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Stefan Hradil in seiner
eigenen Schreibe
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- HRADIL, Stefan (1995): Auf dem Wege
zur Single-Gesellschaft? in: Uta Gerhardt /
Stefan Hradil / Doris Lucke / Bernhard Nauck (Hg.): Familie der
Zukunft, Opladen: Leske + Budrich, S. 189-226
- HRADIL, Stefan (1998): Die
Seismographen der Modernisierung. Singles in Deutschland,
in: Aus Politik und Zeitgeschichte
B 53/98, S. 9-16
- HRADIL, Stefan (2000): Die
Single-Gesellschaft, in: Pongs, Armin (Hg.): In
welcher Gesellschaft leben wir eigentlich? Gesellschaftskonzepte im
Vergleich, Bd. 2, München: Dilemma-Verlag, S.
103-124
- HRADIL, Stefan: Auf dem Wege zur
"Single-" und "Erlebnisgesellschaft"? Die Sozialstruktur des Landes
Rheinland-Pfalz, in: Sarcinelli, Ulrich /
Falter, Jürgen W. / Mielke, Gerd / Benzner, Bodo (Hg.): Politische
Kultur in Rheinland-Pfalz, Mainz-München: v. Hase & Koehler,
S. 75-94
-
HRADIL, Stefan (2003): Die
Suche nach Sicherheit und Gemeinschaft in der individualisierten
Gesellschaft. In: Karl-Heinz Hillmann & Georg W. Oesterdiekhoff
(Hg.) Die Verbesserung des menschlichen Zusammenlebens. Eine
Herausforderung für die Soziologie, Opladen: Leske + Budrich,
S.111-125
-
HRADIL, Stefan (2003): Vom Leitbild zum
"Leidbild". Singles, ihre veränderte Wahrnehmung und der "Wandel des
Wertewandels". In: Zeitschrift für Familienforschung, 15.
Jg., Heft 1/2003, S. 38-54
- HRADIL, Stefan (2003): Soziale
Milieus im gesellschaftlichen Strukturwandel,
in: Sozialwissenschaftliche Literaturrundschau, 47, Heft 2,
S.43-48
-
HRADIL, Stefan (2005):
Peter Schimany: Die Alterung der Gesellschaft,
in: Soziologische Revue, 28, April
-
HRADIL, Stefan (2006): Werden wir alle »Singles«?
in:
Vernetztes Leben. Soziale und digitale Strukturen, H.12
Problemkreise der angewandten Kulturwissenschaft, Zentrum für
angewandte Kulturwissenschaft, Karlsruhe
- Anmerkung
In diesem Beitrag, der
auf einem Vortrag im Rahmen des Studiums Generale basiert, macht
HRADIL auf die Single-Rhetorik der Medien aufmerksam.
Single-dasein.de
hat bereits seit der Jahrtausendwende diese Single-Rhetorik und
die damit verbundene Single-Lüge angeprangert. Hier wurde sogar so
weit gegangen, zu behaupten, dass der Geburtenrückgang auch ein
Kollateralschaden der Single-Rhetorik ist.
Wenn jetzt
z.B.
Medienwissenschaftler wie Norbert BOLZ über die Unsichtbarkeit
der klassischen Familie klagen, dann haben sie sich das selber
zuzuschreiben.
Stefan
HRADIL zeigt auf, wie die Medien das Single-Dasein erst zu dem
gemacht haben, was es heute ist. Dass er dies am
Beispiel der
Süddeutschen Zeitung tut, die
mit am lautesten über den Geburtenrückgang klagt,
verdeutlicht die Heuchelei, die seit Jahren betrieben wird:
"Bedenkt
man, dass selbst die (....) weiteste Definition zum Ergebnis
kommt, dass weniger als ein Zehntel der Einwohner Deutschlands
Singles sind, so erweisen sich viele schrillen Pressemeldungen als
Unsinn: »Schon ein Drittel der Deutschen sind Singles« schrieb
einmal die renommierte Süddeutsche Zeitung in einer dreispaltigen
Überschrift. Hier wurde, wie so oft, der Anteil der
Einpersonenhaushalte an allen Haushalten Deutschlands (ca. 37 %)
mit dem
Anteil der Singles an allen Personen Deutschlands verwechselt.
Es wurde nicht berücksichtigt, dass in dem guten Drittel der
Privathaushalte in Deutschland, in dem jeweils nur eine Person
lebt, viel weniger als ein Drittel aller Menschen wohnen, nämlich
ca. 16 %. Dazu wurde vergessen, dass man allenfalls die Hälfte
dieser Menschen sinnvollerweise als Singles bezeichnen kann.
