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Boris Michel :
Stadt und Gouvernementalität
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Boris Michel in
seiner eigenen Schreibe
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Boris Michel im
Gespräch
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-
Rezensionen
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Neu:
KASTNER, Jens (2005): Michel and the City.
Die Studie »Stadt und Gouvernementalität« fragt danach, wie über
die Gemeinschaft regiert wird,
in: Jungle World Nr.26 v. 29.06.
- Inhalt:
KASTNER referiert MICHELs Kernthemen zur
postmodernen Stadtentwicklung:
"Michel
zeichnet mit den Debatten um New Urbanism, Gated Communities und
Malls die drei wichtigsten Tendenzen postfordistischer
Stadtentwicklung nach. Er charakterisiert die Bewegung aus
ArchitektInnen, StadtplanerInnen und TheoretikerInnen, die sich »New
Urbanism« nennt, als »neotraditionalistisch«, weil sie dem
chaotischen großstädtischen Moloch das wohlgeformte Kleinstadtidyll
entgegensetzt, in dem ein – um mit der Hamburger Rockband
Die Sterne zu sprechen –
»Themenleben« stattfinden soll. Mit den abgeschlossenen Wohnparks
der Reichen, »Gated Communities« genannt, haben diese Konzeptionen
vor allem die Angebote der Sinn- und Identitätsstiftung gemeinsam.
Neben den Anliegen der Sicherheit und des Prestiges ist Wohnen hier
als eine Sache des Lifestyle konzipiert. »Gutes Leben«, so Michel,
»wird auf den guten Kontakt zu Menschen in ähnlichen Lagen
reduziert.« Offensichtlich mangelt es an Ansätzen, die die
ökonomischen Ursachen von Marginalisierungen thematisieren und
kulturelle Ausschlüsse als strukturelle Phänomene begreifen."
Die Gemeinsamkeiten der drei Ansätze werden
in der Herstellung von Gemeinschaften gesehen, die als Allheilmittel
gegen negative Tendenzen wie Kriminalität und Vereinzelung gelten.
Die Folgen sind jedoch Ausgrenzung und die
Verschärfung der neuen Armut. Dies gilt sowohl für linke
Identitätspolitik als auch für rechte Machtpolitik:
"Wird Ausgrenzung von rechts eher repressiv
betrieben, werden
von
links tendenziell kulturelle Ausschlüsse produziert. Beide
Bemühungen aber, Homogenität herzustellen und Spaltungen zu
vermeiden, machen den »Kern städtischer Regierungsweisen« aus."
KASTNER geht auf den Ansatz des Londoner
Soziologen
Nicolas ROSE ein, der im
"Regieren durch Gemeinschaft" das
zentrale Merkmal neuer städtischer Steuerungspolitiken sieht.
Zum Schluss bleibt bei KASTNER auch nicht
unerwähnt, dass soziale Bewegungen durch ihre
Identitätspolitiken zu den neuen sozialen Spaltungen beitragen
können:
"Dass solche Politik in Wir-Form aber symbolische
Mauern baut und dass daraus auch schon mal eingezäunte Wohnviertel
werden können, zeigt gerade Michels Buch sehr schön."
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