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Die
Studie in den Medien
- HENKEL,
Gabi (2001): Paarorientierte
Gesellschaft.
Eine Studie der
Mainzer Uni zufolge gibt es keine
Vereinzelungstendenz,
in: Allgemeine
Zeitung Mainz v.
23.06.
- Kommentar:
"Auf
Basis der Amtsstatistik, die ihre
Auswertung auf Haushalte bezieht,
wird laut Schneider der Anteil
von Singles und Alleinerziehenden
in der heutigen Gesellschaft
überschätzt. Auch wenn
heutzutage 38 Prozent aller
Haushalte Ein-Personen-Haushalte
sind, machen Singles im Sinne
überzeugt Alleinlebender
lediglich drei bis vier Prozent
der Bevölkerung in Deutschland
aus."
Kaum ein
Soziologe wagt heute öffentlich
solch deutliche Worte. Gemäß
SCHNEIDER lebt von den 25- bis
55-Jährigen "jeder Elfte in
einer Beziehung ohne gemeinsame
Haushaltsführung". Damit
sind Partnerschaftsformen wie
"Living
apart together",
"Liebe
auf Distanz"
oder die Wochenendehe bzw. die Fernliebe
gemeint.
Nicht
erwähnt wird jedoch, dass viele
zusammenwohnende Paare ebenfalls
zu den Einpersonenhaushalten
gezählt werden.
- HEBEL,
Christina (2001): Geh' aus, mein Herz,
und suche Freud' - notfalls bis nach
Hamburg.
Pendelnde Herzen:
Fernbeziehungen werden immer häufiger /
Soziologen nennen das "Dual Career
Couple (DCC)" - zwei Karrieren, ein
Paar
in: Frankfurter
Rundschau v. 17.08.
- Kommentar:
Berichte
über Alleinlebende
sind im allgemeinen Berichte
über Partnerlose.
Dies verkennt die Tatsache, dass
viele Alleinlebende feste Partner
haben. Die konservative
Haushaltsstatistik, die immer
noch an der lebenslangen Wohn-
und Versorgungsgemeinschaft Ehe
orientiert ist, überschätzt
deshalb das Phänomen
Partnerlosigkeit. In der
Reportage von HEBEL kommt eine
32-Jährige Managerin zu Wort,
die eine Fernbeziehung
führt:
"In der Woche arbeitet sie
in Frankfurt und wohnt in ihrem
Ein-Zimmer-Apartment in
Sachsenhausen. Am Wochenende
fährt sie nach Hamburg und lebt
mit ihrem Freund in der
gemeinsamen Drei-Zimmer-Wohnung
im Stadtteil Hamm-Süd. Damit
gehört Nissen der immer größer
werdenden Gruppe derjenigen Paare
an, die für kürzere oder
längere Zeit eine Beziehung auf
Distanz führen. Dieses Phänomen
hat der Mainzer
Soziologie-Professor Norbert
Schneider im Auftrag des
Bundesfamilienministeriums in
einer Studie über 'berufliche
Mobilität und Lebensform'
erarbeitet, deren Ergebnisse am
28. August vorgestellt werden
sollen. Danach ist inzwischen
jede achte Liebe eine
Fernbeziehung. 1985 sollen es nur
halb so viele gewesen sein."
Frankfurt, Berlin und Hamburg -
Städte mit vielen
Arbeitsplätzen bei Banken, an
der Uni oder im Medienbereich -
sollen Hochburgen der
Fernliebenden sein. Bahn,
Fluggesellschaften und die
Telekombranche verdienen gut an
diesen Karrierepaaren.
Aber Fernliebende gehören nicht
nur zu diesen Spitzenverdienern,
sondern auch Jugendliche werden
durch Studienplatz oder
Bundeswehr zu eher unfreiwilligen
getrenntwohnenden Paaren, was im
Artikel unerwähnt bleibt. Die
Fernbeziehung ist auch nicht nur
die Folge einer
Aufstiegsorientierung wie dies
von HEBEL dargestellt wird,
sondern ist eine Möglichkeit dem
drohenden beruflichen Abstieg zu
entgehen.
- SACHSE,
Katrin (2001): Der bewegte Mensch.
Reisen, pendeln,
umziehen lautet die
Karriereregel. Das rastlose Leben
belastet Familie, Liebe und Gesundheit
in: Focus
Nr.35 v. 27.08.
- Kommentar:
Ein einseitiger
Bericht über die Studie von
Norbert SCHNEIDER
"Berufsmobilität und
Lebensform".
"Schlechte Noten erteilt die
Untersuchung Fernpendlern und
Wochenendheimfahrern",
schreibt SACHSE. Solche
pauschalen Aussagen sind für
Betroffene nutzlos, weil sie den
unterschiedlichen
Lebensumständen solcher Paare
nicht annähernd gerecht werden.
Das Hauptproblem ist, dass SACHSE
Familienpolitik für Tagespendler
betreibt. Wer umzieht, d.h. als
klassisches Paar bzw. Familie
lebt, der muss deshalb zu den
Gewinnern im "Kampf gegen
den Stress" gehören.
