterngeld wirkt sich vor allem auf das Einkommen und die Fertilität hoch qualifizierter Frauen,
in:
Bevölkerungsforschung Aktuell, Nr.6 v. 10.12.

Auch das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung hat die Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes zur Geburtenrate abgewartet, um ihre demografische Konstruktion des Babyboomer-Jahrgangs 1964 in Szene zu setzen. Aufgrund der mangelhaften Datenlage bleiben die speziellen Unterschiede zwischen BRD und DDR unberücksichtigt. Auch ist der Mikrozensus 2012 ungeeignet, um die Unterschiede von Ostdeutschen und Westdeutschen herauszuarbeiten, weswegen eine gesamtdeutsche Kohorte konstruiert wird, die es so nie gab. Nicht die Herkunft, also ob in der DDR geboren oder in der BRD, sondern lediglich der Wohnort im Jahr 2012 ist in dieser Betrachtung entscheidend für die Bezeichnung "Ostdeutscher" bzw. "Westdeutscher". Wir erfahren also nichts über wirkliche deutsche Lebensläufe, sondern werden mit künstlichen Datenartefakten abgespeist. Selbst mit Längsschnittstudien, wie z.B. derjenigen über die Wendegeneration der 1971 Geborenen, bleibt vieles im Dunkeln.

 
       
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 22. Juli 2014
Update: 04. April 2018