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Schweiz

 
       
   

Die Alterssicherung und der demografische Wandel

 
       
   
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2001

HOPHAN, Franz (2001): Die AHV in Finanznöten.
Mehr Babies hätten das Problem nicht gelöst, sondern nur vertagt,
in: Berner Zeitung v. 07.05.

"Mehr Babies in den Achtziger- und Neunzigerjahren hätten das Finanzierungsproblem der AHV wahrscheinlich wesentlich entschärft. Aber nicht ohne einen hohen Preis. Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat für unsere Zeitung eine hypothetische Berechnung (Projektion) angestellt: Hätte die Geburtenhäufigkeit bis heute auf dem hohen Niveau der frühen Sechzigerjahre verharrt, wäre die Einwohnerzahl der Schweiz bis Ende 1999 auf 8,8 Millionen Personen angestiegen.
            Mit dieser Annahme würde die Alterspyramide der Bevölkerung zwar richtig schön aussehen, nämlich mehr nach Pyramide als nach Zwiebel (vgl. Grafik). Aber wer mag sich eine Schweiz mit 8,8 Millionen Einwohnern vorstellen? 1,6 Millionen mehr als heute, 13-mal die Bevölkerung der Stadt Bern zusätzlich. Noch mehr Stress, Verkehr und Lärm, noch mehr Landverschleiss und Umweltzerstörung, noch mehr Abfall und CO2-Emissionen - und sehr wahrscheinlich auch wesentlich mehr Arbeitslose.
            Und bald wären wir 10 Millionen gewesen. Eine Bevölkerungszahl, die der St. Galler Professor Francesco Kneschaurek einmal als gerade «noch tragbar» bezeichnet hat. Heute würde er das angesichts des herrschenden Lebensstils mit dem enormen Ressourcenverschleiss wohl etwas anders sehen. Einmal musste das Bevölkerungswachstum gebremst werden. Dass es in den Sechziger- und Siebzigerjahren ohne jegliche Zwangsmassnahmen, sozusagen «natürlich» geschah, hat uns noch grössere Probleme mit der AHV erspart. Weil es kein unendliches Bevölkerungswachstum geben kann, wäre der Rückgang einige Jahrzehnte später ohnehin eingetreten, hätte uns aber - weil auf höherem Niveau - noch härter getroffen",

berichtet Franz HOPHAN. Die Berechnungen des Bundesamtes für Statistik der Schweiz bestätigen eindrucksvoll die Richtigkeit des Gedankenexperiments von single-generation.de: Ein kleines Gedankenexperiment zu den Folgen der steigenden Lebenserwartung

MORELL, Marco (2001): "Es ist wie beim Bergsteigen: Statistik ist der Kompass, der im Nebel den Weg weist."
Carlo Malaguerra über die Kunst, Zahlen richtig zu lesen, Politiker, die sich im dichten Datenwald verirren, und das kulturelle Kapital der Schweiz
in: SonntagsZeitung v. 12.08.

MORELL interviewt den Direktor des Schweizer Bundesamtes für Statistik, der u.a. auf Versuche der politischen Einflussnahme eingeht:

"In der Schweiz gehört das Bundesamt der Statistik zum Departement des Innern. Die Tätigkeit unseres Amts geht in politisch heikle Bereiche hinein. Die Versuchung, die Art, wie wir unsere Zahlen präsentieren, zu beeinflussen, ist schon vorhanden."

Ein anderes Thema ist die Fehlinterpretation bzw. Ignorierung von statistischen Daten:

"Haben Sie nicht manchmal das Gefühl, dass Sie Statistiken produzieren, die niemand ernst nimmt?
            Malaguerra: Ich finde Ihre Aussage zu überspitzt. Es stimmt, dass die statistische Kultur in der Schweiz nicht besonders entwickelt ist. Aber Statistiken spielen in der Politik eine immer grössere Rolle. Schauen Sie, man kann nicht eine AHV-Revision machen, ohne eine statistische Grundlage zu haben. Beim Thema Verkehr ist es genauso.
            Gerade die heutigen Probleme bei der Finanzierung der AHV oder beim Verkehr wären aber dank Ihrer Statistiken schon vor Jahren voraussehbar gewesen. Trotzdem ist nichts geschehen.
            Malaguerra: Sie haben Recht. Ich muss auch Kritik an uns selbst richten. Wir haben viele Daten produziert und veröffentlicht. Aber das reicht nicht. Wir müssen die Politiker bei der Anwendung unserer Daten vermehrt beraten, sonst finden sie sich im dichten Datenwald nicht zurecht."

Der Dschungelführer durch die Haushaltsstatistik - oder warum Durchblick in der Statistik nicht nur für Nerds wichtig ist

IM (2001): Mehr als 8 Millionen?
Neue Entwicklungsszenarien für die Schweiz bis 2060,
in: Neue Zürcher Zeitung v.01.11.

HEUSSER-MARKUN, Regula (2001): Die Alterung der Welt,
NZZ-Zeitfragen: "Demographieszenarien fürs 21. Jahrhundert,

in:
Neue Zürcher Zeitung v.10.11.

HEUSSER-MARKUN beleuchtet u.a. die Irrtümer der Demografen: "Prognosen aus den frühen sechziger Jahren stellten angesichts des damaligen Babybooms für die achtziger Jahre eine Bevölkerung von gegen 10 Millionen in Aussicht. Schul- und Spitalplanung richteten sich danach, manches musste später modifiziert werden, um Überkapazitäten zu vermeiden.
            Bereits 1985 erschien dann ein Report unter dem Titel «Sterben die Schweizer aus?», gemäss welchem um 2010 nur mehr etwas über 4 Millionen Schweizer das Land bewohnen würden. Bevölkerungspolitische Massnahmen wurden angeregt: Steuererleichterung, Mutterschutz, Kinderkrippen sollten die Gebärfreudigkeit heben.
Inzwischen leben über 7 Millionen Menschen in der Schweiz, davon rund 6 Millionen Schweizer."

GROSS, Peter (2001): Grauer, aber bunter - kein Widerspruch.
NZZ-Zeitfragen: Das neue Altern und die Grenzen des Rechnens,
in: Neue Zürcher Zeitung v.10.11.

MÜNZ, Rainer & Ralf ULRICH (2001): Die Schweiz im 21. Jahrhundert.
NZZ-Zeitfragen: Politik und Gesellschaft im Licht demographischer Prognosen,
in: Neue Zürcher Zeitung v.10.11.

Die beiden Autoren stellen die neue Prognose von Avenir Suisse vor. Es wird nicht von einem zukünftigen Bevölkerungsrückgang in der Schweiz ausgegangen. Grundlage der Prognose ist die Annahme einer geringeren Sterblichkeit im Alter und eine höhere Einbürgerungsrate.

Rainer Münz - Politikziel Zuwanderung

2002

SOMMER, Jürg H. & David S. GERBER (2002): Altersvorsorge mit freier Pensionskassenwahl.
Das BVG-Korsett verursacht Wohlfahrtsverluste,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 06.04.

Das Schweizer Modell der Altersvorsorge wird vor allem wegen seinem Kapitaldeckungsverfahren als vorbildlich angesehen. Die beiden Ökonomen finden das System jedoch reformbedürftig. Es hat in der Vergangenheit vor allem die Ungleichheit weiter vergrößert. Von einem wirtschaftsliberalen Standpunkt aus betrachtet ist die Lösung klar: noch mehr Wettbewerb unter den Pensionskassen lautet das Rezept.

MÜLLER, Thomas & Albert STECK (2002): Übersicht verloren.
Die tiefere Rentenverzinsung bringt Bundesrat und Versicherungen in Bedrängnis. Der Proteststurm ist gewaltig,
in: Facts Nr.28 v. 11.07.

2003

BORTOLANI, Martina (2003): Kleine sind das Grösste!
Gute Gründe für Nachwuchs gibts derzeit mehr als genug. Martina Bortolani über die neue Lust auf Mutterfreuden,
in: SonntagsZeitung v. 16.02.

Auch in der deutschsprachigen Schweiz geht die Angst vor dem Aussterben um. Frauen, die mit dem Rauchen aufhören, gelten hoffnungsvoll als schwanger. BORTOLANI hofft zudem, dass schwangere Prominente den Mitläufer-Typus zum Kinderkriegen animieren, damit 2003 das Jahr der Windeln werden kann.

FRITSCHI, Harald (2003): Die Luft ist raus.
Die Pensionskassen-Krise hat Folgen: Arbeitnehmer werden mehr zahlen müssen - und später als Rentner weniger bekommen,
in: Facts Nr.11 v. 13.03.

Unsere "Sandwichgeneration" schwört auf den Markt und hasst den Staat. Dafür hat Florian ILLIES das Label Generation Golf erfunden. Neoliberale Besitzstandswahrer von Jürgen BORCHERT über Meinhard MIEGEL bis zu Oswald METZGER schwören auf das Schweizer Sozialsystem. Grundrente oder Kapitaldeckung oder beides - je nach persönlichem Geschmack. Die Schweizer sehen dagegen ihr System kritischer. Sie haben es nämlich bereits vor dem New-Economy-Boom eingeführt und spüren nun die Folgen der Marktgesellschaft...

SCHNEIDER, Markus (2003): Ein Volk von IV-Rentnern.
Die Zahl arbeitsunfähiger Menschen nimmt nirgendwo so schnell zu wie in der Schweiz. Was sind die Gründe für diese "Invalidisierung der Gesellschaft"? Und warum interessiert sich niemand für die Kosten?
in: Weltwoche Nr.17 v. 24.04.

Die Schweiz gilt manchem Befürworter einer deutschen Bevölkerungspolitik als vorbildlich in der Altersversorgung. Das sehen die Schweizer ganz anders. Die neoliberalen Praktiken haben die Rentenversicherung an den Rand des Abgrunds geführt. Jetzt muss gespart werden. SCHNEIDER nimmt deshalb die "psychisch Kranken" ins Visier:

"hinter der unheimlichen Vermehrung der Fälle verbergen sich hauptsächlich zwei Diagnosen: Erstens nehmen die «Psychosen und Psychoneurosen» stark zu, zweitens in etwas geringerem Ausmass die «Erkrankungen an Knochen und Bewegungsorganen», die in der Umgangssprache oft als «Rückenschmerzen» artikuliert werden, und daneben kommt es oft zu einer Kombination von solch orthopädischen Leiden mit psychischen Leiden. Frappant auch hier der internationale Vergleich: In keinem anderen OECD-
Land beruht die medizinisch diagnostizierte Erwerbsunfähigkeit so stark auf «mentalen Ursachen» wie in der Schweiz. 1985 betrug dieser Anteil 24 Prozent, inzwischen liegt er laut neuster OECD-Studie bei 39 Prozent. Weltrekord, aber kein öffentliches Thema".

NZZ FOLIO (2003): Vorsorge.
Wovon sollen wir im Alter leben?

KAPPELER, Beat (2003): Waghalsige Wetten auf die Zukunft.
Weder die staatlichen Rentenzusagen noch die Versprechungen der Pensionskassen werden auf Dauer haltbar sein. Neue Arbeits- und Lebensformen sind der einzige Ausweg aus dem Dilemma der Altersvorsorge,
in: NZZ Folio, Beilage der Neuen Zürcher Zeitung, Nr.5 , Mai

Deutsche Neoliberale schwärmen von der Alterssicherung in der Schweiz! Die Schweizer sehen das ganz anders. Auswanderung ist nicht nur in Deutschland ein Thema der Neuen-Mitte-Presse, sondern auch in der hoch gelobten Schweiz.

FRIEDHOFF, Stefanie (2003): Back to work.
Der Börsencrash hat die amerikanischen Pensionsfonds, einst Garanten für fette Altersrenten ins Elend gestürzt. Jeder vierte Rentner kann sich den Ruhestand nicht mehr leisten. Viele sind gezwungen, sich wieder einen Job zu suchen,
in: NZZ Folio, Beilage der Neuen Zürcher Zeitung, Nr.5 , Mai

DIETRICH, Andreas (2003): Ich fühle mich volatil.
Ein Versicherter auf der Suche nach seinem Vorsorgegeld,
in: Folio, Beilage der Neuen Zürcher Zeitung, Nr.5 , Mai

IMHASLY, Bernard (2003): Die Bank des armen Mannes.
Ein Haus, etwas Goldschmuck und guterzogene Kinder sind in Indien, wo die grosse Mehrheit täglich um die Existenzsicherung kämpft, die wichtigste Vorsorge. Bei finanziellen Engpässen helfen private Komitees, denen man eher traut als den offiziellen Finanzinstituten,
in: NZZ Folio, Beilage der Neuen Zürcher Zeitung, Nr.5 , Mai

SCHÄR, Markus (2003): Krumme Touren.
Wie Manager einer Pensionskasse Millionen in den Sand setzten und gleichzeitig ihre eigenen Taschen füllten: der Fall Ascoop,
in: NZZ Folio, Beilage der Neuen Zürcher Zeitung, Nr.5 , Mai

JANSSEN, Martin/SCHMID, Adrian/WELTI, Ernst (2003): Lohnt sich eine dritte Säule? Können Kassen pleite gehen?,
in: NZZ Folio, Beilage der Neuen Zürcher Zeitung, Nr.5 , Mai

HELLER, Andreas (2003): Auf und davon.
Das Pensionskassengeld kassieren und im sonnigen Süden ein neues Leben beginnen. Tipps für Heimatmüde,
in: NZZ Folio, Beilage der Neuen Zürcher Zeitung, Nr.5 , Mai

SOMMER, Jürg H. (2003): Die Schweiz im Jahr 2025.
Was können wir von unseren Sozialwerken noch erwarten? Zwei Szenarien,
in: NZZ Folio, Beilage der Neuen Zürcher Zeitung, Nr.5 , Mai

SCHNEIDER, Markus (2003): Die glücklichen Alten.
Die heutigen Rentner werden geschont, die zukünftigen bezahlen. Die Aussichten sind düster,
in: Weltwoche Nr.22 v. 28.05.

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz stehen Rentenreformen an. Auch dort sind die Pseudo-Provokateure - wie in Deutschland Meinhard MIEGEL - im Grunde Besitzstandwahrer, weil sie die Rentenansprüche der derzeitigen Rentner verteidigen. Stattdessen sollen die Nach-68er-Generationen die ganze Zeche zahlen. Das wird diesen Generationen auch noch als Gewinn verkauft. Gewinne machen jedoch vor allem die Anbieter privater Altersvorsorge. Kein Wunder also, dass MIEGEL und das Deutsche Institut für Altersvorsorge an einem Strang ziehen.

DIETSCHI, Irène (2003): Flaute im Gebärsaal.
In der Schweiz werden immer weniger Kinder geboren. Die provisorische Zahl der Neugeborenen liegt mit 72 000 für das Jahr 2002 nochmals tiefer als im Vorjahr, als 73 509 Kinder zur Welt kamen. Der Abwärtstrend ist seit 1992 feststellbar. Schweizerinnen haben nicht nur weniger Kinder, sie werden auch immer später Mutter. Als Folge nimmt der Altersquotient zu,
in: Weltwoche Nr.24 v. 12.06.

Verfechter einer Bevölkerungspolitik in Deutschland - wie z.B. Jürgen BORCHERT - preisen die Schweizer Alterssicherung als vorbildlich an. Gebären für die Rente statt Trittbrettfahren der Kinderlosen ist der Tenor dieser neoliberalen Besitzstandwahrer. Die Schweizerinnen strafen jedoch die Befürworter einer solchen Bevölkerungspolitik Lügen.

HERBERMANN, Jan Dirk (2003): Das Schweizer Modell - hochgelobt auf wankenden Säulen.
Die Lebenserwartung der Eidgenossen steigt, und damit steigen wohl auch die Rentenversicherungsbeiträge,
in: Frankfurter Rundschau v. 24.07.

Das Schweizer Vorzeigemodell der neoliberalen Sozialpopulisten in Deutschland ist in der Schweiz umstrittener als in Deutschland, die kritischen Berichte mehren sich jedoch selbst in der deutschen Mitte-Presse. HERBERMANN berichtet über die gleichen Probleme wie hierzulande:

"Jetzt (...) kämpfen auch die Schweizer mit dem demographischen Dilemma: Geburtenrückgang und steigende Lebenserwartung lassen den Anteil der Rentner an der Bevölkerung steigen. Zugleich sinkt die Zahl der Beitragszahler. »Man rechnet heute damit, dass die Hälfte der Frauen mit Jahrgang 1950 den 90. Geburtstag erreicht, bei den Männern werden es auch 30 Prozent sein«, sagt François Höpflinger, Soziologe und Altersforscher an der Universität Zürich: »Das hat natürlich Folgen für die Rentenversicherungen.« Wie sollen diese Folgen gemeistert werden? Auch in der Schweiz scheinen höhere Beiträge unvermeidlich".

FAMILIENFRAGEN-Schwerpunkt: Steigerung der Geburtenrate: ein Ziel der Familienpolitik?

BÜHLER, Susanna (2003): Bevölkerungspolitische Argumente und Familienpolitik,
in: Familienfragen , Heft 4, S.2-5

2004

SCHNEIDER, Markus (2004): Die Gedanken danach.
Fortpflanzung und Altersversorgung gehören zusammen wie Mann und Frau. Was also soll der Staat mit Leuten machen, die kinderlos bleiben wollen? Ihnen die Rente kürzen? Das Stimmrecht entziehen?
in: Weltwoche Nr.16 v. 15.04.

2005

FACTS (2005): Singuläres Unglück.
Singles seien glücklicher und erfolgreicher als Frauen und Männer in Partnerschaften, heisst es. Sie sollen mehr Geld haben, mehr Spass, mehr Sex. Ein Irrtum! Weshalb der Ungepaarte zum gesellschaftlichen Verlierer abgestiegen ist,
in: Facts Nr.19 v. 12.05.

WIRZ, Claudia (2005): Im Zeichen der Harmonisierung.
Angleichung der Fruchtbarkeitsraten in der Schweiz,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 29.12.

