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- BEZIEHUNGSWEISE
(1997): Kinder sehen die Familie anders.
Volkszählung
91 aus Kinderperspektive,
in: Beziehungsweise
Nr.20 v. 07.01.
- Inhalt:
Der österreichische
Familiendemograph Wolfgang LUTZ hat der
üblichen Haushaltsstatistik eine
Kinderstatistik gegenübergestellt, die
realistischere Aussagen über die
Häufigkeit von Geschwistern in Familien
zulässt. Für Österreich heißt es:
"Die
haushaltszentrierte Betrachtung führt
u.a. dazu, daß das Phänomen der
Geschwisterlosigkeit überschätzt wird.
Aus dem Blickwinkel des Haushaltes stellt
die Einkindfamilie rund die Hälfte aller
Familien dar. Aus Kindersicht hingegen
handelt es sich um eine Minderheit von
weniger als einem Viertel, denn nach wie
vor lebt die große Mehrheit aller Kinder
mit Geschwistern zusammen. Die
haushaltszentrierte Betrachtungsweise
gibt Auskunft darüber, wie viele
Haushalte mit wie vielen Kindern welchen
Alters leben. Sie sagt aber z.B. nichts
darüber aus, wie viele Kinder mit wie
vielen Geschwistern zusammenleben."
- MITSCHA-EIBL,
Robert (2000): Wenn die Jungen zur Minderheit
werden,
in:
Junge Kirche,
Heft 1
- Inhalt:
Gespräch mit dem
Bevölkerungswissenschaftler Wolfgang
LUTZ
- SCHWISCHEI,
Gerhard (2001): Der Freiheit verpflichtet.
Unabhängig,
flexibel, genussorientiert: Die Zahl der Singles
wächst. Zweifelhaft bleibt, ob sie tatsächlich
auch glücklichere Menschen sind,
in:
Salzburger Nachrichten v.
11.01.
- Kommentar:
SCHWISCHEI setzt das
Leben im Einpersonenhaushalt mit
Partnerlosigkeit gleich, ein weit
verbreiteter Irrtum. In dem Artikel wird
eine Studie von ROSENMAYR und KOLLAND
erwähnt, ohne dass Näheres zu deren
Single-Verständnis gesagt wird. Auch
sonst ist der Artikel sehr inhaltsleer.
Was soll man von Sätzen halten wie:
"In Zeitgeistmagazinen finden sich
immer häufiger Geschichten über die
Leiden der neuen Singles". Der Satz
stimmt seit Ende der 80er Jahre
eigentlich immer. Und das Fazit
überrascht auch nicht mehr: "Das
Image der Singles ist ramponiert".
Im SPIEGEL konnte man das ausführlicher
schon letztes Jahr lesen und auch schon
früher immer wieder einmal.
- STEHRER,
Sabine (2001): Die Leiden der Singles,
in:
Salzburger Nachrichten v.
11.01.
- Kommentar:
STEHRER hat eine
alte Pressemeldung der Gesellschaft für
wissenschaftliche Gesprächstherapie in
Köln für eine Story über die Leiden
der Singles verwendet. Generalisierende
Aussagen im Stile "Das Single-Dasein
ist gekennzeichnet..." sind schon
von vornherein irreführend, denn die
Psychotherapeuten können nur Aussagen
über Singles machen, die in ihre Praxis
gekommen sind. Andere Singles müssen
deshalb nicht unter den gleichen
Problemen leiden...
- SCHWISCHEI,
Gerhard (2001):Typen von Singles
in:
Salzburger Nachrichten v.
12.01.
- Kommentar:
Eine Sammlung von
Stereotypen, die sich hoffentlich nur der
verzerrten journalistischen Darstellung
und nicht der zugrunde liegenden Studie
verdankt...
- STEHRER,
Sabine (2001): Thor trifft Toronto.
Singles
lassen sich gern verkuppeln. Nicknames tragen sie
beim anonymen Anbandeln im Fünf-Minuten-Takt,
das in Wien Furore macht,
in:
Salzburger Nachrichten v.
12.01.
- SALZBURGER
NACHRICHTEN (2001): Das Geschäft mit Gerichten
für Singles boomt,
in:
Salzburger Nachrichten v.
16.01
- EGGER,
Barbara (2001): Solo und doch im Duett.
Single
sucht Single. Nicht, weil er oder sie auf der
Suche nach der großen Liebe ist, sondern
schlicht deswegen, weil es sich zweisam einsam
besser lebt,
in:
Salzburger Nachrichten v.
16.01.
- SCHLIESSELBERGER,
Helmut (2001): Weibl., ledig, jung, sucht...
