"Die Straße zur
Bucht stieg zunächst an.
In ihrer Korbtasche lag das Nötige beieinander.
Sonnenschutz mit Filterstärke 24 war empfehlenswert,
ein Liter Mineralwasser genügte gegen das Dehydrieren.
Ein Buch und 30 Euro halfen im Restaurant Bollullo
weiter.
Sie schritt frisch aus.
Eine Stunde dauerte der Marsch hinauf, entlang der
Küstenstraße, durch eine Schlucht, dann wieder über
halbverfallene Treppen hin zum geheimen Ort." (S.146)
"Von der Carreterra
del Este bog sie auf den Trampelpfad ein. Vor einem
Gehöft unterhalb der Landstraße hatte sie vor Jahr und
Tag der Schäferhund wüst angekläfft. Biß und Tollwut
war sie nur durch ein starres Dastehen und Aushalten
entronnen. Nun kam der ergraute Wolf bloß bis ans Tor
getrottet und schnüffelte in die Luft.
In den
Bananenpflanzungen nahte die Erntezeit. Über die
reifen Stauden waren durchsichtige blaue Plastiksäcke
gezogen. Braunes Blattwerk bedeckte den Boden zwischen
den lackmattgrünen Stämmen.
Der süße Duft der Bananeras betäubte sie. Jenseits der Schlucht, auf der
Felsnase zwischen Himmelsblau und Meer, sah sie die
hingepinselten Buchstaben P L A Y A. Unweit der
Schrift leuchtete der weiße Tupfer des Restaurants,
das sechzig Meter über der Brandung schwebte. So war
der Diwan der Götter gebaut. Der stämmige Kellner würde
sie mit Hola! Señora begrüßen." (S.149)