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Kommentierte Bibliografie

 
       
   

Die Babyboomer (Teil 1)

 
       
   

Begrifflichkeiten und ihre Bedeutung für die Beurteilung des demografischen Wandels am Beispiel der öffentlichen Debatte

 
       
     
   
     
 

Einführung

Der Begriff "Babyboomer-Generation" oder einfach nur "Babyboomer" bzw. "Baby-Boomer" steht für einen Wandel in der Generationendebatte seit Anfang des Jahrtausends, denn sein herausragendes Merkmal ist der demografische Aspekt seiner Kohortenstärke. Wissenschaftlich betrachtet sind die Babyboomer daher keine Generation, sondern eine Kohorte. In diesem Sinne wird der Begriff z.B. in der Rentendebatte und der Debatte um den demografischen Wandel auch verwendet. Im Gegensatz dazu stehen jene Autoren wie z.B. Martin RUPPS, die die Babyboomer zur Generation stilisieren, in dem sie die Kohortenstärke als prägende Kernerfahrung des "Immer zu viel Seins" hervorheben.

In der Öffentlichkeit führt diese Vermengung der Bedeutungsaspekte zu Unklarheiten und Missverständnissen. Gerade in der Debatte um den demografischen Wandel wäre Klarheit hinsichtlich der Abgrenzung des Begriffs "Babyboomer" vonnöten, weil ansonsten der Begriff zu einer Leerformel oder noch schlimmer zu einem ideologischen Kampfbegriff gerät, der mit der Realität nur noch wenig zu tun hat. Dass diese Gefahr real ist, zeigt bereits der Bestseller Das Methusalem-Komplott von Frank SCHIRRMACHER, der eine globale Babyboomer-Generation konstruiert. Dies führt dazu, dass die länderspezifischen Unterschiede bei der Geburtenentwicklung negiert werden und ein globales  Katastrophenszenario als Horrorvision am Horizont erscheint.

In dieser Bibliografie sollen deshalb die Begriffsverwendungen der Texte in der öffentlichen Debatte auf ihre Stichhaltigkeit in Sachen demografischer Entwicklung überprüft werden und auf Schwächen der Argumentation hingewiesen werden. Außerdem soll sichtbar gemacht werden, in welchen Kontexten der Begriff überhaupt Anwendung findet.

Bislang dominieren die pessimistischen Sichtweisen. Dies gilt insbesondere für den Renteneintritt der Babyboomer - wer immer das sein mag und wann immer das geschehen soll. Denn wer die geburtenstarken und wer die geburtenschwachen Jahrgänge jeweils sind, das ist keineswegs allein ein objektives Fakt, sondern auch eine Konstruktionsleistung der öffentlichen Debatten.

Die Abgrenzungen der Babyboomer-Generation in der öffentliche Debatte

Autor

Textstellen Babyboomer-Jahrgänge
TEITELBAUM, Michael J. & Jay M. WINTER "In roughly the year 2010, the baby boom generation will reach retirement age. Of course, in those countries that had boomlets, the problem will not take on a sudden or acute form. But given the fact that economic growth in Europe is, to an extend, a function of levels of American demand, we all must take account of the fact that the United States is one of the countries in which the full social, economic, and political consequences of the baby boom will emerge when the birth cohorts of 1947 - 1965 retire."
(The Fear of Population Decline 1985, 153)
1947 - 1965
(USA)
TICHY, Roland Die Babyboomer werden nicht definiert, aber aus dem Text geht implizit hervor, dass dies die westdeutschen Jahrgänge 1961 - 1967 sind ("mehr als 1 Million Geburten")
(Ausländer rein 1993, S.127)
1961 - 1967
(Westdeutschland)
RUST, Holger "Gemeint waren zunächst die 70 Millionen Amerikaner, die zwischen 1946 und 1965 geboren wurden."
(Trendforschung 1996, S.142)
1946 - 1965
(USA)
Australian Bureau of Statistics "From 1946 to 1965 (inclusive) there were 4.2 million births in Australia. This 20 year period is generally referred to as the »Baby Boom«. While other periods are occasionally quoted when referring to the post-World War II baby boom, the ABS endorses 1946 to 1965 as the definitive Baby Boomer birth years. This definition reflects the views of leading demographers, based on those years having a total fertility rate at, or above, 3.0. Since 1966, the total fertility rate has gradually declined."
(Pressemitteilung Baby Boomers and the 2001 Census v. 24.04.2003)
1946 - 1965
(Australien)
SCHACHT, Martin Das Buch Die ewige Zielgruppe aus dem Jahr 2004 wird zwar im Klappentext mit den Babyboomern als geburtenstärkste Jahrgänge der 30- bis 49-Jährigen beworben. Die Argumentation des Autors ist jedoch nicht überzeugend, sondern weist sogar falsche Zuordnungen der Altersgruppen auf. So werden z.B. die 30 - bis 40Jährigen (1965 - 1974) als Kerngruppe der Babyboomer beschrieben. 1955 - 1974
SCHIRRMACHER, Frank Die Babyboomer, die zwischen 1950 und 1964 geborenen Generationen, werden spätestens in dem Moment, in dem sie in Rente gehen, die ganze westliche Welt in einen Ausnahmezustand versetzen"
(Das Methusalem-Komplott 2004, S.18)
1950 - 1964
KOHLBACHER, Florian Die japanische Baby–Boom-Generation umfasst nach der engen Definition, die Personen, die zwischen 1947 und 1949 geboren wurden. (...).
Die Gesamtzahl der Baby Boomer von 6,8 Millionen — nach der weiten Definition die noch die Jahrgänge 1950 und 1951 einschließt sogar 10 Millionen — macht zwar nur circa 5,4 Prozent der Gesamtbevölkerung, dafür aber knapp 10 Prozent der Erwerbsbevölkerung aus"
(Arbeitskräftemangel und Wissensverlust? Juli 2006, S.8)
1947 - 1949/1951
(Japan)
RUPPS, Martin

 

