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Kommentierte Bibliografie

 
       
   

Die Babyboomer (Teil 4)

 
       
   

Begrifflichkeiten und ihre Bedeutung für die Beurteilung des demografischen Wandels am Beispiel der öffentlichen Debatte

 
       
     
   
     
 

Kommentierte Bibliografie (Teil 4: 2014)

2014

PRASCHL, Peter (2014): Happy Birthday, Babyboomer!
Der stärkste Jahrgang der deutschen Nachkriegsgeschichte wird fünfzig. Doch was haben die Kinder des Jahres 1964 geschafft, außer viele zu sein? Glückwunsch an eine unauffällige Generation,
in:
Welt am Sonntag v. 05.01.

FAS-Wirtschaft Special: Jahrgang 1964.
1,36 Millionen Babys wurden 1964 in Deutschland geboren, - so viele wie in keinem anderen Jahr. Es sind Kinder des Wirtschaftswunders. Dann kamen der Pillenknick und die Wirtschaftskrise. Und die Lust auf Kinder war dahin

KLOEPFER, Inge (2014): Ich bin ein echter Babyboomer.
Nie wurden in Deutschland mehr Kinder geboren als 1964. FAS-Autorin Inge Kloepfer ist eine davon. Sie erzählt vom Leben als Kind des Wirtschaftswunders, als Studentin einer Massenuniversität und als Mutter mit Karrierewunsch. Und warum früher ständig Willy Brandt im Fernsehen kam,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 05.01.

PETERSDORFF, Winand von (2014): "Bei Mädchen ist eh wurscht, was sie machen".
Regisseurin Caroline Link, geboren 1964, über eine sorglose Kindheit und den langen Weg zu "Jenseits der Stille",
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 05.01.

NIENHAUS, Lisa (2014): Wenn die Babyboomer in Rente gehen.
Der Jahrgang 1964 geht 2031 in Rente. Dann müssen wenige Junge auf einmal sehr viele Alte durchbringen. Schaffen die das? Oder droht Verarmung? Ein Ausflug in die Zukunft,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 05.01.

STUTTGARTER ZEITUNG-Wochenendthema: Kinder, Kinder!
Nie war die Geburtenquote so hoch wie 1964. Für die Nachgeborenen ein Glück - und eine Hypothek

SCHIERMEYER, Matthias (2014): Wir Babyboomer.
Demografie: In keinem Jahr sind in Deutschland so viele Kinder auf die Welt gekommen wie 1964. Heute, fünfzig Jahre später, stützen sie - am Höhepunkt ihrer Arbeitskraft angelangt - mit anderen geburtenstarken Jahrgängen die Gesellschaft. Für die Nachgeborenen nicht unbedingt Grund zum Feiern,
in: Stuttgarter Zeitung v. 01.02.

BILLIG, Susanne & Petra GEIST (2014): Jahrgang 1964.
Die Babyboomer und die demografische Forschung,
in: DeutschlandRadio v. 20.02.

Der Artikel überlässt die Definition des Begriffs "Babyboomer" weitgehend dem Leser. Lediglich der Geburtsjahrgang 1964 wird explizit den Babyboomern zugeordnet. Daneben gibt es eher vage Abgrenzungen:

"Die Bevölkerungsstruktur hat sich verändert. Heute gibt es unten den dünnen Fuß der nachwachsenden Generation, in der Mitte den breiten Bauch der Babyboomer im besten Alter und oben sieht es auch schon ziemlich breit aus, denn die Lebenserwartung ist in den letzten 100 Jahren um über 30 Jahre gestiegen",

heißt es einmal. Vage bleibt auch ein anderer Aspekt:

"Ende der 1970er-Jahre begann für einen Teil der Babyboomer ein brüchiger und unsteter Berufsweg mit geringfügiger Beschäftigung, schlecht bezahlten Tätigkeiten, Niedriglohn und Leiharbeit. Wer zu wenig verdient und Zeiten der Arbeitslosigkeit erlebt, kann nur wenig Rentenansprüche erwerben. Das ist der Grund, warum sich die Schere zwischen Arm und Reich für die Babyboomer im Alter weit öffnen wird."

Ganz absurd wird es, wenn Armin NASSEHI zitiert wird und die Babyboomer mit dem Jahr 1964 gleichgesetzt werden und dieser eine Geburtsjahrgang zur Generation stilisiert wird. Die einzig konkrete Stelle des unsäglichen Beitrags bezieht sich auf das Buch Wir Babyboomer von Bernhard von BECKER. Dort heißt es:

"Nie allein sein, in Massen auftreten - das ist die Grunderfahrung der Kinder aus den geburtenstarken Jahrgängen von Mitte der 1950er- bis Mitte der 1960er-Jahre."

Damit wären die Babyboomer auf die Geburtsjahrgänge 1955 bis 1965 eingegrenzt, was wiederum mit demografischer Forschung überhaupt nichts zu tun hat, denn es handelt sich lediglich um ein simples Generationenporträt.

ZEIT-Thema: In der Mitte des Lebens

LAU, Jörg (2014): Im Kuschelland.
Wir waren viele. Vielleicht gerade deshalb fühlten wir 64er uns in der alten Bundesrepublik so geborgen,
in: Die ZEIT Nr.10 v. 27.02.

