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Berthold Vogel :
Prekärer Wohlstand
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Berthold Vogel in
seiner eigenen Schreibe
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VOGEL, Berthold (2003): Soziale Kampfeinheiten.
Luc Boltanski und Ève
Chiapello haben eine neue Soziologie der Kapitalismuskritik
formuliert. Ihre Studie setzt die Reihe der großen
Gesellschaftsanalysen fort, die Pierre Bourdieu und Robert Castel
begründeten
in: TAZ v. 20.12.
VOGEL, Berthold (2004): "Überzählige" und "Überflüssige".
Empirische Annäherungen an die gesellschaftlichen Folgen der
Arbeitslosigkeit,
in: Berliner Debatte INITIAL 15 (2), S.11-21 v. 21.07.
VOGEL, Berthold (2004): Der
Nachmittag des Wohlfahrtsstaats.
Zur politischen Ordnung gesellschaftlicher Ungleichheit,
in:
Mittelweg
36,
August/September, 13.Jg, H.4
VOGEL, Berthold (2004): Der Nachmittag des Wohlfahrtsstaats.
Reich gegen Arm, Markt gegen Staat heißen die Gegensätze in der
gegenwärtigen Debatte um den Wohlfahrtsstaat. Dieser geht seinem
Ende zu. An seine Stelle tritt der "gewährleistende Staat". Dieser
Modellwechsel ist aber keine Einbahnstraße zu immer weniger Staat,
in: TAZ v. 08.09.
-
Die TAZ druckt einen gekürzten Artikel aus
der Zeitschrift
Mittelweg 36 nach, den Jens
BISKY bereits in der
Süddeutschen Zeitung positiv besprochen
hat.
Die Soziologie der Neuen Mitte
vollzieht damit einen Paradigmenwandel, denn nicht mehr der
"unternehmerische Einzelne" oder der Überflüssige, sondern die
Statusängste der neuen Mittelschichten stehen im Mittelpunkt des
Ansatzes von Berthold VOGEL.
In seinem Essay beschreibt VOGEL
zuerst die Prinzipien des "sorgenden" Wohlfahrtsstaates, der als
"soziale Aufstiegsmaschine und Statussicherungsinstanz" wirkte und
jetzt durch die Hartz-Gesetze zum "gewährleistenden" Staat wird.
Dieser neue Gewährleistungsstaat greift in erster Linie repressiv
in den Randlagen ein und schafft neue Ungleichheiten.
Um die neuen Bedingungen für
die Mittelschichten in den Blick zu bekommen, bedient sich VOGEL
eines neuen Begriffsinventars:
"Wenn der wirtschaftliche
Strukturwandel die Kernbereiche der Arbeitswelt erreicht, wenn die
Neujustierung der wohlfahrtsstaatlichen Politik mehr und mehr auf
die Mitte der Gesellschaft zielt und infolgedessen stabile Status-
und Wohlstandspositionen fragil werden, dann ist es unabdingbar,
den soziologischen Blick aus dichotomen Schemata zu befreien und
ihn zu erweitern - von der Exklusion zur Vulnerabilität, von der
Armut zum prekären Wohlstand."
Mit dem Begriff der Vulnerabilität bzw. der
sozialen Verletzbarkeit greift VOGEL einen Begriff des
französischen Sozialhistorikers
Robert CASTEL
auf. Es geht dabei um die "gefühlte soziale Ungleichheit und
Unsicherheit" der Mittelschichten.
Der Begriff des prekären
Wohlstandes verweist dagegen auf die Gefährdung des
Lebensstandards.
Beide Begriffe zusammen sollen
die Mentalitäten der Mittelschichten im Rahmen der neuen
Gesellschaftsordnung auf den Punkt bringen:
"Beide Begriffe nehmen eine fragile
Zone in den Blick, in der es zwar noch nicht um Armut und
Arbeitslosigkeit, um Marginalisierung und soziale Ausgrenzung
geht, in der der erreichte Lebensstandard und die errungenen
beruflichen und sozialen Positionen dennoch nicht sicher sind.