Partnerinstitute
fahren gut mit dem Geschäft mit der Hoffnung der
Singles auf Zweisamkeit. Partnersuchende nicht
immer,
in: Salzburger
Nachrichten v. 17.01.
- MACKOWSKI, Katrin
(2001): Die schnelle Nummer.
Speed-Dating heiß der
Trend: Ausgerechnet in Wie, der Hauptstadt der
Langsamkeit, können sich Flirtwillige neuerdings
zum Rendezvous mit Stoppuhr verabreden,
in: Financial
Times Deutschland v. 16.02.
- SEIDL, Conrad
(2002): Statistiker belegt: Kindergeld bringt
nicht mehr Geburten.
Obwohl das
Kinderbetreuungsgeld - mit einer
Einschleifregelung - schon wirksam sein müsste,
sind die Geburten in den letzten Monaten stark
zurückgegangen. Besonders in Kärnten. Dass
Österreich wegen akuten Geburtenmangels
ausstirbt, ist aber nicht zu befürchten,
in: Der Standard
v. 22.02.
- SALOMON,
Martina (2002): Selbstverwirklichung statt
Kinder.
Die
dramatisch fallende Geburtenrate sei eine Folge
des Wohlfahrtsstaates meint Sozialminister
Herbert Haupt (FPÖ). Die Bereitschaft,
"sich zurückzunehmen", wenn die Kinder
noch klein sind, sei gesunken. Der Minister will
an einer Trendumkehr arbeiten, sagt er im
Gespräch,
in: Der Standard
v. 23.02.
- SALOMON,
Martina (2002): Mehr Hunde, weniger Kinder.
Der Geburtenrückgang stellt
Aufgaben, die nicht nur mit Geld zu lösen sind,
in: Der
Standard v. 23.02.
- SALOMON,
Martina (2002): Ganztagsschulen statt Hausfrauen.
Münz: Infrastruktur
wichtiger als Geld
in: Der
Standard v. 26.02.
- Inhalt:
Der
Bevölkerungswissenschaftler Rainer
Münz nimmt Stellung zum
Standard-Interview von Sozialminister
Haupt.
- MUMELTER,
Gerhard (2002): "Die Wiegen sind leer".
Italiens Gemeinden locken
mit Finanzhilfen die Frauen zum Kinderkriegen,
in: Der
Standard v. 02.03.
- OÖN
(2002): Heuer noch weniger Geburten.
Bringt
Kindergeld mehr Babys?
in: Oberösterreichische
Nachrichten v. 15.03.
- BOCK
(2002): Weiterer Rückgang der Geburten droht in
Oberösterreich,
in:
Oberösterreichische
Nachrichten v. 15.03.
- HOROWITZ,
Nina (2002): Die zweite Geburt.
In Österreich kommt auf
zehn adoptionswillige Paare nur ein zur Adoption
freigegebenes Kind. Deshalb führt der Weg zum
"eigenen" Kind immer öfter ins Ausland
- und mitunter knapp an den Rand der Legalität,
in: Profil
Nr.13 vom 25.03.
- PROFIL
(2002): "Minderwertigkeit
kompensieren".
Der Wiener Psychoanalytiker
Helmut Figdar im Interview,
in: Profil
Nr.13 vom 25.03.
- SCHWELLE,
Dagmar (2002): Frauensache.
Sollen Frauen demnächst
länger auf die Pension warten müssen? profil
prüft die in der jüngsten Debatte vorgebrachten
Argumente und Vorurteile auf ihre
Stichhaltigkeit,
in: Profil
Nr.13 vom 25.03.
- SCHWISCHEI,
Gerhard (2002): Gewagte Anregungen für ein neues
Solidarsystem.
Ältere
Menschen werden aus dem Arbeitsmarkt gedrängt.
Gleichzeitig soll man aber länger arbeiten. Auf
der Suche nach Lösungsansätzen,
in: Salzburger Nachrichten
vom 26.03.
- MEINHART,
Edith & Adelheid WÖLFL (2002): Streit ums
soziale Erbe.
Die
Initiatoren des nun startenden Volksbegehrens
machen sich Sorgen um den österreichischen
Sozialstaat. Will die schwarz-blaue Regierung ihn
wirklich demolieren?,
in: Profil
Nr.14 vom 30.03.
- PROFIL-Coverstory:
BUCHACHER, Robert & Silvia JIRSA (2002): Der Weg in die Welt.
In Österreich werden
wieder mehr Kinder geboren - Anzeichen für eine Trendwende? Da aber
die meisten Frauen nur ein Kind zur Welt bringen, bekommt die Geburt
einen neuen Stellenwert. Die Medizin zieht sich zugunsten von
Intuition und Emotion zurück, ist aber da, wenn sie gebraucht wird,
in: Profil Nr.18 v. 29.04.