78-jährige Witwen und 21-jährige Studierenden sind keine Singles,
sondern nur Menschen im mittleren, d.h. »im besten
Familienlebensalter«. Also, wörtlich genommen, sind wir bestimmt
nicht auf dem Weg in die Single-Gesellschaft". (S.80-81)"
In
dem Buch
"Die Single-Lüge"
wird aufgezeigt, dass an dieser Misere keineswegs nur die Medien
schuld sind, sondern auch Politik und Wissenschaft.
- Neu:
HRADIL, Stefan (2007):
Vom Leitbild zum "Leidbild". Singles als
Symbole der Moderne, in:
Susanne
Mayer & Dietmar Schulte (Hg.): Die Zukunft der Familie, München:
Fink Verlag,
S. 137-147
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Stefan Hradil im
Gespräch
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-
ZIHLMANN, Oliver (1999): "Die Singles
wirken wie Seismografen".
Soziologe Stefan Hradil über Geld, Lifestyle und
Marktmacht der Singles,
in: SonntagsZeitung
v. 11.07.
- BRÜDGAM, Nele-Marie (2000): "Singles
suchen im Netz schicke Bekannte",
in: Tomorrow, Juni
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Klappentext
"Immer mehr Menschen wohnen alleine.
Die Zahl der »Singles« wächst in nie gekanntem
Ausmaß. Die einen sehen in ihnen autonome
Persönlichkeiten, emanzipierte Frauen und berufliche
Leistungshelden. Die anderen bedauern sie als einsam
und sexuell frustriert, halten Alleinlebende für
abschreckende Beispiele von Egoismus,
Kontaktunfähigkeit und Sozialschmarotzertum.
Welche Auswirkungen wird das zunehmende Alleinleben
haben: Wer wird die alt gewordenen Singles pflegen,
wer baut die vielen Wohnungen für sie, wer entsorgt
den Müllberg? Die Gefahren von Vorurteilen mehren
sich. Übertriebenen Ängsten und heilversprechenden
Hoffnungen kann nur mit exakten Kenntnissen und
Prognosen begegnet werden.
Im vorliegenden Buch wird dargestellt,
- wie viele Singles es früher gab, heute gibt und in
Zukunft geben wird, wie sie leben, welche Typen
auseinanderzuhalten sind,
- warum immer mehr Menschen als Singles leben,
- inwieweit Singles »nützlich« oder »schädlich«
sind, was sie künftig zur Lösung unserer Probleme
beitragen,
- welche Gestaltungswege es gibt: hin zur
»moralischen« Gesellschaft, zur
»Partizipationsgesellschaft«, zur »solidarischen«
Gesellschaft oder zur »Mitarbeitsgesellschaft«.
Das Fazit: Die »Single-Gesellschaft« wird es nicht
geben. Wohl aber werden wir mehr als bisher die
Folgen vermehrten Alleinlebens beachten müssen."
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Die Studie in der
Debatte
- BEZIEHUNGSWEISE (1995): Gefahr
durch Singles?
Hoher Anteil Alleinlebender bewirkt
gesellschaftliche Krise,
in: Beziehungsweise
Nr.22 v. 16.11.
-
HRADIL, Stefan (2000): Die
Subjektivierung des Lebens - Die Single-Gesellschaft,
in:
Teleakademie, Sendung des
SWR v. 08.10.
-
HRADIL, Stefan (2001):
Individualisierung und Optionsgesellschaft.
Thesenpapier. Tagung der Programmkommission SPD, Berlin,
12.02,
in:
spd-parteitag.de
-
WIRTSCHAFTSWOCHE (2001): Liebe geht immer: Doch wie
damit Geld verdienen?
in:
Wirtschaftswoche v.
26.06.
- Kommentar:
Hier
wird der Knackpunkt zwar angesprochen, aber zugunsten
unbegründeter Euphorie ignoriert:
"Allen demographischen Daten zufolge müsste das Geschäft mit
den Singles das Potenzial zum Mega-Business haben. Der
Mainzer Soziologie Professor Stefan Hadril beschreibt in
seiner Studie 'Die Single-Gesellschaft' den Single als
'finanziell besser gestellt, gebildet und konsumfreudig'.
Luxusgüter gehören zu des Singles bevorzugter
Einkaufsbeute."
