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Einführung
Als späte Mütter werden hier Mütter bezeichnet, die
noch mit 35 Jahren und später ein Kind gebären.
Diese Bibliografie soll eine erste Orientierung in
diesem Themenbereich ermöglichen und wird im Laufe der Zeit
erweitert und aktualisiert.
Kommentierte Bibliografie
TOFFLER,
Alvin (1970): Der Zukunftsschock, München: Scherz
Der Zukunftsforscher Alvin
TOFFLER sieht bereits Ende der 60er Jahre die beschleunigte
Gesellschaft heraufziehen.
Die damit einhergehende
erhöhte Mobilität und größere Flexibilität führt gemäß TOFFLER
zu einer weiteren Familienverkürzung.
Spätgebärende sind für ihn
Trendsetter des neuen Kapitalismus:
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Alvin Toffler - Der Zukunftsschock
"Eine
Alternative zur Kinderlosigkeit könnte in der aufgeschobenen
Elternschaft liegen. Männer und Frauen von heute geraten oft
in eine Konfliktsituation - sollen sie sich den Kindern widmen
oder ihrer Karriere? Zukünftig wird man dieses Problem
umgehen, indem man die gesamte Aufgabe des Kinderaufziehens in
die Zeit nach der Pensionierung verlegt. Das mag heute noch
reichlich seltsam klingen. Wenn die Frage der Geburt aber erst
einmal von ihrer biologischen Basis gelöst ist, kann höchstens
noch die Tradition vorschreiben, daß man möglichst frühzeitig
Kinder bekommen soll. Warum also nicht warten und die Embryos
erst dann kaufen, wenn die berufliche Laufbahn abgeschlossen
ist? Demnach wird sich die Kinderlosigkeit unter jungen
Ehepaaren und auch unter Ehepaaren in den besten Jahren immer
mehr verbreiten, während Kinder immer häufiger von
Sechzigjährigen aufgezogen werden. Die »Ruhestandsfamilie«
kann durchaus zu einer allgemein akzeptierten sozialen
Institution werden." |
ENGSTLER, Heribert &
Kurt LÜSCHER (1991): Späte erste Mutterschaft. Ein neues
biographisches Muster der Familiengründung, in:
Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, H.4, S.433-460S
Aufgrund eines Vergleichs
der Anteile ehelich Erstgeborener von Müttern im Alter von 35
und mehr Jahren zwischen 1960 und 1988 kommen ENGSTLER & LÜSCHER
in dieser ersten empirischen Untersuchung zum Phänomen später
Mutterschaft zu dem Ergebnis, dass es für die massenmediale
Aufmerksamkeit, die späten Müttern in Zeitungen, Frauen- und Elternzeitschriften
geschenkt wird, keine statistische
Entsprechung gibt.
Nichtsdestotrotz zeigt das Schaubild, dass
die späte erste eheliche
Mutterschaft von 1960 bis Anfang der 80er Jahre rückläufig war
und seitdem wieder von ca. 10 000 auf ca. 15 000 Geburten
anstieg.
Bereits ENGSTLER & LÜSCHER weisen auf Datenlücken hin. Mit
Hinweis auf eine Arbeit von BIRG & FLÖTHMANN aus dem Jahr 1990
halten sie jedoch Schätzungen für möglich.
SPIEGEL (1993):
"Milde Form des Irreseins".
Machen Kinder glücklich? Sind sie ein Störfall für die Liebe,
oder geben sie dem Leben erst einen Sinn? Heftig wie nie
streiten Frauen und Männer um den verflixten Kinderwunsch. Die
einst natürlichste Sache der Welt läßt sich immer schwerer mit
den Anforderungen der modernen Karrieregesellschaft vereinen,
in: Spiegel Nr.20
"In der Bundesrepublik hat
bereits jedes dritte Erstgeborene eine Mutter über 30, pro Jahr
bekommen rund 50 000 Frauen ihr erstes Baby, wenn sie ihren 35.