- SCHWELLE, Dagmar & Adelheid
WÖLFL (2002): Kinderkram.
So wenig Geburten wie nie zuvor - das klingt
bedrohlich, doch die prophezeite Katastrophe wird ausbleiben,
in: Profil Nr.21 v. 18.05.
- Kommentar:
Während in
Deutschland bei sinkenden Geburtenraten Krisenstimmung angesagt
ist, sieht man in Österreich dem Bevölkerungsrückgang wesentlich
gelassener entgegen, obwohl die Geburtenrate in beiden Ländern
etwa gleich niedrig ist.
- HAGER, Angelika/HOROWITZ,
Nina/KIMMEL, Wolfgang (2002): Bis dass die Liebe tot ist.
Die Zahl der
zerbrochenen Ehen hat in Österreich einen historischen Höchststand
erreicht. Trennungs-Betreiber sind vorrangig Frauen. Was sind die
Ursachen für die statistische Bankrotterklärung der Liebe? Wie kann
man Schadensbegrenzung betreiben? Und worunter leiden die Kinder am
meisten?
in: Profil Nr.30 v. 22.07.
- RIED (2002): Akademie für Singles
lehrt: Nutzen Sie jede Gelegenheit!
in: Oberösterreichische Nachrichten v. 02.09.
- Inhalt:
Die Therapeuten Christine und Maximillan SCHALLAUER
bieten einen Workshop für Partnerlose an, die mit ihrem
Single-Dasein unzufrieden sind und die Ursache im persönlichen
Verhalten sehen .
Zielsetzung: "Die
Singles sollen (...) lernen, selbstbewusst alleine zu leben oder
sich auf die nächste Partnerschaft vorbereiten".
Die Defizite der
Partnerlosen werden in 3 Bereichen gesucht:
1) lebensgeschichtlich entstandenes Fehlverhalten
2) Kontaktaufnahme und Beziehungsaufbau
3) defizitäres partnerbezogenes Verhalten (speziell Erotik)
- STANDARD (2002): Bekommt die Zukunft
graue Haare?
Es kündigt sich ein gesellschaftlicher Wandel an, der alle vor
große sozialpolitische Herausforderungen stellen wird,
in: Der Standard v. 22.10.
- IB (2002): Nur wenig Lust auf Nachwuchs.
Die Geburtenrate liegt in Österreich bei nur noch 1,3 Kindern pro
Frau,
in: Salzburger Nachrichten v. 24.10.
- Inhalt:
Nach einer Studie des Instituts für Demographie
glauben die Österreicher nicht an einen Zusammenhang zwischen
Familienförderung und Geburtenrate. Am bedenklichsten finden den
Geburtenrückgang diejenigen, die in den nächsten Jahren in Rente
gehen (55-59jährigen).
- SCHWAIGER, Rosemarie (2002): Land der
Kranken.
Pensionen: Die Reformvorschläge einer Expertengruppe stoßen auf
heftigen Widerstand. Doch ohne schmerzhafte Einschnitte wird es
nicht gehen,
in: Profil Nr.51 v. 16.12.
-
WITZMANN, Erich (2003): Gehrer: "Eine
Neidhammel-Diskussion".
VP-Vizechefin Gehrer kritisiert die Forderungen der jüngeren
Generation and die Pensionisten und erinnert sie an ihre Aufgaben -
etwa den Nachwuchs betreffend,
in: Die Presse v. 23.08.
- Kommentar:
Mit Bezug auf
GASCHKEs ZEIT-Artikel
fordert die österreichische Bundesministerin für Bildung,
Wissenschaft und Kultur Elisabeth GEHRER eine Wertedebatte in
Österreich:
"Gehrer:
»Kinder sind die beste Zukunftssicherung, darüber muss man reden.«
Deshalb plädiert die Ministerin für den Beginn einer
Wertediskussion. »Was macht das Leben lebenswert? Etwa wenn man
von Party zu Party rauscht, ist es das Single-Leben?«
(...).
Tatsache ist für Gehrer jedenfalls, dass es den heute 30-Jährigen
nichts nützt, wenn die gegenwärtigen Pensionisten mit einer
Strafsteuer belegt werden. Das helfe ihnen in drei oder vier
Jahrzehnten, wenn sie dann selbst in den Ruhestand treten, wenig.
Das Resümee der Unterrichsministerin: »Die Wahrheit ist: Die
Zukunft ist gesichert, wenn ein Land Kinder hat.«"
-
- GÄCHTER, Sven (2003):
Partysanen-Kämpfe.
