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Heike Kahlert: Bevölkerung, Geschlecht und Politik

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1962 in Hameln geboren
    • Studium der Soziologie, Volkswirtschaft, Psychologie und Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
    • 2006 Mitherausgeberin des Buches "Der demographische Wandel"
    • 2006 Zusammenstellung des Heftes "Politik mit Demographie" der Zeitschrift Berliner Debatte Initial
    • Wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für allgemeine Soziologie - Makrosoziologie in Rostock
 
       
     
       
   

Heike Kahlert in ihrer eigenen Schreibe

 
     
       
   

Politik mit Demographie (2006).
Politische Steuerung der Geschlechter- und Generationenverhältnisse im demographischen Wandel
Heft 3
Zeitschrift Berliner Debatte Initial

 
   
 
 

Heike Kahlert zum Zusammenhang von Geburtenrückgang, bürgerlicher Familie und Frauenemanzipation

"Was (...) wäre, wenn die Suche nach Ursachen des Geburtenrückgangs nicht in der Frauenemanzipation, sondern in der sozialen Konstruktion der bürgerlichen Familie selbst begänne? Schließlich spricht vieles dafür, daß diese moderne Institution seit einiger Zeit genau wegen ihrer undemokratischen Verfaßtheit unter Modernisierungsdruck im Hinblick auf mehr Gleichheit ihrer Mitglieder geraten ist. Mit einer solchen Sichtweise muß kein genereller Abschied von der sozialen Institution Familie verbunden sein, wie manche Verfallsszenarien verkünden, wohl aber ein Abschied von der auf asymmetrischen Geschlechterverhältnissen gegründeten bürgerlichen Familie. Aus dieser, hier im folgenden eingenommenen, Perspektive erweist sich der Geburtenrückgang als eine Folge der historisch überholten Form der Familie und der an diese im deutschen Wohlfahrtsstaat geknüpften, historisch ebenfalls überholten Geschlechterkonstruktionen des (männlichen) Ernährers und der (weiblichen) Haus- und Sorgearbeiterin. So betrachtet, ist die als Ursache des Geburtenrückgangs titulierte Frauenemanzipation und der damit verbundene Wandel der Geschlechterverhältnisse eine – wenn auch möglicherweise unintendierte – Folge von Modernisierung und Demokratisierung des herrschenden Geschlechter- und Generationenvertrags. Diese Argumentation stellt auch die aktuell virulente Ursachen-Folgen-Einschätzung in der demographischen Debatte auf den Kopf.
             Meine These lautet: Die Lösung des mit dem Geburtenrückgang verbundenen ‚Problems‘ der schrumpfenden Gesellschaft könnte genau über ein Mehr an Frauenemanzipation und deren verstärkte politische Förderung erreicht werden."
(aus: Emanzipation in der schrumpfenden Gesellschaft)

 
 
 
       
     
   
  • Beiträge des Heftes

  • BRINK, Nana - Die Avantgarde der Unfruchtbarkeit. Gehen den Deutschen die Kinder aus? Gespräch mit dem Medientheoretiker Norbert Bolz
  • KAHLERT, Heike - Emanzipation in der schrumpfenden Gesellschaft
  • CORNELIßEN, Waltraud - Lebensentwürfe: politisch steuerbar?
  • HUMMEL, Diana - Bevölkerungspolitik in Entwicklungsländern: Geburtenkontrolle als Entwicklungsstrategie?
  • BUTTERWEGGE, Christoph - Generationengerechtigkeit: Zukunftsverpflichtung oder Kampfbegriff?
  • BOSBACH, Gerd - Demographische Entwicklung: Realität und mediale Aufbereitung
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    Update: 17. Oktober 2007
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