2006

SCHUMANN, Harald (2006): Wo die Rente sicher ist.
Themenausgabe "Gutes, altes Deutschland": Könnte die Schweizer "Volksversicherung" ein Modell für Deutschland sein? Die Meinungen der Experten liegen weit auseinander,
in: Tagesspiegel v. 28.05.

2007

SCHNEIDER, Markus (2007): Die goldenen Jahre vor uns.
Man wagte es kaum mehr zu erhoffen: Die Schweizer Wirtschaft brummt, und die Experten übertrumpfen sich mit optimistischen Prognosen für die Zukunft. Gut möglich, dass uns eine lange Phase des Wachstums bevorsteht. Gründe gäbe es genug,
in: Weltwoche Nr.18 v. 03.05.

Die Schweiz liegt zusammen mit Westdeutschland an der Spitze in Europa, was die Kinderlosigkeit betrifft. Nach den nationalkonservativen Theorien, wie sie z.B. zuletzt von Franz-Xaver KAUFMANN ("Schrumpfende Gesellschaft") popularisiert wurden, dürfte es in solchen Gesellschaften keine positiven wirtschaftlichen Entwicklungen geben.

Während jedoch das kinderreiche Frankreich den wirtschaftlichen Niedergang beklagt, sehen die Schweizer - trotz demografischen Wandels - eher zuversichtlich in die Zukunft:

"Die Konsequenzen schlagen sich nieder bis in die Diskussion rund um die AHV. Wie schlimm es um die Zukunft dieses Sozialwerks steht, hängt stark von der Demografie ab: Der Anteil der über 65-Jährigen steigt, derjenige der 20- bis 64-Jährigen sinkt. Damit die Zahl der Erwerbstätigen nicht allzu stark absinkt, muss die Schweiz dieses Potenzial besser ausnutzen. Um die Jahrtausendwende gab es Szenarien, die der nackte Horror waren, mit sich öffnenden Finanzlöchern von 20, 30 Milliarden Franken. Nun zeigt sich: All das muss nicht eintreffen. Frauen könnten erstens besser in den Arbeitsprozess integriert werden. Zweitens könnten neue Ausländer zuwandern. Drittens könnte die Produktivität und damit die Reallöhne steigen. Viertens spricht heute einiges dafür, dass alle drei vorherigen Punkte gleichzeitig eintreffen."

Der Soziologe Karl Otto HONDRICH hat in seinem Buch Weniger sind mehr den Geburtenrückgang als Glücksfall beschrieben. Diese Sicht wird gegenwärtig eher durch die gesellschaftliche Entwicklungen in Europa unterstützt als die Pamphlete nationalkonservativer Alarmisten.

2008

  • SCHLAG, Beatrice (2008): Abzocken statt sterben.
    Bei der Umverteilung von AHV und Krankheitsentschädigung gewinnen die Frauen. Sie als Profiteurinnen zu bezeichnen, ist allerdings ein krasses Missverständnis. Für das Geld, das Männer mehr bezahlen, leisten Frauen eine Menge Gratisarbeit, um die sich kein Mann reisst,
    in: Weltwoche Nr.27 v. 03.07.

KAPPELER, Beat (2008): In zwölf Monaten fünf Milliarden weg.
Der AHV-Ausgleichsfonds hat in seiner Anlagepolitik keine glückliche Hand,
in:
Neue Zürcher Zeitung am Sonntag v. 09.11.

Noch vor fünf Jahren schwörten Familienfundamentalisten von Jürgen BORCHERT bis Meinhard MIEGEL auf das Alterssicherungssystem der Schweiz. Bereits damals zeigten sich aber die Probleme der privaten Altersvorsorge. Die Finanzkrise hat diese Probleme nochmals verschärft. Was als renditeträchtig verkauft wurde, war bislang ein Flop wie der aktuelle Artikel der NZZ zeigt.

2012

NZZ FOLIO-Thema: Rentner

SCHENK, Thomas  (2012): Die Nimmermüden.
Die Senioren sind für die Wirtschaft besonders attraktiv: Sie haben Geld, Zeit und bleiben immer länger gesund. Und keine Konsumentengruppe wächst so schnell wie sie,
in: NZZ Folio, Juni

HEUER, Steffan  (2012): Die große Grauzone.
Die mächtigste Lobby in den USA ist die AARP. An den Senioren kommt kein Politiker vorbei,
in: NZZ Folio, Juni

ENZ, Werner/BENZ, Matthias u.a. (2012): Wer soll das bezahlen?
Die Rentensysteme der Industrieländer, aber auch in China und Brasilien, geraten in Schieflage. Ein höheres Pensionsalter ist unausweichlich,
in: NZZ Folio, Juni

2014

ENZ, Werner (2014): Renten langfristig sichern.
Aymo Brunetti fordert Übergang zu flexiblem Rentenalter,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 27.06.

SCHOENENBERGER, Michael (2014): Schraubendrehung an der Rentenreform.
Der Bundesrat reagiert kaum auf die in der Vernehmlassung vorgebrachte Kritik an der "Altersvorsorge 2020",
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 27.06.

2016

RITTER, Johannes (2016): Die Schweizer Rente ist nicht genug.
Was die AfD wirklich von der Alterssicherung der Eidgenossen lernen kann,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.04.

Johannes RITTER schwingt die "demographische Keule", denn diese - warnt er jene, die bei der Lösung der Rentenfrage Richtung Schweiz schauen - bedrohe auch das Schweizer Rentenmodell. Dabei lenkt RITTER den Blick vor allem auf die erste Säule: die umlage- und steuerfinanzierte Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), die reformiert werden soll. RITTER stellt dazu die Reformvorschläge des Innenministers und des Arbeitgeberverbandes vor. Letzterer präferiert eine neoliberale Lösung wie in Deutschland.

THEILE, Charlotte (2016): Rentnerparadies.
Buch zwei: Das Schweizer Modell gilt als vorbildlich, weil es sich am individuellen Bedarf orientiert,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 30.04.

"Das Schweizer System der Altersvorsorge gilt international als vorbildlich",

erzählt uns Charlotte THEILE. Das sagen uns jedoch nur die Befürworter des so genannte "Cappucino-Modells". Andere sehen Österreich als Modell, wo noch immer die gesetzliche Rente die Hauptrolle spielt, im Gegensatz zu Deutschland.

Gerechtigkeit ist ein dehnbarer Begriff und THEILE beschreibt uns das Schweizer System als "Bedarfsgerechtigkeit":

"Jeder soll so viel bekommen, wie er zum Leben braucht."

Darunter kann sich der Reiche etwas anderes vorstellen wie der Arme.

Neoliberale jedoch planen dieses Schweizer Modell umzubauen. Ihre Argumentation ist - wie überall - auf dem demografischen Wandel aufgebaut, der die Entsolidarisierung verschleiern soll:

"Die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er kommen ins Rentenalter, was der AHV Probleme macht."

Die AHV (erste Säule: der Espresso) ist in etwa gleichzusetzen mit unserer Grundsicherung im Alter. Daneben gibt es jedoch die Berufsvorsorge (zweite Säule: die Milch) - eine Art betrieblicher Altersvorsorge, deren Probleme aus der Niedrigzinsphase resultieren, was die Anfälligkeit von Systemen der Kapitaldeckung vom Kapitalmarkt  aufzeigt. Die private Vorsorge (dritte Säule: der Schaum) der Besser- bzw. Bestverdiener entspricht dagegen dem Ideal der Neoliberalen, weswegen im Artikel nur deren Vorteile gepriesen werden.

Das mittlere Vermögen der Schweizer ist nach Darstellung der SZ mit 370.000 Euro mehr als 6 mal so hoch wie in Deutschland. Was jedoch erst einmal wenig aussagt, wenn man die unterschiedliche Kaufkraft nicht berücksichtigt. Darüber schweigt die SZ. Es wird zwar erwähnt, dass die Schweizer im Durchschnitt zwei Jahre länger leben als die Deutschen, aber ansonsten interessiert die unterschiedliche Sozialstruktur nach Meinung der SZ nicht.    

RITTER, Johannes (2016): Geld für alle.
Die Schweizer stimmen bald über ein Grundeinkommen ab, eine Idee voller Tücken,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.05.

Johannes RITTER berichtet über die Schweizer Volksabstimmung am 5. Juni, bei der es um die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens geht. Dies wird immer einmal wieder auch in Deutschland diskutiert, z.B. wenn es darum geht das Rentensystem zu kippen. Die Vor- und Nachteile sind hinlänglich diskutiert (mehr hier). Weitere Anlässe sind Thesen wie das Ende der Arbeit. Dieses droht gegenwärtig durch Digitalisierung und Roboterisierung der Arbeitswelt. Mit einem Sieg der Befürworter rechnen weder RITTER noch ALICH.  

ALICH, Holger (2016): Die nächste soziale Revolution.
Schweiz stimmt über bedingungsloses Grundeinkommen ab,
in:
Handelsblatt v. 06.05.

AMREIN, Marcel (2016): Vollpension im Hotel Helvetia.
Die Grundeinkommen-Initianten wollen gleichsam alle Schweizer in Rente schicken. Der Unsinn ist offensichtlich - das Begehren wird an der Urne scheitern. Es sollte aber zumindest die Augen dafür öffenen, dass eine Art bedingungsloses Grundeinkommen längst am Entstehen ist,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 13.05.

Für Marcel AMRHEIN ist die gesetzliche Rente (AHV) eine Art bedingungsloses Grundeinkommen, also ein Ärgernis:

"Die steigende Lebenserwartung verfälscht dieses Gepräge allmählich. (...). Schon fast ein Fünftel der Bevölkerung befindet sich über dem Renteneintrittsalter, und der Anteil wird immer grösser."

PANGRITZ, Stefan (2016): Bedingungslosigkeit ist weder radikal noch spektakulär.
Volksabstimmung: Die Schweiz stimmt am 5. Juni als erstes Land der Welt über ein Bedingungsloses Grundeinkommen ab. Warum die Initiative so erfolgreich ist, die Zukunft der Ökonomie und was das alles mit Kunst zu tun hat,
in:
TAZ v. 28.05.

REUTER, Timo (2016): "Die Freiheit zu tun, was man will".
Tagesthema: Der Initiator der Schweizer Volksinitiative zum Grundeinkommen, Daniel Häni, über mehr Selbstbestimmung und ein Leben frei von Existenzangst,
in:
Frankfurter Rundschau v. 30.05.

FREITAG-Wochenthema: Hopp, Schwiiz!
Unsere Nachbarn stimmen über ein Grundeinkommen ab

REUTER, Timo (2016): Marathonlauf in die Zukunft.
Etappe: Am kommenden Sonntag stimmt die Schweiz als erstes Land über ein bedingungsloses Grundeinkommen ab. Ein Besuch beim Vordenker der Initiative,
in:
Freitag Nr.22 v. 02.06.

VONTOBEL, Werner (2016): Schluss mit dem Sesseltanz!
Vision: Bei der Frage nach dem Grundeinkommen geht es letztlich um einen neuen Gesellschaftsvertrag. Der wäre dringend notwendig,
in:
Freitag Nr.22 v. 02.06.

BUTTERWEGGE, Christoph (2016): Das Lebensmodell eines Lottogewinners.
Kritik: Wenn eine Utopie die Suche nach realistischen Alternativen ablenkt, schadet sie mehr, als sie nützt. Ein Verriss,
in:
Freitag Nr.22 v. 02.06.

RITTER, Johannes (2016): Schweizer lehnen Grundeinkommen ab.
2500 Franken für jeden Bürger: Doch das "Geld für Jedermann" wollen die Eidgenossen nicht. Die Befürworten fühlen sich trotzdem als Sieger,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.06.

RITTER, Johannes (2016): Keine Experimente.
Kommentar,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.06.

VONTOBEL, Werner (2016): Eidgenössische Irrtümer.
Das Schweizer Drei-Säulen-Modell der Altersvorsorge eignet sich nicht als Vorbild. Trotzdem könnte Deutschland davon lernen,
in: Cicero, Juli

Das Schweizer Modell wurde uns in Deutschland Anfang des Jahrtausends von Neoliberalen als Vorbild privater Altersvorsorge empfohlen. Der Schweizer Werner VONTOBEL widerlegt diese Sichtweise. Die private Vorsorge sei gegenüber der Umlagefinanzierung der AHV ineffizient und teuer. Sie entzieht zudem der Wirtschaft die dringend notwendige Nachfrage und alimentiert stattdessen die Finanzdienstleistungsbranche:

"Um den Rentnern 75 Milliarden Franken auszuzahlen, benötigt das Kapitaldeckungssystem 175 Milliarden Franken Ersparnisse.
Das Problem ist, diese Ersparnisse werden gar nicht gebraucht. Denn spätestens seit 1995 finanziert der Unternehmenssektor sämtliche Investitionen aus den laufenden Einnahmen. Dessen Überschüsse reichen sogar noch locker dafür aus, die sinkenden Defizite im Staatshaushalt zu finanzieren. Die Realwirtschaft also hat keine Verwendung für die steuerlich stark subventionierten Sparüberschüsse der Privathaushalte. Die fließen stattdessen in die Finanzmärkte.
Das hat erhebliche Nachteile."

VONTOBEL empfiehlt den Deutschen deshalb die gesetzliche Rente zu stärken, indem sie

"aus einer prozentualen Abgabe auf alle Erwerbseinkommen ohne Obergrenze"

finanziert werden solle. Damit will VONTOBEL sowohl die Kaufkraft der Aktiven als auch der Rentner stärken.  

STALDER, Helmut (2016): Höheres Rentenalter erst 2033 fällig.
Arbeitgeberverband will bei der AHV-Stabilsierungs-Regel Widerstände abbauen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 20.07.

Auch in der Schweiz versuchen Neoliberale das Umlageverfahren zu attackieren, obwohl dafür keinerlei Grund besteht. Im Gegenteil: Frühere Berechnungen waren zu pessimistisch:

"Anfang Juli veröffentlichte das BSV neue Finanzperspektiven für den AHV-Haushalt 2016 bis 2035. Sie sind leicht positiver als bisher."

Absurderweise wollen gerade Neoliberale dies zum Anlass nehmen, um überflüssige Stabilitätsregeln einzuführen. Ihr Argument ist, dass eine solche Regel, wenn überhaupt, erst in mehr als einem Jahrzehnt, angewendet werden müsste. Die nahe liegende Frage wäre jedoch, warum dann überhaupt?

THEILE, Charlotte (2016): Die können das.
SZ-Serie Unsere Zukunft, unsere Rente (11): Die Schweizer organisieren ihr Rentensystem ziemlich sozialistisch, vor allem aber vielseitiger als die Deutschen: Alle müssen einzahlen - und vom Geld der Reichen profitieren Menschen mit geringem Einkommen,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 11.08.

Charlotte THEILE preist das Drei-Säulen-Modell der Schweiz als vorbildlich. Dazu wird uns Philipp VORNDRAN ("Kapitalmarktstratege der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch") vorgestellt, der ein Loblied auf die Schweizer singt und staatliche Regulierung wie alle Neoliberalen dort ablehnt, wo sie die Profite und Risiken schmälert. Erst wenn die Sache schief läuft, soll der Staat mit Rettungsaktionen einspringen, so diese Staatsauffassung. Wo das endet, hat die Finanzmarktkrise seit 2008 gezeigt.

Weil die Deutschen Garantien wollen, diffamiert sie VORNDRAN als in Finanzsachen ungebildet:

"Viele Deutsche setzen (...) beim Sparen auf Sicherheiten und Garantien. (...). Vorndran hält das für ein Zeichen mangelnder Finanzbildung."

Für den Verbraucherschützer Hermann-Josef TENHAGEN ("Finanztip") sind Garantien nur in Zeiten der Niedrigzinsphase ein Problem.

"Neben dem linearen System, das niedrigen Einkommen kaum eine Chance auf eine vernünftige Rente lasse, seien die Gebühren der Finanzprodukte für die Lücken in der Altersvorsorge verantwortlich",

zitiert THEILE den Verbraucherschützer. "Lineares System" ist hier als Gegenbegriff zum Schweizer Modell zu sehen, denn:

"Anders als in Deutschland gibt es beim Einzahlen keine Obergrenze. Ausgezahlt aber werden aus der AHV - umgerechnet höchstens 2140 Euro im Monat, der Mindestbetrag ist 1070 Euro".

Oder anders formuliert: Weil es in Deutschland eine Beitragsbemessungsgrenze gibt, ist die Umverteilung von oben nach unten begrenzt. Jedoch entspricht der Mindestbetrag lediglich einer Grundsicherung, da die Lebenshaltungskosten in der Schweiz wesentlich höher sind.

Erst ganz zum Schluss weist THEILE darauf hin, dass auch in der Schweiz nicht alles Gold ist, was glänzt. Ihr Fazit:

"Die Schweiz hat gegenüber Deutschland (...) einige grundsätzliche Vorteile: Es gibt keine Exit-Option für Gutverdiener aus der allgemeinen Vorsorge. Und: Das System fördert Eigenverantwortung und Finanzbildung."

Der letzte Satz ist der neoliberalen Sicht von VORNDRAN geschuldet. Wer in der Kapitaldeckung kein überlegenes System sieht, der wird dieser Sicht nicht folgen wollen. Österreich zeigt im Gegensatz zur Schweiz, dass ein Umlagesystem durchaus mit der Kapitaldeckung mithalten kann.

STALDER, Helmut (2016): AHV-Fonds dreht ins Minus.
Zahlen und Fakten zur Altersvorsorge: 2035 werden 12,3 Milliarden Franken fehlen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 12.08.

Helmut STALDER erklärt uns die Zusammensetzung der Einnahmen der AHV folgendermaßen:

"Die Einnahmen der AHV bestehen hauptsächlich aus den Beiträgen der Versicherten und der Arbeitgeber via Lohnabzüge. Der Bund bezahlt seit 2008 einen fixen Anteil von 19,55 Prozent der Ausgaben. Dafür verwendet er Steuern auf Tabak und Spirituosen sowie allgemeine Steuermittel. Hinzu kommt seit 2000 die Spielbankenabgabe und seit 1999 das Demografie-Prozent. 83 Prozent des Ertrags dieses Mehrwertsteuer-Prozents fliessen direkt in die AHV, 17 Prozent gehen an den Bund zur Finanzierung der demografiebedingten Zunahme seines Beitrags."