"Der Begriff Babyboomer, so der gute Mann, stammt aus den USA und bezeichnet die Jahrgänge, die zwischen 1943 und 1960 geboren sind. Recht hat er. Aber wir leben in Deutschland, nicht in den USA. Und ich grenze die deutschen Babyboomer auf die Jahre 1959 bis 1964 ein, weil diese Jahrgänge mehr verbindet als das Babyboomer-Sein. Es handelt sich um eine Generation mit gemeinsamer Geschichte und - noch wichtiger einem gemeinsamen Erleben von Kindheit und Erwachsenwerden."
(Wir Babyboomer 2008, S.8)
1959 - 1964
MENNING, Sonja & Elke HOFFMANN "Die Spezifik der Babyboomer liegt in ihrer absoluten Kohortenstärke. Daher werden für diesen Report diejenigen Geburtsjahrgänge als Babyboomer definiert, die die höchsten absoluten Geburtenzahlen aufweisen. Für Deutschland sind das zehn Jahrgänge, deren Geburtskohorte größer war als 1,2 Mio. Lebendgeborene - die Geburtsjahrgänge 1959 bis 1968"
(Die Babyboomer - ein demografisches Porträt, 2009, S.10)
1959 - 1968
MOTEL-KLINGEBIEL, Andreas/WURM, Susanne/TESCH-RÖMER, Clemens "Die zwischen der Mitte der 1950er und der ersten Hälfte der 1960er Jahre geborene Babyboomer-Generation sind besonders geburtenstarke Jahrgänge, denen sehr viel schwächer besetzte Geburtskohorten folgen"
(Wandel von Lebensqualität und Ungleichheit in der zweiten Lebenshälfte 2010, S.29)
1955 - 1965
Die Welt "Der Begriff Babyboomer wird für Menschen verwendet, die zu den Zeiten steigender Geburtenraten nach dem Zweiten Weltkrieg (dem Babyboom) in Staaten geboren wurden, die vom Krieg betroffen waren. Die Gesamtheit dieser Menschen wird von Soziologen als Boomgeneration bezeichnet (...).
Statistiker bezeichnen in Deutschland erst die im Zeitraum von 1955 bis 1965 Geborenen als geburtenstarke Jahrgänge"
(Die Welt vom 21.02.2011)
1955 - 1965
RIEDMÜLLER, Barbara & Ulrike SCHMALRECK Empirische Untersuchung Die Lebens- und Erwerbsverläufe von Frauen im mittleren Lebensalter. Wandel und rentenpolitische Implikation zu den weiblichen Babyboomer-Jahrgängen 1962 - 1966 1962 - 1966
Statistics Netherlands "Some 2.4 million babies were born in the Netherlands in the period 1946–1955. These are the babies we define as the belonging to the post-war baby boom."
(Babyboomers in the Netherlands, April 2012)
1946 - 1955
(Niederlande)
Statistisches Bundesamt "1964 erreichte der sogenannte Babyboom seinen Höhepunkt: Knapp 1,4 Millionen Kinder kamen in diesem Jahr auf die Welt, am häufigsten hießen sie Sabine und Thomas. Auch die Jahre vor und nach 1964 waren äußerst kinderreich: Zwischen 1954 und 1969 lag die Zahl der Neugeborenen stets über 1,1 Millionen"
(Statistisches Bundesamt 28.04.2014)
1954 - 1969
BYLOW, Christina & Kristina VAILLANT "Der Begriff Babyboomer stammt aus den USA, beschreibt dort aber eine Generation, die deutlich älter ist als das deutsche Pendant. Die geburtenstarken Jahrgänge werden für den deutschsprachigen Raum je nach Quelle zwischen 1955 und 1965 verortet, dann wieder reichen sie von 1958 bis 1968." (S.22)
"Es sind Frauen der geburtenstarken Jahrgänge, auf die Welt gekommen in den Jahren zwischen 1958 und 1968".
(Die verratene Generation 2014, S.559)
1958 - 1968
BECKER, Bernhard von Bernhard von BECKER widerspricht sich bei seiner Abgrenzung der Babyboomer in seinem Buch Babyboomer aus dem Jahr 2014. Mehr hier 1960/61 - 1964/65
SCHOLZ, Christian "Babyboomer (geboren von 1950-1964)"
(Generation Z 2014, S.16)
1950 - 1964
VAILLANT, Kristina Wenn die knapp sieben Millionen Frauen der geburtenstarken Jahrgänge 1958 bis 1968 in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren in Rente gehen, könnte eine Lawine weiblicher Altersarmut auf uns zurollen.
(...). Mit anderen Worten: Millionen Frauen der Babyboomer-Generation, gut ausgebildet und überwiegend berufstätig, werden mit ihren niedrigen Renten womöglich auf Grundsicherung angewiesen sein: eine Fürsorge-Leistung des Sozialstaats, die eigentlich für den Notfall vorgesehen ist.
(Die verratenen Mütter 2016, S.26)
1958 - 1968
GRÜNENFELDER, Peter & Daniel MÜLLER-JENTSCH "Gemäss gängiger Definitionen zählen zu den Babyboomern die Geburtsjahrgänge 1945 (Ende des Zweiten Weltkriegs) bis 1964 (als der Höchststand der Geburten erreicht wurde und der Pillenknick einsetzte).
Eine sinnvollere (wenn auch unübliche) Abgrenzung der Babyboomergeneration wären die zehn geburtenstarken Jahrgänge vor und nach dem Pillenknick (1961–1971)."
(Bye-bye, Babyboomers! 2017, S.4)
1945 - 1964
1961 - 1971
(Schweiz)

Die Entwicklung der zusammengefassten Geburtenziffer von 1950 - 1975 in BRD und DDR

Tabelle: Zusammengefasste Geburtenziffer
(TFR) in der BRD und der DDR 1950 - 1975
Jahr

Früheres Bundesgebiet

Neue Länder

1950 2 100

k.A.

1951 2 068

k.A.

1952 2 079 2 399
1953 2 054 2 370
1954 2 102 2 350
1955 2 108 2 347
1956 2 204 2 262
1957 2 301 2 208
1958 2 290 2 205
1959 2 368 2 347
1960 2 366 2 328
1961 2 457 2 397
1962 2 441 2 415
1963 2 518 2 470
1964 2 543 2 508
1965 2 508 2 483
1966 2 535 2 424
1967 2 490 2 338
1968 2 382 2 297
1969 2 214 2 236
1970 2 016 2 193
1971 1 921 2 131
1972 1 713 1 786
1973 1 544 1 577
1974 1 513 1 540
1975 1 451 1 542
Quelle: Statistisches Bundesamt Bevölkerung und
Erwerbstätigkeit. Zusammenfassende Übersichten
Eheschließungen, Geborene und Gestorbene
1946 - 2015 (Stand: 17.10.2016)

Die Entwicklung der Lebendgeborenen von 1946 - 1975 in BRD und DDR: Die Kohortenstärke als Abgrenzungskriterium für Babyboomer-Generationen

Erläuterungen: Nimmt man die Kohortenstärke eines Jahrgangs als Abgrenzungskriterium für die Babyboomer, dann lassen sich für Deutschland (West) und (Ost) folgende Babyboomer-Generationen konstruieren:

Jahrgang 1947 - 1971: Babyboomer-Generation mit jeweils über 1 Million Geburten
Jahrgang 1954 - 1969: Babyboomer-Generation mit jeweils über 1,1 Millionen Geburten

- Hätte der Jahrgang 1953 lediglich 5.000 Geburten mehr umfasst, dann würde man die Jahrgänge 1949 - 1969 zur Babyboomer-Generation zählen müssen. Das Statistische Bundesamt (28.04.2014) nimmt es jedoch ganz genau und fordert, dass kein einziger Jahrgang der Kohorte weniger als 1,1 Millionen Geburten haben darf.

Jahrgang 1959 - 1968: Babyboomer-Generation mit jeweils über 1,2 Millionen Geburten

- Beispielhaft für diese Abgrenzung ist die Definition von Sonja MENNING & Elke HOFFMANN vom Deutschen Zentrum für Altersfragen.

Jahrgang 1961 - 1966: Babyboomer-Generation mit jeweils über 1,3 Millionen Geburten

Betrachtet man nur die Bundesrepublik, dann würde die Babyboomer-Generation die Jahrgänge 1961 - 1967 umfassen, wenn das Abgrenzungskriterium jeweils über eine Million Geburten wäre. In diesem Sinne benutzt Roland TICHY den Begriff im Buch Ausländer rein! aus dem Jahr 1993.

