
Inhaltsverzeichnis
1. Gerechte Ungleichheiten
und Journalismus
1.1 Gerechtigkeitssemantiken
1.2 Journalismus und
gesellschaftliches Orientierungswissen
1.3 Symbolische Macht
1.4 Plurale Differenzierung
2. Die gerechte Rente - eine
empirische Analyse journalistischer Gerechtigkeitssemantiken
2.1 Der Aufbau der
Untersuchung
2.2 Orientierungswissen in
der FAZ
Evaluative Semantiken
Normative Semantiken
2.3 Orientierungswissen in
der FR
Evaluative Semantiken
Normative Semantiken
2.4 Vergleichende Betrachtung
3. Fazit
Massenmedien stellen
Orientierungswissen in Form von Gerechtigkeitssemantiken
bereit
"Mann
kann (...) zwischen zwei verschiedenen Grundtypen von
Gerechtigkeitssematiken unterscheiden: normativen
Bewertungsmustern auf der einen und evaluativen auf der
anderen Seite. Erstere sagen, was jemanden zusteht, letztere,
was für alle das Beste ist." (S.297)
Gegenstand: Einführung der Riester-Rente
"Das Jahr
2000 zeichnete sich durch ein (...) Umschlagen der
politisch-kulturellen Hegemonie aus. Die Sozialdemokratie
schwenkte vom lange Zeit vorherrschenden Modell des
sozialdemokratischen Konsensus um in Richtung Neoliberalismus.
Wie Mahnkopf (2000) zeigt, lässt sich die neoliberale Wende der
Sozialdemokratie gerade auch an einem veränderten Begriff von
sozialer Gerechtigkeit festmachen. Schaut man daraufhin, welche
Verteilungs- und Gerechtigkeitsfrage im Jahr 2000 in der
massenmedialen Öffentlichkeit einen breiten Raum einnahm, so
stößt man auf die Debatte über die Einführung der so genannten
Riester-Rente. Sie bildete damals den Auftakt zu einer
neoliberalen Sozialpolitik". (S.300)
Datenmaterial
"Das
Ausgangsmaterial für die Untersuchung bildeten alle
Meinungsartikel im Politik- und Wirtschaftsteil von FAZ und FR
des Jahres 2000, in denen das Thema Rente mit Bezug auf die
deutsche Gesellschaft behandelt wird und der Kommentator
explizit oder zumindest implizit Position zur
Verteilungsproblematik bezieht." (S.313)
Ergebnis
"Das Publikum
der FAZ lebt sozusagen in einer anderen Welt der Gerechtigkeit
als das der FR. Sowohl die Vorstellungen darüber, welche
Verteilungsmodi als gerecht gelten und welche Akteure dafür zur
Verantwortung gezogen werden, als auch die Präferenz für
Gerechtigkeitsnormen variieren. Es besteht augenscheinlich kaum
Konsens darüber, wie soziale Ungleichheiten unter
Legitimitätsgesichtspunkten zu bewerten sind. Übereinstimmung
besteht lediglich darin, dass höhere Lasten bei der
Alterssicherung aufgrund von Sachzwängen unumgänglich sind und
dass der Staat dafür Sorge tragen muss, die sozial Schwächsten
zu unterstützen sowie die arbeitende Bevölkerung nicht über
Gebühr zu belasten. Bedürfnisgerechtigkeit scheint somit die
einzige gemeinsam geteilte Gerechtigkeitsnorm zu sein." (S.324)