Bildungsministerin Elisabeth Gehrer hat auf die Fragen von
morgen nur Antworten von gestern. Sie will Politik durch eine
rückständige Moral ersetzen,
in: Profil Nr.36 v. 01.09.
- Kommentar:
Ermutigt von Susanne
GASCHKEs ZEIT-Artikel
hat Elisabeth GEHRER mit ihren Aussagen in der
Wiener Zeitung Die Presse vom 23.08.
eine Wertedebatte entfacht, die dankbar aufgegriffen wurde.
Das
Nachrichtenmagazin widmet dieser Wertedebatte gar eine
Titelgeschichte, in der - wie in Deutschland - die ständig
wiederholten demografischen Fakten kaum noch in Frage gestellt
werden. Einzig der Sozialforscher
Bernd MARIN rückt die Fakten ein wenig zurecht:
"Die
heutige Generation der unter 40-Jährigen erfüllt ihr Plansoll
bei der Reproduktion genauso viel oder so wenig wie ihre Eltern
und Großeltern."
In
Deutschland hat kürzlich
Detlef GÜRTLER
darauf hingewiesen, dass die Geburtenraten in Deutschland zu
niedrig ausgewiesen werden.
Obwohl
die Geburtenrate bereits heute weit höher als 1,4 liegt, wurde
in der jüngsten Bevölkerungsvorausberechnung dieser Wert auch
für die nächsten Jahr unterstellt. GÜRTLER schreibt deshalb in
der WELT vom 19.08.:
"Das
Statistische Bundesamt (...) hat zwar diverse unterschiedliche
Wanderungs- und Lebenserwartungsszenarien beschrieben, die
Geburtenrate aber konstant bei 1,4 belassen. Warum? Unter
anderem um »den Handlungsdruck auf die Politik
aufrechtzuerhalten«, wie einer der Beteiligten ebenso freimütig
wie anonym zugab."
Warum
wird dieser Skandal von keinem einzigen Journalisten
aufgegriffen?
- BARTH, Josef/HAGER, Angelika/LAHODYNSKY,
Otmar/MEINHART, Edith (2003): Die Leiden der jungen Werte.
Jugendpolitik. Die Forderung von Bildungsministerin Gehrer
"Kinder statt Partys" geht ins Leere: Die heutige Jugend will zwar
weniger Nachwuchs, steht aber auf alte Werte,
in: Profil Nr.36 v. 01.09.
- LAHODYNSKY, Otmar (2003): "Ich
liebe es, auf Partys zu sein".
Der Erste Nationalratspräsident Andreas Khol (ÖVP) über die
Plage der späten Geburt, moderne Keuschheit und die Verwendung von
Kondomen sowie über die Tücken des Kindergeldes,
in: Profil Nr.36 v. 01.09.
- KIMMEL, Wolfgang (2003): "Die
Menschen sollen sich das wünschen".
Wirtschaftsminister Martin Bartenstein über Hedonismus,
angepasste Jugendliche und den Kauf von Voest-Aktien sowie
verbilligtem Schuhwerk,
in: Profil Nr.36 v. 01.09.
- LINGENS, Peter Michael (2003):
Viele Katholiken - wenige Kinder.
Die seit Jahrzehnten verfehlte Familienpolitik von Gehrer und
Co.,
in: Profil Nr.36 v. 01.09.
- FIDLER, Harald (2003): Schulfunk für
die Partygeneration.
Kuppelshow "Dismissed" als öffentlich-rechtliches Kernprogramm -
Hier lernt die Partygeneration, dass auf dem Weg zur Nachwuchspflege
im Sinne des Pensionssystems nur wenig zu peinlich ist,
in: Der Standard v. 06.09.
- Kommentar:
FIDLER spielt hier auf die
Wertedebatte an, die von Elisabeth GEHRER angezettelt worden
ist.
- HAMMERL, Elfriede (2003): Kinder, Kinder.
Die Wahrheit ist, die Regierung will, dass Mütter sich im
Verzichten üben,
in: Profil
Nr.38 v. 15.09.
-
JANDL, Paul (2003): Party, Party.
Auch Österreich hat eine Werte-Debatte,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 20.09.
- Inhalt:
Die Schweizer Zeitung befasst sich mit der
österreichischen Wertedebatte:
"Seit
1971 werden im Land weniger Kinder geboren, als nötig wären, um die
Bevölkerungszahl aus eigener Kraft zu erhalten. Statistisch und im
Durchschnitt gesehen, bekommen österreichische Frauen 1,31 Kinder.
2,08 sollten es sein.