Bei Charlotte THEILE in der gestrigen SZ wurden die Einnahmen der AHV dagegen auf die Beiträge reduziert, wodurch das Bild positiver ausfiel.

FERBER, Michael (2016): Die Renten sind nicht sicher.
Längere Leben, verschleppte Reformen und ultraniedrige Zinsen setzen die Pensionssysteme der Industrieländer unter Druck. Viele Bürger werden sich von der Idee einer jahrzehntelangen komfortablen Rente verabschieden müssen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 15.08.

Der deutsche Wirtschaftsjournalist Michael FERBER und ehemalige Handelsblatt-Redakteur hält uns entgegen, dass bei Einführung der deutschen Rentenversicherung das Renteneintrittsalter bei 70 lag. Erst nach dem 1. Weltkrieg wurde es 1916 auf 65 Jahre herabgesetzt. Wir sollen uns also nicht aufregen über die Rente mit 70 oder ein noch höheres Renteneintrittsalter. Die Meldung der DRV über die Rentenbezugsdauer im Jahr 2015 wurde in Deutschland in den Medien mit Forderungen einer Rente mit 73 verknüpft. FERBER nennt uns nun für Deutschland noch die Rentenbezugsdauern für das Jahr 2014, während er für die Schweiz bereits Zahlen aus dem Jahr 2015 nennt:

"Erreichten in den Anfängen der Sozialversicherungen nur wenige Bürger überhaupt das gesetzliche Rentenalter, so betrug die verbleibende Lebenserwartung in der Periode 2012 bis 2014 für 65-jährige Frauen in Deutschland 20,9, für gleichaltrige Männer 17,7 Jahre. In der Schweiz waren es im vergangenen Jahr sogar 22,2 bzw. 19,2 Jahre."

In der Schweiz ist die Lebenserwartung der 65-Jährigen von 2014 auf 2015 geringfügig gesunken. Mit Berufung auf Berechnungen der US-Bank Citigroup wird uns eine Unterdeckung bei den Pensionsverpflichtungen von Staaten und Unternehmen verkündet.

"Der Luzerner Wirtschaftsprofessor Christoph Schaltegger geht für die OECD-Staaten bis 2050 im Durchschnitt von einem zusätzlichen Ausgabendruck von rund 10 Prozentpunkten des Bruttoinlandprodukts (BIP) aus",

erklärt uns FERBER, um dann noch den US-amerikanischen Demagogen Laurence KOTLIKOFF ("The Coming Generational Storm") als Gewährsmann anzuführen. Nicht nur die staatlichen, sondern auch die betriebliche Altersversorgung (bAV) sieht FERBER in Gefahr:

"Zu den Ländern, in denen es neben der staatlichen Altersvorsorge eine kapitalgedeckte «zweite Säule» gibt, gehören unter anderem die USA, Grossbritannien, die Niederlande, Australien, Kanada und natürlich die Schweiz."

Deutschland, wo die Regierung gerade diese bAV stärken will, wird von FERBER gar nicht erwähnt. Er verweist darauf, dass die betriebliche Altersvorsorge sich derzeit in eine Richtung wandelt, die zu Lasten der Versicherten geht:

"Vorsorgeeinrichtungen und Lebensversicherungen (...) sind (...) den Schwankungen an den Finanzmärkten (...) ausgeliefert. In den kommenden Jahren könnte sich die Lage weiter zuspitzen (...). Aufgrund dieser Aussichten, aber auch wegen des Drucks von Finanzanalytikern und Rating-Agenturen ändern viele Unternehmen Pensionspläne zum Nachteil ihrer Versicherten und übertragen ihnen die Risiken der Vermögensanlage. Ausserdem geben neue Rechnungslegungsstandards den Unternehmen Anreize, dies zu tun. Andere Arbeitgeber lösen sogar ihre Vorsorgeeinrichtungen auf und schliessen diese Sammeleinrichtungen oder Verbands-Pensionskassen an."

Vor dem Hintergrund dieser Horrorszenarien fordert FERBER schmerzhafte Reformen, um die Rentensysteme "auf stabilen Grund zu setzen". In Deutschland wird dafür gerne der Begriff "demografiefest machen" gebraucht. Als Lösung werden uns folgende Maßnahmen als notwendig vorgeschlagen:

"Um die Einnahmen und Ausgaben der Systeme ins Gleichgewicht zu bringen, taugen nur drei altbekannte Mittel: Leistungskürzungen, höhere Rentenbeiträge oder eine längere Lebensarbeitszeit bzw. ein höheres Rentenalter. Auch die Einführung von Schuldenbremsen in den sozialen Sicherungssystemen wäre sinnvoll."

Gerne fordern Demagogen wie FERBER auch, uns reinen Wein einschenken, denn die Lage sei schlimmer als noch in den schlimmsten Horrorszenarien, die uns tagtäglich von den Neoliberalen als letzte Wahrheiten verkündet werden.

Zuletzt fordert FERBER Schonung für die betriebliche Altersversorgung in der Schweiz. War das der wahre Zweck dieser Abhandlung?

FORSTER, Christof (2016): Milliarden auf die Kreditkarte der Jungen.
Bürgerliche Allianz bekämpft AHV-Initiative der Gewerkschaften,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 17.08.

Auch das in Deutschland vielfach gelobte Schweizer Modell ist nicht frei von Problemen wie der Kampf um das Niveau der Schweizer Renten zeigt. Auch in der Schweiz bestehen die gleichen Konflikte wie in Deutschland. So wird von FORSTER eine Politikerin zitiert, die eine Erhöhung des Renteneintrittsalters fordert statt eine Erhöhung des Niveaus der AHV-Rente, und sich dabei auf Trends in den OECD-Staaten beruft:

"Rund die Hälfte der OECD-Staaten habe (...) beschlossen, das Rentenalter auf 67 oder 68 Jahre zu erhöhen."

ENZ, Werner (2016): Augenmass bei den Arbeitskosten wahren.
Die Reformvorlage "Altersvorsorge 2020" als Härtetest für die Sozialpartnerschaft in der Schweiz,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.08.

FORSTER, Christof (2016): Höhere Rente braucht es nicht.
Gesenkter Umwandlungssatz wird laut Branchenverband in 2. Säule kompensiert,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.08.

FERBER, Michael (2016): Vorsorge-Sparpläne im Kreuzfeuer der Kritik.
Deutlich Vermögensfrage: Ohne große finanziellen Einbußen dem Arbeitsleben früher den Rücken kehren? Möglich ist das - sofern man das entsprechende Geld hat oder rechtzeitig plant. Besonders lukrativ könnten Ausgleichszahlungen für Ostdeutsche werden,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 20.08.

ENZ, Werner (2016): Für mehr Freiheit im Vorsorgesparen.
Regulierungswut im Bundesamt für Sozialversicherungen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 20.08.

SDA (2016): Kommission will Rentenalter 67.
Automatische Erhöhung angestrebt,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 20.08.

Wie in Deutschland drängen auch in der Schweiz die Unternehmenslobbyisten ("Wirtschaftsdachverband economiesuisse" und Arbeitgeberverband") auf ein höheres Renteneintrittsalter.

SCHÜRER, Andreas (2016): Broker buhlen um BVK-Kunden.
Die Pensionskasse hat wegen ihres Vorsorgeplans 2017 noch keine Kündigungen erhalten,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 20.08.

FORSTER, Christof (2016): Viel Taktik prägt die Rentenreform.
Kommission des Nationalrats schafft vor allem bei der AHV gewichtige Differenzen zum Ständerat,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 22.08.

STALDER, Helmut (2016): Höheres Rentenalter unumgänglich.
Kommentar: Rentenreform 2020,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 22.08.

Helmut STALDER sieht in der Forderung nach einer Rente mit 67 eher eine Drohgebärde als eine geplante Umsetzung:

"Vor allem (...) will die Kommission mit der »Stabilisierungsregel« den Weg ebnen für eine schrittweise Anpassung des Rentenalters auf 67, falls die AHV-Finanzen erodieren und die Sanierung misslingt.
Dass das höhere Rentenalter in der Vorlage bleiben soll, mag zum guten Teil taktisch bedingt sein, um in der kommenden Ausmarchung noch Verhandlungsmasse zu haben. Es ist zwar riskant, die Vorlage mit dem höheren Rentenalter zu belasten. Gleichwohl ist es richtig, dass dieses Tabu angetastet wird. Etliche Länder Europas haben bereits spätere Pensionierungen eingeführt oder sind daran."

FREIBERGER, Harald & Charlotte THEILE (2016): Runter vom Gipfel.
Viele Menschen fragen sich: Wie tief können die Zinsen noch in Minus sinken? Da lohnt ein Blick in die Schweiz. Dort ist man schon viel weiter - also niedriger. Das bereitet dem einst so stabilen Land große Probleme,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 23.08.

FREIBERGER & THEILE erklären uns die Folgen der Niedrigzinsphase am Beispiel der Schweiz, wo der Leitzins niedriger und der Strafzins höher ist als in der Euro-Zone:

"»Die Nationalbank will (...) weder die Pensionskassen noch die schweizerischen Anleger treffen, die Geld fürs Alter zurücklegen wollen«, sagt Acket. »Genau das passiere aber, seit die Nationalbank die Negativzinsen Anfang 2015 eingeführt habe. Eine Art Kollateralschaden«"

Davon ist jedoch nichts wirklich zu spüren. Die politische Debatte um die Rentenpolitik wird sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland von neoliberalen Befürwortern der Kapitaldeckung geprägt. Wenn die Kapitaldeckung so unter Druck stände, dann müsste es einen Aufstand geben. Wo bitte ist dieser Aufstand?

Am Schluss wird uns mit Zuständen wie am Ende der Weimarer Republik gedroht.  

GRUNDLEHNER, Werner (2016): Und dann war die Altersvorsorge weg.
Bundesgerichtsentscheid wirft Schlaglichter auf unabhängige Vermögensverwaltung,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 25.08.

SCHÖCHLI, Hansueli (2016): Privilegien für Rentner zulasten der Jungen.
In der schweizerischen Altersvorsorge herrscht grosse Ungerechtigkeit,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 25.08.

Auch in der Schweiz ist Bernd RAFFELHÜSCHEN und das Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg an der weiteren Schwächung der AHV und der zweiten Säule beteiligt. Hansueli SCHÖCHLI nimmt bei seiner Kritik Bezug auf diese Lobbyisten der Finanzdienstleistungsbranche.

ENZ, Werner (2016): Magere Zinsen plagen die Schweizer Pensionskassen.
Schwächere Anlageergebnisse und übersetzte Rentenleistungen führen zu einer schlechteren Risikofähigkeit,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 25.08.

FERBER, Michael (2016): Gebührenunterschiede in der Säule 3a.
Kosten von Produkten werden im Umfeld mit extrem niedrigen bis sogar negativen Zinsen immer wichtiger,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 30.08.

Michael FERBER wirbt mit der glorreichen Vergangenheit des Swiss-Market-Index (SMI), der sensationell hohe Renditen aufweisen konnte. Dumm nur, dass dies in den vergangenen 10 Jahren ganz anders aussah. In Deutschland versprechen uns die Verteidiger der Kapitaldeckung sagenhafte Renditen von Indexfonds. Betrachtet man die Schweizer Fonds, die uns FERBER auflistet, dann liegen diese für die letzten 15 Jahre weit unter jenen Renditen, die uns in Deutschland versprochen werden. Kürzlich hat uns die SZ die Schweiz als Vorreiter der Niedrigzinsära beschrieben. Wenn das stimmt, dann sieht es für die kapitalgedeckte Altersvorsorge wenig rosig aus.

GRUNDLEHNER, Werner (2016): Lieber zum Zahnarzt als zu einem Bankberater.
Die Finanzbranche muss sich an die Millennials anpassen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 31.08.

Die Generation Y (1980 - 2000 Geborene) oder Millennials sind nicht nur der Schrecken aller Arbeitgeber, sondern auch der Banken, die bereits gierig auf deren zukünftiges Vermögen blicken. Sie gelten als Profiteure des Vermögens ihrer Babyboomer-Eltern.

FORSTER, Christof (2016): Die Profiteure der Rentenreform.
Bund präsentiert aktualisierte Berechnungen zu den provisorischen Entscheiden,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 02.09.

HEHLI, Simon (2016): Alain Berset massregelt Bürgerliche.
Der SP-Bundesrat warnt vor einem Absturz der Vorlage zur Altersvorsorge,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 03.09.

STALDER, Helmut (2016): Länger arbeiten für eine sichere AHV.
Leidartikel: Die Altersvorsorge darf kein Spielplatz für Ideologen sein. Wer rechnet, kommt zum Schluss: Eine sichere und ausreichende Finanzierung ist nur zu haben, wenn wir später in Pension gehen - und die Selbstvorsorge stärken,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 03.09.

Helmut STALDER kritisiert die Alterssicherung in der Schweiz aus neoliberaler Sicht. Die Konstellation ist identisch mit der Rentendebatte in Deutschland. Auch in der Schweiz wird Altersarmut mit Verweis auf die Gegenwart verharmlost, während andererseits mit dem Kampfbegriff Generationengerechtigkeit die Altersarmut der Zukunft zur Finanzierungsfrage umgedeutet wird. Dadurch wird die zukünftige Altersarmut in der Debatte ausgeblendet. Dies führt zum Kuriosum, dass Armut keine Klassenfrage mehr ist, sondern eine Frage von Jung und Alt:

"Diese Umverteilung von ärmeren Jungen zu reicheren Senioren sollte nicht noch verstärkt werden."

Die reichen Jungen und die armen Alten werden dadurch einfach ignoriert. Die Jungen werden dann zusätzlich noch verstärkt auf die private Altersvorsorge verwiesen, indem Freibeträge, die nur den reichen Jungen nützen, massiv erhöht werden sollen. Dies würde faktisch die Umverteilung von arm zu reich massiv erhöhen, was wohl der eigentliche Zweck solcher neoliberaler Argumentation ist.

Auch in der Schweiz wird mit dem Anstieg der Rentenbezugsdauer die Notwendigkeit einer Erhöhung des Renteneintrittsalters begründet. Den Schweizern wird Deutschland - mit Blick auf die OECD-Statistik - als vorbildlich beschrieben, während man hierzulande uns Deutsche als rückständig kritisiert! Es zeigt sich, dass genauso wie in Deutschland auch in der Schweiz immer jene Statistik für internationale Vergleiche herangezogen wird, die der eigenen Argumentation am bestehen dient. So schreibt STALDER in einem früheren Aritkel:

"Auffällig ist hingegen, dass sich Männer wie Frauen in den meisten Ländern tatsächlich meist vor dem gesetzlichen Rentenalter aus dem Erwerbsleben zurückziehen, sei es freiwillig oder unfreiwillig. In der Schweiz hingegen arbeiten die Männer gemäss der OECD-Statistik gut ein Jahr länger und die Frauen ein halbes Jahr länger, als es das gesetzliche Rentenalter zulässt. Die Statistiken haben jedoch in dieser Frage methodische Unschärfen, wie es beim Bundesamt für Statistik heisst. Systematisch erfasst werden in der Schweiz nur jene, die einen Rentenvorbezug in Anspruch nehmen. Bei den übrigen sind die Statistiker auf Befragungen angewiesen. Abhängig von den Arbeitsstunden pro Woche tauchen Rentnerinnen und Rentner je nach Methode noch als Arbeitende in der Statistik auf oder nicht. Der Bund verwendete deshalb in der Botschaft zur Rentenreform die in der EU gebräuchliche Eurostat-Statistik. Gemäss dieser Erhebung gingen Schweizer Männer 2015 im Schnitt mit 64,1 Jahren in Rente und Schweizer Frauen mit 62,6 Jahren." (NZZ Online v. 21.08.2016)

SCHÖCHLI, Hansueli (2016): Einseitige Solidarität in der AHV.
Die Generationengerechtigkeit ist schon heute nicht mehr gegeben - mit der AHV-Initiative würden die Jungen noch schlechter gestellt,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 06.09.

Hansueli SCHÖCHLI wiederholt nochmals seine Argumente vom August und verweist dazu auf die Finanzdienstleistungslobby und deren Berechnungen.

STALDER, Helmut & Simon GEMPERLI (2016): Eine stabilere Altersvorsorge oder mehr Rente?
Paul Rechsteiner, Chef des Gewerkschaftsbunds und Roland A. Müller, Direktor des Arbeitgeberverbands, über die Initiative "AHV plus" und die Zukunft des Rentensystems,
in:
Neue Zürcher Zeitung v.10.09.

Die Positionen von Gewerkschaften und Arbeitgeber ähneln jenen der deutschen Debatte. Die Gewerkschaften fordern eine Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung, die der AHV in der Schweiz entspricht. Im Gegensatz zu Deutschland sind die Gewerkschaften nicht für eine Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge, weil sie in der Schweiz offenbar keine so großen Eigeninteressen damit verbinden. Auch die Erhöhung des Renteneintrittsalter spielt nicht jene große Rolle wie in Deutschland, weil das politische System der Bevölkerung mehr Einfluss ermöglicht als in Deutschland.

KRIEMLER, Roland (2016): Negativzinsen greifen bei Kassen nicht.
Vorsorgewerke helfen bei Frankenschwächung mit,
in:
Neue Zürcher Zeitung v.10.09.

ENZ, Werner (2016): Enorme Umverteilungen im BVG-System.
Gute Leistungen der Lebensversicherer trotz politischen Missgriffen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v.12.09.

Werner ENZ beklagt die Umverteilung von Jung zu Alt und von Reich zu Arm in der zweiten Säule der Schweizer Alterssicherung, d.h. der betrieblichen Altersvorsorge (BVG). Dafür verantwortlich seien die "von der Politik gesetzte, marktfremde Leistungsvorgaben". ENZ betrachtet die Probleme der Lebensversicherer in der BVG eher unter dem Blickwinkel der Aktionäre als unter jenen der Versicherten. 