Die Frage von Auf- und Abstieg, von Stabilisierung und
Destabilisierung, von Sicherheit und Unsicherheit steht in dieser
Zone zur Diskussion. (...). Als Prozess- und
Wahrscheinlichkeitsbegriffe verändern Vulnerabilität und prekärer
Wohlstand die Sichtweise auf die Grundlagen der sozialen
Ungleichheitsordnung, sie erweitern das sozialanalytische
Vokabular und sie erlauben einen problemgerechten Blick auf die
sich herausbildenden Ungleichheitsstrukturen in Zeiten neuer
politischer Ordnungsmuster des Wohlfahrtsstaats.
Prekarität des Wohlstands setzt freilich Wohlstand voraus, und nur
Menschen, die Statussicherheit kennen, fürchten deren
Vulnerabilität. Es geht um das Arbeiten und das Leben in der Mitte
der Gesellschaft, um Aufstiegshoffnungen und Abstiegsängste, um
die Bewahrung von Wohlstand und Sicherheit. Die Bezugspunkte
dieser sozialen Mentalitäten und Orientierungen sind - neben dem
»wohlfahrtsstaatlichen Arrangement« als Statusgarant - die Familie
und die mit ihr verknüpften Strategien der Statusreproduktion; die
Bildung und das Versprechen auf Statusverbesserung; der Konsum und
die Haushaltsführung als Eckpunkte symbolischer Positionsgewinne
und die Erwerbstätigkeit als Grundlage beruflicher und sozialer
Karrieren, als sozialer Platzanweiser und Türöffner zum
wohlfahrtsstaatlichen Leistungssystem.
An den Orten der Statussuche und der Statusängste sind soziale
Vulnerabilität und prekärer Wohlstand lokalisiert. Die
Metamorphosen der Erwerbsarbeit spielen für den Gestaltwandel der
gesellschaftlichen Mitte die zentrale Rolle."
VOGEL charakterisiert
abschließend die gegenwärtige Situation folgendermaßen:
"Der hohe Mittag des sorgenden
und auf unmittelbare gesellschaftliche Intervention
orientierten Wohlfahrtsstaats ist überschritten, aber der
Abend noch nicht erreicht. Wir bewegen uns in einer
Zwischenzeit ohne Euphorie und Tragödie, ohne unverhofften
Neubeginn und endgültigen Verlust. Staat, Klasse und
Gemeinwohl erleben als Strukturbegriffe und Denkkategorien
des Sozialen ihre Renaissance. Die Staatsbedürftigkeit der
Gesellschaft tritt in den Nachmittagsstunden des
Wohlfahrtsstaats aus den Kulissen hervor - zu ihrem letzten
Auftritt oder in Erwartung ihrer politischen und
sozialtheoretischen Neugestaltung?"
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VOGEL, Berthold (2006): Stabilität des Uneindeutigen.
Rückkehr der Klassengesellschaft (5): Die soziale Frage nach
Wohlstand und Sicherheit wird aus der Mitte der Gesellschaft
gestellt, die Antwort muss von den Rändern kommen,
in: TAZ v. 30.11.
VOGEL, Berthold (2009): Die zerrissene Mitte.
Der Ort gesellschaftlichen Konfliktausgleichs ist zu einem neuen
Konfliktzentrum geworden,
in: Vorgänge, Heft 2, Juni
Neu:
VOGEL, Berthold (2009): Wohlfahrtsstaat in der Falle.
Brauchen wir einen neuen Gesellschaftsvertrag? (7): Die Stärkung
des Kommunalen,
in: Frankfurter Rundschau v. 16.11.
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Berthold Vogel im
Gespräch
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GESSLER, Philipp (2006): "Leistung wird mit Gemeinwohl verknüpft".
Der Sozialwissenschaftler
Berthold Vogel findet Becks Initiative gut, denn sie richte die
Blicke auf die Richtigen: "Ich finde, dass eine Krankenschwester und
eine Kindergärtnerin mehr für die Gemeinschaft tun als ein
Fondsmanager",
in: TAZ v. 01.09.
FISCHERMANN, Thomas (2009): "Die Wohlhabenden grenzen sich ab".