Geburtstag schon gefeiert haben", berichtet der Spiegel.
VINCENZ, Sabine (2000):
"Wenn man jung ist, sieht man alles lockerer".
Die eine ist mit 45 schon zweifache Großmutter. Die andere hat
erst mit 40 ihr erstes Kind bekommen: Zwei Mütter sprechen über
ihre sehr unterschiedliche Erfahrungen,
in: Brigitte v. 18.10.
Die Zeitschrift Brigitte lässt eine
Früh- und eine Spätgebärende zu Wort kommen.
HERLYN,
Ingrid/KRÜGER, Dorothea/HEINZELMANN, Claudia (2002): Späte erste
Mutterschaft - erste empirische Befunde, in: Norbert F.
Schneider & Heike Matthias-Bleck (Hg.) Elternschaft heute,
Sonderheft 2 der Zeitschrift für Familienforschung, Opladen,
S.121-143
Die
Autoren skizzieren kurz die Mediendebatte und die statistische
Datenlage zur späten (ersten) Mutterschaft:
"Seit Mitte der 1980ern berichten Massenmedien mit auffallend
positiver Konnotation und zunehmend häufiger über Frauen, die
mit fünfunddreißig und mehr Jahren zum ersten Mal Mutter
werden. Die Reportagen erwecken den Eindruck einer zunehmenden
Akzeptanz und dass es vor allem Prominente und beruflich sehr
qualifizierte Frauen seien, die diese neue Option der
Familiengründung nutzen. Nicht zu übersehen sind hierbei
populärwissenschaftliche Stellungnahmen von Medizinern, die
heute von weitgehend problemloser später Erstgeburt sprechen
sowie die reproduktionsmedizinische Diskussion, die gerade
auch späte Mutterschaft betrifft.
Der öffentlichen Rhetorik entsprechen Daten der amtlichen
Statistik. Die Bevölkerungsstatistik des Statistischen
Bundesamtes zeigt für die alte Bundesrepublik, dass späte
Erstgeburten, nach einer langen Phase nahezu konstant geringer
Bedeutung, seit 1980 kontinuierlich zunehmen: Wurden damals
nur 3,5 % aller ersten ehelich lebendgeborenen Kinder von
Frauen mit fünfunddreißig und mehr Jahren geboren, so sind es
1999 12,3 %. Für die neuen Bundesländer, für die die
Lebendgeburten erst seit 1990 entsprechend aufbereitet werden,
ist für die letzten zehn Jahre ein sogar noch stärkerer
Anstieg zu beobachten, nämlich von 2,8 % 1990 auf 9,0 % 1999.
Der hier trotz immanenter Messprobleme dokumentierte
erhebliche Anstieg später erster Mutterschaft in West- und
Ostdeutschland, setzt - und das ist hier auch zu berichten -
erst fünfzehn Jahre nach dem ebenfalls deutlichen Anstieg des
durchschnittlichen Erstgeburtsalters ein."
Die
Autoren sind erstaunt darüber, dass zur späten Familiengründung
bislang nur die empirische Untersuchung von ENGSTLER & LÜSCHER
aus dem Jahre 1991 existiert.
Andererseits wird von den Autoren mit Verweis auf die
Bevölkerungswissenschaftler Jürgen DORBRITZ und Karl SCHWARZ dem
Datendesaster aufgrund der normativen Ausrichtung auf die
lebenslange Ehe keine weitere Beachtung geschenkt. In einer
Fußnote heißt es dazu nur lapidar:
"Es
werden nur erste Geburten in bestehenden Ehen registriert,
nicht jedoch unehelich geborene oder adoptierte erste Kinder.
Bei den registrierten ehelichen Kindern könnte es sich auch um
zweite oder dritte Kinder der Frauen handeln, da häufig erst
nach der Geburt eines Kindes geheiratet wird oder aber die
Frauen zuvor schon verheiratet waren und aus diesen Ehen
ebenfalls Kinder haben. Experten schätzen aber, dass die
systematischen Auslassungen und die möglichen Überzählungen
sich gegenseitig aufheben".