BYLOW, Christina & Kristina VAILLANT (2014): Die verratene Generation. Was wir den Frauen in der Lebensmitte zumuten, München: Pattloch Verlag

Die verratene Generation

"Die Frauen der Geburtsjahrgänge 1958 bis 1968 starteten als erste Frauengeneration Deutschlands mit einer guten Ausbildung in ein Leben, das ihnen gleiche Rechte und Chancen wie den Männern versprach.
Doch was als Aufbruch in die Gleichberechtigung begonnen hat, wird für viele dieser Frauen in Altersarmut enden - egal, wie lang und wie hart sie gearbeitet haben. Schuld daran sind eine rückständige Familienpolitik und eine Gesellschaft, die das Älterwerden von Frauen abwertet.
Christina Bylow und Kristina Vaillant schreiben über verpasste Weichenstellungen der Politik, über Rentenungerechtigkeit, über die Entfremdung von Frauen und Männern und darüber, was diese Frauengeneration geleistet hat - und sie machen den Frauen Mut, klar und entschieden das zu fordern, was ihnen zusteht."
(Klappentext)

"Der Begriff Babyboomer stammt aus den USA, beschreibt dort aber eine Generation, die deutlich älter ist als das deutsche Pendant. Die geburtenstarken Jahrgänge werden für den deutschsprachigen Raum je nach Quelle zwischen 1955 und 1965 verortet, dann wieder reichen sie von 1958 bis 1968. (...).
Eines ist unumstritten: Am Ende der sechziger Jahre schlug die Wirkung der zu Beginn des Jahrzehnts auch in Deutschland allmählich eingeführten hormonellen Verhütungspille für Frauen voll durch. Danach fiel die Geburtenrate stark ab. Im Jahr 1964 hatte sie ihren historischen Höhepunkt erreicht: Über 1,51 Millionen Geburten im Jahr. Im Jahr 2011 sackte Deutschland mit 663.500 Neugeborenen auf den historischen Tiefstand seit Gründung der Bundesrepublik" (2014, S.22),

erzählen uns Christina BYLOW, Jahrgang 1962, und Kristina VAILLANT, Jahrgang 1964, über die Babyboomer und den Babyboom, wobei weder die Zahlen für 1964 (1,357 Millionen), noch für 2011 (662.685) stimmen. Ihre eigene Abgrenzung der Babyboomer liefern sie erst auf Seite 59 nach:

"Es sind Frauen der geburtenstarken Jahrgänge, auf die Welt gekommen in den Jahren zwischen 1958 und 1968 (...).
Über sechseinhalb Millionen Frauen sind heute zwischen 45 und 55 Jahre alt."

Während das Buch erst 2014 erschienen ist, stammt das Vorwort dagegen aus dem Jahr 2013. Darauf beziehen sich die Altersangaben: 45 Jahre (1968) - 55 Jahre (1958) im Jahr 2013. Ihre Zahlen zum Umfang dieser Jahrgänge haben sie stattdessen dem Statistischen Jahrbuch 2011 entnommen. Dies wird im Nachfolgebuch korrigiert. Eine Kritik der Darstellung der Babyboomer-Frauen findet sich bei den Anmerkungen zum Nachfolgebuch.

LORENZ, Robert & Franz WALTER (2014)(Hrsg.): 1964 - das Jahr, mit dem »68« begann. Studien des Göttinger Instituts für Demokratieforschung zur Geschichte politischer und gesellschaftlicher Kontroversen, Transcript Verlag

1964 - das Jahr, mit dem "68" begann

"Das Jahr 1968 wird gemeinhin mit der Überwindung überkommener Gesellschaftsstrukturen und dem Entree des bürgerrechtlichen Fortschritts verbunden. Doch dieses Datum war nicht Ausgangs-, sondern vielmehr Kulminationspunkt politischen und sozialen Wandels. Denn vieles von dem, was sich mit der Chiffre '68' verbindet, begann schon vorher. 1964 verdichteten sich zahlreiche Ereignisse zu einer Zäsur, die den gesellschaftlichen Umbruch schon vor 1968 einläutete. Mit dem Blick auf unterschiedliche Episoden aus Gesellschaft und Politik hinterfragt dieser Band den bisherigen Stellenwert von '68' und weist nach, dass ein erheblicher Teil der mentalen Modernisierung schon viel früher stattfand."
(Klappentext)

Das Buch beschreibt den Zeitgeist des Jahres 1964 und kommt ganz ohne Babyboom und Babyboomer aus.