Der Sozialforscher Berthold Vogel glaubt, dass 2009 ein Jahr der
Verteilungskämpfe in Deutschland wird: Besitzstandswahrer gegen
Krisenverlierer,
in:
Die ZEIT
Nr.12 v. 12.03.
WIESE, Sönke (2009): Armut in Deutschland: "Die Mittelschicht ist
bedroht".
Der Armutsatlas verzeichnet ein krasses Wohlstandsgefälle in
Deutschland. Drohen soziale Zerwürfnisse? Wer muss sich vor Armut
fürchten? Was für Folgen hat die Angst vor dem Absturz? Der
Soziologe Berthold Vogel gibt Antworten,
in:
Stern Online
v. 19.05.
LEMKE, Kirsten (2009): "Ich bin da wenig optimistisch".
Der Hamburger Sozialforscher Berthold Vogel warnt angesichts der
Wirtschaftskrise vor zunehmenden Spaltungsprozessen in der
Gesellschaft,
in: DeutschlandRadio v. 14.08.
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Klappentext
"Die Mitte. Nicht erst, seit Angela
Merkel vor dem Motto des CDU-Parteitags abgelichtet
wurde, ist der Kampf um diesen politischen und
sozialen Standort ein zentrales Thema in der
deutschen Gesellschaft. Doch gerade diese
vielbeschworene und schwer zu verortende Mitte ist
Berthold Vogels Analyse zufolge von
Wohlstandskonflikten und Abstiegssorgen geprägt. Der
Autor nutzt vier Perspektiven, um den Zustand einer
Gesellschaft zu erkunden, in der soziale Konflikte
zunehmend als Statusgefechte um Anrechte auf
Wohlstand und um die Pflicht zu dessen Sicherung
ausgetragen werden. Soziologisch werden soziale und
politische Kategorien zur Charakterisierung der
Mitte kritisch reflektiert. Zeitdiagnostisch werden
das sich wandelnde Verhältnis von Staat und
Gesellschaft und der Übergang vom sorgenden zum
gewährleistenden Wohlfahrtsstaat beleuchtet.
Konzeptionell wird das Zusammenspiel von politischer
Ordnung und sozialökonomischen Prozessen im Hinblick
auf die Entstehung von Ungleichheit und Klassen
untersucht. Und empirische Forschungsbefunde, zum
Beispiel zur Leiharbeit, verdeutlichen, wie weit
berufliche und soziale Prekarität bereits in
Kernbereiche des Wirtschaftlebens hineinreicht.
Sichtbar wird eine "nervöse Mittelklasse", deren
Status durch wohlfahrtsstaatliche Reformen
entsichert wurde und deren Arbeitsleben an
Verbindlichkeit verliert. Facharbeiter bangen um die
Früchte früherer Aufstiege, qualifizierte
Angestellte fürchten den Verlust erworbener
Privilegien. Doch nicht nur Abstieg und
Deklassierung bestimmen das Klima, denn für
bestimmte Professionen eröffnen sich auch neue
Gelegenheiten, wenn Positionskämpfe in den mittleren
Lagen der Gesellschaft markant an Kraft gewinnen.
Die Mitte der Gesellschaft zerfällt nicht, sie
spaltet sich auf. Eingehend befasst sich Berthold
Vogel mit dem öffentlichen Dienst und dessen Wandel
von einem Ort stabiler Karriereerwartung und
materieller Sicherheit zu einem unruhigen
Experimentierfeld für "neue Beschäftigungsformen".
Dieses Zentrum von Gemeinwohl und Daseinsvorsorge
ist zunehmend gefährdet, wenn in den kommunalen
Verwaltungen, in der Jugendhilfe oder im
Gesundheitswesen Mini-Jobber und Zeitarbeiter die
Folgen von Unsicherheit und Armut bewältigen sollen.