Die
Autoren sehen durch ihre Untersuchung die Vermutung bestätigt,
dass es sich bei den späten Müttern in erster Linie um
hoch qualifizierte Karrierefrauen handelt.
SPIEWAK,
Martin (2003): Mutterglück im Rentenalter.
Frauen entscheiden sich immer später für ein Kind - häufig zu
spät. Dieser Trend treibt die Reproduktionsmedizin zu absurden
Rekorden,
in: Die ZEIT Nr.5 v. 23.01.
Artikel aus der ZEIT-Serie
"Land ohne Leute". In diesem Zusammenhang werden einzig die
negativen Seiten des Trends zu später Mutterschaft aufgezeigt

HERLYN, Ingrid &
Dorothea KRÜGER (2003) (Hg.) Späte Mütter. Eine
empirisch-biographische Untersuchung in West- und
Ostdeutschland, Opladen: Leske + Budrich
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Späte Mütter
"Das Aufschieben der Familiengründung
stellt eine neue historische Möglichkeit für Frauen
dar. Das Buch untersucht, welche Gründe für eine
späte erste Mutterschaft ausschlaggebend sind.
Welche Bedeutung haben Partnerschaftsprobleme,
werden reproduktionsmedizinische Hilfen in Anspruch
genommen, welche Rolle spielen berufliche
Qualifikationen?" |
HEIM, Cornelia (2004): mia mamma.
Ganz schön schwanger,
die Damen. Und gar nicht mehr so jung. Doch der späte
Kinderwunsch hat es in sich. Ein Report,
in: Tagesspiegel v. 01.08.
Am Anfang wirft HEIM einen
Blick auf die späten Mütter von Hollywood.
"Von rund zwei Millionen
ungewollt kinderlosen Paaren gehen die Mediziner aus. Jede
dritte nach 1965 geborene Frau bekommt kein Kind
. Von den
Akademikerinnen bleiben 40 Prozent ohne Nachwuchs" ,
berichtet HEIM um dann auf
das Auseinanderdriften von idealem und tatsächlichem Gebäralter
einzugehen:
"Das Phänomen dieser
Gesellschaft: Obwohl die biologische Ausgangslage ab 30 immer
schlechter wird, wollen immer weniger Frauen in ihren
Twen-Jahren schon Kinder. 1990 war nur jede 20. Mutter über 35,
gut zehn Jahre später schon jede sechste. Das Durchschnittsalter
der Erstgebärenden stieg im Jahr 2000 erstmals auf über 30 Jahre
(30,4 im Schnitt).
Fakt aber ist: Das ideale
Gebäralter liegt zwischen 18 und 29 Jahren."
HEIM kann dem Trend zur
späten Mutterschaft aber durchaus positive Aspekte abgewinnen:
"Sind die reifen Frauen
allen Schwierigkeiten zum Trotz dann aber doch noch schwanger
geworden, können sie für sich einige Bonuspunkte in die
Waagschale werfen. Ihr Plus gegenüber den Jung-Mamas: Im
Allgemeinen ist ihr Nest besser bereitet. Sie sind im Schnitt
gesünder, gehören der höheren Bildungs- und Einkommensschicht an
und leben in einer über die Jahre gefestigten Beziehung. Ihre
gereifte Persönlichkeit (...) führt daher auch zu mehr Toleranz
in der Kindererziehung. Außerdem haben ältere Frauen aufgrund
ihrer Lebenserfahrung gelernt, mehrere Rollen auszuüben und
kommen besser damit klar, die neu dazukommende Mutterrolle mit
ihren sonstigen Lebensentwürfen zu vereinbaren.