Alternativ wäre auch eine Abgrenzung entsprechend eines Prozentanteils der maximalen Geburten möglich. Eine solche Vorgehensweise würde z.B. einen internationalen Vergleich erleichtern. Doch solche Überlegungen finden sich in der gesichteten Literatur nicht, was daran liegen mag, dass die Beschäftigung mit dem Babyboom wesentlich weniger Aufmerksamkeit erregte als der Geburtenrückgang.

Tabelle: Lebendgeborene in der BRD und der DDR
1946 - 1975
Jahr Deutschland

Früheres Bundesgebiet

Neue Länder

1946 921.677 732.998 188.679
1947 1.028.696 781.421 247.275
1948 1.049.385 806.074 243.311
1949 1.106.825 832.803 274.022
1950 1.116.701 812.835

303.866

1951 1.106.380 795.608

310.772.

1952 1.105.084 799.080 306.004
1953 1.095.029 796.096 298.933
1954 1.109.743 816.028 293.715
1955 1.113.408 820.128 293.280
1956 1.137.169 855.887 281.282
1957 1.165.555 892.228 273.327
1958 1.175.870 904.465 271.405
1959 1.243..922 951.942 291.980
1960 1.261.614 968.629 292.985
1961 1.313.505 1.012.687 300.818
1962 1.316.534 1.018.552 297.982
1963 1.355.595 1.054.123 301.472
1964 1.357.304 1.065.437 291.867
1965 1.325.386 1.044.328 281.058
1966 1.318.303 1.050.345 267.958
1967 1.272.276 1.019.459 252.817
1968 1.214.968 969.825 245.143
1969 1.142.366 903.456 238.910
1970 1.047.737 810.808 236.929
1971 1.013.396 778.526 234.870
1972 901.657 701.214 200.443
1973 815.969 635.633 180.336
1974 805.500 626.373 179.127
1975 782.310 600.512

181.798

Quelle: Statistisches Bundesamt Bevölkerung und
Erwerbstätigkeit. Zusammenfassende Übersichten
Eheschließungen, Geborene und Gestorbene
1946 - 2015 (Stand: 17.10.2016)

Rangliste der Industrieländer mit einem Babyboom nach dem Zweiten Weltkrieg
(Maßstab: Höchste zusammengefasste Geburtenziffer)

Tabelle: Die Industrieländer mit einem Babyboom nach dem Zweiten Weltkrieg
Land Höchste  zusammengefasste Geburtenziffer (Jahr)
TEITELBAUM & WINTER (1985) WOLF u.a. (2014) Angaben gemäß
der Statistikbehörden
Japan 4,52 (1947) k. A. 4,54 (1947)
Neuseeland 4,18 (1961) 4,31 (1961)  
Niederlande 3,96 (1946) 3,97 (1946) 3,97 (1946)
Kanada 3,94 (1959) 3,94 (1959)  
USA 3,77 (1957) 3,71 (1957)  
Polen 3,75* (1951) k. A.  
Jugoslawien 3,74* (1950) k. A.  
Rumänien 3,66* (1967) k. A.  
Australien 3,54 (1961) 3,55 (1961)  
Finnland 3,47 (1947/1948) 3,46 (1948)  
Tschechoslowakei 3,21 (1946) k. A.  
Schottland 3,09 (1947)
3,07 (1964)
k. A.  
Bulgarien 3,06 (1946) 3,29 (1946)  
Dänemark 3,01 (1946) 3,02 (1946)  
Frankreich 3,01 (1947) 3,02 (1947)  
Ungarn 2,97 (1954) 2,97 (1954)  
Italien 2,92 (1946) 3,01 (1946)  
England/Wales 2,88 (1964)
2,70 (1947)
2,93 (1964) 2,93 (1964)
Sowjetunion 2,84* (1957) k. A.  
Österreich 2,84* (1962) 2,82 (1963)  
Norwegen 2,76 (1946) 2,98 (1964)  
Belgien 2,71 (1964) 2,71 (1964)  
Schweiz 2,69 (1963) 2,68 (1964) 2,68 (1964)
Schweden 2,60 (1945) 2,57 (1946)  
BRD 2,55 (1964) 2,53 (1964) 2,54 (1964)
DDR 2,51 (1964) 2,51 (1964)
Anm.: * Unvollständige Zeitreihen

Kommentierte Bibliografie (Teil 1: 1985 - 2002)

1985

KORTE, Hermann (1985): Bevölkerungsstruktur und -entwicklung. In: Wolfgang Benz (Hrsg.) Die Bundesrepublik Deutschland. Geschichte in drei Bänden, Band 2: Gesellschaft, Fischer Verlag, S.13-34

Der Soziologe Hermann KORTE widmet dem Babyboom der Jahre 1962 bis 1968 ein ganzes Kapitel. Er bezeichnet ihn als "untypische Zwischenphase", wobei der Babyboom nur als Spitze einer Entwicklung betrachtet wird, die sich seit Mitte der 1950er Jahre gezeigt hat:

"Der Anstieg der Zahl der Lebendgeborenen, der schon Mitte der 50er Jahre beginnt, setzt sich in diesen Jahren deutlich fort. Da die Zahl der Gestorbenen sich nicht so stark erhöht, nimmt der Geburtenüberschuß erheblich zu und damit auch die Gesamtbevölkerung. Allein aufgrund des Geburtenüberschusses steigt die Bevölkerungszahl um 2,5 Millionen.
Allerdings währt diese Geburten-Hochkonjunktur nur wenige Jahre: Ab 1965 sind die Zahlen rückläufig und 1966 ist mit einer Geburtenziffer von 16,1 der Wert von 1956 wieder erreicht. Danach, ab 1969 sinkt dann die Geburtenziffer rapide ab und erreicht weder in Deutschland noch sonstwo, heutzutage oder in der Vergangenheit registrierte Tiefstwerte." (1985, S.19)

Die Gründe des Babybooms sieht KORTE nicht in erster Linie in einem Anstieg der Fruchtbarkeit jüngerer Frauenjahrgänge, sondern in zeitlich befristeten Ursachen:

"Ein Grund war z.B., daß viele Eheschließungen, die in der Nachkriegszeit verschoben worden waren, jetzt nachgeholt wurden. Gleichzeitig sank das durchschnittliche Heiratsalter, wodurch viele Kinder geboren wurden, die bei unverändertem Heiratsalter später geboren worden wären. Außerdem nahm die Zahl der Heiratsschließenden und damit ein bis drei Jahre später die Zahl der Geburten zu, da nun die geburtenstarken Jahrgänge der Jahre 1934-1942 ins heiratsfähige Alter kamen. Schließlich muß noch bedacht werden, daß unter den Flüchtlingen aus der DDR die jüngeren Jahrgänge überwogen, wodurch die Zahl der Heiratsfähigen ebenfalls zunahm.
Diese Gründe hatten nur eine zeitlich befristete Wirkung, z.T. traten ab 1969 rückläufige gegensätzliche Entwicklungen ein. Die Zahl der Eheschließungen nahm stark ab, denn es folgten die geburtenschwächeren Jahrgänge der Kriegs- und Nachkriegszeit, der Zustrom aus der DDR war unterbrochen und das durchschnittliche Heiratsalter veränderte sich kaum noch." (1985, S.20)

Während in vielen Abhandlungen zum Babyboom nur die zusammengefasste Geburtenziffern oder gar nur die rohen Geburtenziffern betrachtet werden, sind zur Beurteilung der Nachhaltigkeit von Geburtenanstiegen eher die endgültige Kinderzahl von Frauenjahrgängen (CFT) und die Entwicklung von Veränderungen beim Erstgebäralter wichtig.      