Um diese Differenz ist ein Kampf entbrannt, der neben den
pensionsökonomischen Zwecken nun eben auch Distinktionsgewinne für
Vorurteile und Meinungen aller Art bringt. Mehr «Lebensbejahung» und
«Herzlichkeit» fordern die politischen Befürworter des
Familienwachstums. Ein «reaktionäres Gesellschaftsbild», das die
Pensionsdebatte dazu nützen will, die Frauen wieder an den Herd zu
schicken und zum Kinderkriegen zu verdammen, ortet - wenig
überraschend - die Opposition aus Sozialdemokraten und Grünen. Der
Philosoph Peter Kampits warnt unterdessen vor der Vermischung von
Ökonomie und Metaphysik. Der Spagat «zwischen neoliberalistischer
Marktwirtschaft und christlicher Soziallehre unter Berufung auf
naturrechtliche Dogmen» werde nicht gelingen."
-
STANDARD-Dossier: Das Ende der Familie?
-
KASER, Karl (2003): Das Ende der Familie?
Der Funktionswandel des Zusammenlebens in den westlichen
Gesellschaften schreitet rapid voran - daran vermag auch
herkömmliche Familienpolitik nichts zu ändern. Insbesondere wenn
Migration neue Tatsachen schafft,
in: Der Standard v. 20.09.
- Inhalt:
Karl KASER, Professor für Südosteuropäische
Geschichte, kommt nach einem historischen Vergleich und einem
internationalen Vergleich zwischen Europa und den Balkanstaaten zum
Ergebnis:
"Der
Vergleich lässt folgende Schlussfolgerungen zu: Familie bedarf
funktioneller Begründungen. Herkömmliche Familienpolitik vermeint,
sie in der Berufung auf traditionelle Familienwerte bei
gleichzeitiger Rückbildung des Sozialstaats finden zu können. Eine
moderne Familienpolitik wird auf den Ausbau des Sozialstaats pochen,
der einen Rahmen für neue Familien- und Zusammenlebensformen bildet
- Lebensabschnittspartnerschaften, RentnerInnenkonkubinate, soziale
und biologische Elternschaften - und vor allem Frauen bessere
Entfaltungsmöglichkeiten als bisher bietet.
Eine solche Familienpolitik ist aber auch Zuwanderungspolitik."
-
LINSINGER, Eva & Martina SALOMON (2003): Mehrfachjob ohne Netz.
Die Politik bemächtigt sich der Reproduktionsbedingungen - ob sie
über Familien- oder Frauenangelegenheiten spricht, ob man das Kind
beim Namen nennt oder es gar nicht will,
in: Der Standard v. 20.09.
- Inhalt:
Die Autoren beleuchten die familienpolitische Debatte
im Hinblick auf die Kontroverse zwischen (schwarzer) Familien- gegen
(rote) Frauenpolitik. U.a. werden die Positionen von Helmuth
SCHATTOVITS und Bernd MARIN referiert.
-
MON (2003): Nutzerfreundliche Öffnungszeiten.
Arbeit und Leben unter einen Hut bringen: zwei Modelle,
in: Der Standard v. 20.09.
-
OEDEHNAL, Bernhard (2003): Das Kind als Luxusgut.
In Zürich leben die Menschen am liebsten alleine. Wer Familie
gründen will, steht vor fast unüberwindbaren Hürden,
in: Der Standard v. 20.09.
- Inhalt:
OEDEHNAL wirft einen Blick über die Grenze auf
das kinderfeindliche Zürich:
"Zürich
ist die Singlehauptstadt der Schweiz. In fast jedem zweiten Haushalt
lebt nach der Volkszählung aus dem Jahr 2000 nur
eine Person. Gegenüber
der Volkszählung 1990 gibt es um über 12 Prozent mehr Haushalte mit
Paaren ohne Kinder. Zürcher Frauen wollten eben keinen Nachwuchs
mehr, weil »,die Vereinbarkeit von Beruf und Familie schwierig ist«,
sagt der Ethnologe Frank Beat Keller"
- FREI (2003): Falsches Sparen mit
"Geburtenkeule".
Die Kinder- und Jugendärzte warnen davor, dass Kinderspitäler
kaputtgespart werden. Der angebliche Geburtenrückgang finde derzeit
nämlich gar nicht statt - vielmerh müsse man qualitativ auf das
deutliche Ansteigen der Zahl von Frühgeburten reagieren,
in: Der Standard v. 01.10.
- Kommentar:
Verkehrte Welt! Wurde Österreich noch vor
kurzem von einer
Wertedebatte erschüttert, die
sich aus dem Geburtenrückgang speist. Und nun soll das alles gar
nicht wahr sein?