BECKER, Bernhard von (2014): Babyboomer. Die Generation der Vielen, Suhrkamp Verlag

Babyboomer

"An dieser Generation kommt niemand vorbei Was haben Maybrit Illner, Dieter Nuhr, Jörg Pilawa, Nena, Campino und Joachim Löw gemeinsam? Sie sind Babyboomer. Geboren zwischen 1960 und 1965, als es mit der Wirtschaft noch bergauf ging und bevor die Pille zum berühmten Knick führte. Bis heute stellen sie die Mehrheit der Gesellschaft, und doch weiß man nur wenig über sie – bis jetzt. Als Kinder fuhren die Babyboomer mit dem »Wuermeling-Pass« kostenlos durchs Land, lasen Fix & Foxi, schauten Schweinchen Dick und lauschten Winnetou-Hörspielplatten. Später hielten sie sich auf Trimm-dich-Pfaden fit, wurden von Helga und von »Dr. Sommer« aufgeklärt und sparten für ihre erste Kompaktanlage. Alleinsein war dabei stets ein rares Gut, denn auch wenn die Eltern einen meist in Ruhe ließen, war immer irgendein Altersgenosse in der Nähe. Das hat die Boomer zu routinierten Teamplayern gemacht. Aber auch zu Wachstumskritikern, Entschleunigern und Downshiftern – kurz: zu Menschen, die unsere Gesellschaft nachhaltig prägen."
(Klappentext)

"Von den Menschen, die heute in Deutschland leben, ist etwa jeder vierte ein Babyboomer. Wir sind die zahlenstärskte Generation, die das Land seit dem Zweiten Weltkrieg hervorgebracht hat und nach aller Voraussicht je hervorbringen wird. Im Spitzenjahrgang 1964 wurden die Ost- und Westdeutschland zusammen etwa doppelt so viele Menschen geboren wie im bisherigen Niedrigstjahrgang 2009 - 1.357.304, um genau zu sein. Sollten die Babyboomer in den Jahren 2025 bis 2030 geschlossen in Rente gehen, würden die Sozialversicherungssysteme vor eine historische Belastung gestellt" (2014, S.13),

charakterisiert Bernhard von BECKER, Jahrgang 1963, seine Generation, die er folgendermaßen abgrenzt:

"Wenn hier von »Boomern« die Rede ist, so ist die Speerspitze der Babyboomer gemeint, geboren auf dem Höhepunkt des sogenannten Babybooms. Das waren die Jahre zwischen 1960 und 1965". (2014, S.16)

Davon grenzt BECKER den Begriff "Babyboom" folgendermaßen ab:

"Als Babyboom bezeichnet man Phasen geburtenstarker Jahrgänge. In den USA begann eine solche bereits direkt nach dem Zweiten Weltkrieg, in Deutschland begann sie ab Mitte der Fünfzigerjahre und endete um die Mitte der Sechziger.

Gemäß BECKER dauerte der Babyboom also von 1955 bis 1964, während er nur die Jahrgänge 1961 bis 1964 den Babyboomern zurechnet. Die Generation Golf wird als

"die auf die Babyboomer folgenden Jahrgänge 1965 bis 1975" (2014, S.22)

definiert. An anderer Stelle wiederum heißt es:

"Wie erwähnt, wollen wir uns hier auf die Babyboomer-Kernjahrgänge 1960 bis 1965 beschränken." (2014, S.25)

Das aber wiederum würde eine Überschneidung mit dem Generation Golf-Jahrgang 1965 ergeben, die vorher gerade geleugnet wurde.

Fazit: BECKER widerspricht sich bei seiner Abgrenzung selber. Er nennt keinerlei Zahlenangaben als Abgrenzungskriterium, sondern benutzt vage Mengenbegriffe wie "geburtenstark". Seine Abgrenzung stellt keinen Kohortenbegriff dar, sondern einen Generationenbegriff, der in der Auseinandersetzung mit der Mentalität der 68er und der Generation Golf begründet ist.     

SCHASCHEK, Sarah (2014): Die Babyboomerinnen in der Falle.
Geld: Ein neues Sachbuch zeigt nun, wie ungerecht das deutsche Steuer- und Rentensystem Frauen behandelt,
in:
Freitag Nr.11 v. 13.03.

TORP, Cornelius (2014): Rentenpolitik aus dem vorigen Jahrhundert.
Die Pläne der großen Koalition sind ein Relikt der alten Bundesrepublik. Der Sozialstaat kompensiert Ungerechtigkeiten, die er selbst geschaffen hat,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 23.03.

"Sie privilegiert die Babyboomer der Jahrgänge 1951 bis 1963 auf Kosten der nächsten Generation ohne ersichtlichen Grund",

urteilt TORP über die Rente mit 63. Diese Einschätzung scheint jedoch überzogen, angesichts der Tatsache, dass die Rente mit 63 eher zur Spaltung innerhalb der "Babyboomer" beiträgt.

SCHWAIGER, Manfred (2014): Replik eines Babyboomers.
Warum die Generation Y unrealistische Erwartungen an die Arbeitswelt hat und dabei unser aller Wohlstand aufs Spiel setzt,
in: Die ZEIT Nr.14
v. 27.03.

KALS, Ursula (2014): Der große Wurf.
Die 1964 Geborenen werden dieses Jahr 50. Es ist der Babyboomer-Jahrgang, "Karnickeljahrgang" sagen manche abschätzig. Andere singen Loblieder auf die tüchtigen Vertreter in der Arbeitswelt. Aber was bitte ist an ihnen so besonders?,
in: faz.net v. 05.04.

RHEINISCHE POST-Thema: Die Babyboomer werden 50.
1964 - Deutschlands stärkster Jahrgang

KESSLER, Martin (2014): Die Macht der Babyboomer.
Die wichtigsten Posten in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur halten die 50- bis 65-Jährigen. In dieser Altersgruppe verbinden sich offenbar Dynamik und Erfahrung am besten. Die Generation 1964 ist dort angekommen,
in: Rheinische Post v. 05.04.

