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Neu:
KÖNIG, Oliver & Tomke KÖNIG (2007): Metalog zur
Familienpolitik,
in: Familiendynamik,
H.2, April
- Inhalt:
Tomke & Oliver KÖNIG u.a. über das Bild der
Familienpolitiker zu ihrer Lebensform und die Lösung von
Mobilitätsanforderungen:
"Tomke
König: Wir kommen insofern in den Texten vor, weil wir statistisch
zu denen gehören, die sich verweigern, Kinder zu kriegen.
Denn in den Statistiken
werden die Übervierzigjährigen nicht mehr als potenzielle Kandidaten
für eine Familiengründung erfasst. Wir tauchen in den Texten als
die
Paare ohne Kinder auf, die alle Privilegien haben - zwei
Einkommen, flexibel, gebildet und so weiter -, und
wir schmarotzen in diesem Bild von denen, die schon mit 20 Kinder
gekriegt haben.
Oliver
König: Wie kommt es
denn, dass wir jetzt erst Familie werden? Wir haben beide
Vorstellungen über unsere biografischen Hintergründe und über unsere
soziale Position.
Wir sind typisch für eine ganze Gruppe von hoch qualifizierten,
akademisch gebildeten Leuten, die die Familiengründung immer wieder
aufgeschoben haben, und nun hat es bei uns gerade noch geklappt.
(...). Ich merke für mich selber, dass es wunderbar passt momentan.
(...). Jetzt geht es mir so, wie ich glaube, dass es früher den
Frauen gegangen ist oder manchen Frauen auch heute noch geht: dass
ich aus einer nicht so befriedigenden beruflichen Situation heraus
sage: Ach, jetzt kümmere ich mich mal eher um die Familie.
Tomke
König: Da sprichst du einen wichtigen Punkt an, der uns als Paar
charakterisiert, nämlich dass du 15 Jahre älter bist als ich und
beruflich an einem anderen Punkt stehst.
Wenn wir beide
gleich alt wären und du auch gerade dabei wärst, so wie ich eine
Habilitation abzuschließen, und Ambitionen auf eine Professur
hättest, dann würden wir jetzt mehr in Konkurrenz geraten.
(...).
Angesichts der Tatsache, dass
mein Arbeitsplatz in
Basel ist und wir hier in Köln leben, wird es mir allerdings
etwas schwindelig.
Oliver König: Ich glaube, dass wir die Hauptkämpfe noch vor uns
haben. Zumindest müssen wir uns noch mal auseinandersetzen, wie
unsere beruflichen Chancen realisierbar sind, gerade aufgrund der
verschiedenen Orte. Wenn ich meinen Wohnort verändere, dann schlage
ich hier mit der Praxis meine ökonomische Basis weg. Wenn wir hier
bleiben und du musst woanders hin pendeln, dann hast du eine
unglaubliche zusätzliche Belastung. Dann stellt sich die Frage: Wie
kriegen wir beide Optionen unter einen Hut? Oder ich sage, jetzt ist
es für mich gerade richtig, hier aufzuhören, und ich gehe mit dir
woanders hin und gucke mal, was ich dann da mache.
Tomke
König: Ich glaube, den Fehler haben schon viele Frauen
begangen.
Ich
könnte mir eher vorstellen, dass das, was wir jetzt als Problem
beschreiben, auch eine Ressource sein könnte. Vielleicht wird es
auch angenehm sein, mal ein paar Tage ohne das Kind zu sein und in
der Ferne ein anderes Leben zu genießen.
(...).
Oliver König:
Familiär haben wir nicht viel Hilfe zu erwarten. Meine Eltern
sind schon tot, deine Eltern werden nicht viel zur Verfügung stehen.
Wir haben beide gesagt, dass wir relativ früh bezahlte Hilfe für
Kinderbetreuung suchen werden. Das heißt, wir sind bereit und in der
Lage eine bestimmte Summe Geld zu zahlen, um unsere individuellen
Freiheiten zu bewahren. Ich bin allerdings gespannt, wie weit unsere
inneren Bedingungen es zulassen, dass wir das Kind viel außerhalb
betreuen lassen."
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