In
der französischen Tageszeitung
Le Monde vom 24.08.2001 wird
dagegen über die Folgen der
Arbeitszeitverkürzung und den
TGV-Effekt, d.h. die enorme
Reduzierung der Fahrzeiten
zwischen Großstädten,
diskutiert. Dadurch hat sich die
Bi-Lokalität in Frankreich
erhöht.
- FOCUS (2001):
"Was verkraftet die Seele?".
Familienministerin Bergmann fordert
Unternehmer auf, an Familien zu denken und
Fahrtkosten zu tragen,
in: Focus Nr.35 v. 27.08.
- Kommentar:
Die
Berichte zur Vorstellung der Studie durch
Familienministerin Christine BERGMANN in
Berlin beschränken sich auf den
familienpolitischen Aspekt des Themas,
d.h. wer vor der konkreten Entscheidung
steht: Fernbeziehung ja oder nein, der
wird hier keine relevanten Informationen
finden.
Die
Lösung für Fernliebende, die seit
Ulrich BECKs
"Das ganz normale Chaos der
Liebe" immer wieder gefordert
wird: Unternehmen sollen Arbeitsplätze
auch für den Partner bereitstellen, ist
höchstens ein Mittel der Rekrutierung
von Eliten. Die Mehrzahl der Paare werden
also nicht in den Genuss solcher Angebote
kommen.
Wer
nicht den Aufstieg, sondern den Abstieg
vor Augen hat, der wird von der
gegenwärtigen Familienpolitik ganz im
Stich gelassen...
- BALL,
Stefanie (2001): Mobilität macht
nicht glücklich,
in: Mannheimer Morgen v. 29.08.
- BALL,
Stefanie (2001): Nicht zu
ändern,
in: Mannheimer Morgen v. 29.08.
- BERNARDING,
Bernard (2001): Die Probleme der
"Leitfigur der
Moderne".
Die
Wirtschaft braucht mobile
Berufstätige, doch deren
Familienleben leidet - Ministerin
Bergmann stellt Studie vor,
in: Saarbrücker Zeitung v.
29.08.
- SAARBRÜCKER
ZEITUNG (2001): Wir sind ja alle so total
global.
Heute hier, morgen nie daheim,
in: Saarbrücker Zeitung v.
29.08.
- EPD/KNA
(2001): Pendler müssen leiden.
Studie: Grund für
Mobilität ist meist die Angst um
den Job,
in: Frankfurter
Rundschau v. 29.08.
- GERMIS, Carsten
(2001): Kilometer zur Karriere.
Pendeln
- jede sechste Partnerschaft ist
davon betroffen. Was im Beruf
Vorteile bringt, lässt bei den
meisten das Privatleben leiden
in: Tagesspiegel v. 29.08.
-
HÄNSEL, Heiko
(2001): Berufspendler kriegen
weniger Kinder.
Familienministerin
Christine Bergmann (SPD) legt
Studie zur beruflichen Mobilität
vor. Trennung von Lebens- und
Arbeitsort ist meist erzwungen,
in: TAZ
v. 29.08.
- Kommentar:
Heiko
Hänsel schreibt, dass
Singles nicht zu den
befragten Paaren
gehören. Heutzutage
werden Personen, die
einen Einpersonenhaushalt
führen, d.h.
Alleinlebende, als
Singles bezeichnet. In
diesem Sinne gehören
Singles sehr wohl zur
untersuchten Population.
Menschen, die eine
Fernbeziehung führen,
können beide einen
Einpersonenhaushalt
führen.
"Shuttles", die
berufsbedingt einen
zweiten Haushalt
gründen, sorgen
ebenfalls für einen
Anstieg der
Alleinlebenden.
- SIEMS, Dorothea
(2001) Ministerin: Familien
leiden unter
"Berufsnomadentum".
Insbesondere
für Frauen und Kinder seien die
Nachteile erheblich,
in: Welt v. 29.08.
- SPAHN,
Susanne (2001): Neue Studie zur
Situation von Berufspendlern.
Familien leiden unter
dem Zwang zur Mobilität. Viele
klagen über Einsamkeit und
Entfremdung von dem Partner,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 29.08.
- KRUMPHOLZ-REICHEL,
Anja (2002): Kaum da, schon wieder weg!
Die einen nehmen
täglich lange Fahrtzeiten zum
Arbeitsplatz auf sich, andere leben unter
der Woche wie Singles und werden nur am
Wochenende wieder zu Familienmenschen.
Berufliche Mobile und ihre Partner leben
mit vielen Strapazen, nur um sich einen
Umzug in eine fremde Stadt zu ersparen.
Damit wählen sie den schwersten Weg, wie
eine aktuelle Studie belegt,
in: Psychologie
Heute, April
- KRUMPHOLZ-REICHEL,
Anja (2002): "Die negativen Folgen
der Mobilität dürfen nicht länger
übersehen werden".
Ein Gespräch mit
Norbert F. Schneider, Professor für
Soziologie an der Universität Mainz und
Projektleiter der Studie Berufsmobilität
und Lebensform,
in: Psychologie
Heute, April
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