ENZ, Werner (2016): Finma-Pflichtlektüre für die Parlamentarier.
Kommentar: BVG-Bilanz der Lebensversicherer,
in:
Neue Zürcher Zeitung v.12.09.

Werner ENZ empfiehlt den Schweizer Parlamentariern den Finma-Bericht 2015, der ihre Fehlleistungen offenlege. Die Kritik richtet sich gegen den Umwandlungssatz, der zu hoch sei und damit die Profite der Anbieter von BVG-Vollversicherungen schmälere.

STAMM, Eugen (2016): Alle Informationen zur Vorsorge auf einen Blick.
Wie man den Vorsorgeausweis der Pensionskasse richtig liest und welche Personen allenfalls Handlungsbedarf haben,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 13.09.

Eugen STAMM erklärt uns die Informationen auf dem jährlichen Vorsorgeausweis, den die Schweizer Pensionskassen der zweiten Säule (BVG) verschicken.

"Um das Altersguthaben in die Rente umzurechnen, wird eine bestimmte Grösse verwendet, der sogenannte Umwandlungssatz. Er hat ein gesetzliches Minimun, das aber künftig eher sinken als steigen wird",

erklärt STAMM den umstrittenen Umwandlungssatz. Zusammen mit der AHV und ihrer "Skala 44" sowie der dritten Säule ("Säule-3a-Konto") ergibt sich  das Alterseinkommen des Schweizer Drei-Säulen-Modells der Alterssicherung.

SCHÖCHLI, Hansueli (2016): AHV-Fonds will gegen Volkswagen klagen.
Ersatz für Verluste auf Anlagen in VW-Aktien gefordert,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 13.09.

ENZ, Werner (2016): Pensionskassen mit dünnem Polster.
Hinter die Aussagekraft der Bilanzen muss ein dickes Fragezeichen gesetzt werden,
in:
Neue Zürcher Zeitung v.15.09.

Werner ENZ berichtet über eine Complenta-Umfrage bei der sich 381 Pensionskassen beteiligt haben. ENZ beklagt erneut den zu hohen Umwandlungssatz und die zu niedrigen Annahmen zur Lebensversicherung, die den Deckungsgrad zu stark schmälern würden:

"Die Polster sind dünn, wenn man bedenkt, dass im Börsencrash 2008 die Pensionskassen auf einen Schlag 17 Prozentpunkte von ihrem Deckungsgrad (...) eingebüsst hatten. Im Crash auf Raten im Zeitraum 2001-03 waren es sogar 27 Punkte gewesen."

ENZ, Werner (2016): Sparer schrecken vor Säule-3a-Fonds zurück.
Kommentar zur Schweizer Altersvorsorge,
in:
Neue Zürcher Zeitung v.15.09.

"Neben Einkäufen in die Pensionskasse, dem Erwerb von Wohneigentum oder der freien Vorsorge in der Säule 3b des Altersvorsorgesystems kann das Einzahlen auf Säule-3a-Konten sinnvoll sein",

erläutert Werner ENZ, der die Risikoscheu bei gleichzeitig hohen Ansprüchen der Schweizer Bürger bei der Altersvorsorge beklagt. Dabei werden uns Deutschen die Schweizer als risikofreudige Anleger gepriesen.

GRUNDLEHNER, Werner (2016): Neue Wege für Pensionskassen.
In der Anlagenot gewinnen eher riskante Investitionsinstrumente an Attraktivität,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 16.09.

Das mächtige Finanzunternehmen Blackrock rät den Schweizer Pensionskassen zu risikoreicheren Investments, weil selbst Aktien nur noch eine Minusrendite aufweisen würden.

SCHÖCHLI, Hansueli (2016): Donald Trump und der AHV-Streit.
Herausgegriffen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 17.09.

Um die Besitzstände der Besserverdienenden ("Umverteilung von oben nach unten durch den weiteren Ausbau der AHV") zu bewahren, stilisiert sich Hansueli SCHÖCHLI zum Anwalt der Jungen und sogar der Ungeborenen. Die USA haben bereits in den 1980er Jahren die Blaupause für diesen Kampf für die angebliche Generationengerechtigkeit geschrieben.

LAMPERT, Daniel (2016): Wer rechnet, stärkt die AHV.
Gastkommentar: Leider hat die Diskriminierung der AHV seit den 1990er Jahren gewisse Spuren hinterlassen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 17.09.

Daniel LAMPERT, Ökonom beim Schweizer Gewerkschaftsbund (SGB), beklagt die sinkenden Pensionskassenrenten der betrieblichen Altersvorsorge, bei gleichzeitig steigenden Beitragssätzen. In der AHV sieht LAMPERT die bessere Alternative. Die geforderte Erhöhung der AHV-Renten seien ohne Probleme finanzierbar rechnet LAMPERT vor.

SCHÖCHLI, Hansueli (2016): Zusatzlast um 20.000 Franken pro Kopf.
Neue Zahlen zu den Folgen der Initiative "AHV plus",
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 19.09.

Hansueli SCHÖCHLI präsentiert uns zum wiederholten Mal die Zahlen der Neoliberalen um Bernd RAFFELHÜSCHEN. Die Zahlen, die uns präsentiert werden, lassen sich nicht nachvollziehen. Es wird mit einer Deckungslücke operiert, die sich auf einen Zeitraum von 50, 60 und noch mehr Jahre bezieht. Hier bleibt der Autor vage und ist damit unseriös. Gerne werden möglichst hohe Zahlen präsentiert, deren Einordnung durch das Fehlen von Maßstäben erschwert wird. Nach diesem Prinzip ist auch der Artikel von SCHÖCHLI aufgebaut.

SDA (2016): Das Volk will keine Rentenerhöhungen.
Deutliche Entscheide an der Urne,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 26.09.

"Die Initiative »AHV plus« des Gewerkschaftsbundes ist mit 59,4 Prozent Nein-Stimmen gescheitert. Die deutliche Ablehnung wird die Debatte um die Reform der Altersvorsorge prägen, die heute Montag im Nationalrat beginnt. (...). Das Tessin und die meisten Westschweizer Kantone stimmten für die flächendeckende Erhöhung der AHV-Renten. Mit 59,5 Prozent kam aus dem Kanton Jura des deutlichste Ja, es folgten Neuenburg, Genf, das Tessin und die Waadt",

meldet die Schweizerische Depeschenagentur. In der Schweiz zeigt sich eindeutig, dass die Demografisierung der gesellschaftlichen Probleme eine Sache des deutschsprachigen Raumes ist. In der italienischen und französischen Schweiz konnte deshalb die Rentenerhöhung eine Mehrheit finden.

KRACAUER, Siegfried (2016): Die Rentenreform aufsplitten.
Taktischer Zug in letzter Minute - SVP will drei separate Pakete schnüren,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 26.09.

"Scheitere »AHV plus« deutlich, hätten die Stimmbürger erkannt, wie schlimm es um die AHV stehe. Scheitere sie knapp, brauche es für die Rentenreform noch längere Aufklärungsarbeit", fasst Siegfried KRACAUER die neoliberale Taktik zusammen.

GEMPERLI, Simon (2016): Die Rentenreform erhält neuen Drall.
Parteien taktieren nach dem Nein zu "AHV plus",
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 27. 09.

Simon GEMPERLI berichtet anlässlich der gestern begonnenen Debatte des Nationalrats zur Altersvorsorge-Reform 2020 über die Parteipositionen.

STALDER, Helmut (2016): Mehr Rente - nein danke.
Nur fünf Kantone nehmen "AHV plus" an - satte Nein-Mehrheiten in der Deutschschweiz und auf dem Land,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 27. 09.

Helmut STALDER sieht in dem Ergebnis der Volksabstimmung einen "Röstigraben", d.h. ein Abstimmungsergebnis entlang des Sprachraums, worauf auf dieser Website bereits gestern hingewiesen wurde.

STALDER, Helmut (2016): Reformieren mit Mass.
Kommentar,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 27. 09.

"Das ist die Erwartung des Souveräns: die AHV nicht ausbauen, aber das heutige Niveau erhalten und das System insgesamt stabilisieren. (...).
Eine Kompensation der Ausfälle in der zweiten Säule in der AHV - das dürfte jetzt wohl der politische Preis sein, um die Reform mehrheitsfähig zu machen",

interpretiert Helmut STALDER das Ergebnis der Volksabstimmung aus neoliberaler Sicht. Die Rente mit 67 ist für STALDER eine Notwendigkeit, sollte jedoch aus taktischen Gründen erst auf die politische Agenda gesetzt werden, nachdem die anstehende Rentenreform durchgepeitscht wurde.

KUCERA, Andrea (2016): Staatsverständnis am Röstigraben.
AHV plus,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 28. 09.

"Warum wird der Ruf nach mehr Sozialstaat in der West- und in der Südschweiz viel eher gehört als im deutschsprachigen Landesteil?",

stellt Andrea KUCERA uns die rhetorische Frage, die sie dann aus neoliberaler Sicht beantwortet:

"Fest steht, dass der Romand und der Tessiner mehr vom Staat erwarten als die Deutschschweizerin, die stärker auf Eigenverantwortung setzt."

Man könnte das aber auch anders sehen: Im deutschsprachigen Raum verfängt die Demografisierung gesellschaftlicher Probleme besser als im französisch- bzw. italienischsprachigen Raum. Eigenverantwortung wird im deutschsprachigen Raum mit einer Schuldzuschreibung verknüpft. Ich bin Babyboomer und deshalb muss ich bestraft werden, weil ich meinen Reproduktionspflichten nicht nachgekommen bin, so lautet in etwa der neoliberale Vorwurf, auf den mit Eigenverantwortung reagiert werden soll. Nur wer diesen individualisierenden Zusammenhang anerkennt, lässt sich durch diese Demografie-Rhetorik beeindrucken. Der demografische Wandel ist jedoch kein Problem, das individuell durch Eigenverantwortung gelöst werden kann, sondern ein Kollektivphänomen, das gesamtgesellschaftlich zu lösen ist. Dazu wurde der Sozialstaat erfunden, gerade weil Individualisierung in die Sackgasse geführt hat. Der demografische Wandel ist kein neues Phänomen, wie wir glauben sollen, sondern ein ständiger gesellschaftlicher Begleitumstand. Absurderweise wird bei uns immer noch eine Alterspyramide verherrlicht, die hohe Kindersterblichkeit zum Ideal erhebt, während der Zuwachs als Lebensjahren als Fluch gesehen wird. Der neoliberale Ausweg heißt deshalb: Abschaffung des Alters durch die fortschreitende Ausdehnung des Produktivitätsparadigmas auf das Alter. Produktivität wird dabei in erster Linie auf Erwerbstätigkeit verkürzt. Die Ökonomisierung des Alters führt dazu, dass spontane Innovationen, die angeblich unproduktive Phasen bieten könnten, negiert werden. Das Alter wird durch Fremdzuschreibungen sozusagen verplant. Dass dadurch auch Reaktanz provoziert wird, ist nur einer der vielen Kollateralschäden dieser neoliberalen Politik.

FORSTER, Christof (2016): Rentenreform auf Schlingerkurs.
Nationalrat hat Beratungen zur Altersvorsorge 2020 aufgenommen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 28. 09.

Christof FORSTER berichtet über die parteipolitischen Divergenzen  hinsichtlich der Altersvorsorge-Reform 2020.

"Um die 0,3 Prozent Mehrwertsteuerprozente aus der IV-Zusatzfinanzierung ohne hohe Umstellungskosten für die Wirtschaft direkt für die AHV verwenden zu können, muss die Vorlage 2017 zu Ende beraten werden",

begründet FORSTER die Eile bei der geplanten Reform mit Unternehmensinteressen. Es muss erstaunen, dass Lorenz HESS von der rechten BDP mit jener Sicht zur Rente mit 67 zitiert wird, die auch von der NZZ vertreten wird:

"Am Tag 1 nach Inkraftreten der aktuellen Reform gehört diese Frage auf den Tisch."

FORSTER, Christof (2016): Nur Zucker für das Volk?
Kompensation in der zweiten Säule wird zum Knackpunkt der Rentenreform,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 29. 09.

FORSTER, Christof (2016): Frauen müssen neu bis 65 arbeiten.
Nationalrat bei Rentenreform auf Zielgeraden,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 30. 09.

Christof FORSTER berichtet über die Beschlüsse des Nationalrats und abgelehnte Maßnahmen der geplanten Rentenreform 2020.

FORSTER, Christof (2016): Nationalrat gibt Rentenreform Konturen.
Grosse Kammer schafft in wichtigen Punkten Differenzen zum Ständerat und damit Verhandlungsmasse für die nächste Runde,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 30. 09.

Christof FORSTER berichtet uns lediglich darüber, welche Kostensenkungen bei den Renten der Nationalrat bislang beschlossen hat. Der Nutzen ist dagegen für ihn keine relevante Kategorie.

Die wichtigeren Informationen liefert sowieso Helmut STALDER, der über den Schachzug informiert, mit dem den Arbeitgeberinteressen zum Durchbruch verholfen wurde. Wie in Deutschland so soll auch in der Schweiz die gesetzliche Rente, hier als AHV bezeichnet, geschwächt und die betriebliche Altersvorsorge weiter gestärkt werden. Um eine Erhöhung der AHV-Rente um 70 Franken zu verhindern, soll stattdessen die betriebliche Altersvorsorge subventioniert werden, was als "Kompensation der Ausfälle in der zweiten Säule" verkauft wird. Nach dem Scheitern der AHV plus-Initiative sehen sich die Verfechter der Kapitaldeckung gestärkt und gehen nun dreister gegen die AHV vor. So werden kurzerhand soziale Ausgleichsmechanismen wie z.B. die Hinterbliebenenversorgung reduziert.

Auch in der Schweiz ist von der in Deutschland noch viel gepriesenen Solidarität der Reichen mit den Armen nicht mehr viel übrig. Die Schwächung der AHV geht mit einem Abbau der Solidarität einher, denn die Kapitaldeckung kennt keinen Sozialausgleich, weshalb die Reichen auf die Kapitaldeckung setzen. Sie können sich Fehlspekulationen an den Kapitalmärkten - im Gegensatz zu den Armen - eher leisten.  

STALDER, Helmut (2016): Waghalsige, aber nötige Manöver.
Kommentar: Rentenreform 2020,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 30. 09.

GMÜR, Heidi (2016): Mehr Langeweile, bitte!
Der Nationalrat hat in der Herbstsession mit der Zuwanderung und der Altersvorsorge zwei ausserordentlich bedeutende Dossiers behandelt. Es gab Spektakel - zulasten solider Mehrheiten,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 01.10.

STALDER, Helmut & Christof FORSTER (2016): Rentenreform weit weg vom Ziel.
Nach turbulenter Debatte im Nationalrat ist der Ständerat am Zug,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 01.10.

FORSTER, Christof (2016): Bund und Arbeitgeber rechnen anders.
Unterschiedliche Annahmen zur zweiten Säule erklären die Kostenunterschiede bei den Kompensationsmodellen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 01.10.

FERBER, Michael (2016): "Renditewunder" gibt es nicht.
Wie sollten Pensionskassen im Negativumfeld anlegen?
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 07.10.

Michael FERBER kritisiert eine Auftragsstudie des Schweizer Fonds- und Asset-Mangement-Verbands (Sfama), die Werbung für mehr Private-Equity-Anlagen im Bereich der Pensionskassen macht. Hinter den vollmundig versprochenen hohen Renditen verbergen sich hohe Risiken, bemängelt FERBER. 

SDA (2016): Gegen staatliche Aufsicht für Versicherer.
Beschluss der Ständeratskommission,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 19.10.

Die Schweizerische Depeschenagentur berichtet, dass sich die Finanzdienstleister mit ihren Forderungen bei der Ständeratskommission durchgesetzt haben, sodass nun die Versicherer vor weitreichenderen EU-Gesetzen zur Finanzaufsicht geschützt wurden. Die Schweizer Regelungen müssen jedoch von der EU als "gleichwertig anerkannt" werden, um die Marktzugang zu sichern.  

PFEIFFER, Hermannus (2016): Schweizer sind gleicher.
Bei den Eidgenossen zahlen alle ein, die Rentenleistungen sind höher als in Deutschland - Finanzierungsprobleme gibt es aber auch,
in:
Neues Deutschland v. 24.10.

Hermannus PFEIFFER erklärt uns das Rentensystem der Schweiz, wobei er hervorhebt, dass in der Schweiz alle einzahlen, also auch Spitzenverdiener, die bei uns außen vor sind:

"Also auch selbständige Handwerker, Freiberufler und Beamte. Auch jene, die nicht erwerbstätig sind, leisten verpflichtend Beiträge."

Auch die - im Vergleich mit Deutschland - besseren Rentenleistungen werden gelobt:

"Eine Einzelperson erhält mindestens 1.175 Franken. Das entspricht rund 1.100 Euro und stellt jene 787 Euro in den Schatten, welche die Deutsche Rentenversicherung in Berlin durchschnittlich ausbezahlt."

Als Stärke wird auch eine vergleichsweise hohe Mindestrente beschrieben. Auch Dänemark und die Niederlanden seien in Sachen Altersarmut besser dran als die Deutschen.

Zum Schluss erwähnt PFEIFFER auch die aktuelle Rentendebatte in der Schweiz und dass dort ebenfalls die Alterung das System bedrohe:

"Produktivitätssteigerungen und wirtschaftliches Wachstum gleichen die Alterung der Gesellschaft nicht aus",

erklärt uns PFEIFER ohne dies zu belegen.

ENZ, Werner (2016): Die Jungen haben das Nachsehen.
Systemwidrige Umverteilung zersetzt in der zweiten Säule das Vorsorgesparen in der Schweiz,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 24.10.

Werner ENZ reitet weiter sein Steckenpferd!