Was die
Wirtschaftswoche jedoch verschweigt: HRADIL bezieht sich mit
dieser Aussage nicht auf die 13,3 Millionen Menschen in
Einpersonenhaushalten, sondern auf die 25-55jährigen
Alleinlebenden. Das waren im Jahr 2000 ca. 5,6 Millionen
Menschen. HRADIL zieht davon noch die Nicht-Erwerbstätigen
ab und unterscheidet zwischen Männern und Frauen.
Männer dominieren
im mittleren Lebensalter, verdienen aber weniger als
gleichaltrige Verheiratete. Zudem gehören viele Männer zu
den Geringverdienern und nur wenige zu den
gutverdienenden Yuppies,
die als Zielgruppe der Geschäftemacher anvisiert werden.
Davon ist jedoch
in diesem Artikel nichts zu lesen, stattdessen sieht man die
Probleme woanders: "Doch dieses Potenzial ist nur schwer zu
nutzen. 'Die Singles können nicht sehr zielgerichtet
angesprochen werden, weil sie verschiedenste Altersgruppen
und Interessenlagen vereinen', sagt Henrike Fröchling,
Geschäftsführerin bei Partnerbörsen-Newcomer Parship.de in
Hamburg".
Das Problem der
immensen Einkommensunterschiede und der heterogenen
Altersstruktur wird als Problem der Zielgruppen-Ansprache
gewertet, aber nicht als Fehleinschätzung des Potenzials
selbst.
Das zweitrangige
Problem der Zielgruppen-Ansprache ist das Ergebnis der
sozialpolitischen Debatte, in deren Verlauf der
Single-Begriff so verwässert worden ist, dass er für die
Beschreibung von Partnersuchenden unbrauchbar geworden ist.
Die Sozialschmarotzer-Debatte der letzten Zeit dürfte da
noch mehr Schaden angerichtet haben.
- JURZIG, Katrin (2001):
Der Single - Dichtung und Wahrheit.
Beim Thema Single liegen Dichtung und
Wahrheit eng zusammen,
in: FAZ.Net
v. 28.06.
- Kommentar:
Für
einen Pressebericht eine erstaunlich differenzierte Analyse
des Single-Daseins. Man könnte denken, die Autorin hat sich
heimlich bei single-dasein.de informiert. "Yetties"
und "Nerds"
werden als typische Single-Klischees genannt.
JURZIG bezieht
sich wie die WIRTSCHAFTSWOCHE (26.06.2001) auf den
Soziologen HRADIL und seine Studie "Die
Single-Gesellschaft". Sie zitiert jedoch nicht dessen weite,
statistische Definition, sondern die enge Definition, in die
auch Motive des Alleinlebens einfliessen: "Single, der
alleine in einem Ein-Personen-Haushalt lebt, 25 bis 55 Jahre
alt ist, keinen festen Partner haben will und das für
längere Zeit". In dieser Definition treffen sich das "Yuppie"-
und das "swinging Single"-Stereotyp. Mit geschätzten 3 % der
Bevölkerung ist diese Zielgruppe für die Wirtschaft
natürlich ziemlich irrelevant, weswegen die Zurückhaltung
nur verständlich ist. Kein Potenzial also für einen
Megaboom.
Die Werbung ist
deshalb auf den weitverbreiteten Single auf Zeit fixiert.
JURZIG führt Boris BECKER als einen solchen Prototyp an, was
aber wohl eher als eine Art Auslaufmodell verstanden werden
muss.
"Die statistische
Erhebung - Mikrozensus genannt - gibt Auskunft darüber, dass
es im Jahr 2000 über 3,8 Millionen Haushalte gab, in denen
nur ein Mensch ohne oder mit Kindern wohnte." Hier ist
zumindest ein Druckfehler vorhanden, denn in Deutschland
gibt es ca. 13,8 Millionen Einpersonenhaushalte. Die
Haushalte der Alleinerziehenden gehören jedoch nicht dazu,
aber Mensch mit Kind stimmt letztlich irgendwie doch, denn
in den Einpersonenhaushalten leben auch Menschen, deren
Kinder nicht zum gleichen Haushalt gehören bzw. nicht
permanent im Haushalt leben, d.h. zumindest nicht am
Stichtag des Mikrozensus. Das mag mancher vielleicht als
Haarspalterei ansehen, ist es aber keineswegs, wenn man
bedenkt wie sehr die Verteilungspolitiker gerade die
angebliche Kinderlosigkeit der Alleinlebenden in den
Mittelpunkt einer Anti-Singlekampagne stellen.