Die Prekarisierung des öffentlichen Dienstes droht
die normativen Maßstäbe der gesellschaftlichen
Verantwortung zu demontieren. Nicht die
Dramatisierung sozialer Unterschiede steht im
Vordergrund dieses Buches, sondern die
Herausforderungen einer in Wohlstandskonflikten
verstrickten Gesellschaft. Berthold Vogel zeigt,
dass produktive Antworten auf diese
Herausforderungen nur dann zu finden sein werden,
wenn der Staat weiterhin bereit ist, die
gesellschaftlichen Beziehungen aktiv
mitzugestalten."
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fehlen noch
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Klappentext
"Gesellschaftliche Ungleichheit, die
Frage nach dem Oben und dem Unten, nach dem Zentrum
und der Peripherie des Sozialen ist auf die
Tagesordnung der öffentlichen Rede über den Zustand
und die Zukunft unseres Gemeinwesens zurückgekehrt.
Politik und Publizistik werfen einen Blick auf die
bedrängten und besorgten Mittelschichten, auf das
»abgehängte Prekariat« und die deklassierten
Randlagen, aber auch die Verantwortung und
Solidarbereitschaft der Oberklasse wird unter dem
Stichwort »Reichensteuer« zum Thema. Diese
Auseinandersetzung mit der Verschärfung sozialer
Ungleichheiten wird von der Debatte um die Zukunft
des Wohlfahrtsstaates, seiner Institutionen und
Sicherungssysteme, seiner Infrastrukturen und
Vorsorgeeinrichtungen umrahmt.
Mag einem
Gutteil der Gesellschaftswissenschaften der Staat im
Laufe der Jahre aus dem Blick geraten sein, der
Gesellschaft ist der Staat jedenfalls nicht abhanden
gekommen. Staatliches Handeln berührt auf
politischem und ordnet auf rechtlichem Weg die
vielfältige Lebenswirklichkeit weiter Kreise der
Bevölkerung. Die institutionelle Architektur, die
finanzielle Ausstattung und die normative Kraft des
Staates haben sich fraglos in grundlegender Weise
verändert. Doch der Wohlfahrtsstaat als ein
formativer sozialer Prozess, der Ungleichheiten
schafft, ordnet und dämpft, hat an mentaler und
struktureller Präsenz nicht verloren. Vieles spricht
daher dafür, die sozialen Veränderungen stärker vom
Staat her zu denken. "
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RULFF, Dieter
(2007): Aufstieg als Lebensprinzip.
Der Soziologe Berthold Vogel erkennt einen gesellschaftlichen
Bedarf an einem Staat mit Möglichkeitssinn,
in: Frankfurter Rundschau v. 11.04.
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Leiharbeit (2004).
Neue
sozialwissenschaftliche Befunde zu einer prekären Beschäftigungsform
Hamburg:
VSA
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Klappentext
"In den letzten zehn Jahren hat sich
die Zahl der Leiharbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer
verdreifacht. Während zunächst industrielle
Einsatzbereiche dominierten, schiebt sich seit
geraumer Zeit der Dienstleistungssektor in den
Vordergrund. Dennoch ist die absolute Zahl der
Leiharbeitskräfte in Deutschland im Vergleich mit
dem europäischen Ausland gering. Vor allem bei
unerwarteten und kurzfristigen Aufträgen steigt die
Nachfrage nach dieser Beschäftigtengruppe, meist nur
für wenige Wochen.
Das soll sich
ändern. Leiharbeit ist für den VW-Manager Peter
Hartz das »Kernstück«, um den Arbeitsmarkt zu »entriegeln«.
Die »Zukunft« hat vielerorts bereits begonnen. Zum
Beispiel bei BMW in Ingolstadt, wo Leiharbeiter ein
ganzes Containerdorf bevölkern. Oder bei der
Hypovereinsbank, die 80% aller Neueinstellungen über
ihre Leiharbeitstochter HVB Group zu deutlich
billigeren Konditionen vornimmt. Oder die Deutsche
Telekom, die 10.000 Mitarbeiter in der
Beschäftigungsgesellschaft Vivento untergebracht hat
und mit bis zu 40% Lohnabschlag vermittelt."
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Berthold Vogel in der Debatte
BISKY, Jens (2004): Abstieg wahrscheinlich.