AGENTUREN (2016): Schweizer Vorsorge nur noch auf Platz sechs.
Im internationalen Vergleich an Terrain verloren,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 25.10.

FERBER, Michael (2016): Unternehmen keuchen unter ihrer Rentner-Last.
Anschwellende Rentnerbestände in der Schweiz und eine wachsende Bedeutung des BVG-Sicherheitsfonds,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 28.10.

Michael FERBER berichtet über die Probleme von kleinen und mittleren Betrieben mit der betrieblichen Altersvorsorge. Die Probleme werden dann akut, wenn Betriebe ihre Pensionslasten an eine Sammelstiftung oder Lebensversicherung übertragen wollen:

"Viele Lebensversicherer wollten heutzutage keine Rückversicherung für Rentnerbestände bieten und wenn doch, dann nur zu »schlechten Konditionen«".

Im Falle einer Insolvenz muss der Sicherheitsfonds BVG einspringen. Dies war bei etlichen Firmen 2015 der Fall. Die Zahl der Fälle könnte gemäß FERBER weiter steigen.

FERBER, Michael (2016): Rentner als "Deal-Killer".
Pensionierte und Unternehmer,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 28.10.

Der Begriff "Deal-Killer" bezieht sich auf Fusionen und Übernahmen, die aufgrund von unterfinanzierten Rentnerbeständen gescheitert sein sollen.

SCHÖCHLI, Hansueli (2016): Tiefere Renten für Bundesangestellte.
Der Umwandlungssatz der Pensionskasse Publica soll deutlich sinken,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 09.11.

Kapitaldeckung - so das Mantra Neoliberaler - sei der Umlagefinanzierung überlegen. Tatsache ist jedoch, dass auch die Kapitaldeckung keineswegs demografiefest - ein Blendwort Neoliberaler! - ist. Das zeigt sich vor allem dann, wenn Neoliberale wie SCHÖCHLI den Generationenkrieg bei Pensionskassen beschwört. Während in Deutschland der Garantiezins im Fokus dieser Debatte steht, geht es in der Schweiz um den "Mindestumwandlungssatz". In beiden Fällen geht es darum die Risiken auf die Versicherten abzuwälzen.

FORSTER, Christof (2016): Auf Kosten der Jungen.
Rentenkampf,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 10.11.

Christof FORSTER inszeniert seinen Klassenkampf als Generationenkrieg. Im Interesse der Besserverdienenden wendet er sich gegen eine Umverteilung und verschanzt sich deshalb hinter "jungen Generationen und Ungeborenen", weil Altruismus besser klingt als Eigennutz. Unter dem Deckmantel von "nachhaltiger Sanierung", die der FDP und der SVP zugeschrieben wird, kämpft FORSTER gegen eine "Aushöhlung der beruflichen Vorsorge zugunsten der AHV" oder anders formuliert: Wie in Deutschland geht es um die Stärkung der Kapitaldeckung und damit um die Entsolidarisierung der Reichen zu Lasten der Armen. Die AHV entspricht dabei der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland, wobei hier durch die fehlende Beitragsbemessungsgrenze und die Deckelung der Rentenhöhe ein stärkerer sozialer Ausgleich als in Deutschland stattfindet.

SCHÖCHLI, Hansueli (2016): Der oberste Aufseher des Schweizer Finanzplatzes.
Thomas Bauer schildert, weshalb er Finma-Präsident wurde und wie ihn die Aufsichtsbehörde überrascht hat,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 15.11.

JACQUEMART, Charlotte (2016): Immerhin Renten.
Schweizer Vorsorgesystem: Die Lage von privaten und institutionellen Sparern ist unerfreulich. Trotzdem ist das Schweizer Vorsorgesystem stabiler als viele andere in der Welt,
in:
Neue Zürcher Zeitung Online v. 21.11.

FERBER, Michael (2016): Was beim PK-Einkauf zu beachten ist.
Mit freiwilligen Zahlungen in die Pensionskasse lassen sich Steuern sparen - es gibt aber auch Nachteile,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 22.11.

Michael FERBER beschreibt die freiwillige Zahlung in Pensionskassen als Steuersparmodell, das durch die Schließung einer Versorgungslücke begrenzt wird. Vor allem die Umverteilung vom "Überobligatorium hin zum Obiligatorium" ist ihm als Anwalt der Besser- und Spitzenverdiener ein Ärgernis.

FERBER, Michael (2016): Säule-3a-Zinsen stabilisieren sich.
Steuerliche Vorteile zählen in der "Anlage-Wüste",
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 01.12.

ENGELHARDT, Marc (2016): Sicherheit auf drei Säulen.
Parlament-Thema Rentenpolitik im Visier: Schweiz: Die staatliche Rentenversicherung kennt Minimal- und Maximalrenten,
in:
Das Parlament Nr.49-50 v. 05.12.

Marc ENGELHARDT beschränkt sich beim Schweizer Alterssicherungssystem auf die Beschreibung der Vorzüge und Nachteile aus neoliberaler Sicht, während der Nutzen für Geringverdiener durch die AHV ausgeblendet wird.

LOCHER, Sylvia (2016): Weg mit der Witwenrente.
Gastkommentar: Es könnte sein, dass eine Verknüpfung von Ehemann und Rente der Gleichstellung der Geschlechter zuwiderläuft,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 06.12.

Sylvia LOCHER, Präsidentin von Pro Single Schweiz, die sich als Interessengemeinschaft der Alleinstehenden versteht, beklagt die Bevorzugung der Ehefrau gegenüber der berufstätigen, kinderlosen Frau:

"Heutzutage müssen wir (...) ernsthaft die Frage stellen, ob eine Verknüpfung von Ehemann und Rente der Gleichstellung von Frau und Mann nicht zuwiderläuft. (...)
Eine nichtberufstätige Ehefrau mit Kindern kann sich damit die bessere Altersrente sichern als eine im Tieflohnbereich (Gesundheitswesen, Gastronomie, Verkauf) berufstätige Frau ohne Kinder. Das System belohn die Aufgabe solcher Berufstätigkeit und fördert die Abhängigkeit vom Ehemann."

Individualisierung nennt sich diese Art von Argumentation, die vor allem soziale Abhängigkeiten betont, wobei diese auf das Ehepaar reduziert wird und z.B. uneheliche oder gleichgeschlechtliche Partnerschaften außer Acht lässt. Die Abhängigkeit vom Arbeitsmarkt wird dagegen implizit glorifiziert, obwohl diese Abhängigkeit genauso gefährlich sein kann: Wer die falsche Herkunft, die falsche Qualifikation usw. hat dessen Risiko ist genauso hoch wie ein Scheidungs- oder Trennungsrisiko.  Wer Individualisierung fordert, der muss zugleich die Arbeitsmarktrisiken mitberücksichtigen. Das aber blendet LOCHER aus mit dem Hinweis:

"Eine bessere Bildung bedeutet mehr Unabhängigkeit und Eigenverantwortung."

Die Abschaffung der Hinterbliebenenrente zielt in erster Linie auf die Interessen der Arbeitgeber. Ehefrauen sollen verstärkt dem Arbeitsmarkt zugeführt werden, bei Leugnung dessen Risiken. Über Verbesserungen für Unverheiratete schweigt sich LOCHER aus.

2013 hieß Pro Single Schweiz noch Arbeitsgemeinschaft unabhängiger Frauen und Männer (AUF). Auf der Website wird die Entwicklung der Interessenorganisation folgendermaßen dargestellt:

"Ursprünglich stand der Begriff AUF für Arbeitsgemeinschaft unverheirateter Frauen. Die AUF vertrat die Interessen der ledigen Frauen. Später wurde sie in Arbeitsgemeinschaft unab­hängiger Frauen unbenannt. Mit der Zeit gesellten sich auch geschiedene oder verwitwete Frauen dazu. Seit 2007 war die AUF offiziell ein „gemischter“ Verein und hiess Arbeitsge­meinschaft unabhängiger Frauen und Männer. Der Grund für diese Erweiterung lag darin, dass wir feststellen mussten, dass unsere Anliegen zum grossen Teil mit dem Zivilstand oder der Wohnform und nicht nur mit der Rolle der Frau zu tun haben. AUF war immer der Meinung, dass allein lebende und / oder ledige Personen benachteiligt waren und immer noch sind."
(Abgerufen am 22.01.2017)

Die Forderungen zur Alterssicherung werden auf der Website folgendermaßen zusammengefasst:

"Pensionskassen (BVG)
Pro Single Schweiz fordert eine versicherungstechnische Kompensation für alle Personen, die mit ihrer Prämie keine Hinterlassenenrente auslösen können. Das heisst, jene, die bei ihrem Tod niemanden begünstigen, sollen weniger Prämien bezahlen oder mehr Renten erhalten.

AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung)
Pro Single Schweiz lehnt die Forderung der CVP ab, inskünftig Ehepaaren statt einer 150%-Rente zwei Einzelrenten zu 100%, also insgesamt eine 200%-Rente auszuzahlen, zumal die CVP keinen Verzicht auf die AHV-Witwen- und Witwerrenten in Kauf nehmen möchte. Die Ledigen finanzieren heute schon einen beträchtlichen Teil der Ehepaar- sowie der Witwen- und Witwerrenten. Sollte tatsächlich pro erwachsene Person eine Rente ausbezahlt werden, soll sich diese jede erwachsene Person auch selbst erarbeiten, entweder durch die eigene Berufstätigkeit oder die Erziehungsgutschriften. Besonders störend ist die Witwenrente für kinderlose Frauen. Es ist nicht einzusehen, wieso die Allgemeinheit diese finanzieren soll. In Bezug auf die Kinderrente ist die Pro Single Schweiz klar der Meinung, dass diese von allen, d.h. auch von den Ledigen und Kinderlosen finanziert werden soll. Es ist ebenfalls unbestritten, dass sich alle an den Ausbildungskosten für Kinder und Jugendliche beteiligen."
(Abgerufen am 22.01.2017)

Die Forderung zur Alterssicherung wird nicht flankiert durch Forderungen zur Verminderung von Arbeitsmarktrisiken, sondern im Vordergrund stehen die steuerliche Gleichstellung von Verheirateten und Unverheirateten, von der in erster Linie privilegierte Alleinstehende profitieren, aber keine Schlechterverdiener.

FONTANA, Katharina (2016): Nicht aus dem Schneider.
Die Sanierung der Invalidenversicherung scheint auf guten Wegen zu sein. Das ist allerdings kein Grund, nun wieder die Schleusen zu öffnen. Bei der nächsten Reform braucht es vielmehr weitere Eingriffe,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 09.12.

Katharina FONTANA erklärt uns in der typischen neoliberalen Sprache der Verachtung gegenüber Transferempfängern, die man in Deutschland aus der rot-grünen Ära der Agenda 2010 kennt, wie Neoliberale in der Schweiz die Invalidenversicherung mit Reformen ab 2004 aus den Fängen der Sozialschmarotzer gerettet haben:

"Der einfache Weg zur Rente wurde blockiert, überbordende Ansprüche an die IV wurden zurückgestutzt. Im Vordergrund stand nicht mehr der Anspruch auf eine Rente, sondern der Verbleib in der Arbeitswelt - mehr Arbeitsmoral und weniger Rentnermentalität, lautete neu die Devise."

Die IV soll sogar profitabel werden ("Cash-Cow"). So zumindest zeigen es Berechnungen des Bundesamts für Sozialversicherungen, die FONTANA jedoch anzweifelt. Ärgerlich sind für sie insbesondere politische Forderungen nach Verbesserungen bei der Invalidenversicherung, weshalb sie die Errungenschaften des aktivierenden Sozialstaates preist, die wir auch aus Deutschland zu Genüge kennen. Kranke  werden so zu Spaßarbeitern. Verbesserungen werden von FONTANA mit Hinweis auf Missbrauch strikt abgelehnt. Sie lobt stattdessen eine geplante Reform, die verhindern soll, dass "Junge mit Kranksein mehr Geld bekommen als mit Arbeit".

Fazit: Die Unterstellung von Missbrauch dient Neoliberalen aller Länder dazu, die Bevölkerung zu spalten und dadurch Verbesserungen im Sozialbereich zu verhindern.

FORSTER, Christof (2016): Die größte Baustelle der Rentenreform.
Die Parteien streiten sich über die Kompensation der Renteneinbussen in der zweiten Säule,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 12.12.

Christof FORSTER berichtet im Vorfeld einer Ständeratsdebatte über die unterschiedlichen Positionen von Ständerat und Nationalrat in Sachen Kompensation der beschlossenen Renteneinbussen. Dabei geht es um folgende Instrumente:

1. Senkung oder Abschaffung des Koordinationsabzug bei den Pensionskassen:

"Dabei handelt es sich um jenen Teil des Lohnes, der nicht versichert ist. Mit einem grösseren versicherten Lohn steigen die Sparbeiträge für die Pensionskasse, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer leisten",

erklärt uns FORSTER das Instrument.
2. Senkung des Sparalters
3. Erhöhung der monatlichen Altersgutschriftensätze (Sparbeiträge)
4. Verbesserungen bei der AHV: Dieser Punkt stört Neoliberale als Anwälte der Besserverdienenden. In der Debatte wird das als "Vermischung der beiden Säulen" gebrandmarkt.
5. Definition der Übergangsgeneration: Hier geht es um die Frage, wer in den Genuss der vollständigen Kompensation kommen soll. Finanzieren soll das der Sicherungsfonds der Pensionskassen und damit die Arbeitnehmer und Arbeitgeber. 

FERBER, Michael (2016): Sparen und Versichern sollte man trennen.
Mit Versicherungspolicen in der gebundenen Vorsorge lassen sich Risiken absichern - allerdings haben die Produkte mehrere Nachteile,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 13.12.

"Sparen sollte (...) bei einer Bank erfolgen, das Versichern bei einer Versicherung", zitiert Michael FERBER einen Mitarbeiter der Beratungsgesellschaft Vermögenspartner.

FORSTER, Christof (2016): Renten-Tanz am Abgrund.
National- und Ständerat lassen in der Rentenreform die Muskeln spielen. Die Fronten sind starr, obwohl die Zeit knapp wird. Doch die Konturen eines Kompromisses beginnen sich langsam abzuzeichnen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 14.12.

Christof FORSTER, Anwalt der Besserverdienenden, breitet diesmal seine neoliberale Sichtweise auf einer ganzen Zeitungsseite aus. Bereits Ende September hatte FORSTER die Rentenreform auf der Zielgerade gesehen  Nun ist die entscheidende Abstimmung am 17. März 2017 geplant. Wirtschaftsinteressen machen Druck. FORSTER geht es insbesondere um die Abwendung der Kompensation der Senkung des Umwandlungssatzes in der AHV. FORSTER erklärt uns, mit welchen Winkelzügen die Interessen der Besserverdienenden gewahrt werden können.

FORSTER, Christof (2016): Ständerat verteidigt AHV-Erhöhung.
Mit den Entscheiden der kleinen Kammer bleiben in der Rentenreform die Differenzen zum Nationalrat weitgehend bestehen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 15.12.

Christof FORSTER berichtet über eine Sitzung des Ständerats zur Altersvorsorgereform 2020. Im Vordergrund stehen die Differenzen bei der Kompensation der Renteneinbussen in der Pensionskasse. FORSTER steht im Einklang mit der FDP auf dem Standpunkt, dass eine Kompensation der Einbußen in der ersten Säule zu verhindern ist.

FERBER, Michael (2016): Pensionskassen drängen in den Hypothekarmarkt.
Vorsorgeeinrichtungen suchen nach Rendite und machen Banken das Geschäft streitig,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 16.12.

BAUER, Thomas (2016): Schutz für Versicherte.
Gastkommentar: Sanierungsrecht in der Assekuranz,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 16.12.

Thomas BAUER, Präsident des Verwaltungsrates der Finma sorgt sich um Versicherer, die in eine Überschuldungssituation geraten sind, weshalb ein Konkursverfahren eröffnet werden muss, das zu Lasten der Kunden ginge:

"Der Konkurs schliesst (...) eine Weiterführung von Verträgen aus: Alle Forderungen der Versicherungskunden werden gemäss dem allgemeinen Konkursrecht in einem einzigen Anspruch gegenüber dem konkursiten Versicherungsunternehmen umgewandelt, welcher dann je nach verbleibenden Vermögenswerten als Konkursdividende ausbezahlt wird. Das bedeutet, dass Renten einer Lebensversicherung nicht mehr regelmässig ausbezahlt werden können.

BAUER fordert deshalb eine Reform, die auch Sanierungen von Versicherern ermöglichen würde:

"Ein Sanierungsverfahren soll nur dann eröffnet werden, wenn dieses für die Versicherten insgesamt vorteilhafter ist als ein Konkurs."

Dazu sollen jedoch Eingriffe in die Verträge der Versicherten möglich sein, z.B. die Streichung von Wahlrechten der Versicherten, da diese zu viel Kapital binden würden. Da stellt sich dann die Frage, ob nach diesen Eingriffen eine Sanierung den Kunden nicht teuerer kommt als ein Konkurs. Das liegt dann ganz im Ermessen der Versicherungsaufsicht.

STALDER, Helmut (2016): Starrsinnig am Ausweg vorbei.
Kommentar zur Rentenreform 2020,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 22.12.

Helmut STALDER wiederholt noch einmal die Ansicht von Christof FORSTER zur Kompensation der Renteneinbußen, die er zum "Königsweg" für einen Kompromiss zwischen National- und Ständerat stilisiert.

2017

LEUTHOLD, Manuel (2017): Herausforderung Tiefzinsumfeld.
Die Ausgleichsfonds verwalten im Auftrag der Schweizer Bevölkerung 35 Milliarden Franken. Ihr Kernauftrag, die Zahlungsbereitschaft der Sozialwerke jederzeit zu sichern, wird durch das gegenwärtige Umfeld erschwert,
in:
Sonderbeilage der Neuen Zürcher Zeitung Finanzmarkt 2016/2017 v. 05.01.