PIELEN, Birgit (2014): Aufgepasst: Hier kommen die Babyboomer!
Schon im Kinderwagen war es eng: Wer zwischen 1964 und 1965 geboren wurde, der lernte schnell, Platz zu machen für die kleinen Geschwister. Die geburtenstarken Jahrgänge, die sogenannten Babyboomer, rückten früh zusammen. Das war die Normalität - und sollte es bleiben: in der Schulklasse, im Hörsaal, auf dem Arbeitsmarkt und irgendwann in der Rente. Doch was macht diese Generation aus, außer dass es sehr viele sind? Nach welchen Prinzipien gestalten die heute (fast) 50-Jährigen ihr Leben?
in: Rhein-Zeitung v. 12.04.

PIELEN, Birgit (2014): Historiker Paul Nolte: Legt euch doch lieber fest!
Paul Nolte, Jahrgang 1963, ist Historiker und Professor am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin. Mit den Babyboomern hat er sich in seinem Buch "Generation Reform" befasst. Er appelliert: "Legt euch doch lieber fest! Dann führt ihr ein Leben, das freier gestaltbar ist als ein Leben in Unsicherheit",
in: Rhein-Zeitung v. 12.04.

DESTATIS (2014): Babyboomer: Deutschlands geburtenstärkster Jahr­gang wird 50.
Im Fokus-Serie: Babyboomer,
in: destatis.de
v. 28.04.

"1964 erreichte der sogenannte Babyboom seinen Höhepunkt: Knapp 1,4 Millionen Kinder kamen in diesem Jahr auf die Welt, am häufigsten hießen sie Sabine und Thomas. Auch die Jahre vor und nach 1964 waren äußerst kinderreich: Zwischen 1954 und 1969 lag die Zahl der Neugeborenen stets über 1,1 Millionen",

erklärt uns das Statistische Bundesamt, wobei der Begriff "Babyboomer" nicht explizit definiert wird, sondern mit "äußerst kinderreich" auf die Jahre 1954 bis 1969 eingegrenzt wird. Das Abgrenzungskriterium der Babyboomer wäre damit eine Geburtenzahl von STETS 1,1 Millionen pro Geburtsjahrgang. Hätte der Geburtsjahrgang 1953 nicht 1,095 Millionen, sondern rund 5.000 Geburten mehr umfasst, dann müssten auch die Geburtsjahrgänge 1949 bis 1953 dazu gezählt werden. Bei einer solch geringfügigen Unterschreitung des Abgrenzungskriteriums darf man getrost fragen, ob das nicht allzu kleinlich ist.  

Die Serie dreht sich jedoch vor allem um den Geburtsjahrgang 1964, als ob der das Maß der Dinge sei. Auch der Begriff "Babyboom" wird nicht definiert. Das Statistische Bundesamt trägt also nicht unbedingt zur Erhellung der Begrifflichkeiten bei.

COLBY, Sandra L. & Jennifer M. ORTMAN (2014): The Baby Boom Cohort in the United States: 2012 to 2060. Population Estimates and Projections, United States Census Bureau, Mai

"The term »baby boomer« refers to individuals born in the United States between mid-1946 and mid-1964 (Hogan, Perez, and Bell, 2008). Distinctions between the baby boom cohort and birth cohorts from preceding and subsequent years become apparent when fertility measures are framed within a historical context. The baby boom in the United States was marked by a substantial rise in birth rates post-World War II. Two features of the baby boom differentiate this increase from those previously experienced: the size of the birth cohort and the length of time for which these higher levels of fertility were sustained" (2014, S.2),

charakterisieren COLBY & ORTMAN die Babyboomer der Jahrgänge Mitte 1946 bis Mitte 1964. Kohortenstärke und Dauer des Babybooms ergeben sich dabei im Gegensatz zu den vorherigen und nachfolgenden Geburtskohorten. Zum Verlauf heißt es:

"The National Center for Health Statistics (NCHS) recorded 2.9 million births in 1945, which increased by almost 20 percent to 3.4 million births in 1946 (NCHS 2005). Births continued to increase through the rest of the 1940s and into the 1950s, reaching a peak of 4.3 million in 1957. By 1965, the baby boom had ended, and births fell below the 4 million mark—a level not exceeded again until 1989, when baby boomers were having children of their own. In the 35 years prior to the baby boom, the number of annual births had crossed the 3 million mark twice, in 1921 and 1943. Since the baby boom, annual birth cohorts have consistently remained above 3 million." (2014, S.2)

Für die Konstruktion der Babyboomer in den USA lässt sich feststellen, dass die Kohortenstärke nur ein Definitionselement ist. Während die Kohortenstärke gegenüber den Vorgängerkohorten stark zugenommen hat, gilt das für die Abnahme bei den Nachfolgerkohorten nicht im gleichen Maße. 