 TEITELBAUM, Michael J. & Jay M. WINTER (1985):The Fear of Population Decline, Academic Press

The Fear of Population Decline

"In roughly the year 2010, the baby boom generation will reach retirement age. Of course, in those countries that had boomlets, the problem will not take on a sudden or acute form. But given the fact that economic growth in Europe is, to an extend, a function of levels of American demand, we all must take account of the fact that the United States is one of the countries in which the full social, economic, and political consequences of the baby boom will emerge when the birth cohorts of 1947 - 1965 retire."
(1985, S.153)

Im Kapitel 4 befasst sich das Buch mit dem Baby Boom nach dem Zweiten Weltkrieg, wobei die Unterschiede des Phänomens im Vordergrund stehen:

"The four countries that experienced the most substantial and longest-lasting boom were all English-speaking former dependencies of Great Britain: the United States, Canada, Australia and New Zealand (...).
The countries of Western Europe, as well as some in Eastern Europe, also registered a postwar increase in fertility. However, in contrast to the sustained booms of the above four countries, most of these could be fairly described as »boomlets,« that ist, rising trends in both the late 1940s and later in the 1950s, deriving partly from realization of deferred births and a surge in marriage, but which never reached the levels of true baby boom countries."
(1985, S.68)

In Osteuropa und Japan sehen TEITELBAUM & WINTER unterschiedliche Entwicklungen, wobei sich die Länder danach unterscheiden, ob die Geburtenraten vorher hoch oder niedrig waren. Zu ersteren gehören Japan, Polen und die Sowjetunion.

Aus dieser Sicht stellt sich die Frage, warum ausgerechnet in jenen europäischen Ländern, in denen es im Grunde gar keinen richtigen Babyboom gab, die Babyboomer-Kohorten derart in den Mittelpunkt der Debatte um den demografischen Wandel gerückt wurden. Zum 50. Jahrestag des geburtenstärksten Jahrgangs im Jahr 2014 erschienen zahlreiche Artikel und Bücher, in denen der Babyboom als außergewöhnliches Phänomen beschrieben wurde. Vor dem Hintergrund des Geburtenrückgangs erscheinen selbst minimale Geburtenanstiege als großartige Leistung. Internationale Vergleiche wie jene von TEITELBAUM & WINTER könnten vor solchen verzerrten Sichtweisen schützen. Wobei sich jedoch die Frage stellt, inwiefern die Sichtweise von TEITELBAUM & WINTER gerechtfertigt ist. Diese Frage hängt immer auch von den Auswirkungen und den jeweiligen Bezugspunkten ab. Ob demografische Prozesse ein Fluch oder ein Segen sind, das stellt sich oftmals je nach Betrachtungszeitpunkt ganz anders dar.

Im Anhang des Buchs werden die zusammengefassten Geburtenziffern für die betrachteten 26 Länder aufgelistet.           

1993

TICHY, Roland (1993): Ausländer rein! Deutsche und Ausländer - verschiedene Herkunft, gemeinsame Zukunft, München: Pieper Verlag

Ausländer rein!

"Deutschland ist ein Einwanderungsland, die multikulturelle Gesellschaft ist Realität bei uns. Der Zustrom von Einwanderern, seien es Aussiedler, Asylbewerber oder Familienangehörige der Gastarbeiter, wird sich noch verstärken: Mit dem Wegfall des Eisernen Vorhanges lebt die alte Westwanderung wieder auf, und aus der übervölkerten Südhalbkugel drängen Menschen in den reichen Norden. Aber wegen des Bevölkerungsrückganges wird es bald zu einem Wettbewerb der Industrieländer um leistungsfähige Neubürger kommen - wir brauchen Einwanderer, wenn wir unseren Wohlstand halten wollen. Statt einer Abschottungspolitik ist eine lenkende Einwanderungspolitik nötig. Mit einer historischen, sozialpolitischen und wirtschaftlichen Analyse zeigt Roland Tichy, daß es kein »Ausländerproblem« gibt. Das Problem ist vielmehr die Ausländerpolitik, weil sie die Tatsachen nicht wahrhaben will.

Kann Deutschland den wachsenden Zustrom von Aussiedlern, Asylbewerbern und Flüchtlingen verkraften - oder »ist das Boot voll«?
Roland Tichy beantwortet diese Frage eindeutig: Deutschland war immer ein Einwanderungsland und muß es auch nach der Vereinigung bleiben - wir brauchen die Ausländern. Daß dies geleugnet wird, ist das Problem; nicht die Menschen, die hier leben und arbeiten wollen."
(Klappentext)

Ab Seite 127 widmet sich Roland TICHY der Frage, ob die Deutschen aussterben und kommt damit auf die Babyboomer-Generation zu sprechen:

"In nur zehn Jahren zwischen Mitte der 60er und Mitte der 70er Jahre sank die Zahl der jährlichen Geburten in Deutschland von 1 Million auf derzeit rund 600.000. Weil die Zahl der Todesfälle mit rund 700.000 pro Jahr weitgehend konstant ist, ergibt sich ein etwa gleichbleibendes Geburtendefizit von 100.000 - die deutsche Bevölkerung schrumpft. Diese Entwicklung wird sich noch beschleunigen; denn jetzt ist es ja die zahlstarke Generation der Babyboomer die Kinder bekommt. In wenigen Jahren aber, wenn sich diese Generation in der Alterspyramide nach oben geschoben hat, kommt es zu einem von den Bevölkerungsforschern so genannten »Echoeffekt« - die zahlenmäßig kleinere jetzige Lehrlingsgeneration wird noch weniger als 600.000 Kinder bekommen - und so weiter und so fort: Das Geburtendefizit wird sich folglich immer weiter vergrößern. (...). Der Echoeffekt führt (...) dazu, daß, sobald die geburtenschwachen Jahrgänge ins Heiratsalter einrücken, sich der Bevölkerungsrückgang quasi von selber trägt - immer weniger Mütter gebären immer weniger zukünftige Mütter. (...).
Zum Echoeffekt kommt die Tatsache, daß immer weniger Kinder gewünscht werden. Je nach Lebensumständen werden Geburten vorgezogen oder auf später verschoben, und daher schwankt die Zahl der Geburten pro Jahr relativ stark. Doch auf den gesamten Lebenslauf der Familien bezogen, werden von Elterngeneration zu Elterngeneration weniger Kinder geboren" (1993, S.127f.),

erklärt uns Roland TICHY die unausweichliche "Bevölkerungs-Implosion", die uns angeblich bevorsteht. TICHY nennt hier lediglich Zahlen für Westdeutschland, obwohl er von Deutschland spricht. Von den Bevölkerungsszenarien sieht TICHY die Schlimmsten als die Wahrscheinlichsten an  Dabei greift er auf völlig überholte Bevölkerungsvorausberechnungen vor der Zeit der Wiedervereinigung zurück.  