Manuel LEUTHOLDs Artikel gleicht eher einer Marketingkampagne als Aufklärung über den Schweizer Ausgleichsfonds. Er kann auch als Reaktion auf die Kritik des Tages-Anzeiger gelesen werden, denn der hat ihm vorgeworfen im Vergleich zu den Schweizer Pensionskassen den AHV-Fonds schlecht gemanagt zu haben.

"Das gesetzlich vorgegebene Ziel für die Ausgleichsfonds, primär den Realwert des Vermögens zu erhalten und erst sekundär, im Rahmen der Risikolimiten, eine angemessene Kapitalrendite zu erwirtschaften, führt auch zu einer konservativen Anlagepolitik für das Gesamtvermögen. (...). Damit sind rund drei Viertel der Vermögensanlagen direkt von den Niedrigzinsen betroffen, was im Vergleich zu einem durchschnittlichen Pensionskassenvermögen mehr ist und dementsprechend zu einer niedrigeren erwarteten Rendite führt.
Dies haben die Ausgleichfonds hinzunehmen, müssen sie doch (...) primär die Verteilung der im Umlageverfahren gewährten Renten der ersten Säule sichern. Im Vergleich dazu hat eine Pensionskasse den Auftrag, im Rahmen des gegebenen Risikobudgets einen so hohen Anlageertrag wie möglich zu erwirtschaften, um langfristig Mindestzins und Pensionskassenrenten bezahlen zu können",

erklärt uns der Präsident des Verwaltungsrates compenswiss. Dieser ist für die Geldreserve der drei Sozialwerke AHV, IV und EO zuständig.

LEUTHOLD nutzt die Gelegenheit zudem, sich aus neoliberaler Perspektive in die Reform der Altersvorsorge 2020 einzumischen.

FORSTER, Christof (2017): Hartes Ringen um die Rentenreform.
Kommission legt verbessertes Kompensationsmodell vor,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 16.01.

Christof FORSTER berichtet über einen weiteren Etappensieg der Neoliberalen bei der geplanten Rentenreform in der Schweiz. Die Sozial- und Gesundheitskommission des Nationalrats (SGK) hat Kompensationen der Verluste durch die Senkung des Umwandlungssatzes in der AHV abgelehnt. Zudem hält die Kommission weiterhin an der Erhöhung des Renteneintrittsalters fest. Außerdem konnten die Neoliberalen eine Erhöhung des Bundeszuschusses für die AHV abwehren. Im März soll die Schlussabstimmung über die Reform stattfinden.

FONTANA, Katharina (2017): Unzufriedener Witwer klagt gegen die Schweiz.
Die umstrittene Bevorzugung der Frauen bei den Hinterlassenenrenten wird zum Justizfall,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 21.01.

"Verwitwete Frauen sind heute gegenüber verwitweten Männern deutlich bevorteilt. Witwer erhalten nur dann eine Hinterlassenenrente, wenn sie Kinder unter 18 Jahren haben, Witwen mit Kindern sind demgegenüber stets rentenberechtigt, unabhängig von deren Alter. Zudem bekommen auch kinderlose Frauen eine Weitenrente, wenn sie über 45 sind und die Ehe mindestens fünf Jahre gedauert hat",

 erklärt uns Katharina FONTANA die gegenwärtig gültige Gesetzgebung. Mit der Altersvorsorgereform 2020 soll die Witwenrente für kinderlose Frauen ganz gestrichen werden, was jedoch umstritten ist.

Beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte hat nun ein Schweizer Witwer gegen die Ungleichbehandlung geklagt, weil er 2012 vor dem Schweizer Bundesgericht mit seiner Forderung gescheitert ist, dass er auch für sein über 18-jähriges Kind weiterhin eine Witwerrente erhält.

FONTANA, Katharina (2017): Keine Sache europäischer Richter.
Kommentar: Schweizer Witwerrenten vor dem Strassburger Gerichtshof,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 21.01.

"Das Sozialversicherungsrecht unterscheidet mehrfach nach Geschlecht oder Nationalität, was mit der Strassburger Sichtweise kaum vereinbar ist. Neben Witwern könnten etwa auch Ausländer gegen die Schweiz klagen, weil sie bei den Ergänzungsleistungen oder in der Invalidenversicherung teilweise zusätzliche erfüllen müssen",

befürchtet Katharina FONTANA, die deshalb eine Einmischung verhindern möchte, zumal die Schweiz neben Monaco die Ratifizierung eines Zusatzprotokolls zur Menschenrechtskonvention nicht ratifiziert hat. 

MENGIS, Andrea (2017): Arbeitsfähig auf dem Papier - aber chancenlos.
Gastkommentar: Invalidenversicherung,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 21.01.

Die Rechtsanwältin Andrea MENGIS kritisiert die Sichtweise von Katharina FONTANA und anderen Journalisten, die den Missbrauch der Invalidenversicherung durch "Scheininvalide" vorschieben, um Verbesserungen in diesem Bereich zu unterbinden.

SCHÖCHLI, Hansueli (2017): Bundesrat nimmt Schuldenbremse ins Visier.
Die Mehrheit in der Regierung liebäugelt mit einer Aufweichung der Bundesregeln zur Finanzpolitik,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 23.01.

SCHÖCHLI, Hansueli (2017): Kompromiss aus dem Märchenbuch.
Kommentar: Schuldenbremse und AHV,
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 23.01.

Die Schuldenbremse in der Schweiz und in Deutschland hat nur einen einzigen Zweck: Die Alterssicherung zum Profitcenter der Finanzmarktakteure zu machen und damit die gesetzliche Rentenversicherung zu zerschlagen. In Deutschland z.B. soll die Schuldenbremse nur für die Umlagefinanzierung gelten, während die Kapitaldeckung diese umgehen kann. Fondsgesellschaften wie Blackrock stehen bereits in Wartestellung, um den Milliardenmarkt abschöpfen zu können.

FORSTER, Christof (2017): Die CVP hofft auf einen USR-III-Effekt.
CVP-Politiker ziehen Parallelen zwischen Steuer- und Rentenreform und setzen auf die "politische Sensibilisierung" bei FDP und SVP,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 30.01.

Christof FORSTER berichtet darüber wie die Neoliberalen in der Schweiz eine Kompensation der Renteneinbußen in der AHV verhindern wollen. FORSTER geht davon aus, dass die CVP umkippt und die Neoliberalen sich letztendlich durchsetzen werden:

"Wie stark sich die Linke engagiert, bleibt abzuwarten. Nicht auszuschliessen ist indes, dass sich die CVP in letzter Minute mit den anderen bürgerlichen Parteien auf einen Kompromiss einigt und sich damit auch die Unterstützung der Wirtschaft sichert."

ENZ, Werner (2017): Umfeld für Lebensversicherer ist hart.
Gesättigte Schweizer Märkte und Standortnachteile wegen strikter Kapitalvorschriften,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 04.02.

Werner ENZ plappert die PR des Schweizerischen Versicherungsverbandes (SVV) nach, der einen Einbruch im Lebensversicherungsgeschäft beklagt:

"Auch fondsgebundene Produkte, bei denen in aller Regel der Kunde das Anlagerisiko trägt, hatten einen schweren Stand",

heißt es. Die Schweizer sind offenbar nicht ganz so dumm wie es die Lebensversicherer und deren Lobbyisten gerne hätten!

ENZ, Werner (2017): Zur BVG-Versicherung Sorge tragen.
Kommentar: Kapitalvorschriften und Legal Quote,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 04.02.

Neoliberale Lobbyisten der Finanzdienstleister wie Werner ENZ oder Philipp KROHN heulen uns die Ohren voll, weil die Profite der Versicherer nicht noch höher sind. Schuld ist immer die Politik an den zu niedrigen Profiten. Gäbe es die politische Regulierung nicht, wie herrlich? Deutsche wie KROHN verweisen auf das Versichererparadies Schweiz, während Schweizer Versichererlobbyisten natürlich anders sehen. ENZ verweist auf die Zahlen, die der Schweizerische Versicherungsverband vorgelegt hat und deren schwere Bürde aufzeigt. ENZ fordert deshalb im Namen der Versicherer, dass die private Altersvorsorge nicht bestraft werden dürfe. Die Forderung wird von ENZ nicht etwa wegen geplanter Gesetze verkündet, sondern nur, um jeglichen Forderungen schon im Voraus entgegen zu treten.

JÖRG, Aurel (2017): AHV-Fonds mit solider Anlagerendite.
Banges Warten auf die Umsetzung der "Altersvorsorge 2020",
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 11.02.

Aurel JÖRG berichtet darüber, dass nach dem Minus beim Schweizer Ausgleichsfonds AHV/IV/EO von 0,92 % im Jahr 2015, im letzten Jahr eine Rendite von 3,93 % erreicht wurde.

ENZ, Werner (2017): Abschied nehmen von den Pfründen.
Rentenalter 64 bei der Zürcher Kantonalbank,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 13.02.

Werner ENZ betätigt sich als Durchlauferhitzer für den Schweizerischen Arbeitgeberverband. In dieser Perspektive würde der Neoliberale am liebsten das Renteneintrittsalter ganz abschaffen. Das geplante Renteneintrittsalter von 65 Jahren diffamiert er deshalb als "Altersguillotine 65". Ein Ärgernis ist ihm deshalb, dass die Zürcher Kantonalbank (ZKB) für ihre Mitarbeiter bessere Konditionen bietet. Obwohl Neoliberale im Grunde Gleichmacherei verabscheuen, interessiert es sie wenig, wenn es ihnen um ihre Interessen geht. Dann sollen sich plötzlich alle nach ihrer Pfeife richten. So hält ENZ der ZKB vor, dass sowohl die Angestellten des Kantons Zürich als auch die Swiss Re eine Rente erst ab 65 Jahren zahlen.   

SAUTER, Regine (2017): Chancen zur Modernisierung nutzen.
Gastkommentar: Altersvorsorge 2020,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 16.02.

Die Schweizer FDP-Politikerin Regine SAUTER preist das aktuelle Modell der Nationalratskommission an, wobei sie die Kompensationsproblematik außen vor lässt, die in der NZZ in letzter Zeit im Vordergrund der Debatte stand. Insbesondere der Wegfall des Koordinationsabzugs. Der Koordinationsabzug ist aus ihrer Sicht  ungerecht (was nur im Hinblick auf den breiten Parteinkonsens als wichtig erachtet wird), aber vor allem eine flexiblere Beschäftigung von Arbeitnehmern einschränkt, was ihr Hauptmotiv ist:

"Die Abschaffung des Koordinationsabzugs trägt (...) dem wachsenden Trend in Richtung Mehrfachbeschäftigung Rechnung.
Heute wird der Koordinationsabzug pro Arbeitsstelle und damit mehrfach abgezogen. So ergeben sich für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit mehreren Jobs deutlich tiefere Renten als für Arbeitnehmer mit gleichem Lohn, aber nur einem Arbeitgeber."

Auch alle anderen Maßnahmen dienen in erster Linie einem Abbau von Beschränkungen beim Arbeitseinsatz.

FORSTER, Christof (2017): IV vor neuer Sparrunde.
Bürgerliche Parteien geht die Reform der Invalidenversicherung zu wenig weit,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 17.02.

"Laut den Prognosen des Bundes wird die IV bis 2030 ihre Schulden beim AHV-Fonds getilgt haben. Ab 2026 sollen die Überschüsse die Milliardengrenze erreichen. Und dies, obwohl ab 2018 die Zusatzfinanzierung mit 0,4 Prozent Mehrwertsteuer (rund 1,1 Milliarden Franken) und die Übernahme der Schuldzinsen durch den Bund entfallen",

erklärt uns Christof FORSTER, der jedoch die Perspektive des Schweizer Arbeitgeberbandes vertritt, der die Prognose kritisiert. Wir kennen diese Strategie aus Deutschland, wo das IW Köln die Interessen der Arbeitgeber wissenschaftlich unterfüttert und dann je nach Gusto sich jene Zahlen herausgreift, die gerade die Argumentation stärken. Da spielt es dann keinerlei Rolle, ob heute das genaue Gegenteil von gestern angenommen wird und morgen schon wieder andere Zahlen herausgekramt werden, die - welch ein Wunder - ganz glänzend zu den eigenen Interessen passen.

Den Schweizer Neoliberalen geht es wie den deutschen Neoliberalen primär um Kostensenkung zu Lasten derjenigen, die auf die Leistungen der Alterssicherungssystem angewiesen sind.

FORSTER, Christof (2017): Bundesrat sieht IV auf Sanierungskurs.
Die neue Reform der Invalidenversicherung kommt ohne Sparziel daher,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 17.02.

Christof FORSTER nennt nur wenige Zahlen zur Entwicklung der IV-Rentner:

"Bei den 18- bis 24-Jährigen sind die Neurenten konstant geblieben. Und nur leicht rückläufig ist die Zahl der Neurenten bei Menschen mit psychischen Leiden.
Die Reform fokussiert deshalb auf diese Gruppen."

Einleuchten tut dieser Fokus nur vor dem Hintergrund, dass offenbar eine Halbierung der Zahlen bei den Neurentnern die Richtschnur der Neoliberalen für weitere Maßnahmen darstellt:

"Dank den früheren Revisionen der Invalidenversicherung hat sich die Zahl der Neurenten seit dem Höchststand von 2003 halbiert. Allerdings betrifft diese positive Entwicklung nicht alle."

FORSTER rückt die Aktivierung potenzieller IV-Rentner in den Mittelpunkt der Reform. Der Arbeitgeberverband stört sich jedoch daran, dass die Unternehmer zu einem Integrationsbeitrag gezwungen werden sollen.

"Auf Widerstand der SP stösst die Einführung des stufenlosen Rentensystems. Behindertenverbände (...) haben (...) gefordert, dass wie heute ab einem IV-Grad von 70 Prozent eine ganze Rente zugesprochen wird. Der Bundesrat ist dem Wunsch nachgekommen",

erklärt uns FORSTER. Die Arbeitgeber und ihr langer Parteiarm die FDP fordern eine Erhöhung des Schwellwertes von 70 auf 80 Prozent, um Kosten zu sparen.

STALDER, Helmut (2017): Optimismus allein reicht nicht.
Kommentar: Invalidenversicherung,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 17.02.

Helmut STALDER macht sich wie FORSTER zum Durchlauferhitzer der Schweizer Arbeitgeberverbände. Dabei hebt seine Darstellung der Entwicklung der Problemgruppe einen anderen Aspekt hervor wie jene von FORSTER:

"Während die Zahl der Neurentner insgesamt sinkt, ist jene der 18- bis 24-Jährigen unvermindert hoch. Rund 2000 junge Menschen werden jedes Jahr mit einer IV-Rente bedacht, meist wegen psychischer Gründe."

STALDERs Menschenbild unterstellt den IV-Rentnern Mitnahmementalität, d.h. sie sind arbeitsunwillig und kassieren lieber die üppige Staatsknete:

"Frühverrentung gilt es möglichst zu verhindern, denn sie (...) bettet (Junge)(...) in ein System, aus dem sie fast nicht mehr herauskommen - und oft auch nicht wollen, wenn die Rente über dem Lohn liegt, den Gleichaltrige verdienen."

Dass vielleicht die Löhne der Gleichaltrigen zu niedrig sind, kommt Neoliberalen nicht in den Sinn. Ihr Ziel gilt der Absenkung der Sozialstandards, um die Löhne der Arbeitnehmer weiter drücken und die Profite der Arbeitgeber weiter erhöhen zu können. Anreize schaffen wird das verharmlosend genannt. STALDER nennt es jedoch beim richtigen Namen:

"Aber es gilt auch, einen gewissen Druck aufrechtzuerhalten."

FONTANA, Katharina (2017):Teenager sollen nicht mehr Rentner werden.
Die geplante IV-Reform will bei den jungen psychisch Kranken Gegensteuer geben,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.02.

Nachdem gestern von der NZZ bereits die neoliberale Richtschnur vorgegeben wurde, schiebt nun Katharina FONTANA nun mehr Zahlen zur Problemgruppe nach:

"Sie sind die grössten Sorgenkinder der Invalidenversicherung: die Teenager und Jungen, die aus psychischen Gründen eine IV-Rente erhalten. Ihre Zahl hat in den letzten zwei Jahrzehnten stetig zugenommen, bei den 18- und 19-Jähirgen um satte 6 Prozent jährlich, bei den 20- bis 24-Jährigen um 2 Prozent. Und anders als bei den Erwachsenen, bei denen die Neuberentungen in den letzten Jahren deutlich gesenkt werden konnten, bewegt sich der Zustrom neuer junger IV-Rentner weiterhin auf hohem Niveau."