Soziologie am Nachmittag des Wohlfahrtsstaates,
in: Süddeutsche Zeitung v. 02.09.
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Jens BISKY bespricht einen Artikel
von Berthold VOGEL in der Zeitschrift Mittelweg 36 vom
August/September 2004.
Die Soziologie der Neuen Mitte à la
Heinz BUDE, die lange Zeit nur um den "unternehmerischen Einzelnen"
kreiste und dann mit dem Niedergang der New Economy die Kategorie
der Überflüssigen und damit das Begriffspaar der Inklusion/Exklusion
entdeckte, ist nun mit Hartz IV bei den Statusängsten der neuen
Mittelschichten angekommen.
Berthold VOGEL hat zu diesem
Zweck die Begriffe der "sozialen Verwundbarkeit" und des "prekären
Wohlstands" fruchtbar gemacht. Damit kann nun der Abschied von der
staatlichen Statussicherung, die mit den Hartz-Gesetzen eingeleitet
wird, wissenschaftlich begleitet werden.
BISKY sieht in dem Beitrag von
VOGEL keine Hysterie, sondern ein "überzeugendes Plädoyer für
engagierte Gelassenheit".
BISKY macht außerdem deutlich,
dass sich ein politischer Wandel vollzogen hat. Nicht mehr der
ökonomische Neoliberalismus bestimmt unsere Gesellschaft, sondern
ein neuer "sozialpolitischer Autoritarismus".
Diese Entwicklung hat der
Liberale
Ralf DAHRENDORF
bereits vor längerer Zeit aufgrund der Erfahrungen mit der britischen
Politik prognostiziert.
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SÜSELBECK, Jan (2004): Down & Out.
Hartz IV ist auch in der Soziologie angekommen. Die
Zeitschrift Mittelweg 36 widmet den Arbeitslosen ihre neue Ausgabe
in: Jungle World Nr.38 v. 08.09.
BISKY, Jens (2008): Sozialer Abstieg heißt jetzt Exklusion.
In der Diskussion um Ungleichheit und Armut geht es nicht mehr um
oben und unten, sondern um drinnen und draußen - zu Recht?
in: Süddeutsche Zeitung v. 05.05.
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Jens BISKY berichtet über die
Kritik von Berthold VOGEL an der Umdeutung der sozialen Frage à la
Heinz BUDE:
"Für
den Soziologen Heinz Bude ist die Frage nicht, »wer oben und wer
unten, sondern wer drinnen und wer draußen ist«. In seinem neuen
Buch
»Die Ausgeschlossenen. Das Ende vom Traum einer gerechten
Gesellschaft« (...) zieht er die Summe aus mehr als einem
Jahrzehnt theoretischer Diskussion und will die Öffentlichkeit für
das Konzept der »sozialen Exklusion« gewinnen.
Statt
der
»feinen Unterschiede« steht darin die grobe Differenz im
Mittelpunkt. Auf diese Weise, so Bude, werde man dem
Ungleichheitsempfinden der Menschen ebenso gerecht wie dem »neuen
Gesicht der Ungleichheit in unserer Gesellschaft«.
Das
ist nicht unbedingt so. Berthold Vogel, ein Kollege Budes am
Hamburger Institut für Sozialforschung behauptet, dass wir »mit den
Fragen nach der Exklusion zugleich die Aufmerksamkeit für
sozialstrukturelle Zwischentöne, für die Widersprüche und
Uneindeutigkeiten« verlieren.
In
einem bemerkenswerten Aufsatz kehrt Vogel zum Kernproblem, der
kollektiven Erfahrung von Arbeitslosigkeit zurück, entwirft ein
anspruchsvolles Programm vernünftiger Arbeitslosigkeitsforschung und
bestreitet den Anspruch der Exklusionstheoretiker, auf der Höhe der
Zeit zu sein (Biographische Brüche, soziale Ungleichheiten und
politische Gestaltung. Bestände und Perspektiven soziologischer
Arbeitslosigkeitsforschung. In:
Mittelweg 36. Zeitschrift des Hamburger Instituts für
Sozialforschung. Jg. 17, April/Mai 2008)."
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