FREI zitiert:
"»Die
Politiker rennen mit der Keule des Geburtenrückgangs herum - aber
der Geburtencrash hat vor 25 Jahren stattgefunden.« In den
60er-und 70er-Jahren war die Geburtenrate von knapp 135.000 auf
unter 90.000 abgesackt. Seither stagniere die Zahl, »im ersten
Halbjahr 2003 gab es sogar einen Zuwachs von zwei Prozent«".
Was den einen in die politische Strategie passt, das ist anderen
gar nicht recht.
Auch
in Deutschland ist der
Streit um den Geburtenrückgang
entbrannt. Die Neuen Mitte-Medien ignorieren dies jedoch
beharrlich - schließlich soll die drastische Sozialreform - mit
Hinweis auf den Sachzwang "demografischer Wandel" durchgepeitscht
werden...
-
STANDARD - Jugendserie "Jugend in
Österreich" (14. und letzter Teil)
- MAYR, Peter & Lisa NIMMERVOLL
(2003): Mit Golf und Nutella ins Altenwohnheim.
Florian Illies, Autor von "Generation Golf", glaubt, dass seine
Generation auch im Alter nicht auf Nutella verzichten will. Von
der heutigen Jugend sieht er T-Shirt-bedingt "mehr Bauch", viel
Pragmatismus und gesunden Menschenverstand bei "maximaler
Freiheit",
in: Der
Standard v. 17.11.
- SEIDL, Conrad (2003): Junge geraten
unter Druck.
Die Senioren werden das Sagen haben - politisch und
wirtschaftlich,
in: Der
Standard v. 17.11.
- PRIESCHING, Doris (2003): Den
Unwürdigen keine Rose.
ORF schickt Single auf Brautschau, ATV+ setzt Hermes Phettberg in
den Beichtstuhl,
in: Der
Standard v. 19.11.
- HAGER, Isabella & Stefanie TRÄXLER
(2004): Solo sucht Supermann: Liebe auf den ersten Klick,
in: Der Standard
v. 13.01.
- HAGER, Isabelle (2004): Viertueller
Traumprinz wird reeller Frosch.
"Die Realität kann oft mit der Fantasie nicht Schritt hatlen",
meint Markus Lau Christen von "Blinddate-Sexurity". Isabelle Hager
erklärt er, worauf man achten soll, wenn man Leute aus dem Chat
trifft,
in: Der
Standard v. 13.01.
- CALONEGO, Bernadette (2004): Goldene
Geschäfte mit Singles.
Hätte der Kanadier Bruce Croxon seine Ehefrau übers Internet
kennen gelernt, besäße er ein unschlagbares Marketingargument für
seine Lavalife Inc., die zu den größten und erfolgreichsten
Internet-Partnerbörsen in Nordamerika zählt,
in: Der
Standard v. 14.02.
- Inhalt:
"Lavalife
ist nicht, wie etwa der US-Branchenführer Match.com Inc., vor
allem auf die Eheschließung ausgerichtet. Die Internetseite www.
lavalife.com bedient auch Kunden, die lockere Verbindungen
wollen, und bietet einen Kontaktservice für Schwule und Lesben an",
schreibt CALONEGO.
- HAGER, Angelika (2004): Bitte
reparieren Sie unsere Ehe!
Beziehungen als Stressfaktor: Das zusehends krisenanfällige
Verhältnis zwischen Mann und Frau wird zum Hoffnungsgebiet einer
ganzen Branche. Wie Paartherapie die Liebe wieder in Schwung bringen
kann, wo sie nicht mehr hilft und wie man Konfliktkultur lernt,
in: Profil
Nr.8 v. 16.02.
- PROFIL (2004): Gesellschaft:
Rezession, Mauserl!
In den Neunzigern sah es
kurz so aus, als sei es ein Privileg, Frau zu sein, und als könnten
die Frauen sich jeden Tag neu und frei entscheiden, wie sie es sein
wollten. Doris Knecht über die Ernüchterung im neuen Jahrtausend –
und warum nur „Sex and the City“ hilft,
in:
Profil
Nr.7 v. 09.02.
- Inhalt:
"Die
coolen so genannten Girlies, die in den Neunzigern die Nase, wenn
schon nicht vorn, dann zumindest oben und die Pappn offen hatten,
die waren ja damals auch schon um die 30, dann kam das neue
Jahrtausend, und plötzlich waren sie 35 und 40. Und 35, 40 ist
natürlich ein verfluchtes Alter für Frauen. Weil: Die Kinderfrage
muss entschieden werden; ja oder nein, für vielleicht ist keine
Zeit mehr",
heißt das Dilemma der postfeministischen Frau.