FREITAG-Wochenthema: Die Angepassten.
Sie sind sehr viele und denken nur an Wohlstand. Die Babyboomer werden fünfzig

RUPPS, Martin (2014): Generation Wohlstand.
Deutschland: Sie sind im Kern unpolitisch, vor allem auf ihre Sicherheit bedacht - und das stärkste Gefühl, zu dem sie fähig sind, ist Selbstmitleid. Zum 50. Geburtstag der Babyboomer,
in:
Freitag Nr.19 v. 08.05.

MOLLNITZ, Martin (2014): Der stärkste deutsche Jahrgang wird fünfzig.
Baby-Boomer Ost: Der Jahrgang 1964 ist im Westen wie Osten Deutschlands der stärkste. Quantitativ, versteht sich. 1.357.304 Lebendgeborene. 2002 waren es nur halb soviel!
in:
Freitag Online v. 27.05.

CORNELIUS, Ivar (2014): Kinderzahlen in Baden-Württemberg im Generationenvergleich,
in:
Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg, Heft 5, S.16-22

Angeblich hat die Generation Golf (1967 - 1973 Geborene) wesentlich weniger Kinder bekommen als ihre Vorgängergeneration. Susanne GASCHKE begründete damit die Rentenkürzungen für ihre Generation im Vergleich zu den 68ern (1940-1946 Geborene). Single-dasein.de und single-generation.de hatten das bereits im Jahr 2003 kritisiert. Nun zeigen die Ergebnisse von Ivar CORNELIUS zumindest für Baden-Württemberg, dass nicht einmal die Kluft zwischen der Kriegsgeneration (1930-1935 Geborenen) und der Babyboomer-Generation (1959-1967 Geborenen ) an den Mythos heranreicht, dass jede Generation um ein Drittel kleiner sei als ihre Vorgängergeneration.

Müttergeneration Töchtergeneration Generationenersatz
1930 1959 77 %
1935 1963 70 %
1940 1967  
1946 1973 86-88 %
1953 1980
Quelle: Ivar Cornelius 2014, S.17-18

Die Tabelle zeigt, dass der Frauenjahrgang 1963 den Wendepunkt beim Generationenersatz darstellt. Seitdem führt der Geburtenaufschub immer mehr dazu, dass Geburten später nachgeholt werden. Seit dem Frauenjahrgang 1967 ist zudem ein Anstieg der Geburtenrate (CFR) festzustellen:

"Aus den bislang verfügbaren Informationen zu den Geburtenverläufen bei den Frauenjahrgängen aus den 1960er- und 1970er-Jahren lässt sich ableiten, dass die endgültigen Kinderzahlen der Jahrgänge 1968 bis 1973 gegenüber dem Jahrgang 1967 in Baden-Württemberg leicht ansteigen – von rund 1 500 Kindern je 1 000 Frauen auf etwa 1 580 Kinder."

Das Statistische Bundesamt geht gemäß seiner konservativen Schätzung davon aus, dass dieser Geburtenanstieg nur vorübergehend ist und die in den 1980er Jahren geborenen Frauen wieder weniger Kinder bekommen werden. Dies könnte jedoch eine Fehlinterpretation sein, weil der Anteil der Akademikerinnen an der Gesamtbevölkerung weiter zunimmt. Da jedoch Akademikerinnen hauptsächlich für den Anstieg der späten Mutterschaft verantwortlich sind, führt diese Nichtberücksichtigung zu einer Unterschätzung der Kinderzahlen in den jüngeren Frauenjahrgängen.

Es gilt weiterhin das Manko: Unsere Bevölkerungwissenschaftler melden Trends über Änderungen des Geburtenverhaltens erstens zu spät und zweitens führt ihre konservative Schätzung durch die Nichtberücksichtigung von Änderungen der Sozialstruktur zu Fehleinschätzungen.

Der Politikwissenschaftler Christian RADEMACHER hat in seiner exzellenten Studie Deutsche Kommunen im Demographischen Wandel nachgewiesen, dass die Demographisierung gesellschaftlicher Probleme zur Falscheinschätzung des demografischen Wandel führt. Es kommt zur Tendenz, dass die demografische Lage überwiegend schlechter eingeschätzt wird als sie tatsächlich ist. Dies führt dazu, dass positive Entwicklungen zu lange nicht wahrgenommen werden.

NASSEHI, Armin (Hrsg.) Kursbuch 178: 1964, Murmann Verlag, Juni

1964

"Der Jahrgang 1964 wird 50 Jahre alt. Dahinter verbergen sich 1,3 Millionen Menschen. Es ist der geburtenstärkste Jahrgang in Deutschland, den es je gab. Die Babyboomer kommen in die Jahre, sie haben technologische und gesellschaftliche Umbrüche erlebt wie keine Generation vor ihnen. Zum runden Geburtstag wird eine Zwischenbilanz gezogen. Deshalb schreiben in diesem Kursbuch überwiegend 1964 Geborene. Sie fragen sich, was sie geleistet haben, welches Zwischenfazit sie ziehen und wohin es sie treibt? So entsteht ein Kaleidoskop von 64er-Selbstbeschreibungen in einer turbulenten Gesellschaft. Daneben blicken bekannte Publizisten und Wissenschaftler auf den berühmtesten Jahrgang der Republik: Von Johano Strasser über Ulf Poschardt bis zu Ursula Pasero und Karl Bruckmaier."
(Klappentext)