Für TICHY herrscht bereits Mitte der 1990er Jahren ein demografisch bedingter Lehrlingsmangel, der sich zum Fachkräftemangel in Deutschland ausweitet, weil die Babyboomer den geburtenschwachen Jahrgängen weichen.

Die Babyboomer werden als die geburtenstarken Jahrgänge definiert. Sie werden jedoch nicht explizit abgegrenzt, sondern es wird suggeriert, dass seit Mitte der 1970er Jahre lediglich noch rund zwei Drittel (600.000 statt 1 Million Geburten) geboren werden und dass ein weiterer Absturz droht. Nimmt man seine implizite Abgrenzung, d.h. die Babyboomer sind jene westdeutschen Jahrgänge, die mehr als 1 Million Geburten umfassten, dann sind dies die Jahrgänge 1961 - 1967.

Ab Mitte der 1970er sollen in Westdeutschland durchschnittlich nur noch 600.000 Kinder geboren worden sein. Zwischen 1975 und 1993 wurden in Westdeutschland 12,090 Millionen Kinder geboren. Das waren durchschnittlich 636.314 Kinder pro Jahr. In den Jahren 1994 bis 2015 wurden 13,221 Millionen Kinder in Westdeutschland geboren. Das waren durchschnittlich 600.957 Kinder pro Jahr wobei ab 2001 die Kinder von Westberlin fehlen. Von einem Absturz der Kinderzahlen ist derzeit nichts zu spüren, sondern im Gegenteil steigen sowohl die Kinderzahlen als auch die Geburtenrate. Der Echoeffekt und die Kinderwünsche, die in eine Abwärtsspirale führen sollten, haben sich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil!

Wegen den Babyboomern müssten gemäß TICHY die Beitragssätze in der gesetzlichen Rentenversicherung von "derzeit rund 18 auf 36 %" steigen (vgl. S.131).    

1994

WÜLLENWEBER, Walter (1994): Wir Fernsehkinder. Eine Generation ohne Programm, Berlin: Rowohlt Verlag

Wir Fernsehkinder

"Eigentlich wären wir längst dran gewesen, wir, der Jahrgang '62. Wir hätten uns erheben, die Welt verändern, Verantwortung übernehmen, Familien gründen und erwachsen werden sollen. Jahrelang haben wir in den Startlöchern gehockt, in der Hoffnung, daß endlich einer den Schuß abgibt. Inzwischen wissen wir: Wir wurden zur Unzeit geboren - zu spät fürs Demonstrieren, zu früh fürs Funktionieren.
Wir haben nie ein Flugblatt geschrieben, zu einer Demonstration aufgerufen oder eine Initiative gegründet. Wir haben Eltern, die unser Studium finanzierten und uns alle Sorgen vom Leib hielten. Papa ließ den Polo reparieren, Mama kümmerte sich um die Wünsche, Oma zahlte unsere Reisen. Und eines Tages werden wir das hypothekenfreie Reihenhaus erben.
Dabei hat es Zeiten gegeben, als auch wir von einer veränderbaren Welt träumten. Auf meinem alten Peugeot klebte die Kampflosung »Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt«. Wir waren gegen Nato, Mercedes, Franz Josef Strauß, Numerus clausus und Umweltzerstörung. Wofür wir waren, das wußten wir nicht. Nachdem die Raketenstationierung beschlossen worden war, mischten wir uns nicht mehr ein. Und kehrten auf jenen Platz zurück, den wir uns schon erobert hatten: den Fernsehsessel.
Wir sind die erste Fernsehgeneration. Noch vor dem Lesen und Schreiben haben wird das Glotzen gelernt. Fury, Lassie, Flipper - sie waren die Helden meiner Kindheit. Im richtigen Leben machte ich mir nichts aus Tieren, und vor Hunden und Pferden hatte ich Angst. Clementine von Ariel, Tilly von Palmolive oder Frau Sommer mit dem wunderbar duftenden Jacobs-Kaffee: Für uns waren sie keine Erfindung von Werbestrategen, sondern Menschen aus unserem Leben, genauso wie der Hausmeister Stahl oder Mario, der bei Edeka das Gemüse abwog.
Heute sind wir die Generation der Dreißigjährigen. Und geblieben, wie wir sind. Wenn wir uns sonntags bei den Privaten »Bezaubernde Jeannie« oder »Raumschiff Enterprise« reinziehen oder abends beim Italiener diskutieren, dann gibt das Fernsehprogramm noch immer die Themen vor. Wenn wir über die Ossis reden, zitieren wir Motzki. Wenn wir uns über Rechtsradikale empören, schalten wir »heute-journal« ein. In unserem Leben gab es für jedes Problem das richtige Programm: die »Sesamstraße« zum Buchstabenkennenlernen, »Daktari« in der Haustierphase, später dann »Rauchende Colts« oder »Winnetous Tod«, der schönste und traurigste Fernsehtod überhaupt. Über den ist keiner von uns weggekommen, bis heute nicht.
Wir waren nie auf der Bühne, sondern immer nur Publikum des Lebens. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Für alle Zeiten, so scheint es, hat das Fernsehen für uns einen Stammplatz auf der Tribüne reserviert - in der ersten Reihe natürlich."
(Klappentext)

Walter WÜLLENWEBER wird auf dem Buchumschlags als "einer der 1.018.552 Westdeutschen des Jahrgangs 1962 vorgestellt. Der Begriff "Babyboomer" findet sich in dem Buch nicht, aber es wird bereits die Erfahrung der geburtenstarken Jahrgänge beschrieben:

"Für die Generation vor uns hatte es stets ausgereicht, das Abitur zu bestehen, und schon wurde für sie ein Platz in den besseren Kreisen reserviert. Das Hochschulexamen war dann gleichbedeutend mit einer Beförderung ins obere Drittel der Gesellschaft. (...).
Bei uns war alles anders: Es gab einfach zu viele von uns, mehr als jemals vorher oder nachher. (...).
Am ersten Schultag im Gymnasium kam der Herr Direktor (...) persönlich in unsere Klasse. (...) Er erzählte von den vielen, die seine Schule hatte abweisen müssen und die nun schutzlos dem staatlichen System der Ausbildung ausgeliefert seien. Zum erstenmal hörte ich die Worte
»geburtenstarker Jahrgang«, »Numerus clausus«, »Lehrstellenmangel«, »Akademikerschwemme«. Ich wusste nicht, was das alles zu bedeuten hatte (...). Soviel jedoch verstand ich: Wer sich auf dieser Schule nicht fügte und unangenehm auffiel, der war in Gefahr. (...).
Um das Unheil abzuwenden, beschloß ich, wonach eine ganze Generation in den folgenden Jahrzehnten ihr Leben ausrichtete: nur nicht aufzufallen. (...).
Die Erfahrung der Masse, das Gefühl, daß es immer zu viele von uns gab, dass hatte sich mir indes schon im Kindergarten ins Bewußtsein eingeprägt. (...).
Die furchtbare Fruchtbarkeit unserer Erzeuger hatte die Kindergartenplaner offenbar kalt erwischt, genauso wie die Schulplaner, die Uniplaner, die Wohnungsplaner. Alles war knapp, unser ganzes Leben lang." (1994, S.S.29ff.)