Da die Welt alles andere als erfreulich ist, bleibt den
Österreicherinnen jetzt nur noch das Warten auf die
letzte Staffel von "Sex
and the City" im ORF:
"Die
Botschaft jedenfalls lautet: Eine Frau sollte sich lieber auf
niemanden verlassen als auf sich selbst (und ein bisschen auf die
besten Freundinnen). Es ist zwar nett, einen Mann zu haben, aber
es wird dich nicht retten. Rechne auf keinen Fall damit, dass es
die Welt da draußen gut mit dir meint – mach halt das Beste
daraus. Und vor allem: Die Neunziger sind vorbei, als es so
aussah, als könntest du alles kriegen und alles sein, wenn du nur
willst. Was immer das ist. Auch Fußballerin."
-
PROFIL-Titelgeschichte "Das erste
Mal"
- PROFIL (2004): Das erste Mal.
Romantische Erfüllung, Desaster oder so lala: Der erste Sex ist
ein Meilenstein an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Jugendliche
berichten über ihre sexuelle Initiation, Prominente erinnern sich,
wie es damals war,
in:
Profil
Nr.15 v. 05.04.
- PROFIL (2004): "Wilde Fantasien sind
wichtig".
Der Kinder- und Jugendpsychiater und Neurologe Max Friedrich über
die Bedeutung des ersten Mals und Verhaltensfehler der Eltern,
in:
Profil
Nr.15 v. 05.04.
- PROFIL (2004): "Das Interessante ist nicht
der Akt".
Die Berliner Autorin Alexa Hennig von Lange, 31, über das erste
Mal in kleinen Iglu-Zelten an südfranzösischen Stränden oder
Badewannen, auf deren Ränder Kerzen geklebt werden,
in:
Profil
Nr.15 v. 05.04.
- Kommentar:
Alexa Hennig von LANGE über das erste Mal. Der französiche
Soziologe hat sich im neuen Buch über den "Morgen
danach" ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt. Er geht jedoch
weit über das hinaus, was hier beschrieben wird.
-
BAIER, Stephan (2006): Krieg der Generationen, Kampf der Kulturen.
Kinderlose Doppelverdiener bilden die privilegierte Klasse des
europäischen Kastenwesens. Familien mit Kindern geraten in die
Armutsfalle,
in: Die Presse v. 23.03.
-
STANDARD (2007): Familienministerin Andrea Kdolsky sagt, sie sei
missverstanden worden und liebe Kinder,
in: Der Standard v. 19.01.
-
SCHWAIGER, Rosemarie (2007): Ärztin ohne Grenzen.
Schweinsbraten-Debatte statt Sachpolitik: Die neue
Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky hatte einen schwierigen Start.
Langfristig schaden muss ihr das nicht,
in: Profil Nr.4 v. 22.01.
- Inhalt:
Die österreichische Familienministerin Andrea
KDOLSKY ist u.a. durch ihre Stellungnahmen zur Familie in die Kritik
geraten:
"Tags darauf wurden
Wortspenden Kdolskys für das im Vorjahr erschienene Buch
»Kinderlos, na und?«
bekannt. Die Ministerin identifiziert darin eine »politische
Verklärung der Mutterschaft« und spricht salopp über ihr eigenes
Verhältnis zum Nachwuchs: »Ich bin eine leidenschaftliche Tante. Das
aber schon auch, weil ich weiß, dass ich die lieben Kleinen
irgendwann wieder zurückgeben kann.« Schreiende Kinder im Flugzeug
oder in einem Nobellokal würden ihr »einiges vermiesen«.
In der ÖVP kam vor allem
dieser letzte Teil des Outings nicht reihum gut an. Sissy Potzinger,
Obfrau des steirischen Familienverbandes, kritisierte die Ministerin
als »inhaltlich völlig inkompetent«."
-
PÖLL, Regina (2007): Single-Falle für Brüsseler Bürokraten,
in: Die Presse v. 10.05.
PROFIL-Titelgeschichte:
Späte Mütter.
Immer mehr ältere Menschen entscheiden sich für das erste Kind.
Wie hoch ist das medizinische Risiko - und wie verändert sich
unsere Gesellschaft dadurch? |
- HAGER, Angelika/HOFER, Sebastian/STANZL,
Eva (2007): Späte Mütter: Midlife-Mamas.
Die Zahl der Erstgebärenden 40+ hat sich verdoppelt. Immer mehr
ältere Frauen entscheiden sich für das erste Kind. Wie hoch ist das
medizinische Risiko?
in: Profil Nr.21 v. 21.05.
-
HES (2007): ÖVP- Parteireform: Rabenmutter oder arme Hausfrau.
Den Kinderwunsch anzukurbeln ist Ziel einer eigenen
VP-Arbeitsgruppe,
in: Die Presse
v. 13.07.
-
LINSINGER, Eva & Edith MEINHART (2007): Die Geburtsfehlanzeige.
