Zusammenfassung
1 Fragestellung
2 Das
Niedrigeinkommenspanel als neuere Datenquelle der
Armutsforschung
3 Soziodemografische Struktur des Niedrigeinkommenssegments
der Bevölkerung Deutschlands
4 Unterversorgungen der Niedrigeinkommenshaushalte in
einzelnen Lebenslagen
4.1
Unterversorgungen der Niedrigeinkommenshaushalte im
Querschnitt
4.2 Überwindung und Verfestigung von Unterversorgungslagen
in den Niedrigeinkommenshaushalten im Zeitverlauf
5
Deprivationsprofile der Niedrigeinkommenshaushalte
6 Zusammenfassung der Befunde aus dem NIEP
Zitate:
Stichprobe des
Niedrigeinkommenspanel (NIEP)
"Die Stichprobe umfasst insgesamt
1.922 Haushalte, die zwischen November und Mai 1999 (...)
erstmals befragt wurden. Bis Juni 2002 wurden sechs
Erhebungswellen durchgeführt." (S.168)
Alleinlebende sind überdurchschnittlich oft unter den
Niedrigeinkommenshaushalten vertreten
"Wer
(...) mit seinem Ehepartner zusammenlebt und (noch) keine
Kinder hat bzw. nur Kinder hat, die schon aus dem
elterlichen Haushalt ausgezogen sind, wird sich mit hoher
Wahrscheinlichkeit nicht im unteren Quintil (Anm d.V..:
Fünftel) der Einkomensverteilung befinden. Frauen, die
alleine leben, sind hingegen überproportional oft in der
Stichprobe des Niedrigeinkommenspanels vertreten". (S.173)
Eher
allein stehende Rentner als Familien von der Einkommensarmut
betroffen
"Wie es
scheint, handelt es sich innerhalb des
Niedrigeinkommenssegments bei Einkommensarmut eher um
Altersarmut (alleinstehende Rentner), als um eine Armut, die
mit (minderjährigen Kinder in Familien zu tun hat. Die
Menschen, die in einkommensarmen Haushalten leben, sind
tendenziell älter als die, die nicht von der Einkommensarmut
betroffen sind." (S.175)
Alleinlebende sind überdurchschnittlich oft von
Einkommensarmut betroffen
"Alleinlebende Männer und Frauen sowie nichteheliche
Lebensgemeinschaften (NEL) ohne Kinder sind
überdurchschnittlich von Einkommensarmut betroffen.
Offensichtlich fallen Familien, d.h. Alleinerziehende,
Ehepaare mit ledigen Kindern und NEL mit ledigen Kidern,
demgegenüber häufig in den Bereich der Haushalte, die zwar
mit knappen finanziellen Mitteln auskommen müssen, jedoch
nicht unmittelbar einkommensarm (...) sind." (S.176)
Geschlechtsspezifische Unterschiede bei den einkommensarmen
Alleinlebenden
"Alleinlebende Männer und (Ehe-)Paare ohne Kinder im
Haushalt haben i.d.R. ein Sparguthaben, selbst wenn sie sich
im Niedrigeinkommensbereich bewegen. Frauen verfügen
hingegen überdurchschnittlich oft über keinerlei Rücklagen,
insbesondere allein lebende und allein erziehende Frauen
leben häufig ohne irgendwelche Ersparnisse." (S.176)
Alleinlebende gehören überdurchschnittlich oft zu den
unterversorgten Niedrigeinkommenshaushalten
"Trotz
ihrer Zugehörigkeit zum unteren Einkommensquintil (Anm.d.V.:
Einkommensfünftel) bleibt eine relativ große Gruppe (ca. 30
%) von eigentlicher Armut verschont. Zu diesen »Unterversorgungsfreien« gehören
überdurchschnittlich oft Menschen mit einem hohen
Bildungsniveau und einer guten beruflichen Position.
Hinsichtlich der Familienform finden sich hier v.a. Ehepaare
ohne Kinder.
(...).
Kritisch ist, dass mehr als die Hälfte (ca. 55 %) der
Niedrigeinkommenshaushalte zwei oder mehr Problemlagen
vereinen. (...). Anhäufungen von Deprivationen finden sich
v.a. bei Alleinlebenden, in den neuen Bundesländern und bei
Alleinerziehenden." (S.186)