WÜLLENWEBER spricht zwar vom Jahrgang 1962, aber der steht für die geburtenstärksten Jahrgänge mit über 1 Million Kindern in Westdeutschland.

1996

RUST, Holger (1996): Trendforschung. Das Geschäft mit der Zukunft, Reinbek: Rowohlt

Trendforschung

"Trend-Forschung ist modern. Beim Rennen um die besten Plätze der Zukunft scheint das Wissen um künftige Entwicklungen unabdingbar. Nur wer weiß, was wird, kann ganz vorne mitmischen. Auf der Strecke bleibt dabei die Frage wie diese Zukunftsforscher eigentlich arbeiten. Woraus destillieren sie ihre Prognosen? Oder werden Trends vielleicht doch nur »kreiert« und funktionieren wie selbsterfüllende Prophezeiungen?
Dieses Buch beleuchtet die Anfänge der Trend-Forschung, nimmt Szene-Gurus wie Johan Naisbitt, Faith Popkorn oder Gerd Gerken unter die Lupe und untersucht, ob des Yuppies, Baby-Boomer und andere spektakuläre Entdeckungen überhaupt gibt."
(Klappentext)

Holger RUST befasst sich mit dem Zusammenhang des Begriffs "Yuppie" und den Babyboomern, die er als Rohstoff für den Boom der Konsumindustrie betrachtet:

"Die Formierung eines neuen Selbstbewusstseins gelang deshalb so gut, weil es eine demographische Massenbasis gab, aus der sich große Gruppen rekrutieren ließen, die als Marktsegmente interessant wurden, selbst wenn sie prozentual geringer waren, als es schien. Gemeint waren zunächst die 70 Millionen Amerikaner, die zwischen 1946 und 1965 geboren wurden. (...). Mit kurzen Zeitverschiebungen zeigten sich ähnliche Tendenzen in Europa. Der amerikanische Babyboom, aus dem sich später die weltweit prägenden Tendenzen entwickelten, setzte ein, als die GIs 1945 glorreich aus dem heiligen Krieg (...) in Europa zurückkehrten (...).
Das Idyll hielt sich bis zur Mitte der sechziger Jahre. (...). Der Babyboom verebbte rasch, das heißt, die Geburtenrate sank; die ersten Boomer wurden Twens." (1998, S.142ff.),

beschreibt RUST die Formierung der Babyboomer, die als Erwachsene die Konsumwelt revolutionierten und in der Erfindung des Yuppies gipfelte. Im Laufe des Lebens wurden aus den Yuppies dann Double Income, no kids (DINKS), Double income, one kid (DIKS) und dann Grown up mature people (GRUMPS), um nur einige der Marketing- bzw. Lifestyle-Etikettierungen zu nennen.

Was in den Nuller Jahren in Deutschland die Prenzlauer Berg-Eltern waren, das beschreibt RUST bereits Mitte der 1990er Jahre am Beispiel der USA. 

GERKEN, Gerd & Michael-A. KONITZER (1996): Trends 2015. Ideen, Fakten, Perspektiven, München: Deutscher Taschenbuch Verlag

Trend 2015

"Nach der Jahrtausendwende gehen wir nur noch fünfundzwanzig Stunden pro Woche zur Arbeit. Wir fahren in Fashion-Kleinstautos und bezahlen lediglich nach gefahrenen Kilometern. Die romantische Liebe ist out und wird ersetzt durch ein neues Liebeskonzept, die evolutionäre Liebe. Und Kriege finden immer mehr im Cyberspace statt, wodurch unsere Realität friedfertiger wird. Gerd Gerken und Michael-A. Konitzer, die beiden wichtigsten deutschen Trendforscher, haben mit Gespür für das Wesentliche Hunderttausende von Fakten und Daten für dieses Buch analysiert. Sie haben weltweite Entwicklungen und lokale Trends akribisch ausgewertet und machen deutlich, daß vieles von dem, was im neuen Jahrtausend selbstverständlich sein wird, heute schon in Ansätzen existiert. Vor allem aber machen sie Zukunft wieder als Chance begreifbar - entgegen allen apokalyptischen Prognosen. »Zukunft ist kein Schicksal«, so argumentieren die beiden, »Zukunft wird gemacht«."
(Klappentext)

Gerd GERKEN, Jahrgang 1943, und Michael-A. KONITZER, Jahrgang 1953, beschreiben die Kategorisierung von Generationen aus dem Geiste der US-amerikanischen Statistik:

"Die Kategorisierung in Generationen mit für diese typischen Eigenschaften ist eigentlich eine Erfindung amerikanischer Bevölkerungsstatistiker. Sie registrierten bei der Beobachtung der Geburtenziffern in den USA etwa alle neunzehn Jahre markante Veränderungen. Soziologen ordneten dann den solcherart zeitlich umgrenzten Generationen bestimmte Merkmale, Charakteristika und Namen zu.
So nannte man die Nachkriegsgeneration Baby Boomer - in den Jahren nach 1945 boomten die Geburtenraten, bis die Anti-Baby-Pille dem ein Ende setzte. Der folgenden Generation gab man in den USA zunächst den Namen Baby Buster, weil sie den Babyboom gebrochen hatten (engl. to bust = zerbrechen, aufbrechen, brechen). Doch das Label »Baby Buster« setzte sich nicht recht durch. (...).
Doch dann definierte Douglas Coupland den zur Zeit gültigen Begriff mit dem Titel seines Kultromans: Generation X. Seitdem heißt die Generation der Elf- bis Dreißigjährigen »Generation X« oder kurz »GenX«. (...).
Die Baby Boomer zu beschreiben fällt nicht schwer. Sie sind heute zwischen 30 und 48 Jahre alt und bilden die Nachkriegs- und Aufbaugeneration - die Generation also, »die es einmal besser haben sollte«. (...). Das Ökologie- und Initiativzeitalter der siebziger sowie das Yuppie-Zeitalter der achtziger Jahre waren typische Baby-Boomer-Phänomene" (1996, S.47f.)

GERKEN & KONITZER stellen hier einen Zusammenhang zwischen Baby Boomern und Baby Bustern her, d.h. dass der Babyboom durch den Geburtenrückgang beendet wurde, dient hier zur Abgrenzung zweier Generationen.

Der Begriff "Baby Buster" ist heutzutage kaum noch in Gebrauch. Das Handelsblatt nutzte den Begriff 2009 für den Online-Artikel Baby-Boomer gegen Baby-Buster? von Frank SPECHT. Im Buch Das Wissen der 35-Jährigen von Volker MARQUART, Jahrgang 1968 wird der Begriff "Baby-Buster" im Glossar folgendermaßen erklärt:

"Jünger als 35 Jahre. Vom englischen Wort für »eingehen« abgeleiteter Begriff für die Nachfolger der Baby Boomer. Meint die Jahrgänge nach 1968, in denen wegen der Pille wieder weniger Babys zur Welt kamen. Nicht zu verwechseln mit dem individualpsychologischen »Baby Basta«, der Entscheidung gegen weitere Kinder." (2003, S.36)

Die Philip BUMP von der Washington Post spricht in dem Online-Artikel Your generational identity is a lie aus dem Jahr 2015 von Baby Bustern im Sinne von GERKEN & KONITZER:

"The unofficial government arbiter of what is and isn't a generation is the Census Bureau. Its catalog of aggregated data on the lives of Americans recognizes only one official generation: The Baby Boomers. Howard Hogan, the bureau's chief demographer, explained why in an e-mail to the Post. »The Baby Boom is distinguished by a dramatic increase in birth rates following World War II and comprises one of the largest generations in U.S. history,« Hogan wrote. »Unlike the baby boom generation, the birth years and characteristics for other generations are not as distinguishable and there are varying definitions used by the public.« So the Census Bureau will put together numbers for Boomers, because that's a real, demographic generation. It doesn't release numbers on »Millennials« because you made that term up. A quick survey of news reports on the different generations over time shows how generational indicators rise and fall. (...). You think you're in Gen X, but 30 years ago, you'd have thought you were a Baby Buster."   