Frauen sind heute biologisch
jünger als es ihr tatsächliches Geburtsalter besagt und
körperlich zumeist erheblich fitter als Geschlechtsgenossinnen
früherer Generationen, die ohne Waschmaschine und andere
technische Haushaltsdiener mit 40 deutlich abgeschlaffter waren.
Hebammen versichern, dass späte Schwangerschaft wie Geburt nicht
aufgrund des reiferen Alters der Frauen notgedrungen
komplizierter verliefen. Schließlich wird heute gerne übersehen:
Auch früher haben Frauen jenseits der 35 oder 40 Kinder in die
Welt gesetzt. Der kleine Unterschied zu heute: Der Sprössling
war eben nicht der erste (und meist einzige), sondern der
vierte, sechste oder bisweilen auch zehnte Nachkomme."
DUSCHEK, Klaus-Jürgen & Heike WIRTH (2005):
Kinderlosigkeit von Frauen im Spiegel des Mikrozensus. Eine
Kohortenanalyse der Mikrozensen 1987 bis 2003
in: Wirtschaft und Statistik, Nr.8, August
DUSCHEK & WIRTH weisen
nach, dass aufgrund der Zunahme von Spätgebärenden die
Kinderlosigkeit von Akademikerinnen in Deutschland überschätzt
wird, wenn die Altersgruppe der 35 - 39 jährigen Frauen als
Indikator für lebenslange Kinderlosigkeit herangezogen wird.
DUSCHEK &
WIRTH setzten dagegen die obere Altersgrenze bei den 41 -
44Jährigen an. Damit werden erstmals mittels Mikrozensus-Daten
auch die bislang in die Studien zur lebenslangen Kinderlosigkeit
nicht einbezogenen Spätgebärenden erfasst.
FOSEN-SCHLICHTINGER, Petra (2006): Späte Mütter.
Mit 40 das erste Kind? Immer mehr Frauen entscheiden sich
spät für die Mutterschaft - oftmals kritisch beäugt von ihrem
sozialen Umfeld. Welche Risiken sind mit später Mutterschaft
verbunden? Welche Auswirkungen hat das Alter der Mutter auf die
Entwicklung des Kindes?
in: Psychologie Heute, Nr.2, Februar
Die österreichische
Soziologin Petra FOSEN-SCHLICHTINGER, selber Spätgebärende,
verteidigt die späte Mutterschaft gegen ihre Kritiker. Die
Zahlen zeigen einen deutlichen Trend zur späten Mutterschaft:
"Waren es in Deutschland
1990 noch knapp über 70000 Kinder, die von Frauen über 35
geboren wurden, so hat sich diese Zahl bis zum Jahr 2003 mehr
als verdoppelt. (...). Und es handelt sich dabei nicht nur um
Frauen, die bereits Kinder haben, sondern (...) vielfach um
Erstgebärende."
STEINHAUER, Gisela
(2006): Späte Eltern.
Im Gespräch mit Helga Krüger und Petra Mackroth,
in: DeutschlandRadio v. 04.02.
Im Artikel wird die
bevölkerungspolitische Seite betont, wenn beklagt wird, dass
sich der Generationenabstand erhöht. Damit ist das steigende
Erstgebäralter gemeint. Andere sprechen auch von Tempoeffekten:
"Früher folgte alle 25 Jahre eine Generation, heute liegen wir
bei 35 bis 40 Jahren."
LACHENMANN, Akiko
(2006): Spätes Glück.