In Schweden sei die Situation nach OECD-Angaben sogar noch schlimmer, erklärt uns FONTANA, die auf eine Auftragsstudie des Bundesamts für Sozialversicherungen von Niklas BAER verweist, die angeblich letztes Jahr veröffentlicht wurde. Die Studie Profile von jungen IV-Neurentenbeziehenden mit psychischen Krankheiten, aus der FONTANE zitiert, stammt jedoch aus dem Jahr 2015. Dort heißt es:

"Invalidisierungen sehr junger Erwachsener sind in der Schweiz, wie in anderen Industrieländern auch, ein gravierendes und wachsendes Problem – für die betroffenen Personen selbst und für ihre Angehörigen, aber auch für die Gesellschaft. Die IV-Berentungen aufgrund psychischer Gebrechen bei 18-19-Jährigen haben in der Schweiz in den letzten 20 Jahren jedes Jahr um durchschnittlich 6% zugenommen, bei den 20-24-Jährigen um 2% (OECD, 2014). In 2014 schliesslich blieb die Neurentenquote bei den Jungen erstmals auf relativ hohem Niveau stabil. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es der Invalidenversicherung in den letzten 10 Jahren gelungen ist, die Neurenten insgesamt deutlich zu senken. Die Entwicklung der Neurenten bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen weicht somit vom allgemeinen Trend ab." (2015, S. XI)

Dass gerade junge Menschen besonders häufig von psychischen Problemen betroffen sind, liegt im Wesen dieser Krankheiten begründet:

"Eine Invalidisierung in sehr jungem Alter erfolgt meist wegen psychischer Störungen und nur selten aufgrund somatischer Probleme. Dies liegt daran, dass rund 75% aller psychischen Störungen vor dem 25. Altersjahr beginnen (Kessler et al., 2005), also insgesamt sehr viel früher als körperliche Krankheiten. Dies hat zur Folge, dass viele junge Menschen mit psychischen Störungen schon während der Schule und Ausbildung Probleme haben (Baer et al., 2009). So kommen zum Beispiel vorzeitige Schul- und Ausbildungsabbrüche bei Jungen mit psychischen Problemen etwa doppelt so häufig vor wie bei Jungen ohne psychische Probleme (OECD, 2015)." (2015, S. XI)

Diesen Aspekt lässt FONTANA unter den Tisch fallen, denn sie hat bereits in einem früheren Artikel erkennen lassen, dass sie diese Menschen in erster Linie für Simulanten hält. Auch andere Aspekte lässt FONTANA weg, die eine Erhöhung der Zahlen von Neurentnern in dieser Gruppe - jenseits von Unwilligkeit erklären könnten, nämlich die Veränderung des Arbeitsmarktes:

"Junge Personen ohne qualifizierte Berufsausbildung haben sehr viel grössere Schwierigkeiten, sich auf dem Arbeitsmarkt zu etablieren – sie benötigen beispielsweise im Durchschnitt rund dreieinhalb Jahre bis zum ersten Job, während dies bei Personen mit qualifizierter Ausbildung rund ein halbes bis ein Jahr dauert (OECD, 2015). In der Schweiz hat sich daher auch die relative Arbeitslosenquote der gering Qualifizierten im Vergleich zu den höher Qualifizierten seit Beginn der 90er Jahre deutlich verändert: Während geringqualifizierte junge Erwachsene noch vor 20 Jahren seltener arbeitslos waren als Höherqualifizierte, hat sich dieses Verhältnis heute umgekehrt: Geringqualifizierte haben heute in der Schweiz eine doppelt so hohe Arbeitslosenquote wie Höherqualifizierte (OECD, 2014)." (2015, S. XI)

Man könnte dieses Problem also auch als Externalisierung von Kosten des Arbeitsmarktes zu Lasten des IV-Rentensystems beschreiben. Stattdessen widmet sich FONTANA nur den Profilen der Neurentner, wobei die Studie die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen unter den Neurentnern der Jahre 2010-2013 umfasste, was uns FONTANA verschweigt, sondern nur folgende Angaben macht:

"Gemäss Studie stammen rund 40 Prozent der Jugendlichen aus einem vorbelasteten Elternhaus, wo bereits Mutter oder Vater psychisch beeinträchtigt sind. Bei einem Viertel sind Konflikte, Vernachlässigung und Gewalt in der Familie dokumentiert. Und ein Sechstel kommt aus Familien, in denen ebenfalls bereits mindestens ein Elternteil sozialhilfeabhängig oder berentet war. Unter den jungen Rentnern sind Frauen und Männer in etwa gleicher Zahl zu finden, und Ausländer nicht übervertreten."

FONTANA verfälscht mit ihrer Darstellung die Ergebnisse der Studie:

"Fast alle (84%) JungrentnerInnen, etwa je zur Hälfte Frauen und Männer, beziehen eine ganze IV-Rente und jede/r Zweite wurde bereits zwischen 18 und 22 Jahren berentet." (2015, S. XIII)

Nur die Geschlechterrelation jener, die eine volle Rente erhielten waren hälftig Männer und Frauen. Die Geschlechterrelation der restlichen 16 % wird in der Zusammenfassung nicht erwähnt, sondern nur im Kapitel zur Soziodemographie: "Es gibt leicht mehr Männer (54%) als Frauen (46%)" (S.13).

"Personen ausländischer Nationalität sind mit 20% in dieser jungen Altersgruppe der Berenteten unterrepräsentiert, allerdings hat ein Drittel der Rentner/innen Eltern ausländischer Herkunft." (2015, S. XIII)

"Für das Jahr 2013 betrug der Ausländeranteil der ständigen Wohnbevölkerung in der Alterklasse der 15-19 jährigen 20%, bei den 20-24 jährigen 23% und bei den 25-29 jährigen 33% (Bundesamt für Statistik)." (2015, S.13)

FONTANA fasst also fälschlich Ausländer und Schweizer mit Migrationshintergrund zur Kategorie Ausländer zusammen. Die Studie unterscheidet vier Belastungstypen, die folgendermaßen beschrieben werden:

"1) Versicherte ohne familiäre Belastungen (45%), 2) Versicherte aus Einelternfamilien ohne weitere Belastungen (15%) sowie zwei Typen mit erheblichen multiplen Belastungen – 3) in Einelternfamilien aufgewachsen (22%) respektive 4) mit beiden Eltern aufgewachsen (19%). (...). Bei rund 40% (Jungrentner/innen) bis 50% (alle Rentner/innen aus psychogenen Gründen) muss (...) von erheblich beeinträchtigten familiären Biografien ausgehen." (2015, S. XIII f.)

Diese Typologie unterschlägt FONTANA, um uns stattdessen - sehr selektiv ausgewählte - Daten aus dem Kapitel über familiäre Belastungen zu zitieren. In dem Bereich heißt es dazu (die fettgedruckten Passagen werden von FONTANA erwähnt, wenngleich nicht unbedingt richtig zitiert):

"7% der Rentner haben eigene Kinder (...). Obwohl man nicht davon ausgehen kann, dass Kinder grundsätzlich ein Belastungsfaktor sind, könnte dies bei so jung Erkrankten der Fall sein. Bei den Frauen und bei Rentnern, die im Alter von 26-29 Jahren berentet wurden, ist der Anteil am höchsten (16%). Einige wenige Rentner mit einem Kind waren bei der Geburt des ersten Kindes jünger als 20 Jahre alt, dabei handelt es sich ausschliesslich um junge Frauen.
Bei 16% der Rentner gab es einen Sozialtransfer (z.B. IV-Rentenbezug oder Sozialhilfebezug) in der Herkunftsfamilie.
Bei insgesamt gut einem Drittel der Rentner ist dokumentiert, dass bei einem Elternteil eine psychische Störung besteht/bestand. Mit 36% sind bei Frauen psychische Störungen eines Elternteils häufiger dokumentiert als bei Männern mit 26%. (...).
Vor dem Erreichen des 18. Lebensjahres sind: 14% getrennt von beiden Elternteilen aufgewachsen, bei über einem Drittel haben sich die Eltern getrennt oder geschieden und ein Drittel ist in einer Einelternfamilie aufgewachsen. Bei 6% ist ein Elternteil verstorben.
Konflikte, Vernachlässigung oder Gewalt in der Familie wurden bei 28% der Rentner dokumentiert und häufiger bei Frauen (34%) als bei Männern (23%). Bei den mit 26-29 Jahren berenteten wurden doppelt so häufig Konflikte kodiert als bei den mit 18-21 Jahren berenteten.
Frauen haben häufiger Eltern mit psychischen Störungen und Konflikte/Vernachlässigung in der Familie. (...).
10% der Rentner hatten zum Zeitpunkt der IV-Anmeldung eine Vormundschaft.
Sozialtransfers, getrenntes Aufwachsen von beiden Eltern und Konflikte in der Familie sind bei Rentnern mit einem migrierten Elternteil leicht häufiger als bei Rentnern ohne migrierten Elternteil." (2015, S.15f.)

FONTANA nennt BAER als Unterstützer der Forderung des Schweizer Arbeitgeberverbandes:

"Der Bundesrat will (...) nicht so weit gehen wie der Arbeitgeberverband, der fordert, unter 30-Jährigen keine Rente auszurichten. Baer hält den Entscheid des Bundesrates für falsch: Für Junge müsse klar sein, dass sie in keinem Fall eine Rente erhielten".

Diese Position läßt sich jedoch nicht so unterschiedslos aus den Ergebnissen der Studie ableiten. Dort heißt es:

"Bei der Mehrheit der untersuchten Rentenbeziehenden scheint die frühe Invalidisierung aufgrund der Aktenanalyse nachvollziehbar. Bei einer zahlenmässig relevanten Minderheit hingegen wären aufgrund der vorliegenden Evidenz wohl alternative Wege der Unterstützung möglich gewesen." (2015, S. XXII)

SDA (2017): Altersvorsorge mit USR III verknüpfen.
Eine Woche nach dem deutlichen Volksnein zur Unternehmenssteuerreform III bewegt die Frage nach einer Neuauflage die Politik. Ein schneller Ausweg aus der schwierigen Situation ist weiterhin nicht in Sicht,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 21.02.

FORSTER, Christof  (2017): Alles oder nichts in der Rentenreform.
Ab Montag bleiben dem Parlament die drei Wochen der Frühlingssession für eine Einigung - 7 Antworten zum grössten Streitpunkt,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 24.02.

Christof FORSTER berichtet über den Streit um die Kompensation der Renteneinbussen. Während der von SP und CVP dominierte Ständerat eine Kompensation auch in der AHV fordert, ist die Klientelpartei FDP strikt dagegen, denn dies wäre eine Umverteilung von Oben nach Unten. Argumentiert wird jedoch mit der Generationengerechtigkeit, weil dies besser verschleiert, dass es um Besitzstandswahrung der Besser- bzw. Spitzenverdiener geht.

GMÜR, Heidi  (2017): Solidere Basis für Sozialdetektive.
Bundesrat schlägt neue rechtliche Grundlage vor für Observationen zur Bekämpfung von Sozialmissbrauch,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 24.02.

Weil der Straßburger Menschengerichtshof im Oktober eine Observierung gerügt hatte, soll nun eine Neuregelung der Observation erfolgen. Ermittlungen wegen Verdachts des Versicherungsbetrugs sind die der Schweizer Invalidenversicherung weit verbreitet. 2015 wurden 1940 Ermittlungen durchgeführt. In rund 72 Prozent der Fälle konnte der Verdacht jedoch nicht bestätigt werden. Wieviele von den 540 Fällen nur zur Leistungsreduktion, aber nicht zum Entzug der Leistung führte, wird uns von GMÜR verschwiegen, was vermuten lässt, dass die Mehrzahl lediglich zur Reduzierung von Leistungen führte. Auch die angegebene Schadenshöhe kann der Leser nicht bewerten, denn ihm fehlt dazu der Maßstab, z.B. die Gesamtausgaben der IV, um bemessen zu können wie relevant dieser Sozialmissbrauch ist.

Typischerweise wird uns eine Coiffeuse als Beispiel für den Sozialmissbrauch präsentiert, denn Sozialmissbrauch wird der der Arbeiterklasse zugeschrieben, während die Steuerhinterziehung der Besser- und Spitzenverdiener als Kavaliersdelikt zählt.

FORSTER, Christof (2017): Bauern könnten Rentenreform entscheiden.
Das Ausgleichsmodell des Ständerats mit dem AHV-Zuschlag von 70 Franken bringt den Landwirten handfeste Vorteile,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 27.02.

Christof FORSTER erläutert, wie der Ausgleich in der AHV doch noch gekippt werden könnte, um die Interessen der Besser- und Spitzenvertreter zu wahren.

SCHÖCHLI, Hansueli (2017): Die Renten sind tabu.
Gericht pfeift Pensionskasse zurück,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 27.02.

In Deutschland wird uns immer noch erklärt, dass Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit nur ein Problem der gesetzlichen Rente sei, so jedenfalls die neoliberale Propaganda, mit der 2001 die Riester-Reform zum Schaden der Gering- und Schlechterverdiener durchgesetzt wurde. Tatsächlich ist das jedoch eine Farce, wie der Blick in die Schweiz zeigt.

Auch dort herrscht kein eitel Sonnenschein bei der Kapitaldeckung und ausgerechnet die Pensionskasse der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoppers (PwC) - also eines globalen Finanzmarktakteurs - will in der Schweiz neue Maßstäbe einführen, die mit Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit begründet werden, obwohl es so etwas doch gar nicht geben dürfte.

Was in Deutschland mit dem neuen Betriebsrentenstärkungsgesetz durchgesetzt werden soll, dass praktizierte die PwC-Pensionskasse bereits, mit der Konsequenz, dass die Alterssicherung der Willkür der Kapitalmärkte unterworfen wurde:

"Die Zielrenten blieben zwar unverändert, doch Unterschreitungen aufgrund der effektiven Ergebnisse der Pensionskasse wurden neu möglich. Alle drei Jahre gab es eine Neuberechnung. Von 2005 bis 2007 flossen so 100% der Zielrente, danach drei Jahre lang 102%, dann 98 % und von 2014 bis 2016 waren es 96 %."

Weil dies unwidersprochen hingenommen wurde, weil es nur Neurentner betraf, sagten sich die Manager, dass man auch die Bestandsrentner abzocken könnte, um die eigenen Profite zu steigern. Dies führte zu Klagen, die nun das Abzocken der Bestandsrentner nur zum Wohle der Profitsteigerung verbietet. Dazu müsste das Unternehmen erst zum Sanierungsfall werden.

Fazit: Versicherte können sicher sein, dass ihre Renten unsicher sein werden, selbst wenn sie auf die Kapitaldeckung setzen. Allein das Profitstreben der Finanzmarktakteure und die Möglichkeiten der legalen Risikoabwälzung bieten hierzu jede Menge Spielraum. Die Überschrift ist jedenfalls ein Euphemismus, denn die Renten sind jetzt schon nicht tabu, denn das PwC-Modell ist ja für Neurentner bereits zulässig. Nur geht das Neoliberalen natürlich nicht weit genug!

ENZ, Werner (2017): Vorhang auf für die Rentenreform.
Absehbare Defizite in der AHV und Umverteilung im BVG zwingen zum Handeln,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 01.03.

Auf Seite 1 bläst Werner ENZ die Fanfare für die Lobbyisten von der Versicherungswirtschaft anlässlich des Debattenbeginns um die Altersvorsorge 2020 im Nationalrat. Wie in Deutschland versucht auch die Versicherungswirtschaft in der Schweiz jegliche Stärkung der Umlagefinanzierung (AHV) zu verhindern und stattdessen die Kapitaldeckung auszubauen, um ihre Profite steigern zu können.

ENZ, Werner (2017): Die harte Nuss Altersvorsorge.
AHV-Defizite und Umverteilung in der zweiten Säule rufen nach Korrekturen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 01.03.

Werner ENZ ist für die Demografisierung gesellschaftlicher Probleme zuständig. Dazu präsentiert er uns mit Martin ELING einen Lobbyisten der Versicherungswirtschaft, der auf einem von der Schweizer Versicherungswirtschaft geförderten Lehrstuhl sitzt, um deren Interessen mit wissenschaftlichen Weihen zu schmücken. Wissenschaftslobbying nennt sich diese Art der Vertretung von Wirtschaftsinteressen, die auch in Deutschland immer weiter verbreitet ist.

Es verwundert deshalb kaum, dass die AHV aus dieser Sicht schlecht geredet wird und Umverteilung als Teufelszeug gilt.

"Prognosen zum AHV-Finanzsaldo (seien) mit relativ geringer Unsicherheit behaftet (...), denn die Demografie sei gesetzt: man kennt die Zahl der Anspruchsberechtigten und ihr Rücktrittsalter recht genau. Die Babyboomer (Jahrgänge 1950 bis zum Pillenknick 1969) werden das in den Jahren 2014 und 2015 (...) noch geringe Defizit stark anwachsen lassen."

Weder wird uns das Erhebungsdatum, noch die Quelle der von ENZ präsentierten Daten genannt, was unseriöser Journalismus ist. Glaubwürdigkeit ist nicht die Sache von ENZ.

Wie wir aus Deutschland wissen, sind solche Prognosen das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben sind. Durchschnittlich alle 3 Jahren müssen die Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung korrigiert werden, damit sie nicht völlig aus dem Ruder laufen. Die aktuelle Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes war sogar schon bei ihrer Veröffentlichung hoffnungslos überholt und wurde erst kürzlich von der Bundesregierung in ihrem aktuellen Demografiebericht gründlich korrigiert. Den Medien war dies - bis auf die FAZ - keine Meldung wert, weil es sich nicht für Wirtschaftsinteressen instrumentalisieren ließ, sondern im Gegenteil viele Lobbyisten dumm aussehen ließe!

EHLING kritisiert die Berechnungen des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV), weil sie aus Sicht der Versicherungswirtschaft die AHV zu gut dastehen lassen. Das kennt man auch aus Deutschland vom arbeitgeberfinanzierten IW Köln, das genauso wie ELING Prognosen nach Gutsherrrenart präsentiert.  

Fazit: Mit wertlosen Prognosen soll Umverteilung von oben nach unten verhindert werden, denn Umverteilung gilt Neoliberalen aller Länder als Teufelszeug, weil sie den Interessen der Besser- und Spitzenverdiener entgegenläuft. Dreist wird dieses Interesse der besseren Kreise mit dem Argument der Generationengerechtigkeit verschleiert.

FORSTER, Christof (2017): Konfrontationskurs bei Rentenreform.
Klare Differenzen zwischen National- und Ständerat,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 02.03.

GMÜR, Heidi (2017): Starre Fronten bei der Rentenreform.
Der Nationalrat hält unverändert an seinen Positionen fest - ein Überblick über die wichtigsten Differenzen zum Ständerat,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 02.03.

FORSTER, Christof (2017): Einmal dafür, dann dagegen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 02.03.

GMÜR, Heidi (2017): Der Fahrplan bis zur Volksabstimmung,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 02.03.

STALDER, Helmut (2017): Keine Angst vor dem Volk.
Kommentar zur Rentenreform,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 02.03.

Helmut STALDER spielt heute den neoliberalen Einpeitscher, der auf die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 dringt. Das soll über einen Interventionsmechanismus erreicht werden, der das Renteneintrittsalter über die Hintertür einführen würde. Um ihn durchzusetzen bzw. zumindest als Verhandlungsmasse benutzen zu können, soll er aus der Reform ausgelagert werden. Denn ein Scheitern der Reform, das wäre selbst für die neoliberalen Hardliner ein zu hoher Preis.