2001

TICHY, Andrea & Roland TICHY (2001): Die Pyramide steht Kopf. Die Wirtschaft in der Altersfalle und wie sie ihr entkommt, München: Piper Verlag

Die Pyramide steht Kopf

"Die demographische Entwicklung macht Deutschland zu der am schnellsten alternden Gesellschaft der Welt. Der Aufschwung der letzten Jahre hatte seine Wurzeln im Zusammentreffen von digitaler Revolution, reichlichem Risikokapital und dem Eintritt der Babyboomer-Generation ins Berufsleben. Doch die dynamische New Economy wird sich bald in eine Grey Economy wandeln, weil es dann zu wenige junge Menschen geben wird, die für Innovationen sorgen und die wirtschaftliche Entwicklung vorantreiben. Weil die Bevölkerungszahl drastisch abnimmt, werden manche Regionen Deutschlands entvölkert, die Infrastruktur beginnt zu verfallen. Vieles, was als wertstabil galt – Immobilien, Firmenbeteiligungen oder Aktien deutscher Unternehmen – verliert an Wert. Es entstehen riesige Märkte für Gesundheits- und Pflegedienste – doch das Personal dafür wird immer knapper. Die Autoren belegen eindrucksvoll, daß nur eine weitsichtige Familienpolitik, kombiniert mit der massiven Förderung qualifizierter Einwanderung, die Krise abwenden kann. Schon jetzt ist absehbar, daß dieses Thema eine überragende Rolle bei der Bundestagswahl 2002 spielen wird."
(Klappentext)

Das Buch wird zwar mit den Babyboomern beworben, aber auch hier warten die Autoren lediglich mit den üblichen Klischees auf, und schwadronieren von "Spaßgeneration" und "Zeitalter eines goldenen Hedonismus". Das liegt daran, dass damals das Thema der Kinderlosigkeit die Debatte dominierte. Nichts davon hat sich jedoch bewahrheitet. Stattdessen führte die Fixierung der Debatte auf die Kinderlosigkeit zu den Kollateralschäden, die erst ab den Jahren nach 2020 richtig sichtbar sein werden

GUILLEBAUD, Jean-Claude (2001): Die Tyrannei der Lust, Sammlung Luchterhand

Die Tyrannei der Lust

"Der Autor untersucht historisch und soziologisch das Phänomen Sexualität in unterschiedlichen Gesellschaften. Er analysiert den Wechsel zwischen repressiven und freizügigen Phasen in der Geschichte, das Verhältnis von Sexualität zu Krankheit, Tod und Fortpflanzung. Er zeigt den Einfluss von Religion, der Psychologie und sozialer Revolutionen auf das Verhältnis von gesellschaftlicher Toleranz bezeichungsweise Intoleranz gegenüber dem sexuellen Verhalten von Minderheiten. Im Brennpunkt steht jedoch die Diskrepanz zwischen der totalen Emanzipation, welche die moderne Gesellschaft vom Individuum verlangt, und dem konformistischen Verhalten, das die vermeintliche Befreiung des Individuums mit sich bringt."
(Klappentext)

Das bereits 1998 in Frankreich erschienene Buch von Jean-Claude GUILLEBAUD, Jahrgang 1944,  befasst sich zwar mit der Sexualmoral, dies aber insbesondere vor dem Hintergrund von Babyboom und Geburtenrückgang. Die Jahre 1942 - 1943 werden als eine unerwartete Wende beschrieben:

"Erstaunlicherweise ereignete sich mitten im Krieg (...) eine neuerliche Kehrtwende in der französischen Demographie. Anstellen des langsamen Rückgangs (...) wurde nun ein spektakulärer Anstieg der Geburten verzeichnet. Die Tendenz begann 1942 und intensivierte sich während der zwei Jahre nach der Befreiung so jäh und so umfangreich, daß das Phänomen nach einer speziellen Bezeichnung verlangte: Man nannte es Babyboom.
Diese demographische Kehrtwende entschied für die nächsten Jahrzehnte über das Schicksal der französischen Gesellschaft. Ihre Konsequenzen sind noch heute zu spüren."
(2001, S.324)

Der Begriff Babyboom ist eine Erfindung der Zeit des Geburtenrückgangs. Nur in der verklärenden Rückschau auf der Hintergrundfolie "Geburtenrückgang", macht der Begriff "Babyboom" erst Sinn. Ein anderes Kapitel trägt die Überschrift Der grosse Bruch von 1965 und beschreibt den Geburtenrückgang ab Mitte der 1960er Jahre als Phänomen der westlichen Welt:

"Auf einmal verkehrten sich sämtliche demographischen Parameter gleichzeitig in ihr Gegenteil - man erlebte einen starken Rückgang der Geburtenzahlen und der Eheschließungen, die Frauen blieben länger unverheiratet, die Zahl der Scheidungen stieg sprunghaft an, während die Zahl der Kinder pro Familie abnahm, und so weiter. Binnen weniger Jahre hatte die Nettofortpflanzungsrate einen Tiefpunkt erreicht; 1975 sank sie unter das Niveau, das langfristig für eine gleichbleibende Bevölkerungsdichte erforderlich ist.
Sämtliche Länder des Westens waren von dem Phänomen betroffen und erstaunlicherweise alle zur selben Zeit. »1964«, schreibt Evelyne Sullerot »ereignet sich ein verblüffender Bruch: zum ersten Mal seit zwanzig Jahren stürzt die Geburtenrate rasant in die Tiefe, und zwar in ein und demselben Jahr in Belgien, der BRD, in Dänemark, Spanien, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, in Portugal, Schweden und in der Schweiz [...] Während der folgenden drei Jahre, von 1964 bis 1967, verlieren Frankreich, England und Deutschland 1,3 Geburten pro 1000 Einwohner, die Niederlande und Italien 1,8 und in Belgien sind es 2.«"
(2001, S.329)

Der Begriff "Nettofortpflanzungsrate" ist kein gebräuchlicher Begriff, sondern in der Literatur wird dafür der Begriff "Nettoreproduktionsziffer bzw. -rate" benutzt. Eine Ziffer von 1 heißt, dass die Elterngeneration ersetzt wird. Ziffern unter 1 beschreiben Geburtenraten, bei der die Elterngeneration nur teilweise ersetzt wird. Bei der Geburtenrate wird auf die rohen Geburtenziffern und nicht auf die zusammengefassten Geburtenziffern zurückgegriffen.