Warum Frauen so lange zögern, Kinder zu kriegen,
in: Stuttgarter Zeitung v. 18.02.2006
LACHENMANN stellt
anlässlich der Zunahme von Spätgebärenden vier späte Mütter vor:
"Innerhalb von 13 Jahren
hat sich in Deutschland die Zahl der Geburten von Müttern über
35 von jährlich 70 000 auf mehr als 140 000 verdoppelt. Vor
allem in Ballungsräumen, wo die Quote der erwerbstätigen
Frauen hoch ist, findet das Lebenskonzept der späten
Mutterschaft zunehmend Anhängerinnen. Die Spitzenreiter in der
Region Stuttgart sind der Landkreis Böblingen und die
Landeshauptstadt, wo nach den aktuellsten Zahlen des
Statistischen Landesamts jeweils 22,5 Prozent der geborenen
Kinder von Müttern stammen, die das 35. Lebensjahr hinter sich
gelassen haben. Im ländlicheren Kreis Göppingen liegt der
Anteil nur bei 17,3 Prozent. Auffällig ist, dass knapp die
Hälfte aller späten Mütter Akademikerinnen sind und weitere 40
Prozent zumindest Berufe mit mittlerer Qualifikation ausüben."
Da es keine stichhaltige
empirische Daten über die Geburtenfolge dieser Mütter gibt,
zitiert LACHENMANN die Leiterin des Stuttgarter Jugendamtes -
politisch korrekt - mit dem Satz, dass es bei späten Müttern
häufig beim Einzelkind bleibt.
Den oben genannten Zahlen ist jedoch nicht zu entnehmen, ob es
sich um erste, zweite oder x-te Kinder handelt, da unsere
Statistik normativ auf die lebenslange Ehe ausgerichtet ist, die
bekanntlich seit den 70er Jahren immer weniger das dominante
Modell ist.
Bislang hat sich jedoch
niemand - außer single-dasein.de und
single-generation.de an diesem nationalkonservativen
Deutungsmonopol gestört. Weder Feministinnen noch andere -
angeblich fortschrittliche Kräfte dieser Republik - haben
offenbar ein Interesse an objektiven Daten.
Dass es
sich hier um ein BEVÖLKERUNGSSTATISTISCHES DESASTER handelt, das
sich nunmehr nicht einmal mehr abstreiten lässt, zeigt ein
Hinweis des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg.
In der
Online-Ausgabe vom November 2005 weist Stephanie SALETH am Ende
ihres Artikels Späte Mutterschaft - ein neuer Lebensentwurf
auf diese Datenlücke hin:
"Um zu klären, inwieweit
die hohen Anteile der späten Mutterschaften im Westen mit der
Herausbildung neuer biografischer Muster zu tun haben, erscheint
es unabdingbar, Daten über die Geburtenfolge einzubeziehen. Das
zu Beginn dargestellte Datenmaterial lässt zwar erkennen, dass
es im Westen mehr ältere Mütter gibt, lässt aber offen, ob diese
ihr erstes oder ihr drittes Kind in höherem Alter bekommen
haben. Differenzierte Angaben zur Quantität der späten ersten
Mutterschaft können auf der Grundlage der amtlichen Statistik
jedoch nicht gemacht werden, da die gesetzliche Regelung
vorsieht, dass die Geburtenfolge nur bei verheirateten Müttern
erfasst wird. Darüber hinaus werden nur die ledigen Kinder der
bestehenden Ehe gezählt. So werden Neugeborene in zweiter Ehe
beispielsweise auch dann als Erstgeborene bezeichnet, wenn aus
einer früheren Verbindung bereits Kinder existieren. Vor dem
Hintergrund, dass die Zahl der nicht ehelichen Kinder regional
sehr unterschiedlich ausgeprägt ist und es immer häufiger
vorkommt, dass Mütter eine zweite oder dritte Ehe eingehen,
können auf der Grundlage der amtlichen Statistik keine
zuverlässigen Angaben darüber gemacht werden, bei welchem Anteil
der 2003 geborenen Kinder mit Müttern über 35 Jahren es sich um
Erstgeborene handelt.
Auswertungen zur Kinderlosigkeit lassen im Vergleich der
Altersgruppen der Kinderlosen zwar Rückschlüsse auf das Alter
der Mutter bei der Geburt des ersten Kindes zu, sind aber
ungenau, da unterschiedliche Geburtenjahrgänge zugrunde gelegt
werden und so Kohorteneffekte nicht berücksichtigt werden
können."