"1964 war der geburtenstärkste Jahrgang Deutschlands, und zwar in Ost und West - danach ging es nur noch bergab, wenigstens im Westen. In der DDR hat es in den Siebzigern und Achtzigern dann wieder einen Anstieg der Geburten gegeben, was sicher auch an der Selbstverständlichkeit von Betreuungseinrichtungen lag. Die Raten von 1964 freilich wurden hier wie dort nie wieder erreicht.
Es gibt eine Faustregel: Je zufriedener, zukunftsgewandter, optimistischer und unbeschwerter die Menschen leben, desto höher liegt die Geburtenrate" (2014, S.1),

konstruiert Armin NASSEHI seine Idee des Babybooms. Eine Konstruktion ist es, weil hier in die Vergangenheit nachträglich eine Ideologie eingetragen wird, die sich nicht aus den damaligen Gegebenheiten ergeben, sondern aus einer ganz spezifischen retrospektiven Sicht. Entsprechend bieten die Beiträge keinen Einblick in den damaligen Zeitgeist, sondern blicken aus dem Jahr 2014 auf die Vergangenheit zurück. Viel interessanter wäre eine Rekonstruktion der damaligen Debatten gewesen.

NASSEHI vermischt unterschiedliche bevölkerungswissenschaftliche Indikatoren, um seine Ideologie zu konstruieren: zum einen die Kohortenstärke und zum anderen die zusammengesetzte Geburtenziffer, aber beides ist nicht deckungsgleich - und mit der endgültigen Kinderzahl der Frauenjahrgänge, die zum damaligen Babyboom beitrugen, hat das überhaupt nichts zu tun.    

In seinem Beitrag Die erste digitale Generation weist NASSEHI auf die Problematik des Generationenbegriffs hin und stilisiert Generationsidentitäten zu einer Frage des öffentlichen Diskurses, in dem sich solche Zuschreibungsprozesse bzw. Projektionen auf Kohorten bewähren müssten. Oder anders formuliert: Generationen sind Fiktionen der Teilnehmer an öffentlichen Debatte, die um die Deutungshoheit kämpfen. Generationenetiketten stehen damit immer im Konkurrenzkampf mit anderen Etiketten. Das Generationenetikett "Babyboomer" ist jedoch auch deshalb so umkämpft, weil es derzeit zur Debatte um den demografischen Wandel eine bedeutende Rolle spielt. Das bleibt bei NASSEHI ausgeblendet.

Die Babyboomer als erste digitale Generation werden bei NASSEHI als "Kohorten der 1960 bis 1965 Geborenen" (S.46) abgegrenzt:

"Ich wurde nicht 1964 geboren, sondern 1960 - das macht (...) keinen großen Unterschied" (S.31),

begründet NASSEHI diese autobiografisch hergeleitete Eingrenzung der Babyboomer-Generation. Wäre er 1958 geboren worden, dann wäre sein Essay anders ausgefallen.

Max OTTE stilisiert den Jahrgang 1964 zu einer Generation, obwohl es nur eine Kohorte der Babyboomer ist. Eigentlich müssten nicht die Babyboomer, sondern die Frauen jener Jahrgänge gefeiert werden, die diesen Babyboom mit ihren Geburten ermöglichten. Nicht die 1964Geborenen, sondern jene die diese Kinder zur Welt brachten, hätten im Mittelpunkt des Kursbuchs stehen müssen, denn schließlich geht es nicht nur um eine Kohorte, sondern um ein Jahr. Diese beiden Dimensionen von 1964 gehören untrennbar zusammen.

30 Jahre nach zwölf! lautet eine Überschrift in dem Beitrag Kind, Korn und Kachelofen von Peter FELIXBERGER, in dem die nationalkonservative Sicht von der ausgefallenen Generation, die insbesondere Herwig BIRG verbreitete. Dazu werden uns Fakten präsentiert, die auf den Fehleinschätzungen Mitte der Nuller Jahren beruhen und folgendermaßen zusammengestellt werden:

"Erstens sind wir weltweit das Land, in dem die Bevölkerungsschrumpfung als Erstes begann (in den alten Bundesländern 1972, in den neuen 1969). Zweitens hängt unsere niedrige Geburtenrate (1,2 Kinder pro Frau) damit zusammen, dass immer mehr Frauen und Männer zeitlebens kinderlos bleiben. Und drittens werden fehlende Geburten überhaupt nur durch Einwanderungen einigermaßen kompensiert - und zwar schon seit Jahrzehnten." (2014, S.16)."

Das Land, in dem die Bevölkerung als erstes schrumpfte, war Frankreich. Nur wenn man die Nachkriegszeit betrachtet und die Stärke der Schrumpfung außer Acht lässt, stimmt dies. Inzwischen ist auch der zweite Punkt nicht mehr zu halten, dass nämlich die jüngeren Frauenjahrgänge immer weniger Kinder bekommen bzw. immer mehr Frauen zeitlebens kinderlos bleiben. Der letzte Satz ist meist der Verquickung von Fakt und Prognose geschuldet. Inwieweit die natürliche Bevölkerungsentwicklung (Saldo von Geborenen und Gestorbenen) in einer globalisierten Welt noch ein Maßstab für die gesellschaftliche Entwicklung sein kann. Diese Frage wird aus nationalkonservativer Perspektive, die sich jeder zu eigen macht, der auf diese demografischen Zusammenhänge selbstverständlich rekrutiert, gar nicht erst gestellt. Der Soziologe Karl Otto HONDRICH hat diesen bevölkerungspolitischen Imperativ der Bestandserhaltungszahl zu Recht kritisiert.