GUILLEBAUD zitiert hier Zahlen aus dem Buch Quels pères? Quels fils? der Soziologin Evelyn SULLEROT, Jahrgang 1924, aus dem Jahr 1992. Für den französischen Bevölkerungswissenschaftler Alain MONNIER war das Babyboom-Phänomen nicht in der ganzen westlichen Welt verbreitet. Zudem gibt es gravierende Unterschiede beim Phänomen in den einzelnen Ländern hinsichtlich Dauer und Verlauf des Geburtenanstiegs.  

FRICKE, Thomas (2001): Aktienkultur vor der Baby-Pause.
War der Börsenboom nur ein Ausreißer in Zeiten geburtenstarker Jahrgänge? Ein Verdacht, der sich aufdrängt,
in: Financial Times Deutschland v. 02.03.

Während man in Deutschland den Ruin des Sozialstaats mit dem Geburtenrückgang zusammenbringt, hat man nun in den USA den Ruin der Aktienkultur als Folge des Geburtenrückgangs entdeckt. Bislang waren meist die Baby-Boomer (US-amerikanisches Synonym für die 68er) die Bösewichte, das scheint sich langsam zu ändern.

MENAND, Louis (2001): The seventies show.
What did the decade mean?
in: The New Yorker v. 28.05.

Louis MENAND argumentiert mit Francis FUKUYAMAs The Great Disruption von 1999 und Paul BERMANs A Tale of Two Utopias gegen Bruce J. SCHULMAN und David FRUM. Letztere wollen den Generationen (Generation X usw.), die nach den 68ern ("Baby Boomer") kamen und in den 1970ern ihre Prägung erhalten haben, eine Stimme geben. Auf Deutschland bezogen geht es also um die Generation Golf oder die 78er:

"Seventies people think that changes in style and taste are where meaning is really lodged. They are the last people in America to believe that keeping up with popular culture is an intellectual duty."

Der 70er Jahre (Irr-)glaube besteht für MENAND darin, dass persönliche Lieblingssongs als Schlüssel zur nationalen Psyche angesehen werden. Oder allgemeiner: der (BoBo- oder Feministischen) Konsumkultur wird eine Prägekraft zugeschrieben, die sie gar nicht besitzt. MENAND kritisiert den kompensatorischen Charakter der gegenwärtigen Konsumkultur:

"Does the fact that we now have a choice among thirteen kinds of designer coffee mean that there is more real choice in American life, or less? Do people spend three dollars for a cup of coffee because they feel they can afford anything they want, or because they feel they can't, and overpaying for coffee helps them compensate for the fact?"

MERX, Stefan & Christian PIETSCHNER (2001): Was jetzt zählt.
Werte. Terror, Kriegsangst, Börsensturz, Konjunkturkrise - in einem Jahr hat sich das Blatt gewendet. In der hedonistischen Generation hat Besinnung den Spaß verdrängt: Was ist noch wichtig? Sechs Menschen sprechen über ihre ganz persönlichen Werte,
in: Bizz Nr.11, November

Das Wirtschaftsmagazin Bizz, dessen Hauptzielgruppe die Generation Golf ist, hat Max imitiert und das Themenspektrum um gesellschaftliche Themen erweitert.

Wie bereits in Max (04.10.2001) wird auch in Bizz ein Wechsel von der Ich- zur Wir-Gesellschaft verkündet. Dahinter steckt jedoch nicht primär der Terroranschlag und das Ende der Spaßgesellschaft, sondern eine schlichte demografische Tatsache: die Generation Golf tritt massenhaft in die Lebensphase "junge Familie" ein ("Generation Kombi").

Es ist nicht das erste Mal, dass der Lebensphasenwechsel einer Generation zum Gesellschaftswandel hochstilisiert wurde. Bereits vor 6 Jahren hat der Soziologe Holger RUST in seinem Buch Trendforschung den Werdegang der amerikanischen Baby-Boomer und deren mediale Inszenierung vom Yuppietum bis zur Familiengründung beschrieben.

In Deutschland ging es Anfang der 1990er Jahre dagegen um die so genannten 78er (Reinhard MOHR). Damals wurden ebenfalls Schwangere massenmedial inszeniert. Jetzt ist die Generation Golf dran...

2002

BROST, Marc (2002): Konjunktur ohne Kinder.
Wie die Babyboomer für Wachstum sorgen,
in: Die ZEIT Nr.12 v. 14.03.

"Sie sind jung? Sind verheiratet und haben keine Kinder? Schämen Sie sich!
Längst ist es zum Schimpfwort geworden, ein Dink zu sein:
double income, no kids,"

so beginnt Marc BROST seine Verteidigung der Marketingzielgruppe "DINK". Die Volkswirte der Investmentbank UBS Warburg haben dieses Phantom der Sozialpolitiker angeblich studiert. Der Autor liefert jedoch keinerlei demografische Daten, sondern schließt aus der zahlenmäßigen Stärke der 30- 49jährigen, dass sich in dieser Gruppe besonders viele DINKS tummeln müssen. Falls dies zuträfe, dann ergäbe sich folgender positive Effekt:

"Viele Dinks bedeuten (...) hohe Produktivität und hohe Wachstumsraten, sagen die Investmentbanker. Und weil die Rente unweigerlich näher rückt und weil die Dinks das wissen, sparen sie verhältnismäßig viel - und hohe Sparquoten drücken die Inflation."

Die DINKs sind jedoch ein Phantom, das sich einerseits aus der Differenz zwischen Haushaltsstatistik und Verheiratetenziffern und andererseits aus der Ausblendung der Lebenslaufperspektive ergibt. Per Haushaltsstatistik werden Eltern in Kinderlose umdefiniert, d.h. die älteren DINKs sind mehrheitlich Doppelverdiener, deren Kinder nicht mehr in der elterlichen Wohnung leben. Bei den jüngeren DINKs handelt es sich dagegen mehrheitlich um Paare vor der Familiengründung. Lebenslang Kinderlose sind - entgegen dem Gerede der Sozialstaatsgegner - weiterhin eine Minderheit, die garantiert keinen Wachstumsschub auslösen wird.

LIEBS, Holger (2002): Soft sells.
Weniger Muskeln, mehr Haare: Die Werbung hat ein neues Männerbild entdeckt – es ist auch ein altes,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.08.

"Härte und Männlichkeit waren bei den Slackern nicht gefragt, Schmerz und abgerissene Melancholie traten an ihre Stelle. Diese nihilistischen Babyboomer waren passiv und kraftlos, weil sie keinen Anschluss an die New Economy, ja nicht einmal an die digitalen Nerd-Gewinnspiralen hatten. Beck sang 'I’m a loser', die Dream Warriors legten nach mit 'I got a hole in my soul about 10 feet wide. What’s the year? It’s the 90s. Life’s a bitch', und diesen Untergangs-Lifestyle schrieb niemand besser auf als Douglas Coupland im Roman Generation X, der auch den Begriff des 'mentalen Ground Zero' geprägt hat.
            Und nun kehrt all das also wieder, in einer verfrühten Retro-Laune",

fragt sich empört Holger LIEBS nach einem Blick in aktuelle Mode- und Männerzeitschriften.

 
     
 
       
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 01. April 2018
Update: 12. April 2018