SCHÖCHLI, Hansueli (2017): Scherbenhaufen als kleineres Übel.
Die Rentenreform soll die AHV sanieren, doch die Vorlange des Ständerats bringt sogar eine Kostensteigerung,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 03.03.

Hansueli SCHÖCHLI knüpft wieder an sein Generationekrieger-Mantra vom September an, das den Klassenkampf von oben verschleiern soll.

FORSTER, Christof (2017): Blockierte Rentenreform.
Gespräche zwischen den Spitzen von FDP und CVP zeigen nur minimalen Spieltraum für Kompromisse,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 03.03.

Erstmals räumt Christof FORSTER ein, dass es bei der Rentenreform auch um Lobbyismus von Seiten der Lebensversicherer geht, die vor allem in der Klientelpartei FDP einen parlamentarischen Handlanger finden:

"So legen die Lebensversicherer den Parlamentariern nahe, die Reform trotz dem AHV-Zuschlag zu schlucken. Ihr Hauptanliegen ist die Senkung des Mindestumwandlungssatzes. Die FDP-Fraktion wird erst noch festlegen, ob die Vorlage in der entscheidenden Abstimmung immer noch als strategisches Geschäft gilt."

FORSTER, Christof (2017): Die Allianz zwischen SP und CVP hält.
Ständeratskommission rückt bei der Rentenreform nicht von ihren früheren Beschlüssen ab,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 04.03.

STALDER, Helmut (2017): Endspurt im Gewirr der roten Linien
Westschweizer Linke, Juso und auch Jungfreisinnige drohen mit dem Referendum gegen die Rentenreform,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 06.03.

SCHÖCHLI, Hansueli (2017): Schuld am Mailaise sind die Regeln des Einmaleins.
Optische Täuschungen bei den Renten der Pensionskassen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 06.03.

Hansueli SCHÖCHLI rechnet die Rentenhöhen schön:

"Sinkt der Umwandlungssatz (...) von 7 Prozent aus 5 Prozent, sinkt die Jahresrente ohne Kompensation um fast 30 Prozent."

Warum 5 Prozent? Das ist die Empfehlung der neoliberalen Experten. Der Mindestumwandlungssatz ist zwar bei 6,8 % festgelegt, gilt aber nur für einen Teil der Alterssicherung. SCHÖCHLI erklärt uns nun, dass ein solch niedriger Umwandlungssatz kein Problem sei, weil die Kaufkraft der Renten durch niedrige Inflation und Lohnentwicklung die Senkung sozusagen ausgleichen würde. Die Frage ist jedoch, ob das allgemeine Inflationsmaß für die Ausgabenstruktur der Rentner überhaupt aussagekräftig ist und zum anderen sind durchschnittliche Lohnentwicklungen auch nicht aussagekräftig, denn gerade unter Rentnern ist die soziale Ungleichheit besonders hoch.

ENZ, Werner (2017): Swiss Life geht diszipliniert ans Werk.
Gewichtsverlagerungen und Zurückhaltung mit Garantien wegen Zinslage,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 06.03.

ENZ, Werner (2017): Heute das Geld, morgen die Verlust.
Kommentar: Lebensversicherer im Zinstief,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 06.03.

SCHÖCHLI, Hansueli (2017): Die optische Täuschung bei den Lohnabzügen.
Wer die Zeche der steigenden Beiträge für die Altersvorsorge bezahlt, wird verschleiert,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 08.03.

Hansueli SCHÖCHLI setzt seinen Feldzug gegen die Umverteilung von oben nach unten fort. Dabei erörtert er schon einmal Ausweichmanöver der Arbeitgeber, um die Kosten der Rentenreform auf die Gesellschaft (Arbeitnehmer, Arbeitslose und Konsumenten) abzuwälzen. SCHÖCHLI muss aber eingestehen, dass die "Marktstärke der verschiedenen Akteure" die Abwälzungsmöglichkeiten beeinflusst, sodass er letztlich keine Aussagen über diejenigen machen kann, die es tatsächlich trifft. Das ist ihm jedoch auch nicht wichtig, denn es geht hier in erster Linie um Stimmungsmache.

NABHOLZ-HAIDEGGER, Lili & Gret HALLER (2017): Gleichstellungspolitische Errungenschaften der 10. AHV-Revision sind gefährdet.
Altersvorsorge 2020: Wenn aus familienpolitischen Gründen einzelne Gruppen in der AHV privilegiert werden sollen, dann nur nach dem Kriterium der Erziehungsarbeit und nicht mehr nach dem Kriterium des Zivilstands,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 08.03.  

FORSTER, Christof (2017): Bund verweigert Berechnungen
Verwaltung weist Einnahmen und Ausgaben der AHV nur bis 2035 aus - entscheidend sind die Jahre danach,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 09.03.

Auch in Deutschland kennt man diesen Versuch von Neoliberalen mit Kaffeesatzleserei die Entwicklung der Alterssicherung schlecht zu reden. Die Schweizer Neoliberalen fordern Berechnungen bis 2045. Auch in Deutschland hofften die Neoliberalen auf Zahlen, die sich für ihre Propaganda gut ausschlachten lassen. Dumm nur: Die Bevölkerungsentwicklung hält sich seit Jahren nicht an die Bevölkerungsvorausberechnungen. Schon vor 10 Jahren wurde das große Schrumpfen angesagt. 2050 sollten in Deutschland nur noch 69-74 Millionen Menschen leben. Die aktualisierte Vorausberechnung des Statistischen Bundesamtes geht dagegen von 79 Millionen Menschen aus.  

STALDER, Helmut (2017): Stimmzettel zur Rentenreform wird zur Knobelaufgabe.
Bei einem Urnengang am 24. September müsste über mehr als nur eine Frage abgestimmt werden,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 09.03.

Helmut STALDER stellt Überlegungen an, wie die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre mittels Interventionsmechanismus, trotz Scheitern im Parlament über den Urnengang doch noch über die Hintertür erfolgreich durchgesetzt werden könnte.

SCHÖCHLI, Hansueli (2017): Der Plan B zur Rentenreform.
Das Nachdenken über das Szenario des Scherbenhaufens hat bereits begonnen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 10.03.

Der Neoliberale Hansueli SCHÖCHLI betätigt sich weiter als Einpeitscher, der die Schweizer auf sein Politikverständnis einschwören will, dazu ist ihm noch der dümmste Vergleich nicht zu dämlich, weil der Bund keine Kaffeesatzleserei betreiben will. Wer aus dem 50. Stockwerk springt ist definitiv tot, eine Modellrechnung über 30 Jahre hinweg dagegen hängt von vielen Unbekannten ab, sodass das Ergebnis keine Richtschnur für Politik abgeben kann. Neoliberale möchten nur eines: Die Demokratie durch eine Expertokratie ersetzen!

SCHÄFER, Michael (2017): Nur wenigen gereicht es zum Ruhm.
Schweizer Vermögensverwalter haben im vergangenen Jahr selten Mehrwert geschaffen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 10.03.  

FORSTER, Christof (2017): Das Loch in der AHV.
Beide Reformvarianten sind nicht nachhaltig,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 13.03.

Wiederholung des bereits zigmal vorgetragenen neoliberalen Mantras.

VATTER, Adrian & Rahel FREIBURGHAUS (2017): Bei der AHV droht ein Scherbenhaufen.
Warum Einigungskonferenzen im Parlament oft scheitern,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 13.03.

VATTER & FREIBURGHAUS erklären uns, warum Einigungskonferenzen oft NICHT scheitern, also das genaue Gegenteil von dem, was die Headline suggeriert:

"Zwischen 1902 - dem Jahr der Einführung der Einigungskonferenz - und 1989 fanden nur 15 Einigungskonferenzen statt (..). In 12 dieser 15 Fälle haben zudem beide Räte der gemeinsamen Vermittlungslösung zugestimmt.
Seit der Festsetzung neuer Spielregeln, die eine Beschränkung auf maximal drei Runden der Differenzbereinigung vorsehen, zeigt sich jedoch eine starke Zunahme von Einigungskonferenzen: Zwischen Oktober 1992 und Dezember 2016 bestanden bei insgesamt 122 Geschäften auch nach je drei Beratungen im National- bzw. Ständerat Differenzen (...). Nur in 12 der 122 Fälle wurde die Vermittlungslösung von einem der beiden Räte abgelehnt."

FERBER, Michael (2017): Gefährliche "Plünderung" der Pensionskasse..
Was beim Vorbezug von Zweite-Säule-Geldern zu beachten ist,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 14.03.

FORSTER, Christof (2017): Auf Wiedersehen in der Einigungskonferenz.
Bei der Rentenreform bestehen nach der letzten Debatte im Nationalrat weiter Differenzen zwischen den beiden Kammern,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 15.03.

Gestern berichteten bereits zwei Politikwissenschaftler über das Prozedere der Einigungskonferenz, die in den allermeisten Fällen einen Kompromiss findet, dem die beiden Kammern dann doch noch zustimmen. Letztlich geht es nur noch um die Kompensation der Renteneinbußen. Die Neoliberalen beharren auf einer Kompensation in der zweiten Säule, um eine Umverteilung von oben nach unten zu verhindern. Wie in Deutschland wollen die Neoliberalen die gesetzliche Rentenversicherung unbedingt schwächen und die Kapitaldeckung stärken. Damit werden zum einen die Profitinteressen der Finanzdienstleister und zum anderen der Besser- und Spitzenverdiener bedient.

Über die Beschlüsse der Einigungskonferenz wird morgen in den beiden Kammern abschließende beraten. Online berichtet die NZZ, dass sich der Ständerat mit seiner Forderung nach einer Kompensation in der ersten Säule durchgesetzt hat. Die Neoliberalen schäumen deshalb.

ENZ, Werner (2017): Doppelt vergoldete Neurentner.
Kommentar: Umverteilung im BVG-Geschäft,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 15.03.

Werner ENZ berichtet aus neoliberaler Perspektive über die Bilanzmedienkonferenz der Helvetia Versicherung und deren Schweizer Leben-Geschäft.

SDA (2017): Knappmöglichstes Ja zur Rentenreform.
Mit dem Ja des Parlaments zur Vorlage mit AHV-Zuschlag und Erhöhung der Mehrwertsteuer ist eine wichtige Hürde genommen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 17.03.

FORSTER, Christof (2017): Verhärtete Fronten.
in: Neue Zürcher Zeitung v. 17.03.

SCHÖCHLI, Hansueli (2017): Zwei Milliarden Mehrausgaben pro Jahr.
Der Vorschlag zur Rentenreform bringt der AHV im Vergleich zum Nichtstun ein starke Ausgabensteigerung,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 17.03.

GUJER, Eric (2017): So lässt sich Zukunft nicht gestalten.
Der Schweiz fehlt die Kraft, echte Reformen zu verabschieden. Meistens siegt die Politik des kleinsten gemeinsamen Nenners. Das Land blockiert sich auf diese Weise selbst,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.03.

Eric GUJER verachtet die Politik wie alle Neoliberalen, die sich eine postdemokratische Expertokratie wünschen, die in erster Linie die Interessen der Reichen im Blick hat.

STALDER, Helmut (2017): Abstimmung wird heftig.
Bürgerliche gehen gegen die Rentenreform in Stellung - Referendum von links,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.03.

FORSTER, Christof (2017): Bersets langersehnter Sieg.
Der Sozialminister hat seinen Spielraum bis an die Grenze ausgereizt,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.03.

GMÜR, Heidi (2017): Das Glossar zur Debatte.
Vom qualifizierten Mehr bis zur "schwarzen CVP",
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.03.

Heidi GMÜR präsentiert ein Glossar aus Sicht eines postdemokratischen Neoliberalismus, der Politik als missliebige Einschränkung seiner Interessen betrachtet, wobei die FDP als Bewahrer dieser Interessen betrachtet wird. Da fallen dann Wutbürger-Begriffe wie "Babyboomer-Tsunami", um die Interessen der Bürger zu diffamieren.

SCHOENENBERGER, Michael (2017): Rentenalter 67 wird unausweichlich.
Kommentar,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.03.

Das einzig Positive an der beschlossenen Reform ist für Michael SCHOENBERGER, dass diese ein Renteneintrittsalter von 67 unausweichlich werden lässt. Man wird bis 2030 warten müssen, um zu sehen, ob die Neoliberalen recht behalten werden.

GMÜR, Heidi (2017): "Es ist eine Frage der Lernfähigkeit".
Sozialminister Alain Berset verteidigt den AHV-Zuschlag und warnt davor, die Erhöhung des Frauenrentenalters als Spaziergang zu sehen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 20.03.

Bei Heidi GMÜR ist die Wut über den Ausgang der Schlussabstimmung in ihre Fragestellungen eingeschrieben. Der SP-Sozialminister kontert die Vorwürfe und Unterstellungen jedoch souverän und läßt sich erst gar nicht auf deren beschränkte Sichtweise ein.

FORSTER, Christof (2017): Taktische Meisterleistung, eine Kehrtwende und eine Hypothek.
Die Allianz zwischen SP und CVP drückt der Rentenreform den Stempel auf,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 20.03.

Christof FORSTER rekapituliert noch einmal den Verlauf der Reformallianzen, wobei er mit der neoliberalen Mitte-Rechts-Allianz sympathisiert:

"Ein halbes Jahr vor Beginn der Kommissionsberatung setzen sich die Ständeräte Felix Gutzwiller (fdp), Alex Kuprecht (svp) und Schwaller zusammen. Martin Kaiser vom Arbeitgeberverband stellt sich beratend zur Seite. Sie wollen die von Berset geprägte Reform des Bundesrats in eine Mitte-Rechts-Vorlage abändern."

Das Feindbild dieser neoliberalen Allianz nennt FORSTER "Mitte-Links-Allianz" und besteht aus den Hauptakteuren Alain BERSET (sp), Paul RECHSTEINER (sp; Gewerkschafter) und Urs SCHWALLER (cvp). Letzterer gilt FORSTER als Zünglein an der Waage.

Neben der Umfallerpartei CVP sieht FORSTER auch Fehler auf Seiten der Neoliberalen.

Fazit: Die Neoliberalen sind demokratieunfähig. Kompromisse sind ihnen zuwider. Ihre Interessen sehen sie als alternativlose Sachzwänge. Einen Ausgleich zwischen Reich und Arm wollen sie im Namen der Generationengerechtigkeit mit aller Macht verhindern.

SCHÖCHLI, Hansueli (2017): Wenn Fehlprognosen die Bundeskassen belasten.
Ein chancenreicher Vorstoss gegen "ungerechtfertigte" Ausgaben,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 23.03.

"Zu überhöhten Zahlungen wegen Fehlprognosen zur Inflation kam es in den letzten Jahren auch in der AHV, da die Festlegung der AHV-Renten zum Teil auch auf der erwarteten Teuerung beruht. Die Migros-Bank hat vorgerechnet, dass von 2007 bis 2016 wegen der Überschätzung der Inflation für total rund 2 Milliarden Franken zu hohe AHV-Renten flossen",

erklärt uns Hansueli SCHÖCHLI anlässlich eines Vorstoßes des FDP-Ständerats Josef DITTLI.

GRUNDLEHNER, Werner (2017): Wieso nicht Private Equity?
Kommentar: Generationenvertrag sichern,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 23.03.

Werner GRUNDLEHNER plädiert - mit Blick auf die Renditen - für mehr Private Equity-Beteiligungen von Pensionskassen:

"So hat der Global-Private-Equity-Index seit 2006 jährlich 5 % besser abgeschnitten als der MSCI-World-Aktienindex."

ENZ, Werner (2017): Eine weitere Fessel in der BVG-Vorsorge.
Rentenreform und Lebensversicherer,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 25.03.

Werner ENZ vertritt heute die Interessen jener Lebensversicherer, die ihr Geschäftsfeld bei kleineren und mittleren Unternehmen (weniger als 250 Angestellte) sehen. ENZ beziffert dieses Segment auf 160.000 Firmen mit 1 Million Versicherter.

STALDER, Helmut (2017):Männer beziehen deutlich mehr Rente.
Erste Gesamtstatistik zu den Bezügen aus AHV und beruflicher Vorsorge zeigt grosse Geschlechterunterschiede,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 27.03.

"Erstmals wird (...) nun ein Gesamtbild ersichtlich, wie sich die Rentenleistungen aus der AHV, der beruflichen Vorsorge (BV) und der gebundenen Selbstvorsorge 3a bei den jetzigen Neurentnern zusammensetzen und wie sie sich nach Geschlecht und Alter unterscheiden",

erläutert Helmut STALDER anlässlich erster Ergebnisse aus der Neurentenstatistik 2015. Während bei der AHV die Geschlechterunterschiede gering sind, profitieren von der betrieblichen und privaten Altersvorsorge vor allem die Männer.

FORSTER, Christof (2017):Bereits die nächste Rentenreform im Visier.
Der Gewerkschaftsbund stimmt dem vom Parlament geschnürten Reformpaket überraschend deutlich zu,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 27.03.

GMÜR, Heidi (2017): Der gewiefte Klassenkämpfer.
SGB-Präsident Paul Rechsteiner feiert mit der Rentenreform einen seiner grössten Erfolge - es ist nicht der einzige,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 27.03.

Heidi GMÜR porträtiert den Gewerkschaftsführer und SP-Nationalrat Paul RECHSTEINER. Er wird als sozialer Aufsteiger beschrieben (Vater: Hilfsarbeiter; Mutter: Putzfrau), der Jura studiert hat und auf den der Arbeitgeberpräsident nicht gut zu sprechen ist.

FORSTER, Christof/SDA (2017):Die AHV zahlt mehr aus, als sie einnimmt.
Umlageergebnis verschlechtert sich auf -766 Millionen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 29.03.

Bericht über die Pressemitteilung Unterschiedliche Umlageergebnisse von AHV, IV und EO. Gute Anlageergebnisse. Weiterer Rückgang der IV-Schuld des Ausgleichsfonds AHV/IV/EO vom 27.03.

 
       
   

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