"1.357.304 Kinder wurden im Peak-Jahr des Babybooms geboren. Zum Vergleich: 2013 waren es kaum mehr als 677.000 (...). In den Jahren 1961 bis 1965 kamen jeweils 1,3 Millionen Menschen in Deutschland auf die Welt",

erklärt uns Inge KLOEPFER, Jahrgang 1964 in dem Beitrag Wer sind wir Babyboomer-Frauen. Wäre das einzige Abgrenzungskriterium eine Kohortenstärke von 1,3 Millionen Kinder, dann hätte KLOEPFER auch den Jahrgang 1966 zu den Babyboomern zählen müssen.

"Im Verhältnis der Geschlechter lagen die Jungen damals leicht vorn, auf 1000 geborene Mädchen kamen 1058 Jungen."

Das Statistische Bundesamt kommt in ihrer zusammenfassenden Übersicht 1946 bis 2015 für 1964 sogar auf 1059 Jungen (Erscheinungsdatum: 30.06.2016).        

SCHMOLLACK, Simone (2014): Fröhlich sein mit de Maizière.
Generationen: Wie werden die heute Fünfzigjährigen später leben? Ein Innenminister muss so was wissen. Deshalb informiert er sich bei den Betroffenen, bei den Babyboomern,
in:
TAZ v. 18.06.

SAKKAS, Konstatin (2014): Wie die Babyboomer ihren Wohlstand sichern.
... während sich die Dreißigjährigen von Job zu Job hangeln?
in:
DeutschlandRadio v. 20.08.

"In keiner Generation ist der Anteil der Aufsteiger- und Migrantenkinder so hoch wie in unserer",

weis Konstantin SAKKAS, ein privilegierter Angehöriger der Generation @. Für seine Generation gilt genauso, was schon für die Generation Golf in der Jobkrise vor einem Jahrzehnt galt: Die Unterschiede innerhalb von  Generationen sind größer als die zwischen Generationen. Diese Ungleichheit wird in einer Gesellschaft der Langlebigen sogar noch zunehmen. Will der Generationenkrieger SAKKAS also nur davon ablenken?

NEUMANN, Horst (2014): Eine große Chance für die Arbeit.
Forum: Industrie 4.0 - In den nächsten Jahren gehen die "Babyboomer" in Rente. Fabriktätigkeiten können weiter automatisiert werden,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 06.10.

WOLF, Richard/LANGLEY, Greg/FINKE, Renate (2014): Baby, it's over. The Last Boomer turns 50, Allianz SE

Die Allianz behauptet in ihrer Untersuchung, dass der letzte Babyboomer 50 geworden ist. Untersucht wurden nur 18 Länder, deren Babyboomer-Generationen vermessen wurden.

"In Australia and the US, boomers are defined as those born in post-war years when there was an upswing in the total fertility rate (TFR) to three or more children per woman.4 (Total fertility refers to the average number of children that would be born to a typical woman over her lifetime if she lives to the end of her childbearing years.) In these countries, then, the official definition of the baby boomers is the generation born during the 19-year period stretching from 1946 to 1964." (2014, S.4)

Für Europa gibt es gemäß WOLF u.a. keine offizielle Definition der Babyboomer. Für Deutschland werden vier Definitionen erwähnt, wobei auf MENNING & HOFFMANN 2009 und das Statistische Bundesamt verwiesen wird. Ihr Vorgehen bei der Identifizierung von Babyboom-Kohorten beschreiben WOLF/LANGLEY/FINKE folgendermaßen:

"As we use the reversal points to identify the start and end of the boomer generation in each country, percentage increases and decreases of TFR and CBR are taken into account. As the US and Australia consider the post-war periods as relevant to the baby boom, only data starting in 1946 was used as well as their level of change to calibrate the results of all countries." (2014, S.5)

Neben der Kohortenstärke geht also auch die Entwicklung der Geburtenrate in die Definition mit ein, wobei zwei verschiedene Maße Verwendung finden: zum einen die zusammengefasste Geburtenziffer (TFR) und zum anderen die rohe Geburtenziffer (CBR)

Die folgende Übersicht listet Beginn und Ende des Babybooms und damit der Babyboomer-Jahrgänge auf, sowie den Umfang der Kohorte als Anteil der Bevölkerung am Ende des Booms und die Spitze der Fruchtbarkeit:

Tabelle: Der Babyboom in 18 westlichen Ländern
Land Beginn des
Babybooms
Ende des
Babybooms
Anteil der Babyboomer an der Gesamtbevölkerung am Ende des Booms Höchste Fruchtbarkeit
Geburtenrate Jahr
Australien 1946 1965 38,5 % 3,55 1961
Österreich 1956 1969 23,0 % 2,82 1963
Belgien 1950 1967 28,5 % 2,71 1964
Bulgarien 1946 1950 10,1 % 3,29 1946
Kanada 1946 1965 42,3 % 3,94 1959
Dänemark 1946 1966 33,9 % 3,02 1946
Finnland 1946 1953 18,2 % 3,46 1948
Frankreich 1946 1967 37,0 % 3,02 1947
Deutschland 1956 1968 20,6 % 2,53 1964
Ungarn 1947 1956 18,0 % 2,97 1954
Italien 1946 1949 7,2 % 3,01 1946
Niederlande 1946 1965 37,9 % 3,97 1946
Neuseeland 1946 1972 53,4 % 4,31 1961
Norwegen 1946 1969 39,0 % 2,98 1964
Schweden 1946 1953 13,0 % 2,57 1946
Schweiz 1946 1968 36,8 % 2,68 1964
England/Wales 1956 1968 20,8 % 2,93 1964
USA 1946 1964 37,4 % 3,71 1957
Quelle: Allianz 2014, Tabelle 1, S.6

Die Auswahl der Länder ergibt sich aus der Interessenlage des Lebensversicherers und nicht aus wissenschaftliche begründeten Kriterien.

Bei TEITELBAUM & WINTER 1985 werden auch Japan, Schottland, Polen und Rumänien sowie eine Reihe von Staaten betrachtet, die es heutzutage gar nicht mehr gibt (z.B. Jugoslawien, UdSSR).

Fazit: Inwieweit die Vermessung des Babybooms und damit der Babyboomer-Kohorten, die von der Allianz vorgenommen wurde, gewinnbringend für die Beurteilung des demografischen Wandels ist, wird auf single-generation.de Thema von weiteren Abhandlungen sein, bei denen die international vergleichenden Aspekte und länderspezifische Unterschiede im Vordergrund stehen werden.      

SCHOLZ, Christian (2014): Generation Z. Wie sie tickt, was sie verändert und warum sie uns alle ansteckt, Verlag Wiley-Vch

Generation Z

"Die Diskussion um Generation Y ist noch nicht beendet. Doch Christian Scholz spricht auf Basis seiner Forschung bereits von der neuen Generation Z, die bereits jetzt Schulen und Arbeitswelt erobert. Bei diesen ab Anfang 1990 Geborenen weicht das Wertemuster fundamental von den Einstellungen voriger Generationen ab. In seinem Buch beschreibt er gleichermaßen positive wie negative Effekte und will vor allem Wege zu einem gegenseitigen Verständnis aufzeigen.

Der Leser taucht ein in die Lebenswelt der Generation Z, die aufgewachsen ist mit Massenentlassungen und Zeitarbeit einerseits und ungerecht hohen Vorstandsgehältern andererseits. Es erscheint nachvollziehbar, warum die nächste Generation eine emotionale Bindung an Unternehmen und Verantwortung ablehnt. Für die Generation Z ist Arbeit nur ein Mittel zum Zweck, reduziert auf den Zeitraum zwischen 9 und 17 Uhr. Beruf und Privatleben sind strikt getrennt. So sind die Digital Natives nach Feierabend für den Chef auf ihrem Smartphone nicht mehr erreichbar.

Das Buch bietet aber mehr als die Beschreibung dieser »Next Generation«. Christian Scholz regt auch zu einem generationenübergreifenden Dialog an: Andere Generationen können ihr Leben durch Übernahme einiger Gedanken der Generation Z bereichern und lebenswerter gestalten. Andererseits muss sich die Generation Z damit arrangieren, dass die volle Bandbreite ihrer Idealvorstellungen gesellschaftlich nicht tragbar ist. Damit erhöht sich die Chance auf ein künftig produktives Zusammenarbeiten und angenehmes Zusammenleben.

In diesem »Debattenbuch mit Praxisbezug« werden Ansätze zu der Frage geliefert, wie Unternehmen und Gesellschaft mit der Generation Z umgehen möchten, aber auch, wie umgekehrt die Generation Z mit ihrem Umfeld umgehen sollte."
(Klappentext)

"In einem sind sich die meisten Forscher und Beobachter der aktuellen Lebenswelt völlig einig: Keine Generation hatte und hat es so gut wie die Babyboomer: Aufgewachsen im Wirtschaftswunder standen ihnen alle Türen offen. Sie konnten experimentieren, opponieren, debattieren oder sich auch nur einfach selbst optimieren. Sie konnten völlig neue Wege gehen und hatten zu keinem Zeitpunkt Zukunftsangst." (2014, S.82)",

charakterisiert Christian SCHOLZ die Generation der Babyboomer in seinem Buch, das sich jedoch in erster Linie mit der Generation Z beschäftigt.

ETTE, Andreas/DORBRITZ, Jürgen/SULAK, Harun (2014): Zunehmende ethnische Diversität: Die Babyboomer-Kohorte 1964 im sozialen Wandel der Bundesrepublik Deutschland.
Das Elterngeld wirkt sich vor allem auf das Einkommen und die Fertilität hoch qualifizierter Frauen,
in:
Bevölkerungsforschung Aktuell, Nr.6 v. 10.12.

 
     
 
       
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 02. April 2018
Update: 12. April 2018