LACHENMANN geht aber noch
weiter. Sie schildert den Fall einer Mathematikprofessorin, die
bei ihrem ersten Kind eine schwere Geburt erlebte. Die
Fallschilderung und der Artikel endet mit folgenden Sätzen:
"Wären nicht die
gesellschaftlichen und finanziellen Zwänge, hätte sie gerne
fünf Kinder gehabt. Nun reicht die Zeit wahrscheinlich nicht
mal mehr für ein zweites."
Von der LEYEN lässt
grüßen...
BERTH, Felix
(2006): Späte Mütter.
Immer mehr Frauen bekommen erst mit 40 Jahren Kinder. Warum
eigentlich?
in: Süddeutsche Zeitung v. 20.05.
Felix BERTH meldet, dass 2004
der Anteil der Spätgebärenden über 20 % betragen hat. In
Großstädten wie München nähert sich der Anteil der 30 %-Marke. "Wer
über Kinderlosigkeit spricht, sollte die späten Mütter also
nicht aus dem Blick verlieren",
rät BERTH.
Bereits
vor 3 Jahren hat single-generation.de aufgezeigt, dass
bei der Debatte um den Fruchtbarkeitsrückgang das Phänomen der
Spätgebärenden nicht ausreichend berücksichtigt wird
.
KULKE, Ulli
(2006): Alter schafft keine Probleme für Schwangere.
In England ist die älteste Mutter 62. In der Türkei hat ein
Frau mit 65 Jahren ihre letztes Kinde bekommen. Abgesehen von
diesen Extremfällen - der Trend geht zur späten Geburt. Eine
Studie weist nach: Ältere Mütter sind physisch und psychisch
genauso gesund wie junge Mütter,
in: Welt v. 24.10.
"Vor
20 Jahren war etwa jede 30. Mutter eines Erstgeborenen älter als
35 Jahre, heute hat jede achte Mutter diese Grenze
überschritten. Tendenz: Noch älter, berichtet KULKE anlässlich
einer Studie der Universität von Südkalifornien (USC), die zum
Ergebnis kommt, dass Alter keine Probleme für Schwangere
schafft. Untersucht wurde der "Schwangerschaftsverlauf von 49
Frauen, die mit 50 Jahren oder noch älter ihr Kind bekamen - ein
Ereignis, das in Deutschland pro Jahr nur 20 bis 30 Mal
vorkommt, bei einer halben Million Geburten".
FOSEN-SCHLICHTINGER, Petra (2007): Vom Glück, spät Mutter zu
werden, Patmos Verlag
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Vom Glück, spät Mutter zu werden
"»Eine
Frau ist im Prinzip nie zu alt für ein Kind«, so Petra
Fosen-Schlichtinger, »sie muss sich nur darüber im Klaren
sein, dass sich mit einem Kind ihr Leben komplett
verändert.« Immer mehr Frauen entscheiden sich spät für
die Mutterschaft. Neue Lebensformen, ein anderes
Frauenbild, Karriere und Beruf oder auch ein lange nicht
erfüllter Kinderwunsch sind Ursachen für diese
Entwicklung. Was bedeutet es, spät Mutter zu werden?
Welche Risiken und Chancen sind tatsächlich damit
verbunden? Diese und viele andere Fragen behandelt die
Autorin in diesem Buch. Sie geht auf medizinische Themen
ein, wie Geburt, Pränataldiagnostik oder künstliche
Befruchtung, genauso wie auf Fragen, die die Psyche von
Mutter und Kind, die Partnerbeziehung oder das soziale
Umfeld betreffen. Ein Buch, das Frauen Mut macht zum Leben
mit einem Kind – egal in welchem Alter!" |
FOSEN-SCHLICHTINGER, Petra (2007): ...da fängt das Leben an!