JURZIG weist auf
die heterogenen Einkommensverhältnisse der Singles hin, was
nicht oft genug erwähnt werden kann, da es hier in der
Bevölkerung ziemlich absurde Vorstellungen zu geben scheint.
Single und Sozialhilfe, das passt nicht so recht in das
Klischee vom Yuppie.
JURZIG stellt zum
Abschluss die berechtigte Frage, ob der "Alpha"-Single
(anderer Ausdruck für stilbildende Leitfigur, hier speziell
der Singles) nicht eher ein Wunschbild der Messeveranstalter
ist.
-
STEDING, Maraike & Susann
SACHSE (2001): Im Namen der Liebe - Single
in:
Subway Nr.9, September
- Kommentar:
Selten wird
die Zielgruppe in einer Zeitschrift derart genau benannt:
"soziologisch definiert gelten nur diejenigen als Singles,
die zwischen 25 und 55 Jahre alt und wirtschaftlich
unabhängig sind, keinen festen Partner haben und in einem
eigenen Haushalt leben".
DIE
soziologische Single-Definition gibt es nicht. Die genannte
Definition orientiert sich jedoch an Stefan HRADILs engem
Single-Begriff. Der entscheidende Unterschied: HRADIL
grenzte die alleinlebenden Partnerlosen auf die "swinging
Singles" ein, während die beiden Autorinnen die
unfreiwilligen Singles auf Partnersuche ebenfalls dazu
zählen und "Swinging Singles" ins Mythenrreich verbannen
wollen. Ein weiterer Unterschied: die wirtschaftliche
Unabhängigkeit wird besonders betont, aber nicht genau
spezifiziert. HRADIL setzt dies dagegen voraus, weil Singles
sonst nicht einen eigenen Haushalt führen könnten.
SUBWAY
ist ein sogenanntes Stadtmagazin, das sich in erster Linie
an ein Szene-Publikum richtet. Der Artikel spricht deshalb
nicht alle Partnerlosen bzw. Partnersuchenden an, obwohl die
Partnersuche als das zentrale Thema der Singles angesehen
wird: Singles suchen die "große Liebe".
Diese
Sichtweise entspricht dem Trend der Zeit, wie er von SPIEGEL
bis FOCUS verkündet wird. Die typisch locker flockige
Sprache entspricht dem angesprochen Segment, grenzt sich
jedoch explizit gegen die einstige gegenkulturelle Tradition
der Stadtmagazine ab:
"Von den
einstigen Hippie-Idealen, Sex mit allen, Ruhe in mir selbst
und Frieden mit der Welt, ist also nicht viel übrig
geblieben. Die freie Liebe ist anscheinend nichts, gegen die
einzig wahre."
Der Text
ist eine Zielgruppenansprache zur Vermarktung des neuen
Single-Magazins "Ich will kein Single mehr sein", das es als
Beilage zum Magazin gibt und das am 3. November auf einer
Braunschweiger Single-Party verteilt werden soll.
Ein Single-Magazin, das sich "Ich will kein Single mehr
sein" nennt,
das
bringt den Widerspruch dieses unmöglichen Begriffs genau auf
den Punkt. Der Begriff "Single" ist durch die
familienpolitische Debatte seit Ende der 80er Jahre als
Identifikationsbegriff für Solisten unbrauchbar geworden.
Überzeugte Singles nennen sich deshalb anders und
Partnersuchende möchten sowieso nicht als Singles
angesprochen werden...
Das
Segment des neuen Single-Magazin ist quantitativ wesentlich
geringer als dies erscheint, denn viele Alleinlebenden im
mittleren Lebensalter sind nicht partnerlos. Wer aber
nicht-alleinlebende
Partnerlose
gar nicht erst einbezieht, der grenzt gerade jene aus, die
aus unterschiedlichen Gründen, weder von der Sozialforschung
noch von der Marktwirtschaft als Zielgruppe angesehen
werden. Dazu gehören alleinerziehende Partnerlose genauso
wie Partnerlose, die aus finanziellen oder sozialen Gründen
bei den Eltern wohnen.
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Der
Wandel des Wertewandels in der Debatte
-
BEZIEHUNGSWEISE (2003): Auslaufmodell Single?
Der Wertewandel wirft seinen Schatten über das einst "strahlende"
Single-Dasein,
in:
Beziehungsweise
Nr.13 v. 26.06.
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