Das Kinderbetreuungsgeld war ein Herzensanliegen der
schwarz-blauen Wenderegierung. Das Fazit nach fünf Jahren: Frauen
bleiben länger von der Arbeit weg, mehr Geburten gibt es trotzdem
nicht,
in: Profil Nr.31 v. 30.07.
- Inhalt:
LINSINGER & MEINHART ziehen Bilanz beim
Kinderbetreuungsgeld, das 2002 als geburtenfördernde Maßnahme in
Österreich eingeführt wurde:
"Die
Hoffnung, dass das Kindergeld die Zahl der Geburten ankurbelt, hat
sich nicht erfüllt: In den ersten fünf Monaten des heurigen Jahres
sank die Geburtenrate um 2,4 Prozent – und damit auf das Niveau
des Jahres 2001, der Zeit vor der Einführung des Kindergelds. Die
konservative Familienpolitik, die die »Fehler jahrzehntelanger
sozialistischer Gesellschaftsplanung ausbügeln« (Herbert Haupt)
wollte, ist gefloppt."
Nicht
die Zunahme der Kinderlosen, sondern die Abnahme der kinderreichen
Familien ist nach Meinung der Autoren Schuld am Geburtenrückgang
in Österreich:
"Die
Zahl der Einkindfamilien hat zugenommen. Die böse kinderlose
Akademikerin und der karrieregeile Banker-Yuppie sind entgegen
allen öffentlichen Anklagen nicht allein schuld an den niedrigen
Geburtenraten. Die Zahl der Kinderlosen bleibt nämlich seit
Jahrzehnten konstant".
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HAMMERL, Elfried (2007): Kinderkram.
Niemand weiß, welcher Ideologie das Kindergeld eigentlich dienen
soll,
in: Profil Nr.31 v. 30.07.
- BARTH, Joseph/MITTELMEIER, Andreas/REXER,
Andrea (2007): Migration: "Wie lange bleibst du?"
Sie sind die neue große Zuwanderergruppe: Mittlerweile leben in
Österreich mehr Deutsche als Türken. Wie gehen die Österreicher mit
den Immigranten aus dem Nachbarland um?
in: Profil Nr.31 v. 30.07.
PROFIL-Titelgeschichte:
Schlachtfeld Familie. |
- HAGER, Angelika & Sebastian HOFER (2007):
Happy Crashmas! Schlachtfeld Familie: Fliegende Fetzen und purzelnde
Fassaden.
Friede & Besinnlichkeit? Weihnachten ist der Crash-Test für
marode Beziehungen und kriselnde Ehen,
in: Profil Nr.49 v. 03.12.
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KOCINA, Erich (2008): Umfrage: Weniger Verwandte, mehr Singles.
Onkel, Tanten & Co werden seltner in Österreich, Einzelkinder und
Ein-Personen-Haushalte werden dagegen immer mehr,
in: Die Presse v. 07.02.
- Anmerkungen:
KOCINA vermischt Aussagen über
Familiennetzwerke in nicht nachvollziehbarer Weise mit
Haushaltszahlen.
Walter
BIEN hat für Deutschland dagegen mittels
Netzwerkanalyse aufgezeigt, inwiefern auch Singles Teil von
Familien sind.
Heribert
ENGSTLER wiederum zeigt, dass die
amtliche Haushaltsstatistik ein verzerrtes Bild der
Familienstruktur liefert. Einzelkinder werden in solchen amtlichen
Querschnittuntersuchungen überschätzt, weil zum einen Erstgeborene
bis zur Geburt des zweiten Kindes als Einzelkinder erscheinen und
zum anderen Kinder höherer Ordnung durch den Auszug der
Geschwister wieder zu Einzelkinder werden.
PROFIL-Titelgeschichte:
Rätsel Liebe |
- HAGER, Angelika & Sebastian HOFER
(2008): Rätsel "Liebe".
Wie die Wissenschaft versucht, den Romantik-Code zu
entschlüsseln,
in: Profil Nr.15 v. 14.04.
- KAMOLZ, Klaus (2008): Wie viel Mutter
braucht ein Kind?
Experten bringen Licht in den Ideologiestreit. Eine
Bestandsaufnahme zum Muttertag,
in: Profil Nr.20 v. 10.05.
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HAGER, Angelika (2008): Willkommen in Cinderellahausen!
Rückzug ins Biedermeier für Carrie & Co.,
in: Profil Nr.23 v. 02.06.
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COUDENHOVE-KALERGI (2008): Kinderparadies Frankreich.
Wie kommt es, dass Frankreich die höchste Geburtenrate in
Kontinentaleuropa hat?
in: Der Standard v. 27.08.
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