Sehr späte Mutterschaft sollte durchaus hinterfragt werden,
es gibt aber wohl keinen Grund, sie per se abzulehnen,
in: Die Presse v. 07.04.
"Es
ist derzeit noch eine überschaubare Zahl, die im siebenten
Lebensjahrzehnt ganz von vorne beginnt und (wieder) eine Familie
gründet, sie wird aber stetig wachsen. Wir werden uns an ihr
Auftreten gewöhnen und unsere Vorstellungen von dem, welche
Eigenschaften eine Mutter idealerweise haben soll, revidieren.
Spätestens in einigen Jahren, so meine Prognose, sind Frauen,
die ihre Kinder mit 66 Jahren bekommen, keine Aufregung mehr
wert!"
meint Petra FOSEN-SCHLICHTINGER.
HAGER, Angelika/HOFER,
Sebastian/STANZL, Eva (2007): Späte Mütter: Midlife-Mamas.
Die Zahl der Erstgebärenden 40+ hat sich verdoppelt. Immer
mehr ältere Frauen entscheiden sich für das erste Kind. Wie hoch
ist das medizinische Risiko?
in: Profil Nr.21 v. 21.05.
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Späte Mütter
"Mutterschaft
als Beschäftigungstherapie für die Pension erscheint
derzeit noch als eine durchgeknallte oder beklemmende
Orwell-Utopie, aber angesichts der Forschungsprognosen für
das 21. Jahrhundert liegt sie durchaus im Bereich des
Möglichen. Die Soziologie hat für das gesellschaftliche
Novum bereits einen Begriff geprägt: die
»Ruhestandsfamilie«.
(...).
Die Vorbehalte, dass Kinder mit älteren Müttern verwöhnt,
verweichlicht und Hänseleien seitens der
Kindergartenfreunde ausgesetzt würden, werden von
Familien- und Seelenexperten unisono vom Tisch gewischt.
»Ich halte das Kriterium des Alters für problematisch«, so
der Kinderpsychotherapeut Helmut Figdor. »Eine Mutter mit
45 kann genauso gut und schlecht wie eine 25-Jährige
sein.«
Eine
gestiegene Lebenserwartung von 82 Jahren für die Frau
entkräftet auch das Argument vom allzu frühen Waisenkind.
Der renommierte Bildungspsychologe Wassilios Fthenakis
befürwortet sogar die späte Mutterschaft, »weil in dieser
Phase Kinder meist viel besser sich in die berufliche
Biografie einordnen lassen und Mütter ihr Kind bewusster
erleben«. Die Weichen für die gesellschaftliche Akzeptanz
der späten Mutterschaft wären also gestellt."
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AKYOL, Cigdem (2007): Zu den Dritten das Erste.
Eine 64-jährige Rentnerin hat nach künstlicher Befruchtung in
Aschaffenburg ihr erstes Kind geboren. Beide sind wohlauf. Aber ist,
was technisch machbar ist, auch moralisch wünschenswert?
in: TAZ v. 04.12.
Debatte um die 64jährige
Mutter auf single-dasein.de

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Die Single-Lüge - Das Buch zur Debatte
"Dies
ist die erste grundlegende Auseinandersetzung mit dem
nationalkonservativen Argumentationsmuster, das zunehmend
die Debatte um den demografischen Wandel bestimmt.
Hauptvertreter dieser Strömung sind Herwig Birg, Meinhard
Miegel, Jürgen Borchert und Hans-Werner Sinn. Die
Spannbreite der Sympathisanten reicht von Frank
Schirrmacher bis zu Susanne Gaschke. Als wichtigster
Wegbereiter dieses neuen Familienfundamentalismus muss der
Soziologe Ulrich Beck angesehen werden.
Es wird aufgezeigt, dass sich die
nationalkonservative Kritik keineswegs nur gegen Singles
im engeren Sinne richtet, sondern auch gegen Eltern, die
nicht dem klassischen Familienverständnis entsprechen." |
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